E-Mail Kontakt in der Therapiepause

      E-Mail Kontakt in der Therapiepause

      Hallo ihr Lieben


      Ich habe seit gut vier Wochen eine Therapiepause, da ich in einem Praktikum in einer anderen Stadt bin. In gut zehn Tagen ist die Pause vorbei. Für mich ist das ein großes Thema, wir haben von Anfang an gemerkt, dass ich damit Probleme habe, ich habe oft die knapp fünf Tage über das Wochenende kaum ausgehalten. Ich sehe sie drei Mal pro Woche, da ich eine Psychoanalyse mache. Nun, vor Beginn der Pause lief es ganz gut, wir haben das ausführlich besprochen (Verlustangst, Angst mit Kontaktabbruch dafür bestraft zu werden weil ich weg war usw.) Die ersten beiden Wochen waren sehr gut, ich hatte neben dem Praktikum auch viel für die Uni zu tun. Dann habe ich eine Mail geschrieben. Es war so abgemacht, dass ich mich mal melden kann, allerdings ist sie nicht die ganze Zeit da, sie meinte also sie könne nicht immer sofort antworten. In der Mail hatte ich eine Frage wegen der Abrechnung (Krankenkasse und blubb), was sich dann aber zwei Tage später von allein geklärt hat, was sie auch automatisch mitbekommt. Dann habe ich noch kurz geschrieben, dass es mir gut geht und ganz kurz was ich so arbeite. Und dass ich das Bedürfnis hatte, mich zu melden. Sie hat nicht zurückgeschrieben. Ich weiß, dass sie letzte Woche auf einem Kongress war, ansonsten war die Praxis aber offen.

      Und jetzt kann ich nicht mehr gut damit umgehen. Ich habe ja keine Frage formuliert oder sie gebeten, mir zu antworten. Ich hatte das irgendwie automatisch erwartet. Antwortet sie deswegen nicht? Will sie, dass ich meine Bedürfnisse äußere? Oder denkt sie, es ist besser für meine Entwicklung, nicht zu antworten? Oder hat sie die Mail übersehen oder gelesen und mich dann vergessen? Ich merke, dass mir das ständig durch den Kopf geht, ich bin wieder viel erschöpfter als vor zwei Wochen, wobei ich nun 40 statt 60 Stunden arbeite. Ich habe überlegt, nochmal zu schreiben. Aber ich weiß nicht, was. Ich will ja auch lernen, dass ich nciht immer sofort alles bekommen kann, was ich will. Was Geduld und Frustrationstoleranz angeht habe ich Defizite.

      Andrerseits merke ich auch, dass ich Abwehr aufbaue. Ich habe ewig gebraucht, also ca. über ein Jahr, bis ich mit ihr arbeiten konnte, ohne sie sofort wegzustoßen durch Beleidigungen, Unterstellungen usw. Ich will auf gar keinen Fall wieder in diese Abwehr rein. Aber ich spüre auch sehr stark diesen kindlichen Trotz in mir. Und meinen Stolz. Ich will nicht um Aufmerksamkeit betteln müssen, ich sehe es fast als Wettbewerb, ich will, dass sie sieht, dass ich auch ohne sie auskomme. Ich muss gerade tierisch aufpassen, ihr nicht Vorwürfe zu machen. Ich will nicht abhängig sein, ich will nicht, dass sie die Abhängigkeit sieht - dabei weiß sie das ja alles viel besser als ich. Was, wenn ich ihr schreibe und dann wieder keine Antwort bekomme? Und es fühlt sich an wie Ich als Kind und Teenager, dass ich erst durch Schreien (oder eben physische G*w*lt gegen mich selbst) Aufmerksamkeit bekomme (zumindest meinem Erleben nach). Ich will das nicht mehr.

      Und dann denke ich: "Mensch, es sind nur noch zehn Tage, das kriegst du jetzt auch noch hin." Welche Konsequenzen wird das dann haben, wenn die Therapie wieder weiter geht? Erst kurz vor Beginn des Praktikums habe ich es das erste Mal geschafft, vor und nach einer einwöchigen Pause nicht auszurasten und mir währenddessen nicht selber zu schaden.

      Vielleicht ist es nicht sinnvoll, das zu schreiben, es ist alles so mit vielen anderen Dingen verwoben. Aber vielleicht steigt ihr ja doch teilweise durch und könnt ein paar Gedanken in den Raum werfen? Ich mag damit einfach nicht allein sein und gleichzeitig ist die Tatsache, dass ich hier schreibe, doch auch wieder nur, dass ich es eben nicht kann und mich nun an euch anstatt an meine Therapeutin zu wenden. Es fühlt sich auch irgendwie nach Versagen kann. Mist.

      Fylgja
      Die einzige Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann, ist die, dass man nie ein Q in eine Ligusterhecke werfen soll, aber unglücklicherweise gibt es Zeiten, da ist das nicht zu vermeiden.
      [D. Adams: Das Restaurant am Ende des Universums]
      Hey liebe Fylgja,

      nur ganz kurz mein erster Gedanke:
      Ich würde da gar nicht so viel "Tamtam" (nicht negativ gemeint) drummachen, auch wenn ich viele deiner Gedanken verstehe.
      Für mich von außen ist das gerade ganz einfach (stecke ja aber auch nicht drin):
      Du merkst, das ist eine lange Zeit und du bist verunsichert. Wieso also nicht schreiben: Liebe Frau XY, wir hatten nicht abgemacht, dass Sie mir auf Emails antworten, ich bin jetzt aber doch verunsichert und merke, dass es mir Angst macht, dass Sie sich nicht melden, können Sie mir ein kurzes Lebenszeichen senden?"
      Ohne viel Nachdenken darüber was genau das jetzt bedeutet, was du da dann nicht aushältst oder nicht oder was auch immer.

      Kann gerade nicht so genau beschreiben wieso genau, nur dass das mein erster Gedanke war.

      Und ein Versagen lese ich in keinem deiner Sätze raus.

      Alles Liebe,
      disarming
      For this is rock n roll, I’ve got a rock n roll soul
      And we are freedom fighters. For now...
      (The Tunics)


      ToWriteLoveOnHerArms

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „disarming“ ()

      Hey,

      ich kann das was du schreibst sehr gut nachvollziehen.
      Mir ging es früher genauso, was die zeitlichen Intervall angeht noch schlimmer (10 Tage und mehr, puh ;) Nachgelassen hat es als ich mir besser selbst Kraft und Sicherheit geben konnte. Sprich weniger abhängig davon war, ob mich jmd liebt/mag/wahrnimmt und wie sehr oder ob er mich gar blöd findet.

      Ich finde die Idee von Disarming sehr gut.
      Es geht ja nicht darum, dass du keine Aufmerksamkeit mehr willst oder forderst, sondern darum andere nicht unter Druck zu setzen und selbst durchzudrehen.
      Sozusagen wie so oft den Mittelweg und die Balance zu finden, ein Prozess der dauert und auch mit ausprobieren einhergeht.

      Hier zu schreiben finde ich gar keine Niederlage. Jeder (nicht nur hier im Forum) hat seine Baustellen und auch Baustellen, die sich wiederholen oder zu denen es keine perfekte schnelle Lösung gibt.
      Das hier zu reflektieren, dir hier Hilfe oder Input zu holen, statt bei der betreffenden Person wild vorzupreschen, ist doch sehr gut.
      Und dafür ist das Forum finde ich auch da.
      Hallo Fylgia,

      wenn ich deine Zeilen so lese, dann schreibst du, dass du gemäß eurer Absprache eine email in Form eines Lebenszeichens deinerseits an deine Therapeutin geschickt hast. Du schreibst, dass es so abgemacht war, dass du dich mal melden kannst. Sie hat dir in diesem Zusammenhang (wie es scheint) auch klar signalisiert, dass nicht unbedingt mit einer Antwort ihrerseits zu rechnen sei, ob nun gleich oder evtl. auch gar nicht. Jedenfalls lese ich das so aus deinen Zeilen. Nun hast du (zufällig oder als Schleichweg) eine Frage formuliert und erwartest deshalb eben, dass darauf ihrerseits eine Antwort erfolgt. Ich möchte dir nicht wehtun, aber das erscheint mir schon ein bisschen wie ein Schachzug mit Hintertürchen: einerseits hab ich (Fylgia) ja „nur“ mal so gemailt ohne die Erwartung einer Rückmeldung, aber andrerseits habe ich ja auch ´ne Frage gemailt, und da sollte sie schon antworten - jedenfalls deine Logik und damit deine Erwartung. Jetzt tritt auf diese versteckte Aufforderung keine Reaktion ein und sofort kocht bei dir langsam der innere Kessel hoch und du ertappst dich in der von dir gestellten Zwickmühle.

      Erst mal finde ich es sehr gut, dass du ja bereits 2 Wochen der „Abstinenz“ durch intensive Tätigkeiten und geistige Ablenkungen erfolgreich geschafft hast. Doch langsam kommt der innere Schweinehund durch, und will wieder sein Futter.

      Jetzt mal etwas Provokation zum Protest erzeugen: machst du all deine Schritte nur um ihr (deiner Therapeutin) zu zeigen, was du schon alles kannst und wie geschickt du schon im Umgang mit dir selbst bist. Oder nimmst du ihre Unterstützung als das, was sie vermutlich nur sein kann: eine Stütze, ein Geländer zum Dranlanghangeln, eine Gehhilfe, ein Spiegel zu kritischer Reflektion?

      Eine Gehhilfe kann auch mal Lücken haben und dann liegt es ganz allein an dir, dir selbst und nur dir selbst, zu zeigen, dass du diese vorübergehende Lücke aus eigener Kraft überwinden kannst. Da gibt es nichts zu beweisen, dass sind alltägliche Fakten und Momente. Nur wenn sie hochstilisiert werden, nehmen sie eine lastende Gestalt an, die Gestalt des „kleinen Teufelchens auf unserer Schulter“. Es liegt an dir ihm keine Zeit, Raum, Aufmerksamkeit und Gehör zu schenken. Eine formulierte Verneinung löscht nicht die Gedanken daran, sie unterstreicht und betont sie sogar (das weißt du! :) ).

      Hast du für dich vielleicht irgendwann einmal einen positiven Anker geschaffen, den du so als vorübergehendes „Geländer“ für dich nutzen kannst. Dann wäre es jetzt Zeit dafür, ihn wieder aus der Mottenkiste zu holen und ihn zu nutzen.

      Und zu deinem letzten Absatz - der Gedanke des „Versagens“ kann doch nur dann aufkommen, wenn die eigene Messlatte vielleicht ein Stück (sehr weit?) zu hoch liegt. Irgendwie klingt das alles, was du schreibst, so nach dem Motto: „Fylgia muss immer stark sein, Fylgia darf sich keine Gedanken, Meinungen, Tipps von anderen holen.“ Mein Kommentar dazu: Fylgia ist doch auch nur ein Mensch, warum darf sie dann nicht auch mal Schwächen haben? Mir scheint, Fylgia ist geschickt im Aufbauen einer Zwickmühle (wie auch ich oft) mit dem „gnadenlosen“ Ergebnis, sie kann tun was sie will, sie wird sich als Versagerin fühlen.

      Was wäre, wenn du deine bislang erreichten Schritte und Fähigkeiten wieder in den Vordergrund stellst und dir so kräftig auf die Schulter dabei klopfst, dass es staubt. Vielleicht kannst du über diese bildhafte Vorstellung lachen, dann wäre mein Ziel schon erreicht: ein Lachen zu erzeugen, denn Lachen bringt weiter.

      Vielleicht zum Abschluss ein kleines persönliches Ereignis. Ich stand mal bei einer Gletscherwoche mit 3 anderen Bergsteigern/Innen an einer Gletscherspalte. Wir waren alle angeseilt, ok. Die erste Gletschertour in meinem Leben, und wir wollten rüber. Sie war oben nur einen ½ Meter breit (Ergänzung: unten sah es schon beeindruckender aus), aber es war der größte ½ Meter in meinem Leben. Wir hätten umkehren können, aber das wollte ich nicht. Dann habe ich mich auf das Seil fokussiert und mir fest vorgestellt, dass da eine Endlichkeit ist – nur ½ Meter – nur ein Schritt. Ich spürte die Angst, ich spürte jede Faser meines Körpers in mir. Dann hab ich dreimal tief durchgeatmet … und den Schritt gemacht. Heute bin ich stolz, auf mich, auf diesen Schritt.

      Auch du kannst sehr stolz sein: auf dich, auf all deine Schritte, die du schon geschafft hast! Und es werden dir noch viele erfolgreiche Schritte gelingen. Einer Elfe muss man doch glauben ... oder :D .

      Mit liebem Gruß
      die Elfe
      Liebe Fylgia.
      Ich kann da auch nur mein Bauchgefühl schreiben: Frag nach.
      So würde ich es machen und so handhabe ich es (aber auch erst seit sehr schwierigen Erfahrungen in Therapien), ich frage nach sobald etwas unklar ist, egal ob rational begründbar oder nicht. Und Analytisch hin oder her, es ist ein Machtgefälle in einer Therapie, du bist die, die abhängig ist, nicht deine Therapeutin von dir. Ob dann eine Antwort kommt ist dann wiederum die verantwortung oder "Strategie" deiner Therapeutin ich weiß nicht in welchem Prozess ihr da gerade steckt. Aber du hast das Recht nachzufragen, das ist weder schwach noch versagen, noch krank. Sondern menschlich und ja, auch abhängig natürlich (und das auch wiederum menschlich)
      Unklarheiten kommen in jeder Beziehung vor, und nur weil sie deine Therapeutin ist heißt das nicht, dass du da was beweisen musst. wenn du es als Lernfeld für Beziehungsgestaltung sehen magst, dann frag dich, wie du dir wünschen würdest, dass sie mit dir umgeht.
      Ich bin bei dem Thema sehr gebrandmarkt und hab da vielleicht etwas weniger Toleranzschwelle aber nur zu deiner Beruhigung: ich hätte schon nach ein paar Tagen nochmal nachgehakt (es sei denn es sei anders besprochen gewesen, also dass glasklar ist, dass keine Antwort ihrerseits kommt).
      Man kann unendlich viel reininterprieren daher die Anmerkung, ich weiß nicht in welchem prozess ihr steckt. Aber man kann auch mal Fünfe gerade sein lassen und das tun, wonach einem ist.
      Ich wünsch dir klare Beziehungsgestaltung und vor allem ein sicheres Gefühl in dieser - finde es sehr sehr mutig wie du dich da einlässt- Hut ab! Ich wünsche dir eine Therapeutin, die damit respektvoll und verantwortungsbewusst umgeht, mit deinem Vertrauen. von ganzem Herzen.
      Viele Grüße!
      Ihr Lieben,

      danke für eure Antworten. Ich habe ihr geschrieben und auch rasch Antwort bekommen. Ob alles ok ist und dass sie dann da sein wird, wenn ich wieder zu Hause bin. Habe ihr dann kurz geantworter, dass alles ok ist und so. Seitdem fühle ich mich erleichtert, lockerer, mach mir weniger Sorgen. Es war gut, ihr zu schreiben und ich frage mich im nachhinein, warum ich nicht selber bespürt habe, dass dies das richtige ist. Beziehungsweise ich habe es wohl gespürt, aber wollte nicht?

      Danke euch, dass ihr mir da geholfen habt. Ich ärgere mich aber, dass ich das nicht allein geschafft habe. Ich bin wohl immer noch nicht bereit, die Verantwortung für mich zu übernehmen. Erwachsen zu werden.
      Dass ist auch das, was ich mit Versagen meinte @disarming Ich hab mich übrigens von deiner Formulierung ein bisschen leiten lassen, mir ist dann was ähnliches eingefallen. Danke dir dafür

      @Swollen
      Ich bin da vielleicht sehr streng mit mir - bei anderen sehe ich es ja auch nicht als Niederlage, hier zu schreiben. Ich will nur einfach einige Dinge selbst hinbekommen, es ist auch wichtig, dass ich selbstständiger werde, ich hab einige Enticklungsprozesse aus meiner Kindheit, Jugend und dem frühen Erwachsenenalter verschleppt und versuche da jetzt einiges aufzuholen. Da bin ich dann unsicher, wie viel Hilfe ok ist und wann ich wirklich selber auf eine Lösung kommen sollte. Ich befürchte, dass meine Thera sagen wird, dass ich den leichteren Weg gewählt habe, indem ich hiergeschrieben habe anstatt mal endlich selber rauszufinden, was mir gut tut. Ich will das aber bitte nicht allgemein verstanden wissen. Es geht hier nur um dieses spezifische Problem bei mir persönlich - sonst würde ich ja nicht in einem Selbsthilfeforum sein.
      Keine schnellen Lösungen - das stimmt. Ich bin generell zu ungeduldig. Ich mache die Therapie jett schon über ein JAhr - für eine Psychoanalyse wohl keine lange Zeit, meint sie. Nur...davor habe ich ja auch jahrelang Therapie gemacht, fast die Hälfte meines Lebens bin ich mittlerweile immer in irgendeiner Art von Therapie oder zumindest regelmäßigen Besuchen beim Psychiater. Ich bin aber wohl da auch zu leistungsfixiert.

      @Elfenspiegel
      Sie hat schon gesagt, dass ich schreiben kann und sie halt "nicht immer sofort antworten kann" weil sie nicht überall Internet hat (versch. Konferenzen und zwischendrin auch Urlaub). Ich hab das so aufgefasst, dass sie mir auch antwortet. Vermutlich hat sie es bewust nicht getan, weil sie will, dass ich konket sage, was ich brauche. Das werde ich sie ja dann bald fragen können. und ja, das mit dem Hintertürchen hast du genau richtig erkannt. Einerseits hat es mir Sicherheit gegeben, ihr schreiben zu dürfen. Andrerseits hatte ich mir "vorgenommen" nicht zu schreiben um zu beweisen, dass ich alleine klarkomme. Und diese Art von Mail war dann wohl mein Kompromiss. Krass, dass du das so erkannt hast aus der Ferne. Und schade, dass ich sowas immer noch nicht sehe. Ja, ich will ihr zeigen, was ich schon alles kann. Ich versteh auch warum, aber ich seh es jetzt eben nur wieder hinterher.
      Ich frage mich, was ich noch alles falsch gemacht hab während der Therapiepause. Ich fühl mich mit vielem ok und richtig, aber ich ahne, dass ich Ärger bekommen werde...naja, dass sie alt nicht zufrieden sein wird oder sowas sagt wie "Mensch, Frau X, das haben wir schon so oft besprochen, wieso haben Sie sich dieses und jenes wieder kaputt gemacht?" Aber mehr als abwarten kann ich jetzt ja nicht.
      Das mit den Zwickmühlen ist absolut richtig. Was ich gar nicht so sehe ist das:

      Elfenspiegel schrieb:

      Irgendwie klingt das alles, was du schreibst, so nach dem Motto: „Fylgia muss immer stark sein, Fylgia darf sich keine Gedanken, Meinungen, Tipps von anderen holen.“ Mein Kommentar dazu: Fylgia ist doch auch nur ein Mensch, warum darf sie dann nicht auch mal Schwächen haben?
      Ich mache das viel zu sehr, ich traue mir selber viel zu wenig und verlasse mich zu sehr auf andere - letzten Endes auf meine Eltern, weil ich innerlich noch in einem ungesunden Maß Kind bin. Und ja, es gibt einfach Dinge, von denen ich von mir erwarte, dass ich sie kann und wo ich auch mal langsam lernen muss, Dinge auszuhalten. Ich weiß nicht, ob ich das grade verständlich machen kann was ich meine (auf deine PN antworte ich noch, ist mir nur gerade zu...nah irgendwie was du geschrieben hast dazu)

      @Graf Zahl
      Danke auch dir. Mit dem Machtgefälle hast du genau einen Punkt getroffen, mit dem ich kämpfe. Ich mag das nicht, verstehe aber, dass es nicht anders sein kann. Ich glaube, ich kann mir da was von dir abschauen, was die Frage nach dem Beziehungsverhältnis in der Therapie angeht. Gefühlt dreht sich alles nur darum (gehört ja auch recht stark zur Psychoanalyse) aber ich erkenne und kommuniziere da vielleicht zu wenig. Es sind da halt auch manche für mich "gefährliche" Dinge, die in dieser Beziehung stecken und die ich gern wegschieben will.

      Ich hoffe, das war jetzt alles nicht zu wirr. Ich hab Besuch und bin davon abgesehen wahnsinnig müde, die letzten beiden Tage schon, ist wohl das Frühjahr

      Liebe Grüße
      Fylgja
      Die einzige Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann, ist die, dass man nie ein Q in eine Ligusterhecke werfen soll, aber unglücklicherweise gibt es Zeiten, da ist das nicht zu vermeiden.
      [D. Adams: Das Restaurant am Ende des Universums]
      Hallo Fylgia
      wenn's auch schon ein bisschen spät ist ... hab gerade deine Antwort gelesen. Finde es toll, dass du das Thema für dich so gut gelöst hast. Und warum erwartest du, dass deine Therapeutin dich "rügt"? Schau doch einfach, was Sie bei eurem nächsten Treffen wirklich sagt :) .

      Zu meinen Zeilen - mein Aspekt "mal Schwäche zu zeigen" beinhaltete nicht, für sich keine Verantwortung zu übernehmen, sondern sollte die Schärfe und den Druck eines "Absolutanspruchs" herausnehmen
      Ich frage mich, was ich noch alles falsch gemacht hab während der Therapiepause. Ich fühl mich mit vielem ok und richtig, aber ich ahne, dass ich Ärger bekommen werde...naja, dass sie alt nicht zufrieden sein wird oder sowas sagt wie "Mensch, Frau X, das haben wir schon so oft besprochen, wieso haben Sie sich dieses und jenes wieder kaputt gemacht?"
      sondern
      Elfenspiegel schrieb:
      Irgendwie klingt das alles, was du schreibst, so nach dem Motto: „Fylgia muss immer stark sein, Fylgia darf sich keine Gedanken, Meinungen, Tipps von anderen holen.“ Mein Kommentar dazu: Fylgia ist doch auch nur ein Mensch, warum darf sie dann nicht auch mal Schwächen haben?

      Ich mache das viel zu sehr, ich traue mir selber viel zu wenig und verlasse mich zu sehr auf andere - letzten Endes auf meine Eltern, weil ich innerlich noch in einem ungesunden Maß Kind bin. Und ja, es gibt einfach Dinge, von denen ich von mir erwarte, dass ich sie kann und wo ich auch mal langsam lernen muss, Dinge auszuhalten. Ich weiß nicht, ob ich das grade verständlich machen kann was ich meine (auf deine PN antworte ich noch, ist mir nur gerade zu...nah irgendwie was du geschrieben hast dazu)

      Ein Teil meines Beitrags und damit meiner Absicht war, für dich etwas "Druck" aus dem Thema nehmen zu wollen und zu können - ist (für mich jetzt gefühlt) etwas schief gegangen. Und ja - ich verstehe deine Zielsetzung und Motivation. Ich vermute mal, dass ich mich da nicht verständlich und für dich nachvollziehbar ausgedrückt habe, so dass meine Gedanken für dich nicht hilfreich waren. Aber wie gesagt finde ich es toll, dass du deinen Weg zu reagieren gefunden hast.

      Ich wollte dir übrigens in keiner Weise "nah" treten. Auch meine PN zielte s. oben in die gleichen Richtung und folgte einer rein spontanen Eingebung. Mein Gedanke war: eine Geschichte als Bild, als Ablenkung, als nette Geste ... ich wollte damit deine Ziele und dein Bemühen nicht in Frage oder gar in Abrede stellen. Lösch meine PN einfach.

      lg Elfenspiegel

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Elfenspiegel“ ()

      Liebe Elfenspiegel,

      zuerst: Nein, du bist mir in keiner Weise zu nahe getreten. Da hab ich mich ungeschickt ausgdrückt. Ich wollte sagen: Das ganze Thema geht mir nahe, Verlustängste und Angst davor, bestraft zu werden. Deswegen schiebe ich das manchmal weg und beschäftige mich damit, wenn ich das Gefühl habe, ich hab den Kopf frei. Es war sehr viel Trubel auf der Arbeit usw. und da war mir das Thema hier...ich merk grad, wie sehr mich das beschäftigt. aber nicht mehr so arg schm*rzhaft, sondern im Moment eher mit Neugier.

      Ich weiß nicht, wie es anderen hier im Forum geht, ob ihr das auch so macht, Dinge mal wegschieben. Ich frage mich oft, bis zu welchem grad das ungesund ist aber wo man es braucht um im Alltag zurecht zu kommen und manches nur dosiert an sich ranzulasen. Vielleicht gibts da keine Generalantwort, vielleicht muss man das ja für sch selbst immer wieder neu abwägen.

      Jetzt wird mir auch klar, warum ich erwarte, dass sie mich rügt. Ich erwarte Bestrafung (will ich jetzt nicht nher erläutern) und früher habe ich das mit dem SVV oder auch nur dadurch, dass ich mir alles verboten oder kaputt gemacht habe selbst getan. Sie weiß, dass ich das will, dass ich sie deswegen auch oft provoziere, aber sie arbeitet ja mit mir dran.

      Ich glaub ich versteh jetzt auch (bzw. darf das mit weniger Abwehr jetzt auch mir erlauben zu versteen) was du meintest. Dass ich weder gar keine Verantwortung tragen soll noch alles alleine schaffen "muss" - meintest du das so?

      Die letzten Tage hab ich so viel positive und liebe Worte von Menschen bekommen und Gesten, die ir zeigen, dass ich sein darf und die Dinge tun darf, die ich tue. Das hat gut getan und ich hoffe, dass ich das auch von meiner Thera dann anehmen kann (sofern sie das auch so sieht).

      Liebe Grüße
      Fylgja
      Die einzige Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann, ist die, dass man nie ein Q in eine Ligusterhecke werfen soll, aber unglücklicherweise gibt es Zeiten, da ist das nicht zu vermeiden.
      [D. Adams: Das Restaurant am Ende des Universums]
      Hallo nochmal,

      um das abzuschließen: Erste Stunde bei der Thera war sehr gut. Es hat sich so ziemlich bestätigt, was ihr geschrieben habt. Es ist ok, jemanden zu vermissen, zu dem man eine enge Beziehung hat - und die hab ich nunmal durch die Themen und die Art der Psychoanalyse. Und dass Sie auf die erste Mail nicht geantwortet hat war eben genau dies, was hier von euch zur Sprache kam: Ich hab keine Frage gestellt, nicht um Antwort gebeten, weil ich zwischen melden und nicht melden hin und her gerissen war.
      Sie war auch nicht sauer, dass ich das hier diskutiert habe. Sie hat mir aber nochmal gezeigt, wie sehr das in mein Muster passt, das auf andere abzuwälzen und mir die "Erlaubnis" zu holen ihr zu schreiben. Ein Punkt, an dem wir u. A. weiter arbeiten werden.

      Danke euch nochmal.
      Liebe Grüße
      Fylgja
      Die einzige Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann, ist die, dass man nie ein Q in eine Ligusterhecke werfen soll, aber unglücklicherweise gibt es Zeiten, da ist das nicht zu vermeiden.
      [D. Adams: Das Restaurant am Ende des Universums]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fylgja“ ()

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