Mein Freund schrieb mysteriösen Blogeintrag

      Mein Freund schrieb mysteriösen Blogeintrag

      Hallo,
      ich habe Euch hier schon öfter um Rat gefragt in der Beziehung zu unserem (hauptsächlich meinem) Freund, der die Diagnose Borderline (mit narzißtischer Veranlagung) hat.

      Seit heute Abend sorge ich mich, weil er auf seinem Blog einen mysteriösen Beitrag geschrieben hat. Wichtig zu wissen, dass wir uns seit fast 5 Monaten nicht gesehen, aber regelmäßig geschrieben und auch ab und zu miteinander telefoniert haben, wobei das meist von mir aus ging.

      Ich bin völlig "blank" wie ich reagieren soll, ohne mich auf ein manipulatives Spiel einzulassen oder (wie dankenswerter Weise neulich jemand schrieb!!) seine persönliche Entwicklung zu untergraben, weil ich zu nachgiebig bin. Er hätte genügend Geld sich einen Flugschein zu lösen und mich zu sehen, wenn er wollte. Leider kann ich ihm das nicht einfach sagen. Er würde glatt leugnen, dass an meiner Vermutung etwas Wahres dran ist.

      Ich kann gerne gezielt mehr über die Situation schreiben, wenn es nötig ist. Fragt einfach, was ihr dazu wissen müßt.

      Ich bitte hier noch einmal ausdrücklich um Euere Hilfe.
      Liebe elin,

      leider kann ich gar nichts dazu schreiben, da ich nur vage Vermutungen zu deiner Situation habe, möchte aber auch nicht, dass dein Hilfeersuchen unbeantwortet bleibt.
      Daher bitte ich dich, etwas mehr zu schreiben, wenn du das nicht öffentlich schreiben möchtest kannst du mir auch gerne eine pn schreiben.
      Versprechen kann ich nicht, dass ich dir etwas Brauchbares antworten kann, aber ich würde es gerne versuchen.

      Beste Grüße
      Liebe elin,

      ich würde mich auch freuen, wenn du etwas mehr Informationen geben kannst, insbesondere worum genau es in dem Blogeintrag geht und wieso du ihn auf dich beziehst.

      In deinem letzten Beitrag hast du auch schon erwähnt, dass besagter Freund dich über seinen Blog manipulieren will. Ich finde gut, dass du das nach wie vor nicht zulassen willst. Wieso liest du den Blog noch? Hast du Angst, etwas zu verpassen? (Kein Vorwurf, nur Interesse)

      Ggf. würde ich ihn wirklich mal damit konfrontieren, dass du seinen Blog ja gerne liest aber bestimmte Posts dir die Freude daran nehmen und du dir das nicht mehr anguckst. Dann gibst du ihm die Aufmerksamkeit ja nicht. Ob er sein Verhalten deswegen ändern wird, bezweifle ich. Wie du schon selbst sagst, kann er einfach alles leugnen und sich dumm stellen.

      Dass du seiner Entwicklung nicht im Weg stehen willst ist lobenswert, allerdings bist du nicht verantwortlich dafür, ihn zu erziehen.

      Habt ihr seit dem Eintrag schon wieder Kontakt gehabt?

      Ich würde mich freuen, wenn du dich nochmal meldest.
      Liebe Grüße,
      gleichgueltig
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      Liebe gleichgueltig,
      Mein Freund und ich haben uns seitdem 2x getroffen.

      Zum Blogeintrag:
      Ich habe den Blogeintrag meines Freundes zweimal kurz nacheinander gelesen und nicht wirklich herausfinden können, was er damit sagen wollte. Das ist ja nun schon einige Tage her. Seine versuchte Manipulation über Blogeinträge läuft, seit wir beide Blog schreiben.
      Ich lese beim ihm, aber ER seit langem nicht mehr bei mir (hat er Angst vor Manipulation? ...).
      Warum ICH lese? Weil ich letztenendes selbst entscheide, ob ich mich manipulieren lasse. Mit Vermeidungshaltung hätte ich nie die Chance gehabt, obwohl es zugegebenermaßen ein ganz schön "schwerer Brocken war", diese "Schuhe stehen zu lassen", anstatt sie "anzuziehen". Schuldgefühle habe ich selten und wenn, dann frage ich den Wahrheitsgehalt ab. Es bleibt aber nie irgendeine Schuld übrig, da ich ihm keinen Schaden zufüge.

      Um nochmals auf den Inhalt des Blogbeitrags zu kommen: Zuerst schrieb er von einem Freund, der ihn besucht hätte und ihn bat, in seinem Wochenendhaus ein Treffen veranstalten zu dürfen. Daraufhin fragte mein Freund zurück, um welche Art Treffen es sich dabei handle.
      Etwas aus dem Zusammenhang schrieb er danach, dass er im Wochenendhaus meist alleine sei (ich weiß, dass er Angst vor dem Alleinsein hat.)
      Im letzten Teil des Beitrags ging es dann um das Datum dieses Treffens. Dabei kam zum Ausdruck, dass er nicht wisse, ob das Treffen überhaupt stattfinden werde, dass sich dabei um reale Menschen handle und es seien ja noch 4 Wochen Zeit, um zu entscheiden, ob oder ob es nicht stattfinden solle. Zum Abschluß schrieb er dann noch:" Der Bogen ist gespannt"......
      Ich denke ich habe das inhaltlich ganz gut getroffen.

      Liebe gleichgueltig, falls Fragen sind, schreibe mir die einfach. Die Sache ist insgesamt ziemlich kompliziert und es unmöglich alles im Detail zu schildern. Deshalb bin ich eigentlich darauf angewiesen, dass Fragen gestellt werden.

      Danke für Dein Interesse mir etwas "Licht ins Dunkel" zu bringen, bzw. meine Reaktion auf diesen Blogbeitrag in angemessenem Rahmen zu halten.

      elin
      Vielen Dank auch nochmals an *Pusteblume* und *Avicienna* für die liebenswerte Hilfestellung!
      hm.. also ich weiß nicht, ob ich hier noch meinen subjektiven Senf dazugeben soll, denn das ganze scheint ja jetzt erstmal für dich geregelt zu sein.
      Ich verstehe deine Sorge nur grade gar nicht. Was daran sorgte dich? Also ich finde es weder mysteriös noch unbedingt einen grund sich sorgen zu machen, nachdem was du geschrieben hast, was er in seinem blog geschrieben hat bezüglich dieses treffens. irgendwie habe ich als Außenstehende schon ein wenig das gefühl, dass du dir schon sehr viele gedanken um diesen freund machst und seine äußerungen , auch wenn du sagst, dass du dich nicht manipulieren lässt. Es wirkt auf mich persönlich (ohne jetzt die näheren Umstände zu kennen) schon ein wenig so, als würdest du dich da etwas zu sehr engagieren, immer mit der Sorge im Hinterkopf, nur ja "angemessen" und nicht schädlich für die Entwicklung deines Freundes zu agieren. Das hört sich für mich als Außenstehende schon eher grenzwertig an, und nicht nach gesunder Abgrenzung., aber das ist nur mein Eindruck.

      Kann natürlich sein, dass ich da zuwenig weiß, und es daher für mich so ankommt. Trotzdem wollte ich dir diesen Eindruck noch dalassen. Wenns nicht passt, vergiss es einfach wieder!
      Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will."
      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
      Die Ursache bin ich selbst! (Thomas Bernhard) :thumbsup:

      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Die Situation ist wirklich sehr verworren, ich habe jetzt auch mal in den anderen Threads (nicht nur dem letzten) gelesen. Ich lass mal meine Gedanken raus, vielleicht ist was brauchbares dabei :)

      Du schreibst, dass du davon ausgehst, besagter Freund würde sich gerne in eine Ehe mit dir flüchten, um seiner eigenen zu entkommen. Was ich hier für angebracht halte ist auf jeden Fall ein klärendes Gespräch. Das ist bei Gott nicht einfach, für ihn nicht (ich kann mir auch vorstellen, dass er - falls deine Vermutung stimmt - wie von dir befürchet nicht darüber reden will, bevor er nicht entsprechende Signale von dir empfängt). Aber vor allem auch für dich nicht (evtl. Angst, ihn als guten Freund zu verlieren, Angst was falsch gedeutet zu haben...). Aber wenn ihr nicht ehrlich über die ganze Situation reden könnt, wird es immer wieder dazu kommen, dass du siehst, was er postet, wie er sich verhält usw - und dich sofort fragst, ob das Ganze etwas mit dir zu tun hat. Wenn er wirklich ein größeres Interesse an dir hat, kann das gut sein. Eventuell hast du seine Andeutungen aber auch falsch gedeutet, oder er hofft schlicht IRGENDWEN außer seiner Frau zu finden,... Was in seinem Kopf vorgeht weißt du nicht und wir erst recht nicht. Deswegen fände ich besagtes Klärungsgespräch wichtig. Wäre das für dich eine Option? Da sehe ich wie gesagt das einzige Problem darin, ihn wirklich zu Ehrlichkeit zu bewegen. Also würde ich am Anfang der Unterhaltung wirklich betonen, dass egal was er sagt, es unter euch bleibt, du nicht mit seiner Frau redest und die Beziehung zwischen euch sich nicht ändert. Dass du aber ehrliche Antworten brauchst und wissen musst, was da - von seiner Seite aus - zwischen euch (noch) ist.

      Du schreibst, ihr habt euch seitdem 2x getroffen. Hat er sich nun doch Flugtickets gekauft?

      Zu dem Blogeintrag: Okay, ich verstehe, was dich besorgt. Das klingt irgendwie ein bisschen wie eine "De*dline" in welchem Sinne auch immer:

      elin schrieb:


      Etwas aus dem Zusammenhang schrieb er danach, dass er im Wochenendhaus meist alleine sei (ich weiß, dass er Angst vor dem Alleinsein hat.)
      Im letzten Teil des Beitrags ging es dann um das Datum dieses Treffens. Dabei kam zum Ausdruck, dass er nicht wisse, ob das Treffen überhaupt stattfinden werde, dass sich dabei um reale Menschen handle und es seien ja noch 4 Wochen Zeit, um zu entscheiden, ob oder ob es nicht stattfinden solle. Zum Abschluß schrieb er dann noch:" Der Bogen ist gespannt"......

      Ich kann verstehen, warum du seinen Blog noch liest, es stärkt ja auch deine eigene Persönlichkeit, wenn du dich emotionaler Erpressung bewusst entziehen kannst. Trotzdem würde ich das ganze etwas im Auge behalten, denn ich stelle es mir anstrengend vor, sich bei jedem Eintrag zu fragen: Darf ich reagieren? Soll ich was tun? MUSS ich handeln?
      Wenn dein Freund weiß, dass du mitliest, hat er immerhin die Möglichkeit, dich zu manipulieren. Sicher, wenn du nicht mitliest, machst du es dir vielleicht "einfach" - aber er wüsste zumindestens, dass du "da" nicht mehr mitmachst. Die Frage ist dabei dann aber auch, ob er das ganze wirklich bewusst oder eher unbewusst macht. Für dich macht das keinen Unterschied, für ihn vielleicht schon, denn wenn es unbewusst passiert, wird er sein Verhalten wohl nicht ändern, sondern sich a) andere Wege oder b) andere Personen suchen, um seine Aufmerksamkeit einzufordern. Ich will dir hier nicht ausreden, mitzulesen. Dass du keine unberechtigten Schuldgefühle deswegen mit dir rumträgst, ist wirklich gut. Vielleicht könntest du ihm gegenüber ja mal andeuten, dass du länger nicht mehr auf seinem Blog warst (muss ja nicht stimmen) und seine Reaktion abwarten? Wenn er bei sowas wütend/gereizt reagiert oder dich auffordert, doch mal zu lesen, sind das Hinweise, dass die Manipulation bewusst passiert.

      Ich hoffe mein Beitrag hilft dir etwas und du kannst deinen Freund bald etwas besser verstehen.
      Liebe Grüße dir,
      gleichgueltig
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      Liebe gleichgueltig,

      danke für Deine Mühe und,- für mich ist es IMMER wertvoll die Meinung anderer zu lesen, weil es mir eben einen anderen Blickwinkel zeigt, ich mir auch mal, trotz aller versuchter Objektivität, etwas vormache und mich die Unvoreingenommenheit anderer Menschen auf den Boden zurück holt. Das tut weh, aber genau da "geht der Weg".

      Nein mein Freund hat kein Flugticket gekauft. Wir (mein Mann und ich) sind inzwischen planmäßig in den Norden gereist.

      Mein Lesen seines Blogs ist für ihn nachvollziehbar, weil jeder Blogbesucher seine IP-Adresse in einem Counter hinterlässt. Das ist bei den allermeisten Blogs gängig. Dass er seinen Blog seit langem auch zu manipulatorischen Zwecken (miss-)braucht weiß ich, es gibt da genügend "Ereignisse". Er hat nie versucht mich zum Lesen zu zwingen, weil:

      Er betrieb ein Forum, in dem ich auch angemeldet war. Als er die Eifersuchtsschiene "zu fahren versuchte", habe ich ihm gemailt und ihn gebeten mich als Userin abzumelden, was er auch tat. Danach war das Forum auch für ihn "gestorben". Möglicherweise war das ein heilsamer Schock, dass ich auch "anders" kann als liebenswürdig.

      Warum ich mir das überhaupt antue? Ich habe unglaublich viel dazugelernt, bis ich irgendwann ziemlich "immun" geworden bin.

      Fakt ist, das sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass meine Mutter mein (und ihr eigenes) Leben lang eine sehr, sehr ähnliche Verhaltensweise an den Tag legte. Das, was ich erlebe ist also KEIN Zufall, sondern Psychologie.... .

      Und nein, ich missbrauche meine Freund nicht für meine Persönlichkeitsentwicklung, bin gerade noch einer Co-Abhängigkeit entgangen und versuche den schmalen Grat zu halten, der eine Freundschaft zu einem Menschen möglich macht, der mir in seinem ganzen Menschsein am Herzen liegt, vielleicht, weil er meiner Mutter im Verhalten ähnelt und ich auch zu ihr weiterhin Kontakt halte, trotzdem sie mich nur als Objekt, ihren verlängerten Arm, betrachtet hat.

      Und ich bin immer noch und hoffentlich jederzeit bereit:

      "Nicht müde zu werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinzuhalten" - nach H.Domin

      Danke "gleichgültig" für diesen bewegenden Satz. Ich möchte nicht müde werden!!!!!!!!!
      Hallo ares,

      ich habe erst jetzt gesehen, dass Du ebenfalls geschrieben hast. Ich möchte Dir schon antworten. Es ist gut, sich solchen Fragen, Eindrücken zu stellen.

      Dein Eindruck ist NICHT von der Hand zu weisen. Es stimmt, dass ich mir viel Gedanken um meinen Freund gemacht habe und mache. Das ist tatsächlich "nicht ganz OHNE", wenn ich mir dessen nicht bewußt geworden wäre. Das Helfersyndrom ist mir bekannt. So habe ich dann versucht, hinter die wirklichen Gründe zu kommen, warum ich .... meiner Mutter, meinem Freund .... ständig "zu Diensten" war.

      Da fand sich viel, was im eigenen Leben angesehen werden wollte. Mit Hilfe entsprechender Lektüre (die Bücher von Andreas Knuf waren wegweisend) fand ich einen "Faden" für mich, Erkenntnisse zu gewinnen und umzusetzen. Ich lerne und bin den Rest meines Lebens dabei. Ich selbst schwanke für mein Leben zwischen Entsetzen und Hoffnung meiner eigenen Situation gegenüber. Mir ein Rätsel, wie "blind" ich mir und meinem Lebens selbst gegenüber war. Ich bin auf einem guten Weg.

      Auch richtig ist, dass eine 10jährige Freundschaft Vieles durchlebt und nicht in einem einzigen Abschnitt eingehend beschrieben werden kann. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die "unter den Tisch fallen". Letztenendes bin ich überzeugt, es war kein Zufall, dass wir uns über den Weg liefen. Nun will ich für uns das Beste daraus machen.

      Mit meinen Fragen versuche ich Meinungen einzuholen, die mir sonst verschlossen blieben.

      Grund, die Freundschaft aufzugeben, habe ich nicht. Würde er das tun, wäre es sehr traurig, dann bestünde kein Grund mehr hier zu leben. Mein Mann und ich wohnen auch in D. Wir fallen nicht ins NICHTS.

      Ich empfinde alles inzwischen als Chance für alle Beteiligten und hoffe, dass mein Freund irgendwann diese Erkenntnis selbst hat.

      Lieben Dank auch noch für die Schilderung Deines Eindrucks.

      elin

      Nachtrag:
      was mich an dem Blogbeitrag sorgte:
      ... dass ich nicht verstanden habe, was er damit ausdrücken wollte.... dass ich ihn nicht fragen kann, weil ich keine oder genauso diffuse Antworten bekomme.... dass ich etwas Wichtiges übersehe, denn in seltenen Fällen fragt er um Rat (und erfindet dafür haarsträubende Stories, weil er nicht zugeben will, dass er für sich selbst fragt).elin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „elin“ ()