Wie kommt es zu einem schwarz weiß Denken?

      Wie kommt es zu einem schwarz weiß Denken?

      Hey ihr Lieben,

      und zwar hat meine Therapuetin bei mir (w,17) ein schwarz weiß Denken festgestellt (''alles oder nichts Denken'', die Welt in gut oder böse aufteilen) und mich würde mal interessieren, wie sowas überhaupt entstehen kann, oder welche Faktoren zu der Entstehung beitragen. Vielleicht unter anderem jahrelanges Mobbing?

      Und falls es jemanden ähnlich geht wie mir, dann darf er mir jederzeit gerne schreiben! :-)
      Hast du mal deine Therapeutin gefragt? Gerade sie könnte wohl am ehesten Gründe oder Auslöser nennen bzw. benennen. Aber eins ist sicher, nur am Mobbing liegt es nicht, alles kommt von viel tiefer. Mobbing ist wenn dann ein Auslöser, als eine Ursache.

      Ich würde das jetzt mal mit Gefühlen vergleichen, so hat mein Therapeut mir grob den zusammenhang von Gefühlen erklärt: Jemand der Aggressiv ist, und/oder als erstes zuschlägt, hat ein Angstgefühl, nämlich zu verlieren/unterliegen/selbst geschlagen zu werden.
      Jemand der nicht viel Spricht, die Einsamkeit anderen Menschen vor zieht. Ist dafür aber genauso von Angst befleckt (Gott was für ne Wortwahl o_0), weil er nicht verletzt werden will. Alles was Gefühle angeht hat Auslöser, aber müssen nicht die Ursache von Problemen sein.
      Okay, war jetzt vielleicht nicht ganz das Thema getroffen. Aber ich denke du verstehst?`Es ist nicht auf 1 Sache zu reduzieren, und wirklich antworten kann dir eben nur deine Therapeutin.
      Mir wurde z.B. von anfang an angeboten. Wenn ich fragen bezüglich solcher dinge habe, soll ich sie einfach stellen, und der Therapeut versucht es mir zu erklären, weil eben ein besseres verständnis manchmal schon helfen kann.
      Bitte gib mich frei!
      Dieser Stein lastet zu schwer auf meinem Herzen,
      diese Bürde reißt mich wie ein Spaten Erde teilt , entzwei.
      (Samsas Traum - Das Lächeln eines Toten.)
      hej du,

      mir hilft es bei solchen fragen immer zu überlegen, was eigentlich der kern dessen ist, was ich mit einem verhalten/denken erreiche. wenn du den kern kennst, kannst du vielleicht rausfinden, wie es zu dem verhalten/denken kommt und wobei es dir hilft.

      schwarz-weiß denken ist ja im kern eine vereinfachung der welt. gut und böse, schwarz und weiß, ohne zwischen- und grautöne, so einfach ist es ja eigentlich nicht.

      so, scheinbar brauchst du also eine vereinfachung. warum? das musst schon du, ggf. mit deiner therapeutin zusammen herausfinden. weil dir das leben zu komplex ist? weil du dich sowieso schon überfordert fühlst? weil du dich, wenn es komplizierter wird, nicht mehr gut orientieren kannst? weil du sowieso an zu vielen baustellen auf einmal arbeitest? weil es dir hilft, dinge klar einzusortieren und du dich dann nicht lange damit beschäftigen musst? sind nur ein paar ideen...

      lg
      solaine
      I feel the fear, but I walk fast toward it.
      /markus zusak/
      Hallo milkaschnute,

      die Ursachen für das Schwarz-Weiss denken liegen in der Regel in der frühen Kindheit. Mobbing ist eher für Dissoziationen verantwortlich.
      Beim Schwarz-Weiss denken geht es darum die Welt für sich einfach zu gestalten indem man die Grautöne nicht wahrnimmt.
      Du kannst im Internet ziemlich viel darüber unter dem Begriff "Spaltung" finden.
      Die Ursachen dafür liegen, wie bereits erwähnt, in der frühen Kindheit. Meist in der Zeit vor dem 3. Lebensjahr.
      In dieser Zeit können traumatische Erlebnisse in der Eltern-Kind Beziehung dazu führen, dass sich später ein Schwarz-Weiss denken entwickelt. Es geht hauptsächlich darum, dass das Kind in dieser keine emotionale Stabilität durch die Eltern vermittelt bekommt, also schon sehr früh emotional hin und her gerissen ist. Also zum Beispiel wenn die Mutter ihr Kind extrem zurückweist, es emotional quasi im Regen stehen lässt. Oder wenn die Eltern sich ständig streiten und die Konflikte auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden. Hier fühlt sich das Kind dann hin und her gerissen zwischen Mutter und Vater. Von der Mutter wird Vermittelt, dass der Vater der Böse ist und vom Vater wird vermittelt dass die Mutter die Böse ist.
      Kurz und knapp: Das Kind bekommt keine Möglichkeit zu lernen, dass Menschen Gute UND Schlechte Eigenschaften gleichzeitig haben können, sondern dass sie entweder nur Gute oder nur Böse sein können. Das führt dann später zum Schwarz-Weiss denken, der Spaltung in Gut und Böse, Liebe oder Hass, Schwarz oder Weiss.

      Hoffe ich habe deine Frage halbwegs verständlich beantworten können. Ansonsten, einfach mal googeln ;)

      liebe Grüße,
      black-soul
      Hallo milkaschnute,

      milkaschnute schrieb:

      und mich würde mal interessieren, wie sowas überhaupt entstehen kann, oder welche Faktoren zu der Entstehung beitragen. Vielleicht unter anderem jahrelanges Mobbing?


      ich denke wie bei sehr sehr vielen anderen Dingen auch, kann man nie ganz allgemein sagen, dass es so oder so ist und etwas immer so oder so entsteht. Was black-soul zum Beispiel schrieb, ist eine allgemeine Auffassung. So eine Allgemeine Auffassung, kann man sich mal anschauen, und gucken, ob es passt. Man kann aber auch aufgrund dessen, wie etwas sich häufig darstellt, nicht zwingend sagen, dass es bei allen so sein muss. Wichtig ist für Deine Therapie ja auch nicht, wie es im groben und ganzen betrachtet werden kann, sondern wie es für Dich ist, wie es Dich betrifft und wie Dir geholfen werden kann. Ich würde daher nichts als Ursache kategorisch ausschließen oder versuchen krampfhaft die Ursache in frühester Kindheit (oft hat man dazu eh keinen Zugang) zu suchen, sondern mit der Therapeutin gemeinsam zu schauen, wie sich das ganz individuelle bei Dir darstellt.
      Daher rate ich Dir, wie andere auch schon, das auf jeden Fall mit der Therapeutin zu besprechen. Sie wird es ja sicher ohnehin in der Therapie berücksichtigen und wenn Du da selbst gerne mehr Konkretes wüsstest, kannst Du das am besten mit ihr angehen. Das halte ich in jeden Fall für sinnvoller, als danach zu googlen und vielleicht auf eine ganz falsche Fährte zu kommen.

      Grüße
      klirr