M*ssh*nd*lt in der Therapie

      M*ssh*nd*lt in der Therapie

      Ich suche nach anderen, die in der Therapie m*ssh*nd*lt
      worden sind; um genauer zu sein, Überlebende des BKH Landshuts.

      Ich bin damals wegen Angststörung und Depression in der KJP
      Landshut gewesen und leide bis heute unter der "Behandlung" die mir
      durch eine Ärztin zuteil wurde. Konnte erst Jahre danach darüber sprechen, was
      vorgefallen ist. Bin beschimpft, erniedrigt, allein gelassen und gegen meinen
      Willen zur Medikamenteneinnahme gezwungen worden (auf einer offenen Station).
      Mir wurde gesagt, "ich brauche das", deswegen habe ich mich nicht gewehrt.

      Seitens der Klinik heißt es natürlich, es sei nichts
      vorgefallen und es gäbe nichts mehr zu besprechen. Immerhin meinte der
      Oberarzt, "hätte er davon gewusst, hätte er sowas nicht zugelassen".
      Ein schwacher Trost.

      Was soll ich tun? Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich
      muss immer noch jeden Tag weinen und habe Angst mein Studium deswegen
      nicht zu schaffen.

      Warum habe ich das gebraucht?


      [edit: nachgesternt /Volpe]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „La Volpe“ ()

      Hallo Dornenglas,

      es tut mir leid diese Zeilen von dir zu lesen. Das ist wirklich schlimm. Ich hab keine so schlimmen Erfahrungen müssen, habe aber eine Erfahrung bei einem Facharzt gemacht, die sehr unschön war. Dort wurde mir gesagt das ich simulieren würde und diese Art der Erkrankung weg sein müsste. Er hatte einfach keine Erfahrung und hat mir damit ein sehr schlechtes Gefühl gegeben und war dadruch mit ein Auslöser für meine Depression. Das war auch während meiner Studienzeit und ich habe dadurch auch keine klassisches Studium erlebt mit Partys, viel erleben privat usw. Für mich war das ganz harte Arbeit, aber nicht primär wegen der Inhalte.

      Was es mir insgesamt (aber auch erst im nachhinein betrachtet) gebracht hat, war, dass ich mich einfach nochmal intensiver mit mir befassen musste, das Ganze innerlich mehr aufgebrochen hat. Ich dachte bis dahin bspw. das ich ein super Verhältnis zu meiner Mutter habe und in dieser Zeit wurde mir klar, dass mich meine Mutter emotional m*ßbr**cht*. Es hat mich schon ein Stück weit alles aus der Bahn geworfen, mich dadruch aber zu vielen Erkenntnissen gebracht. Ich war da auch der klassische Patient, der einen so hohen Leidensdruck brauchte um mich überhaupt so mit mir zu beschäftigen und diverse Selbstlügen zu erkennen und zu bearbeiten.

      Ich hatte übrigens noch viele unschöne Auseinandersetzungen mit meiner Mutter. Auch mit Kontaktabbruch für ne kurze Zeit usw. Da ging es echt rund. Mittlerweile verstehen wir uns sogar, aber eben auf einer anderen Ebene und vermutlich auch weil wir nicht extrem viel Kontakt haben. Ich denke das ihr meine Vorwürde sogar irgendwann was gebracht haben.

      Warum du jetzt aber so etwas extremes erleben musstest, weiss ich nicht. Spontan würde mir da nur einfallen dich mal mit den Themen Sekundärnutzen einer Krankheit und Opferrolle auseinander zu setzen. Es ist eine Krankheit und die Früchte dafür wirst du viel später ernten. Mal ein Beispiel: Wenn du auf ein Diplom/Master oder sonstwas hinarbeitetst, hast du ja auch erstmal Vorlesungen, Übungen usw., dann hast du die Prüfungen dazu. In der Regel macht das ja auch alles keinen Spaß an sich. Erst wenn du diesen Wisch, das Diplom, den Master oder sonstwas in der Hand hältst, weisst du für was du dich da so abgequält hast. Ein Diplomstudiengang dauert ca. 5 Jahre. Das ist auch nichts was von heute auf morgen plötzlich da ist. Viele Sachen dauern einfach ihre Zeit. An sich arbeiten ist einfach kein zuckerschlecken. Auch wenns schwer fällt, versuche irgendwo ein Stück Vertrauen in dir zu finden das du das schaffst irgendwann und das du es dafür machst und dafür jetzt durchhältst.

      Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die Arbeit an dir selbst und dein Studium!
      Der Beitrag hört sich etwas so an, als wolltest du implizieren, dass ich mein Scheitern im Studium auf Landshut schiebe, aber dem ist nicht so - ich lerne, schleppe mich jeden Tag dorthin, bekomme meine Punkte. Ich war immer ein sehr strebsamer Mensch, würde ich beruflich versagen, wäre das mein Ende. Es ist nur, dass ich jeden Tag leide, dass die Flashbacks und Albträume jeden Tag wiederkommen und das mein gesamtes Leben nur noch aus Vegetieren und Weinen besteht.

      Ich werde hier einige meiner Kommentare aus einem anderen Forum einfügen, damit etwas klarer wird, wovon ich spreche:
      "[...]Auch als ich vor etwa einem Jahr in einer anderen Klinik wegen
      Essstörung (die sich daraus entwickelt hatte) war, wurde zwar nicht
      extra Schaden hinzugefügt wie in Landshut, aber es war einfach nur kalt
      und ablehnend und hat kaum etwas gebracht. Die Ärzte dort haben aber
      auch keinen Hehl daraus gemacht, dass die Patienten nur zur Abrechnung
      da sind.

      Weiß leider auch von einigen Mitpatienten aus Landshut,
      die jetzt nicht mehr sind. Eine davon wurde von der gleichen Ärztin wie
      ich "behandelt" und kam immer total am Boden zerstört aus der "Therapie"
      zurück. Wusste damals nicht, warum, denn leider hat mich die Ärztin
      zuerst in eine Abhängigkeit gedrängt bevor ich ihr überdrüssig wurde
      und sie die Therapie intern beendete - aber nach außen weiterhin
      Sitzungen abrechnete, dem Personal sagte wie gut es mir doch ginge und
      mir am Ende eine Wunderheilung attestierte.

      Nachdem sie die
      Therapie für beendet erklärt hatte (mir gegenüber, nicht gegenüber ihren
      Vorgesetzten oder dem Personal, die wussten davon scheinbar nichts),
      bat sie mich in unregelmäßigen Abständen (alle zwei, drei Wochen mal)
      für maximal zwei Minuten herein, fragte mich nach Nebenwirkungen von den
      Medikamenten, die ich nicht nehmen wollte (mir aber gesagt wurde, würde
      ich sie nicht nehmen, werde ich halt rausgeschmissen) und bestand dann
      darauf, dass ich eine andere Patientin herein hole, die alle meine
      Stunden bekam.

      Sagte ich, es ginge mir schlecht, sagte sie, dann solle ich mich halt *mbr*ng*n."
      Auf die Frage, ob ich die Ärztin anzeigen wolle:
      "Das wollte ich schon lange, aber mir wurde von allen Seiten gesagt, dass
      ich keine Chance habe - Landshut leugnet es schließlich, die meinen
      nur: "Sie haben mehr Stunden erhalten als für Sie eigentlich vorgesehen
      waren". Ist ja klar, wenn mir die Stunden einer Mitpatientin angerechnet
      werden, die jede Woche mehrere Sitzungen hat. Und ich darf sie sogar
      rein begleiten, toll!

      Das Personal will davon auch nichts
      gewusst haben, die weichen nur aus. Von dem Oberarzt einer Außenstelle
      bin ich auf Anfrage mit voller Absicht und aktiv eingeschüchtert worden
      (Highlight: "Wir bezweifeln nicht, dass Ihnen das so vorgekommen ist" -
      unterminiert meine Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit gleichzeitig, Bravo)

      Eigentlich
      wäre ich schon mit einer Entschuldigung zufrieden, oder irgendeinem
      Sinn. Ich frage mich bis heute warum "ich das gebraucht" habe - aber
      seitens der Ärztin wurde mir nur ausgerichtet, es gäbe nichts mehr zu
      besprechen und zu alt wäre ich jetzt sowieso.

      Ich will und kann das so aber nicht stehen lassen, dafür hat es mich viel zuviele Jahre gekostet. Bin verzweifelt."
      Und:
      "[...]Meine jetzige Therapeutin vermutet, dass die Ärztin das alles nur
      machte, da sie mich wie gesagt zuvor in eine absolute Abhängigkeit
      drängte - und als ihr klar wurde, dass sie einen Fehler gemacht hatte,
      hat sie es lieber vertuscht als offen mit mir darüber zu sprechen, dass
      ich zu sehr an ihr hänge, und mich an einen anderen Therapeuten
      abzugeben, wie es in einer solchen Situation normal wäre.

      Stattdessen
      hat sie lieber so lange draufgehauen bis ich wirklich nichts mehr
      gesagt habe, damit nichts nach außen dringt. Sie hat mir gesagt, dass
      mich sowieso niemand mag, dass ich ein Versager bin, der nichts besseres
      kann, der nicht mit Leuten zusammen sein soll, dass ich das brauche.
      Ich habe ihr geglaubt, deswegen habe ich mich nicht gewehrt. Das war,
      nachdem sie mir zuvor immer erzählt hatte, wie lieb mich doch alle
      hätten und wie intelligent und zuvorkommend ich doch sei und dass ich
      mich trauen solle mit anderen zu reden. Könnt ihr euch vorstellen, was
      da zusammenbricht in einem Minderjährigen, der wegen einen schweren
      Depression und Angststörung dort gelandet ist?

      Ich war ein
      kompletter Zombie, fast drei Jahre lang. Diese Ärztin hätte mich fast
      *mg*br*cht, und das sage ich mit absoluter Überzeugung. Und jetzt
      behauptet der Haufen in Landshut, es sei nicht wahr. Ich wurde zerstört,
      damit eine Ärztin eine reine Akte behalten kann."
      Das tut mir leid, dass mein Text für dich so angekommen ist. Darf ich für mich fragen was genau bei dir den Gedanken 'scheitern im Studium' ausgelöst hat. Ich bin da ja auch in meinen Denkmustern und ich hatte nicht einen Moment den Gedanken daran und bin geschockt darüber das mein Text so interpretiert werden kann... Ich würde auch gern dazu lernen welche Formulierung da offenbar etwas krude ist.

      Deine Ausgangsfrage habe ich so verstanden das du gefragt hast warum du das alles durchleben musst und darauf wollte ich dir aus meiner Erfahrung heraus eine Antwort schreiben. Ich habe am Beispiels des Studiums nur sagen wollen das es viele Dinge im Leben gibt die nicht von heute auf morgen funktionieren egal wie blöd es gerade läuft, analog zur Arbeit an sich selbst. Viele Dinge brauchen einfach ganz viel Zeit. Das war meine verquere Art dir Mut zusprechen zu wollen. Ja, es fühlt sich jetzt schlimm an und unendlich ausweglos. So habe ich das damals auch empfunden. Aber ich hab mich da rausgekämpft und es gibt ein Leben 'danach'. Ich weiß nicht ob ich das damals jemanden geglaubt hätte. Aber das meinte ich auch mit Zuversicht: auch wenn es ganz schwer ist, ist es ja trotzdem gut zu wissen wofür man kämpft. Ich wünsche dir aus vollem Herzen diese Zuversicht.
      Nimm dir das nicht zu sehr zu Herzen, ich lebe nur seit damals in einer ständigen Ablehnung, daher nahm ich an, dein Hinweis auf den "Sekundärnutzen einer Krankheit und Opferrolle" impliziere das.

      Zumindest, immer wenn mir davon erzählt wurde, hieß es das. Ich kam damals nach Landshut zu einem aboluten Psychopathen, der mich immer auslachte und anschrie. Er erzählte gerne davon. Zu der Zeit, die ich vor Landshut (auf Anraten der Ärztin) in der Schule fehlte, sagte er im Nachhinein, ohne mich gekannt zu haben: "Du wirst halt zu faul gewesen sein", und lachte, "du wolltest halt Aufmerksamkeit", und lachte. Und mir hat niemand mehr geholfen, keiner. "Ich lüge, weil ich heim will", sagte das Jugendamt - hätte ich heim gewollt, hätte ich jederzeit gehen können, ich war schließlich volljährig und die, die für meine Behandlung bezahlt wurden, wurden auch nicht müde mir das zu sagen, jedes mal bevor sie mich auslachten oder alleine sitzen ließen. Ich war zu alt, mir wurde demnach impliziert: Um Hilfe zu bekommen, musst du ein Kind sein. Ich bin einfach nur kaputt gemacht und dann weggeworfen worden.

      Und ich kann immer noch nicht verstehen, wieso. Ich kann nicht verstehen, warum diese Ärztin weiter praktizieren darf. Warum ihr nie, niemals irgendwas passieren wird, nachdem sie mein Leben mutwillig zerstört hat. Nachdem sie mich in diese Hölle geschickt hat, ohne dass ich mich wehren konnte - ich war ein einziger Zombie, habe nur noch alles abgenickt. Ich wollte nie zu diesem Psychopathen, nie. Aber sie sprach einfach nicht mehr mit mir. Ich habe alles getan, damit sie wieder mit mir spricht, alles, was sie verlangt hatte. Ich hatte solche Angst.
    • Benutzer online 1

      1 Besucher