Tagträumen

      Hey,

      das ist das erste mal das ich andere über etwas reden hören, von dem ich bisher immer dachte, das es nur mir so geht.^^

      Ich hatte und habe auch jetzt noch manchmal Tag Träume bzw. flüchte mich darein, aber die sind bei weitem Kontrollierter und ich kann mich auch ganz schnell wieder in die Realität zurück bringen.

      Bei mir wurde und wird das ganze auch noch durch die Diagnose ADS (Aufmerksamkeits Defizit Syndrom) verstärkt, was aber nicht mit ADHS zu vergleichen ist.
      Denn bei ADHS kommt noch Hyperaktivität dazu und das bin ich ganz und gar nicht. ^^

      Ich bin halt eher eine Träumerin und das war ich auch schon in meiner Schulzeit. Ich bin da öfters im Unterricht mal eingepennt, was meinen Noten nicht gerade zu gute kam und mir viel Ärger einbrachte weil alle dachten ich mache wohl des Nachts alles mögliche nur nicht Schlafen.^^

      Der größte Teil meiner Träume stimmt mit denn euren über ein.
      Meistens verletzte ich mich im Traum und meine zu diesem Zeitpunkt erwählte Traumfigur ( ich hatte da diverse die sich mal abwechselten und wo auch neue dazu kamen) kümmerte sich dann rührend um mich.
      Oder ich stehe im Traum z.b. an einer Ampel, ein Kleinkind rennt bei Rot auf die Straße und ich rette es unter Einsatz meines Lebens dann noch kurz bevor es von denn heran nahenden Autos erwischt wird und bin dann natürlich auch die Heldin des Tages mit allem Drum und Dran um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. ( Gott ist mir das peinlich das so zu erzählen aber nun gut, wir sind ja hier ^^unter uns^^ :D ;) )

      Leider gab es bei mir aber auch noch sehr viele andere Tag Träume die weit aus größeren Schaden anrichten konnten. : unhappy:

      Ich wuchs nur bei meiner Mutter auf, einen Vater gab es nicht und auch sonst kaum jemand anderen.
      Das führte dazu das ich unter Panikartiger Verlustangst anfing mir sehr schlimme Dinge aus zu malen.

      z.B.
      Auf dem nach Hause weg von der Schule oder später der Lehrstelle, malte ich mir aus das meiner Mutter etwas passiert wäre, Dinge wie:
      Sie liegt v*rl*tzt im Krankenhaus oder ist durch einen Unfall g*st*rb*n.
      Das ging so weit das ich sogar schon los heulte, teils unter Schock stand und mich nichts davon abbringen konnte das das ganze real sei.
      Immer erst wenn ich nach Hause kam und sehen konnte das alles okay war mit ihr, verflog das ganze schl*g artig und ich hasste mich fast selber dafür wie blöd ich doch bin mir so was ständig aus zu malen.
      Und das schlimme war, das sich das ganze mit der Zeit dann nicht mehr nur auf meine Mutter oder andere Menschen die mir wichtig waren fixierte, sondern auf sämtliche Lebewesen wie Hunde,Katzen, Wellensittiche und meine Mäuse die ich mal hatte.

      Ihr könnt euch vor stellen wie grausam das mit der Zeit wurde und desto mehr ich mir versuchte zu sagen: du spinnst wieder nur rum, da ist gar nichts passiert ....desto mehr verstärkte sich das ganze immer mit dem Gedanken: ABER was wenn doch was passiert ist... ;(

      Zum Glück lies das nach desto Älter und reifer ich wurde und heute hab ich so was schon lange nicht mehr.

      Mich würde aber mal interessieren ob einige von euch das mit denn Alptraum Tag Träumen auch kennen/ kannten und ob bei einigen von euch auch ADS vor liegt?

      Gruß! Sadlight
      Der
      Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.

      Erstens
      durch Nachdenken: Das ist der edelste.

      Zweitens
      durch Nachahmen: Das ist der leichteste.

      Drittens
      durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

      (Konfuzius)
      Ja, ich kenne das auch, Sadlight. Das sind dann Tagträume, die ich nicht wirklich steuern kann, so wie die anderen. Hauptsächlich geht es dabei auch um die übergroße Angst, meinen Mann oder meinem Sohn zu verlieren. Und es ist sehr schwer, da heraus zu kommen, wenn der Film erst mal läuft. Aber mittlerweile schaffe ich es recht oft, das zu stoppen.... was recht anstrengend ist. Und ich versuche mich dann zu zwingen, mir die schönen Bilder und Träume in den Kopf zu holen.

      Und zu deiner anderen Frage: Nein, ich habe kein ADS.
      "Auschwitz beginnt da, wo einer im Schlachthaus steht
      und denkt, es sind ja nur Tiere."

      Theodor W. Adorno
      Danke, Feejaa und Sadlight für euere Gedanken! :P
      Erstaunlich wie ergiebig dieses Thema "Tagträume" doch ist... :D
      Vielleicht "entspringen" unsere (ich verallgemeinere jetzt mal etwas) Tagträume den Dingen, die aus unserer Seele aufsteigen. Im Positiven wie im Negativen...
      Sie haben sicher eine Aussagekraft...die Sache ist immer, sich nicht allzus(aber oft ist es für mich auch angenehm)...denn neben diesen inneren Fantasien gibt es bei mir auch den Hang zu inneren Grübelein, und die sind eigentlich IMMER negativ :( (Konfliktbewältigung)...vielleicht bilden die Träumereien dann so eine Art Ausgleich... :)
      Wenn die Realität (die Außenwelt) wenig einladend, abstoßend, demütigend ist...dann flieht man, vielleicht ohne es recht zu wollen....in sein Inneres
      (das geschah bei mir im Kindergarten-Alter...Kinder können negative Erfahrungen noch nicht so verarbeiten wie Erwachsene bzw. WIE man das später als Erwachsener tut und kann, lernt man als Kind, auch dieses Nach-Innen-Gewand-Sein)
      Auf jeden Fall haben diese Tagträume eine feste Bedeutung bei mir :!:
      "Keiner weiß soviel wie wir alle zusammen." (Inschrift auf einer dänischen Rathaustür)
      Ja da magst du recht haben jungij aber es macht mich auch gleich wieder sehr traurig.

      Wenn schon Kinder in Fantasie Welten flüchten müssen weil die Umwelt zu lieblos für sie ist.
      Oder schon Jugendliche sich selbst v*rl*tz*n oder daran denken nicht mehr Leben zu wollen, weil sie sich Ungeliebt fühlen.
      Und selbst Erwachsene sich noch in solche Welten "flüchten" müssen, weil ihr Leben so freudlos ist.

      Und das alles nur wegen anderen Menschen die mit unter nicht mal merken wie "kalt" sie sind und was für einen Schaden das verursacht.

      Das es das so gibt ....ist echt traurig. : unhappy:

      Sadlight :|
      Der
      Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.

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      Drittens
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      (Konfuzius)
      Hi Sadlight

      Sadlight schrieb:

      Wenn schon Kinder in Fantasie Welten flüchten müssen weil die Umwelt zu lieblos für sie ist.
      Oder schon Jugendliche sich selbst v*rl*tz*n oder daran denken nicht mehr Leben zu wollen, weil sie sich Ungeliebt fühlen.
      Und selbst Erwachsene sich noch in solche Welten "flüchten" müssen, weil ihr Leben so freudlos ist.

      Das macht mich auch traurig :( auch das Wissen, dass es manchen oder gar vielen hier ähnlich geht :|
      Leider hab ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen (und wenn hat der Löffel wohl ein großes Loch gehabt)
      Oft muss man mit alten Träumen auch br*ch*n...und sich neue Ziele setzen...um das (nach außen aber auch für sich selber) zu leben, was einem die "positiven Träume" als Seelenbotschaft zukommen lassen...das scheint mir eine Lebensaufgabe zu sein...
      "Keiner weiß soviel wie wir alle zusammen." (Inschrift auf einer dänischen Rathaustür)
      Hi jungij,

      ja da hast du wohl recht.
      Das ist es auch was ich gerade versuche, ich versuche zu mindestens einen Teil meines bisherigen mehr nur "Traumlebens" in die Realität zu holen.
      Ob es klappt oder nicht ist unwichtig, solange ich es zu mindestens mal versucht habe. Letztendlich bleibt einem ja auch gar nichts anderes übrig. :)

      Es ist nur so unfair. : sauer:
      Wir "quälen" uns mit unter nur so durch das Leben mit vielleicht ein paar "lichten Momenten der Freude und Zufriedenheit," während für andere die größte Sorge ist, was sie Morgen wohl anziehen.... :rolleyes: ^^

      Von daher glaube ich auch an eine Art "Leben" nach dem hier.

      Wenn es das nicht gäbe, wären doch die ganzen Erfahrungen die man in diesem jetzigen macht, vollkommen umsonst gewesen. : unhappy:

      Das ergäbe für mich keinen Sinn, denn zu irgendwas müssen sie ja gut sein. :D ;)

      Wie das dann aussieht ist mir reichlich egal.
      Ist es schöner als das hier? Mag sein.
      Ist es schlimmer sprich "Hölle", so schreckt mich das nicht mehr, denn damit hab ich hier schon Erfahrungen gesammelt.

      Ich werde bald 38 Jahre alt und habe bis jetzt schon 8 Menschen und 5 Tiere verloren.
      Bis auf meinen Bruder ist von meiner Familie nicht mehr viel übrig.
      Das einzige was mich noch "aufbaut" ist die Vorstellung das es einen Sinn haben muss, das alles so kam wie es kam.

      Kennst du das auch?
      Das es mit unter nur die Hoffnung ist, die einen am Leben erhält?


      Gruß! Sadlight
      Der
      Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.

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      Hi Sadlight,

      Sadlight schrieb:

      Kennst du das auch?
      Das es mit unter nur die Hoffnung ist, die einen am Leben erhält?

      Ja...das kenne ich...ich bin gläubig (Jesus)...und manchmal wüßte ich nicht, wo die Hoffnung sonst herkommt...allerdings bin ich kein Superchrist...dafür sind meine Ängste, Selbst- und Gotteszweifel oft zu groß...erst heute nachmittag wieder...
      Und doch ist da eine Hoffnung, doch noch den "roten Faden" für mein Leben zu finden, komisch nicht? 8|
      "Keiner weiß soviel wie wir alle zusammen." (Inschrift auf einer dänischen Rathaustür)
      Für mich besteht der "rote Faden" aus vielen Dingen.

      Die Hoffnung auf ein existieren danach.
      Die Hoffnung alle wieder zu sehen.
      Die Hoffnung ihnen mit jedem vergangenen bzw. überstandenen Tag ein Stück näher zu kommen.
      Die Hoffnung, so klein sie auch sein mag, das es auch noch ein paar schöne Dinge hier für mich gibt, die das Leben wieder Lebenswert machen.

      Und der Glaube an meine eigene Stärke, auch wenn ich das ständige kämpfen oft mehr als Leid bin.

      Das sind alles Dinge die mir von "Gott" gegeben oder vom "Teufel" auferlegt sein könnten um dieses Leben hier zu meistern.

      Wie dem auch sei, sie sind ein Fluch (weil sie mich nicht aufgeben lassen, obwohl ich das nur zu oft will )und ein Segen (weil sie mir die nötige Kraft geben immer weiter und weiter zu machen, egal wie schwer es ist) zu gleich.

      Verstehst du was ich meine?

      Gruß! Sadlight ;)
      Der
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      (Konfuzius)
      Hi Sadlight :)

      Sadlight schrieb:

      Und der Glaube an meine eigene Stärke, auch wenn ich das ständige kämpfen oft mehr als Leid bin.

      Ja...die eigene Stärke...das ist so "ein Ding"...sie gehört sicher ganz wesentlich zum "roten Faden" des Lebens...das gilt es für mich zu entwickeln...
      Was, wenn man den "eigenen roten Faden" verloren hat? Es gibt nur noch einzelne Fasern...weiß noch nicht WIE die wieder zu einem roten Faden zusammenkommen können...aber DAS ist wohl jetzt die Aufgabe, die ich habe...
      Vielleicht wollen mir manche meiner Tagträume (jetzt sind wir wieder beim Ursprungsthema) einen Hinweis geben...

      Sadlight schrieb:

      Das sind alles Dinge die mir von "Gott" gegeben oder vom "Teufel" auferlegt sein könnten um dieses Leben hier zu meistern.

      Du hast recht, die Dinge sind uns auferlegt...mit den Hoffnungen von denen Du sprachst ;)
      "Keiner weiß soviel wie wir alle zusammen." (Inschrift auf einer dänischen Rathaustür)
      Ja, der rote Faden mag bei einigen hier "porös" geworden sein, aber die die Stärke ist dennoch geblieben bzw. der Lebenswille.
      Ansonsten würden wir uns hier nicht mehr schreiben können. ;)

      Was die Tagträume betrifft, so halten die sich gerade in Grenzen bei mir, da ich momentan relativ stabil bin.
      Ich flüchte mich da zwar immer noch gerne mal hin, versuche aber möglichst viel im hier und jetzt zu bleiben.

      Das was ich in der DBT gelernt habe, kann ich mittlerweile ganz gut anwenden was sehr hilfreich ist.
      Ich ertappe mich jetzt selber immer mal wieder dabei wie ich in vergangene Ereignisse ab zu driften drohe und kann das meist mit dem Skill: Stopp denken verhindern.
      Oder wie ich mich versuche selber fertig sprich schlecht zu machen wobei mir dann der Skill: entgegengesetztes Handeln und Denken hilft und ich mir dann z. b. immer sage:
      Du bist gut so wie du bist und wem´s nicht passt der hat Pech gehabt. Oder: Du bist hübsch so wie du bist auf deine eigene Weise und wer dich "hässlich bzw. doof" findet, hat keine Ahnung von wahrer Schönheit. :D :)


      Nur das mit dem sich selber im Spiegel betrachten und was nettes zu sagen fällt mir noch sehr schwer.
      Nicht weil ich das nicht kann, sondern weil ich dabei regelmäßig einen Lachkrampf bekomme, was ja nicht schlecht, aber anstrengend ist. :D

      Probiere so was doch auch mal aus du wirst sehen wie das wirkt und wie schnell durch so was aus deinen "roten Faden Fetzen" wieder ein starker Strang wird. ;)

      Gruß! Sadlight
      Der
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      (Konfuzius)
      Hallo ihr alle :),

      entschuldigt, dass ich mich so lange nicht beteiligt habe, ich bin momentan ein bisschen im Prüfungsstress, das hält einen doch von vielen wichtigen Dingen ab. -,-


      Sadlight, es tut mir leid, dass du bereits so viele Verluste hinnehmen musstest, das ist wirklich hart. :(

      Zu deiner Frage, ob jemand hier ADS hat: Bei mir wurde das diagnostiziert, ja; der Arzt meinte, ich wäre eben ein "Träumerle", aber dass er von den Therapien dagegen nicht sooo viel hält.
      Und ich halte ehrlich gesagt nicht so viel von dieser Diagnose. Kann genauso sein, dass ich hochsensibel bin, dass ich dissoziiere oder weiß der Geier was, völlig egal. Wenn es sich lohnt, dann bin ich auch "anwesend".


      Ich sehe auch ein Problem darin, dass man immer besser darin wird sich wegzuträumen.

      Mal als Beispiel:
      Als ich ein Kind war, war alles okay, ich war voll da, wollte überall mitmachen, hatte absolut keine Hemmungen auf andere zuzugehen, etc.
      Aber es war alles zu wenig, das Umfeld passte nicht zu meinem Tatendrang und das was einem fehlt, das muss man sich eben erträumen...und damit kamen dann auch die Misserfolge, die Aufmerksamkeit litt, natürlich, schließlich ist es in der Traumwelt ja so schön, man bekam Ärger, schlechte Noten, das Selbstbewusstsein rutschte in den Keller, also noch weniger befriedigende Erlebnisse, noch mehr Träumereien, usw.
      Ich finde es auch schade, dass man dann einfach als "lernfaul" abgestempelt wird. Als könnte man sich als Kind wirklich gegen diese ganze Maschinerie, die urplötzlich in Gang kam, wehren.

      Wenn man nicht ordnungsgemäß funktioniert, dann ist man im Extremfall weg vom Fenster, ich konnte es nicht fassen, das war absolut unglaublich, ich dachte damals wirklich, dass - wie im Film eben - irgendein Erwachsener was merken müsste. Aber das passiert wahrscheinlich nur sehr selten, das war einfach Wunschdenken.
      Wobei manchmal schon geholfen wird, aber ich vermute eine Art Belohungssystem dahinter, dem Helfer muss das Helfen irgendwas geben und das wird sich wahrscheinlich von Person zu Person und von Vorgeschichte zu Vorgeschichte unterscheiden. Wenn man jetzt nicht gerade Liebling ist oder der entsprechende Lehrer ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl hat, dann wird er nicht viel machen.

      Und man fällt immer wieder auf diese Ideen herein - wenn auch Gott sei Dank nicht mehr so sehr.
      Sehr aktuelles Beispiel:
      Als ich mit T-Shirt bei der schriftlichen Prüfung war, hat mich ein Prüfer richtig auffällig einfach nur angestarrt, er musste ständig um meinen Tisch schleichen und einfach schauen - auch danach noch. Ist ja auch okay, wenn irgendwo was Komisches ist, dann muss man eben gucken, hab ich auch kein Problem, ich weiß schließlich, was ich vor ein paar Jahren getan habe, da muss ich sowas aushalten.
      Aber ich bilde mir immernoch ein, dass jemand, der so viel Mut hat, hemmungslos und ausdauernd hinzuschauen, vielleicht auch mutig genug ist, mir kurz ins Gesicht zu sehen oder gar nachzufragen, einfach kurz Kontakt zur Person aufzunehmen - ich meine, ich bin ja nicht blöd, ich merke schon, was er da macht. Klar, er müsste damit rechnen, dass ich ihn böse anschaue, aber konstantes Anstarren wird auch ganz sicher keine positiven Reaktionen meinerseits hervorrufen.
      Es geht mir um Gottes Willen nicht um Aufmerksamkeit, aber ich erträume mir peinlicherweise immernoch Situationen, in denen das Unsichtbare eine Rolle spielt, keine Vorurteile oder bequeme Floskeln, es ist genau das, was im Grunde eine so große Rolle spielt, diese Achtung und das Fehlen der selbigen, das einen in Traumwelten drängt.
      Umso peinlicher, wenn man dann aufwacht und feststellt, dass man sich wieder viel zu wichtig genommen hat. *erröt*


      Ja und diese schlimmen Tagträume, die hab ich auch ab und an, ich steigere mich dann auch in den t*d eines geliebten Menschen rein, bin völlig aufgelöst und muss mir dann irgendwann einigermaßen nachdrücklich klarmachen, dass das nur in meinem Kopf stattfindet und absolut nichts mit der Realität zu tun hat. Wirklich unglaublich, wie lebhaft man sich die schlimmsten Dinge ausmalen kann.


      Dass nach dem Leben noch was kommt, denke ich auch, ich habe mich einige Zeit damit beschäftigt und es gibt ja nun durchaus interessante Argumente, die dafür sprechen.
      Irgendwie hoffe ich auch ab und an immernoch, dass alles einen Sinn macht, es wäre schon etwas frustrierend, wenn schwierige Erfahrungen und harte Bedingungen so völlig umsonst gewesen sein sollen.

      Ich spiele Fußball...also, nein, ich spielte, aber ich bin noch in der Mannschaft, ich dürfte noch aufs Feld, sagen wir mal so.
      Ab und an waren Mannschaftsfeiern oder Weihnachtsfeiern und man hatte dort tatsächlich die Gelegenheit, sich privat zu unterhalten (sonst ging es eben nur um den Sport).
      Ich fühlte mich regelmäßig wie ein Alien, bis dahin dachte ich noch, dass man sich eine andere Gedankenwelt nur einredet, aber es scheint wirklich so zu sein. Es ging ums Betrinken, ums Feiern, um Spaß, man machte Versprechungen, die eine Stunde später wieder völlig einerlei waren und ich muss zugeben, ich war und bin neidisch auf diese Leichtigkeit. Ich möchte diese Schwere einfach nicht umsonst mit mir rumgeschleppt haben und da geht es uns hier sicher allen gleich. ;)


      Okay...und sonst...nein, ich glaube, ich habe alles gesagt - genug gelaberflasht. :D

      Viele Grüße und euch einen schönen Tag. :)
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben
      Hi,

      also ich fand das mit meiner ADS während meiner Verhaltenstherapie heraus. Oder besser gesagt, der Therapeut tat das. Er sagte das es sowohl positiv wie negativ ist.

      Negativ:

      - Bin sehr leicht aus nutzbar.

      - Habe mit unter große Welt verändernde Träume die leider nicht umzusetzen sind.

      - Ich handle meist schneller als ich denken kann.

      -Ich bin sehr direkt und sage Dinge die mir gerade durch denn Kopf gehen ohne vorher bedenken zu können wie sie auf mein Gegenüber wirken könnten.
      Mir fehlt dazu ein gewisser Botenstoff im Gehirn, in ausreichendem Maße, sagte der Therapeut.

      - Ich war meist sehr ungeduldig, alles ging mir nicht schnell genug, vor der Therapie war ich nicht mal in der Lage im Hier und Jetzt zu bleiben ich dachte gleich an die Zukunft.
      Anstatt Schritt für Schritt zu machen wollte ich gleich am liebsten von Schritt eins zu Schritt 10 springen und fertig sein.
      Wenn das nicht ging kam Frust auf, ich fühlte mich unfähig was mein Selbstwert ungemein senkte und zum Rückzug und Trauer führte was den "Kreislauf" meiner Probleme wiedermal abrundete.
      Ich bin immer noch nicht die Geduld in Person aber schon deutlich ruhiger geworden.

      - Ich rede auch sehr schnell und bin frustriert wenn die anderen dann nur die Hälfte von dem verstehen was ich sage. Es ist anstrengend L a n g s a m zu reden damit die anderen mit kommen können. :rolleyes: :D

      - Ich finde es auch sehr schwer andere ausreden zu lassen oder mich für das was sie zu sagen haben zu interessieren.
      Nicht das ich nicht wissen will was sie zu sagen haben aber die meisten sind so furchtbar L a n g s a m dabei und sagen so wenig in ihren langen Sätzen aus, was mich schnell nervt.

      Positiv.

      Es ist eine Ressource sich eine "Auszeit" nehmen zu können z. b. in Stresssituationen oder um Langeweile zu überbrücken, in dem man in Träume abdriften kann.
      Ich mache das oft im Bus, ich weiß das er 20 min. braucht bis zum Ziel und in denen denke ich mich oft weg. Ich bin dann mit unter recht erstaunt schon so schnell am Ziel zu sein.
      Er mag 20 min. fahren aber gefühlt waren es oft schon nur 5 min.

      - Ich bin sehr kreativ, Scharfsinnig, sehr Tierlieb, gebe gerne, bin Hilfsbereit und schnell zu begeistern, offen für vieles, habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, erfasse Dinge schneller bzw. Denke schneller und umfassender als andere und bin recht sensibel was nicht unbedingt immer schlecht ist und bekomme oft Dinge mit (Vogel am Wegesrand, Maus im Gebüsch usw.) was anderen gar nicht auf fällt.


      Und das mit denn negativen Gedanken (Träumen) an verstorbene oder belastende Dinge aus der Vergangenheit, kenne ich zur genüge, da hilft bei mir meist nur Ablenkung.
      Ich versuche mich dann auf irgendwas zu konzentrieren, ganz egal was ( Fleck auf Fensterscheibe, Fussel auf meinem T-Shirt oder zur Not auch die Börsennachrichten im Fernsehen^^) :D

      Und das mit der Schule in der Kindheit kenne ich auch...ich wurde sogar in eine LRS-Gruppe abgeschoben (LRS= Lesen-Rechtschreib- Schwache Schüler). Ich blieb schon in der 2ten Klasse sitzen und wiederholte sie dann in der LRS.
      Keiner sah oder wollte sehen das es nicht der Stoff war mit dem ich Schwierigkeiten hatte, sondern das es daran lag das ich mich nur sehr schwer Konzentrieren konnte. Ich schlief gelegentlich während des Unterricht´s ein aber nicht aus Müdigkeit sondern weil ich mit meinen Gedanken oft weit weg war. (Traumwelt)

      Die Realität war schon als Kind mehr als "unschön" für mich. (Keinen Vater, wenig Mutterliebe und Konkurenzkampf mit meinem älteren Bruder.)

      Du siehst also das wir einige Gemeinsamkeiten haben ganz egal ob du nun auch ADS hast oder nicht.
      Ich kann nur sagen das mir diese Diagnose sehr geholfen hat und ganz besonders auch die Verhaltenstherapie.
      Es erklärte mir viele Dinge die ich vorher nicht verstand.

      Gruß! Sadlight ;)
      Der
      Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.

      Erstens
      durch Nachdenken: Das ist der edelste.

      Zweitens
      durch Nachahmen: Das ist der leichteste.

      Drittens
      durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

      (Konfuzius)
      Hallo allerseits,

      wirklich ein interessanter Austausch =)

      Zu deiner Frage, Sadlight:

      Mich würde aber mal interessieren ob einige von euch das mit den Alptraum Tag Träumen auch kennen/ kannten und ob bei einigen von euch auch ADS vor liegt?


      Ja und ja ;)

      Mittlerweile ist es, vor allem bei den "Alpträumen", nicht mehr so schlimm, aber früher hatte ich das auch und es war selbstverständlich sehr belastend. Inzwischen klappt es aber etwas besser, so dass ich sie rechtzeitig abschalten kann, bzw. versuche, damit gar nicht erst anzufangen.

      Ich habe die Diagnose mit 18 bekommen (ziemlich genau 10 Jahre her) und habe deswegen auch eine Therapie gemacht (auch medikamentös) Das hat mir sehr geholfen und so vieles zum besseren verändert. (Auch diese Angelegenheit, sowie der Umgang mit anderen Leuten)

      Übrigens sehr interessant, dass es noch mehr Leuten so geht :) (ich dachte echt, ich wäre die einzige mit so intensiven Tagträumen...)

      Liebe Grüße,
      Kasmodiah

      Hi,

      ich weiß was du meinst, bevor ich das Forum hier fand dachte ich auch das das es nur mir so erginge. Ich war echt überrascht wie vielen anderen Menschen es so ergeht wie mir.

      Es ist traurig und schön zu gleich.
      Traurig weil es nicht so sein sollte, es zeigt wie unfair und schlecht die Welt doch noch ist. Und schön weil ich endlich frei reden kann und das wichtigste: Sogar verstanden werde. Das ist echt wow.
      Es hilft ungemein. Es hilft mir sehr auch mal anderen helfen zu könne mit meinen Ratschlägen und ebenso Ratschläge zu bekommen von anderen die sich nicht nur "versuchen" in meine Situation zu versetzen, sondern sie tatsächliche ebenso oder zu mindestens ähnlich erleben.

      Also ich bin echt begeistert. :)

      G. Sadlight
      Der
      Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.

      Erstens
      durch Nachdenken: Das ist der edelste.

      Zweitens
      durch Nachahmen: Das ist der leichteste.

      Drittens
      durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

      (Konfuzius)