LEBENSWERT/SCHÖNE MOMENTE Vol. 30

      In den letzten sieben Tagen war besonders lebenswert:
      In der Krypta sitzen und in die Stille spüren.
      In der Krypta bei Kerzenschein Taizelieder singen.
      Nachts den Feuersalamander entdeckt zu haben.
      Die Gespräche mit A., B. und H.
      Gestern mit A. mitzugehen und ihre Arbeitsweise kennenzulernen.
      Das Singen mit den Klienten.
      Das mir entgegengebrachte Vertrauen.
      Der wunderschöne Herbsttag auf dem Hof. Das Arbeiten mit der neuen Stute, wie sie mir trotz ziemlich schlechten Erfahrungen mit Menschen langsam aber sicher vertraut, sich immer mehr entspannt und in meiner Gegenwart sogar eingeschlafen ist. Dass ich es geschafft habe, sie zu striegeln ohne sie dabei zu triggern. Dass mir die Besitzerin genügend vertraut. ^^
      Ich sitze auf dem Balkon, im Schneidersitz wie immer, rauche und lese und der Text bringt mich zum lachen. Und dann wird mir klar, wie oft ich hier saß in den letzten Jahren, dass ich hier, wenn ich alleine war, nie dasaß und gelacht habe, aber oft, viel zu oft, hier saß und geweint habe, voller Schm*rz und Verzweiflung und nicht gehofft habe, dass es irgendwann besser wird, dass mich dieses in mir eingeschnürt sein irgendwann verlässt. Und ich denke an die letzten Wochen, in denen ich oft hier saß und mit mir selbst zufrieden war und gelächelt und gelacht habe. Und das bringt mich fast wieder zum Weinen. Diesmal aber auf eine glückliche Art und Weise.
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.
      ~ Hannibal, S2E9

      der Text von Fylgia oben, der hat mich grade sehr berührt, und mich an meine eigenen "Balkonmomente" erinnert. und dass ich auch schon öfter so glückliche Momente der Zufriedenheit und Zuversicht hatte und habe. :) Danke sehr!
      und wenn ich schon dabei bin, es gab auch viele schöne Momente in der letzten Zeit, die ich vielleicht mal wieder hier würdigen sollte:

      Die Reise nach Krakau mit dem Chor, und wie gut das ging und wie schön es war. Vor allem, wenn ich daran denke, wie es mir voriges Jahr um die Zeit ging, und wie viel besser ich mittlerweile klar komme, auch wenn es grade wieder recht kraftraubend ist.

      All die lebenswerten Dinge, die ich mir in den letzten Jahren zurückerobert habe. der Sommer heuer, das viele schwimmen gehen und Amsterdam. dass ich das machen kann, und es mir selbst organisiert habe. dieses gefühl von Freiheit und weite, das mir das gibt.
      Mein Flötenensemble,
      den Chor,
      das Lesen, das wieder geht und mir so viele gute Momente, Erkenntnisse und ein Stück Heimat gibt, ein wohlfühlen in der Sprache und der Welt des geschriebenen Wortes, manchmal eine Beruhigung, ein Verstandenwerden und ein Verstehenkönnen ermöglicht. Ein Schmunzeln oder herzhaft Lachen, ein tiefes, warmes Gefühl in der Seele.
      ob es Flaubert, Knausgard, Rilke, Nooteboom oder Bernhard ist oder irgendein ganz neuer Autor, den ich noch nicht kenne.

      der VHS Kurs, dass ich mich da auch schon ein bisschen "zuhause" fühle, dass es oft Spaß macht, weil da nicht so ein Leistungsdruck dahinter ist.
      Wie gut es tut, dass ich es wieder mit dem Radfahren und der Bewegung schaffe,
      die vielen Ausflüge zu meinem Baum und das goldene Herbstlicht bis vor wenigen Tagen. Diese Ruhe und innere Zufriedenheit , die ich dort oben finde.
      Die Eichhörnchen beobachten und die Hunde, die dort spazieren gehen. Kastanien und die letzten Blümchen vom Wegesrand.

      Dass mein Bruder und ich uns jetzt wieder näher kommen und ich bald Tante werde.
      Die Freude über den Teddy, den mir meine Cousine aus einem alten Mantel von mir für ihn gemacht hat.
      Mit meinem Kätzchen kuscheln, einschlafen und aufwachen, eingeschnurrt werden und mit freudig erhobenem Schwanz und gegurre begrüßt werden, meinen ganzen Alltag mit ihr teilen dürfen und immer von ihr begleitet zu werden, was ich auch tue. dieses vollkommene Vertrauen und die Zärtlichkeit zu mir.

      Die verlässlichen Morgenmails meiner Mutter, ihre witzigen Formulierungen und dass es meinem Vater schon wieder so viel besser geht, sie so glücklich zusammen sind und sich so darauf freuen, Oma und Opa zu werden. und O. bei sich haben, den tollsten zugelaufenen Kater der Welt.
      Wie stolz ich vor ein paar Tagen war auf mich, grade weil das undenkbar war ganz lange Zeit.

      Das Gefühl zu wissen, was ich brauche, und diesen Lebenswillen wieder spüren, weil es so viel Gutes in meinem Leben wieder gibt. und das Wissen, dass ich mir das erarbeitet habe.

      Mit S. auf dem Balkon sitzen und gemeinsam eine rauchen, und überhaupt Balkonzeit. Draußen sitzen und den Vögeln zuhören, sich um die Pflanzen kümmern , etwas ernten können oder einfach nur das Grün und die Blütenpracht genießen. In Ruhe einen Kaffee trinken und einfach mal pause machen können, Zufriedenheit.
      Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will."
      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
      Die Ursache bin ich selbst! (Thomas Bernhard) :thumbsup:

      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ares“ ()

      Jetzt bin ich Tante! S. wurde heute nacht geboren :love:
      Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will."
      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
      Die Ursache bin ich selbst! (Thomas Bernhard) :thumbsup:

      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Die ersten Schritte alleine von ihm und sein Gesichtsausdruck dabei. :D
      Die Begrüßung meiner Pferde, wenn ich morgens zum füttern in den Stall komme.
      Ihr Lachen - jeden Tag aufs Neue, zu sehen, wie sie sich freut <3
      Bitte hör nicht auf zu träumen, von einer besseren Welt.
      Fangen wir an aufzuräumen, bau sie auf wie sie dir gefällt.

      (Xavier Naidoo - Bitte hör nicht auf zu träumen)
      Ich habe so lange nichts geschrieben, was ich lebenswert fand. Dennoch ist es wohl jeder Tag mit meinem Mann und meinem Kind. Jeder einzelne Tag, wo wir uns haben, wer weiß was sein wird...
      Und aus einem Tag voller schlechter Gedanken etwas Gutes zu machen. Weil Du da warst. Weil Du einfach heute bei mir warst. Und weil es so gut tut, wenn ich Dich an meiner Seite habe. Weil da so viel Zuversicht und Lust auf das Leben ist. Weil es echt ist, in all dem Schmerz. Weil es das ist, was das Leben ausmacht...
      "Der Dir Neues zeigt, zeigt das Altes weicht, auch wenn Dein Schmerz bis an den Himmel reicht..."
      Vertrauen ist die stillste Art von Mut...
      Quiero que me sostengas sin hacerte cargo mi