"Sie haben ja nichts. Was wollen sie denn hier?"

      "Sie haben ja nichts. Was wollen sie denn hier?"

      So. Ich glaube, ich habe noch nicht drüber geschrieben...

      ist jetzt auch schon lange her, aber irgendwie grade wieder Thema bei mir.
      Also: ich war im Sommer bei einem Therapeuten, ich habe lange auf den Platz warten müssen und es war echt ein Kampf, nach ca. 10 Jahren mit SVV überhaupt den Schritt zu tun; mit Unterstützung von Freunden - ohne die hätte ich das nie getan - aus Angst, Scham und dem Dickkopf, den ich hab ("ich schaffe das alleine")

      Na ja in der zweiten Sitzung meinte der Therapeut, er könnte nicht sagen, was ich habe. Habe mir vorher keine Diagnose stellen lassen, weil ich nicht wusste, dass das nötig ist. Und ICH weiß natürlich auch nicht, was ich habe. Klar, SVV, das Symptom. Aber die Ursache nicht... ich habe mich vor dem Thera quasi seelisch ausgezogen, ihm so detailliert beschrieben, wie das alles mit mir aussieht. Natürlich hab ich auch gesagt, dass mir das alles unangenehm ist und dass nich nur durch Freunde zu ihm gekommen bin, nun aber froh boin, den Schritt getan zu haben.

      Na ja Ende vom Lied war, dass er meinte, ohne Diagnose kann er mich nicht behandeln und ich sei zu ambivalent, also dass ich einerseits depressiv/ emotional instabil wirke und auf der anderen Seite nicht. Ich solle gehen.

      Joa. Und seit dem hab ich nichts mehr getan und letzte Woche letzendlich auch wieder einen Rückfall gehabt, weil es eben wieder so weit war, dass alles zu viel wurde.

      Ich fühle mich so dumm. Thera sagt ich habe nichts und ich V*rl*tz* mich trotzdem - ich fühle mich als hätte ich nicht das Recht, keine Ahnung schwer zu beschreiben...

      Vor allem, ich schaffe den Schritt nicht zu nem Facharzt zu gehen um mir eine Diagnose stellen zu lassen. Einerseits aus Stress andererseits weil ich mich jetzt noch viel mehr schäme als vorher.

      Ich meine ich hab jetzt nicht bei dem Thera gesesessen und auf happy gemacht, hab alles erzählt, was ich "weiß", hab geheult, mehrmals, weil er mich quasi auch echt dazu getrieben hat und na ja... ich komm mir einfach nur so dumm und verloren vor, war so stolz dass ich den Platz hatte und hab mich fast schon gefreut endlich das alles loszuwerden...
      Wach' endlich auf & kämpfe!

      - I against me | me against myself | I have become my enemy number one -
      Liebe VergessenePuppe
      das was du beschreibst klingt nicht sehr professionell, ich hab das gefühl, dass bei euch beiden die Chemie nicht gepasst hast kann das sein? Verstehe ich es richtig, dass du zwei Mal da warst? Und von wem hättest du dir vorher eine Diagnose mitbringen sollen?
      Irgendwie klingt das alles nicht nach den üblichen Standards denen man eigentlich zu beginn einer ambulanten Psychotherapie begegnet. Ich möchte dir Mut machen, dir auch noch jemanden anderen anzuschauen, ich weiß selber, wie viel Kraft das kostet und auch ich habe schon die Erfahrung gemacht, in der ersten Stunde viel zu erzählen, auch schambesetzte Dinge um dann in der zweiten Stunde zu hören dass derjenige mir keine Therapie anbieten kann/will/möchte. Das fühlt sich mies an, und trotzdem habe ich mit der Zeit gelernt, dass es vielleicht dann am Ende auch besser so war, denn was nützt einem ein Therapeut, der am Ende einem nicht sympathisch, nicht kompetent, nicht abgegrenzt was auch immer ist... ich wünsche dir die Kraft dich nochmal aufzuraffen.
      Womit er allerdings Recht hat: du musst es auch wollen. Aber schon allein dass du dorthin gegangen bist zeigt finde ich, dass du offen bist, skeptisch ja, das darf man sein, aber offen.
      Alles Gute
      Graf Zahl
      Hallo,

      also ich bin ganz ehrlich sprachlos. Ich wüsste nicht, seit wann es nötig ist, dass man eine Diagnose hat, bevor man eine Therapie beginnt. Diagnostik ist ja im Normalfall auch ein längerer Prozess, ich war immer skeptisch, wenn mir ein Arzt nach einem kurzen Gespräch eine Diagnose an den Kopf geworfen hat, weil ich finde, dass es Zeit braucht, alle problematischen Aspekte zu ordnen und die Zusammenhänge zu bewerten.

      Bitte lass dich davon nicht unterkriegen. Es ist ein richtig blöder Zufall, dass du ausgerechnet beim ersten Mal an so eine inkompetente Person geraten bist. Ich kenne das, gerade der erste Besuch bei einem Therapeuten ist echt hart und nervenaufreibend, und dann noch sowas an den Kopf geworfen zu kriegen, da kann man leicht den Mut verlieren. Aber bitte gib jetzt nicht auf, du bist auf dem richtigen Weg! Es sind nicht alle Therapeuten so.

      Du könntest zum Beispiel zu einer Beratungsstelle gehen. Oft bekommt man von dort Hinweise auf gute Therapeuten. Ich habe manchmal auch über potentielle Therapeuten im Internet recherchiert. Dabei sollte man schon im Hinterkopf behalten, dass Berichte von anderen Patienten immer subjektiv sind und nicht jeder Mensch kommt mit jedem Therapeuten zurecht, aber eine Grundtendenz lässt sich manchmal erkennen.

      Also wie gesagt: Nicht aufgeben, weiterkämpfen!

      Wünsch dir alles Gute

      Liebe Grüße,
      wild_angel
      If everything seems to be going against you,
      remember that the aeroplane takes off against the wind,
      not with it...
      (Henry Ford)

      ~~~~~~~~
      Ich versuche nach den Sternen zu greifen, doch das Universum expandiert....
      Hallo VergessenePuppe,

      ich kann kann mir gut vorstellen, wie sehr dich so eine Aussage trifft. Da überwindest du dich endlich, dir Hilfe zu holen, und dann hast du so einen Deppen vor dir.
      Das sagt sich jetzt leicht, aber sei froh, dass es so schnell vorbei war - denn wenn er nur fremde Diagnosen behandelt, ohne sich ein eigenes Bild zu machen, kann das ja nur schiefgehen.
      Ich möchte dir Mut machen, jetzt nicht aufzugeben, auch wenn es anstrengend ist und Nerven kostet. Wenn du den richtigen Therapeuten gefunden hast, wirst du sehen, dass du Hilfe bekommen und annehmen darfst!
      Flügelwesen
      ...komm nicht auf Scherben zum stehn...
      Andreas Bourani

      Hey,

      danke für euren Zuspruch. Letzendlich will ich mich davon auch eigentlich nicht wieder aus der bahn werfen lassen. Aber wie gesagt, das war im Mai oder Juni; seit dem habe ich nichtsmehr gemacht, weil es echt so n Schlag ins Gesicht war...

      der Thera meinte eben "ja, wenn sie mir sagen können, Sie haben eine Essstörung, Depressionen oder Borderline, dann wüsste ich in welche Richtung die Therapie gehen muss." Na ja und mein "ambivalentes Verhalten" wäre ein Grund. Aber ich meine, mir geht es nicht jeden Tag gleich, ich habe nicht jeden Tag die gleichen Gedanken usw. Und dass ich nicht auf Knien zu ihm gekrochen komme um seine Hilfe zu kriegen ist doch auch logisch? Dass man beim ersten Gespräch skeptisch ist... und ich habe ja trotzdem alles, was mich belastet erzählt; er hat quasi sofort nach prägenden Ereignissen gesucht, zum Beispiel hat er direkt meinen Umzug wgen des Studiums angesprochen nach dem Motto "vermissen Sie Ihre Mamiiii???" und ich meinte so "schon, aber meine Probleme existieren seit gut 10 Jahren...!?"

      Na ja im großen und ganzen bin ich froh, dass ich nicht mehr zu DEM gehe... weil... hätte glaube ich nicht gepasst.

      Aber ich kam mir echt ein bisschen vorgeführt vor, vor allem dann nach Hause zu gehen und allen, die mich unterstützt hatten, den Platz zu bekommen, sagen zu müssen, dass der Thera der Meinung ist er kann mich nicht Therapieren.

      Seit dem kimmt auch keine Unterstützung mehr dieser Leute, so nach dem motto dann ist die Sache ja gegessen. Dafür, dass sie so nen riesen Aufriss gemacht haben, als sie meine N*rb*n entdeckt haben auch schon komisch aber ich hatte auch nicht die Kraft, zu betteln noch weiter hilfe zu bekommen oder so...

      ich glaube ich gehe mal in so eine Beratungsstelle, in meiner Stadt gibt es sowas auch aber da habe ich irgendwie auch Ansgt vor... war da schonmal einer von euch?
      Wach' endlich auf & kämpfe!

      - I against me | me against myself | I have become my enemy number one -
      Hallo,

      ich war damals beim psychosozialen Dienst meiner Stadt und das war richtig gut, weil der Mensch da und cih gut klarkamen, die hatten auch geschaut wer so zu meinem Problempäckchen passt.In einer anderen Stadt war ich auch dort, als Übergang und Notsicherheit- Redemöglichkeit und das war auch gut. Und ich war auch in der Lebenssozialberatung der Diakonie in einer dritten Stadt das war auch gut, die Frau da war nicht therapeutisch weitergebildet konnte mir aber sehr gut in den Lebensfragen weiterhelfen und auch bei praktischen Fragen.

      Sicherlich ist das jetzt nur meine Erfahrung, und blöde Menschen kommen leider überall vor, aber ich finde es gut das du da nicht aufgibst. Und bei Beratungsstellen hast du ja auch meinstens das Glück etwas eher einen Termin zu bekommen.

      Alles Gute
      moin

      also in so einer situation wenn ein thera einem so kommt
      das gespräch gar nich zu ende führen und gehen

      fachidioten gibts überall, leider auch bei theras, aber genauso gibt es auch gute
      also hier zu schreiben und zu berichten is ein guter schritt finden wir
      und das man wenn man allein mit dem thema da steht von den privatkontakten auch nur hängengelassen wurde
      da is auch verständlich das du erstmal den rückzugangetreten hast
      kannst stolz auf dich sein das du den mut gefunden hast das thema trotz allem wieder anzugehen

      beratungsstelle
      also wir gehen hier zu einer
      sind da hin wegen therasuche
      die bieten auch 25 stunden an zur überbrückung bis therapiebeginn
      die konnten uns gleich namen und telephonnummern von den theras geben die sichauch wirklich mit dis auskennen
      gut denen is eine dazwischen gerutscht die uns dann nach 1t gespräch auch sagte sie is gar nich so mit dis ausgeblildet das sie uns helfen kann
      aber wir werden von der fau von der beratungsstelle ernst genommen
      klar geht da in den gsprächen nix tiefgrü+ndigeres an einem problem zu arbeiten aber hilfreich is es trotzdem bißchen st<abilisierung und so halt
      und wir konnten uns ersparen die ganzen gelebn seiten abzutelephonieren und uns x mal anzuhören nein, ich behandel keine leute mit dis
      war für uns sehr wichtig auch wegen unseren telephonierproblem
      keiner bohrt in traumas rum
      uns wird nie aufgezwungen über dinge zureden wos nich geht oder wir nich wollen
      wenn wir nein sagen wird es akzeptiert


      sind dir alle privatkontakte komplett weggebrochen, oder hat du rl noch jemanden der mit dir dahingehen könnte?
      Hey, danke für die antworten.

      Also in meiner Stadt gibt es auch eine Psychosoziale Beratungsstelle, vielleicht gehe ich da einfach mal hin oder rufe an, ich glaube ich brauche jetzt echt was niedrigschwelliges, was leiht zu erreichen ist, wo mich jemand an die hand nimmt... fühle mich gar nicht so fähig, selber jetzt erneut diese (für mich) riesig schweren großen schritte zu nem facharzt oder thera zu machen...


      also die freunde, bzw. vor allem mein bester freund, die mir damals geholfen haben würden es auch sicher wieder tun aber letzendlich haben sie auch schon alles gehlfen was ging: mir ne liste mit adressen von theras in meiner stadt geben, die von meiner krankenkasse übernommen werden. ich könnte jetzt glaube ich gar nicht wirklich sagen, wie sie mir jetzt nochmal helfen sollen außer vllt. dass sie mir in den arsch trten, dass ich in die beratungsstelle gehe... ich schäme mich nur wie gesagt... jetzt wieder angekrochen zu kommen, immer wieder zufordern, immer nur zu nehmen... irgendwie.

      Also ich hätte da meine beste freundin, die damals auch das erste mal mit mir bei dem thera war... ich denke ich werde sie nochmal ansprechen...aber es ist irgendwie so peinlich...
      ich weiß nicht, wie ich das gespräch eröffnen soll... so... "hey, der eine thera fand ja nicht das ich hilfe brauche, ich will mich trotzdem weiter aufdrängen hilf mir bitte" so komme ich mir dann vor...
      Wach' endlich auf & kämpfe!

      - I against me | me against myself | I have become my enemy number one -