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Montag, 8. Februar 2010, 15:20

trauma mobbing: aufarbeitung.

hallo ihr lieben,

ich habe lange nicht mehr geschrieben, war auch nicht besonders viel anwesend.. jetzt allerdings holt mich (wieder) ein thema ein, vor dem ich schon lange zu fliehen versuche, und diesmal sollte ich es wohl angehen.
mobbing. als ich von einem auslandsaufenthalt (bedingt durch eine berufliche änderung seitens meines vaters) nach deutschland wiederkam, wurde ich in eine achte klasse eingestuft. ein jahr lang wurde ich gemobbt. ich wehrte mich, nach einem zweiten versuch, mir hilfe zu holen, gelang dieses auch. man riet mir, die schule zu wechseln, ich blieb. ein eiserner wille trieb mich an, den anderen zu zeigen, dass _ich nichts falsch gemacht hatte. also ertrug ich das nebenhervegetieren bis ende der 11. klasse (ein freundschaftliches verhätlnis zu den mobbern war natürlich unmöglich, aufgeben wollte ich aber auch nicht), in der 12. "gestattete" ich mir dann einen schulwechsel. (bis heute die beste entscheidung meines lebens.)
ich bin seit letztem jahr im januar wieder in therapie, viele themen wurden schon (erfolgreich) besprochen. durch eine vorlesung letzte woche kam das thema wieder auf - es ging das thema mobbing, mir stellten sich sofort die nackenhaare auf, nach einer anmerkung meiner professoren ging ich in die luft und verließ daraufhin den vorlesungssaal (echt bombe, die aktion.. :rolleyes: ). mir war schon vorher klar, dass das thema noch nicht gegessen ist, aber eine riesige angst davor, da wieder einzusteigen und meine derzeitige anstrengende lebenssituation verboten es mir bisher, mich näher damit zu befassen. so geht es aber nicht weiter, geht es einfach nicht, auch jetzt stehen mir die tränen in den augen. mein therapeut möchte gerne mit CIPs (?) arbeiten, die sollen wohl sehr gut sein, um an traumatische themen heranzugehen, ohne einen kontrollverlust zu erleiden. das ist mit meine größte angst.. naja, schwachsinn, eigentlich macht dieses thema an sich mir eine solche riesenangst, dass ich nur noch weglaufen möchte. aber es muss mal raus.

so.. was ist jetzt eigentlich mein anliegen? ich wüsste gerne, ob es jemandem ähnlich geht, bzw. ging, ob jemand ähnliche traumatische erlebnisse erfolgreich verarbeiten konnte - was dabei geholfen hat, etc. vielleicht hat auch jemand einen tipp, was ich noch machen könnte. ich habe wirklich schreckliche angst, nichts aus meiner vergangenheit kann mir heute noch immer so viel anhaben wie _das.
liebe grüße,
kontra.

Torah! Torah! Torah!

Schlachtruf der Kamikaze-Rabbis


don't tell me what i can't do.
because to live boldly is the proof that you're living life to its full extent.

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Montag, 8. Februar 2010, 23:39

so, nach dem erstellen des threads hat es jetzt schon den ganzen tag bedrohlich gewackelt, jetzt ist es gekippt, ich muss noch was dazu schreiben.

mein therapeut sagt, dass es meist nicht mal so schlimm ist, was an mobbing passiert - sondern dass die versagende hilfe vom umfeld das traumatisierende ist.
und ich glaube, damit hat er recht. ich kann mich noch genau an den moment erinnern, als ich dachte: "steh wieder auf, es hilft dir keiner hoch. zeig es ihnen, sei besser, sei erfolgreicher, nimm dir alles, was sie nicht haben können. sei besser." ein gedanke, der sich bis heute durch mein leben ziehen - um mal ganz pathetisch zu werden "wie der phönix aus der asche" - mehr zu schaffen als andere, ein besserer mensch zu sein als "die anderen". in dem moment, in dem ich das zum ersten mal gedacht habe (kurz nach meinem 14. geburtstag) ist etwas in mir gestorben. der glaube daran, dass man sich auf andere (familie, "freunde", lehrkörper, usw.) verlassen kann, dass man nie alleine ist.. ist verloren, bis heute. ich will noch mehr leisten als alle anderen, trotz oder gerade wegen meiner psychischen defizite. ich kämpfe immer noch gegen "die anderen". aber wer ist das jetzt? diese menschen sind schon so lange aus meinem leben raus, aktuell gibt es auch niemanden, der mich so v*rl*tzt. trotzdem kämpfe ich noch, gegen phantome, ängste, als würde es um mein leben gehen. das ist es mal, um mein leben gegangen, ohne diesen gedanken wäre ich sicher nicht da, wo ich jetzt bin, und doch zieht es mich auch so runter, emotional dahin zurück, wo ich damals war.
mein therapeut sagt: heute könnte ihnen das nicht mehr passieren. nicht? - das gefühl sagt: doch. und kämpft, kämpft, es kann einfach nicht nachlassen. es ist total irrational (na ja, sind halt gefühle), aber es sagt: wenn du nachlässt, gehst du unter. dass "sie" mich runterdrücken, noch tiefer, tiefer, bis ich ganz aufgebe.

ich weiß nicht, was ich tun kann, es musste irgendwie raus. ich hoffe, dass das okay ist.

Torah! Torah! Torah!

Schlachtruf der Kamikaze-Rabbis


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3

Dienstag, 9. Februar 2010, 09:44

Liebe K.,

natürlich ist es ok, dass es rauskommt. Es muss und dann tu es, das ist gut.
Ich finde nur es fällt unglaublich schwer etwas dazu zu sagen. Nach deinem ersten Thread habe ich überlegt und einfach nichts handfestes gefunden. Das tue ich auch jetzt nicht wirklich. Zuerst dachte ich, dass du vielleicht etwas genauer schildern solltest, was vorgefallen ist. Denn dann können andere besser finden "Ja, so ging es mir auch, dazu kann ich etwas sagen". Aber inzwischen denke ich, dass es für dich vielleicht gar nicht produktiv wäre, dass es dir gar nicht um die damaligen Ereignisse geht, sondern die heutigen Gefühle.

Gibt es Momente, wo dieser Gedanken unterzugehen, wenn du nur einmal nachlässig bist, weg sind? Ist er _immer_ da? Oder gibt es Momente, wo dieser Gedanke nicht so stark ist?
Mein erster Ansatz wäre es in einem dieser Fälle dann nämlich diese Momente zu finden und zu stärken. Wenn du irgendwo einen Ansatz hast, dann den Faden aufnehmen und so wie du kannst und so wie es gut für dich ist, daran ziehen.

Beim Übergang von der 6ten in die 7te Klasse war es bei mir, als ich einen Ehrgeiz entwickelte, der durch das (in meinen Augen) Versagen von Lehrkörpern entstanden ist. Ein Ehrgeiz, der mal mehr, mal weniger da war weil er zum Teil einfach von anderen Dingen verschüttet wurde und von dem Drang mich in eine ganze andere Welt zurückzuziehen. Aber dieser Ehrgeiz ist erhalten und er wirkt manchmal sehr schädlich, weil ich Grenzen überschreite.
Ich kann an der Situation von damals nichts ändern, nur von heute. Ich muss lernen mit diesem Ehrgeiz umzugehen, mich auch zu entspannen, mir auch sagen zu können: Hey, du hast heute frei. Denn alles in allem ist der Ehrgeiz nicht immer förderlich, oft steht er mir sogar im Weg und ich stehe völlig kraftlos da und kann mich nicht bewegen, weil er so stark ist. Das führt wiederum zu ganz anderen negativen Mustern, Abwertung, etc.

Dieser Ehrgeiz ist ein unglaublich störrisches Biest, man hat ihn nunmal jetzt an der Leine - eine, die man gewiss nicht loslassen kann - und man muss lernen wann es Zeit ist diese Leine straff zu ziehen und wann, sie lockerer zu lassen. Je mehr man angespannt ist, desto störrischer wird das Biest und desto verzweifelter man selbst.

Hm,... das ist jetzt natürlich alles recht... wage, was ich da schreibe und vielleicht inzwischen auch ganz am Thema vorbei. Aber vielleicht kannst du ja doch etwas damit anfangen.

Liebe Grüße,
i.
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Mittwoch, 10. Februar 2010, 21:35

danke, i., für deine antwort, und entschuldigung, dass meine antwort etwas gebraucht hat.
ich habe gestern, nach einem ordentlichen zusammenbruch nach meinem letzten eintrag, lange gebraucht, um mich halbwegs wieder zusammen zu reißen, bzw. mich vom boden zu kratzen - es tut mir in _keinster weise gut, gerade jetzt über dieses thema nachzudenken, bzw. da ran zu gehen. und ich _muss im moment fit sein, deswegen bitte ich darum, dieses thema (hier) nochmal aufs eis legen zu dürfen, bis ich in den ferien mit meinem therapeuten herangehe - dieser hat offensichtlich nicht erkannt, _wie schwer das thema für mich ist, ich jedenfalls fand es nicht gut, dass er es angesprochen hat. dies werde ich ihm in der nächsten stunde auch sagen - die kraft und die ruhe dafür fehlt mir grade gänzlich, und allein das ansprechen auf genau dieses thema am freitag hat bei mir einen dreitägigen halb-ausfall verursacht, das geht gerade einfach nicht.
danke trotzdem, und bis "später".

Torah! Torah! Torah!

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