Leben, Lieben, Wohnen & der tägliche Wahnsinn

      Leben, Lieben, Wohnen & der tägliche Wahnsinn

      Hallo ihr Lieben,

      so, nun möchte ich mir heute gerne mal etwas genauer von der Seele schreiben.
      Ich werde das hier nutzen, um immer mal wieder Kontakt zu euch aufzunehmen.
      Wenn ich etwas falsch mache, vorallem was Spoiler etc angeht, bitte ich euch um Verzeihung.
      Unangemessene- je nach Bezeichnung- Inhalte, dürften selbst verständlich gelöscht werden.
      Ich bin für jede Hilfe dankbar. :0)

      Nun zu meinem ersten Beitrag.

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      (ES) Vor einiger Zeit ( vor ca 2 Jahren) musste ich wegen körperlicher Beschwerden eine Hormontherapie machen. Deshalb habe ich einiges an KG zugenommen. Dann habe ich meine Freundin kennen gelernt und wegen des ausführlichen Kochen´s, dem damaligen vielem Sitzen nahm ich noch mehr zu. Jetzt habe ich seit kurzem einen neuen tollen Job. Ich bin Mitarbeiterin im Außendienst. Durch meine körperliche Betätigung habe ich ein bisschen an M*sse verloren und Muskeln aufgebaut. Vor ca 2 Monaten habe ich mir eine Hose in ** gekauft, probierte sie an und musste fast weinen- ich bekam sie, obwohl es meine Größe ist, nur bis zu den Knien. Ich hatte mir vorgenommen gesund abzunehmen- um iwann in diese Hose zu passen. Jetzt, mit dem neuen Job, kann ich sie schon bis nach oben ziehen und auch schließen- allerdings ist sie immernoch viel zu eng. Seit den zwei Monaten bin ich quasi total frustriet und frage mich, wie ich so wahnsinnig zunehmen konnte. Mein Körpergefühl ist wieder mal nicht so schön- ich verspüre fast *k*el wenn ich mich ansehe. Trotz allem esse ich bisher ganz normal, sofern ich das halt von mir behaupten kann- gesund ist jedenfalls anders. Meine Freundin hat es weder mit Obst noch mit Gemüse- weshalb der Kampf um das Essen nicht leichter wird. Auch wenn ich bisher auf mein Körper höre und esse, wenn ich Hunger habe, so fällt es mir fast von Tag zu Tag schwerer. Mit jedem gefühlten K*lo was ich abn*hm*, mein B*auch fl*acher wird, umso schwerer fällt es mir. Ich wäre gerne wieder so schl*nk, wie ich damals war. Dabei ist es total irrsinnig, denn ich hatte Unt*rgew*cht- und selbst da fand ich mich zu d*ck. Ich mochte die Kinderabteilung in der ich Hello Kitty Top´s für wenig Geld kaufen konnte, die Zeit in der ich kurze Hosen anziehen konnte, ohne mich vo mir zu ek*ln. Um eines mal sicher zu halten, ich bin Ad*pös. Also wirklich etwas zu viel. Meine größte Angst liegt darin, dass ich wieder in mein alter Verhaltenschema falle, nur wegen so einer Hose. Das letzte Jahr ging es mir ganz gut und ich kam mit meinem neuen Körper zurecht, aber jetzt, jetzt fällt es mir unglaublich schwer und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen kann. Morgen habe ich wieder Therapie, die mache ich auch seit 1,5 Jahren konsequent. Da ess eit ich bei ihr bin, kein Thema so an sich gewesen ist, weiß ich nicht, wie ich mit ihr darüber sprechen soll. Dadurch das ich nicht mehr so d*nn bin, habe ich das Gefühl, dasss man das nicht ernst nehmen kann. Im Moment bin ich etwas ratlos.

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      Okay, das war jetzt mal ein Anfang. Für die, die es gelesen haben, danke für eure Anteilnahme.

      Liebe Grüße

      Lexi :love:
      Liebe Lexi,

      hast du speziell denn irgendwelche Fragen auf die man eingehen kann? Ich kann dies aus deinem Text nicht so ganz genau entnehmen.

      Deine Angst von deiner Therapeutin bei diesem Thema nicht ernst genommen zu werden, kann ich erstmal nachvollziehen, aber ich denke, eine gute Therapeutin wird es auf jedenfall ernst nehmen. Es belastet dich schließlich und nimmt dich immer mehr gefangen und DAS ist doch schon Grund genug es ernst zu nehmen.
      Wenn ich damals etwas hatte, was ich meinem Therapeuten nicht direkt sagen konnte aus Angst oder auch aus anderen Gründen, dann habe ich meistens eine Email geschrieben. Das fiel mir etwas leichter, denn ich saß ihm nicht genau gegenüber und fühlte mich demnach etwas sicherer. Vielleicht wäre das ja erstmal eine Methode, um dieses Thema überhaupt einzubringen. Du könntest ihr ja auch deine Ängste schildern und sie bitten, das Thema evtl noch nicht direkt in eurer nächsten Stunde anzusprechen, wenn du darüber noch nicht persönlich mit ihr reden kannst, sodass ihr einen Weg findet, euch langsam heranzutasten.
      Ich bin der Meinung, wenn sie dich nicht ernst nimmt, ist sie auch nicht die Richtige (das ist aber meine ganz persönliche Meinung), denn dann fühlst du dich unverstanden und ich denke, dass es dann schwierig werden könnte sich nochmal zu öffnen. Aber das ist ja auch eigentlich erstmal 'nur' deine Vermutung/Angst und meistens sind es solche Ängste, die einem weismachen wollen, dass man nicht ernst genommen wird und letztendlich waren diese Ängste dann doch unbegründet.

      Was deine Gedanken und Gefühle bezüglich deines Körpergefühls angeht, möchte ich dir eigentlich nur sagen, dass ich dich verstehe..
      ich kann dir leider keinen Ratschlag geben , wie es besser werden kann oder wie du es akzeptieren könntest, da ich es selbst bei mir auch nicht weiß/kann.
      Tut mir sehr leid.

      Ich hoffe ich konnte dir trotzdem irgendwie etwas weiterhelfen. Wenn nicht, dann entschuldige ich mich dafür.

      Ich wünsche dir ganz viel Kraft, einen Weg zu finden, die Angst zu besiegen und es deiner Thera mitzuteilen.

      Ganz liebe Grüße, BrokenInside :)
      In my field of paper flowers,
      And candy clouds of lullaby,
      I lie inside myself for hours,
      And watch my purple sky fly over me.

      >Evanescence-Imaginary<

      Hallo BrokenInside,

      ich habe keine konkreten Fragen.
      Viel mehr geht es mir darum gehört zu werden und anzukommen.

      Meine Therapeutin und ich, denke ich, verstehen uns inzwischen sehr gut. Die Angst nicht ernst genommen zu werden, ist denke, wie du auch oben schreibst, eher unbegründet.
      Das Gefühl hatte ich erst ein einziges Mal bei meiner Therapeutin- weshalb es auch "geknallt" hat, letztendlich war es aber nur ein Missverständnis und all die Gefühle- na sagen wir, ich hätte es mir sparen können. :0)

      Dennoch habe ich ihr tatsächlich eine E-Mail geschickt. :rolleyes:

      Grundlage für mein derzeitiges- ich nenne es Gefühlschaos- ist ein Lied. Ich schickte ihr unter anderem einige Zeilen daraus.
      Sie fragte, ob ich es nicht einmal mitbringen mag und wir es uns gemeinsam mal anhören, um zu schauen, was dahinter steckt und warum es wieder soetwas in mir auslöst.
      Ich schäme mich so arg für mein Verhalten, dass ich garnicht weiß, ob ich das will. Zudem schon der Fakt, dass ich ihr überhaupt eine E-Mail geschickt habe, mich etwas in Scharm versetzt- eigentlich ist sie doch zum reden da!?!

      Nun denn, liebe BrokenInside- ich habe mich sehr in deinen Worten zu Hause gefühlt- vielen Dank dafür!


      Liebe Grüße

      Lexi :love:
      Also gehört wirst du hier im Forum auf jedenfall! Dafür sind wir ja alle unter anderem auch hier, um zuzuhören:)

      Ich finde es wirklich sehr toll, dass du stärker als deine Ängste warst und deiner Therapeutin geschrieben hast! :) und scheinbar hat sie ja auch völlig anders reagiert, als du dachtest. Das ist dann natürlich noch viel besser:) es ist schön, dass sie direkt darauf eingegangen ist und die Ursache dafür finden möchte!
      Welches Verhalten genau meinst du denn? Meinst du deine Gedanken und Gefühle bezüglich deiner Figur und des Essens?
      Dafür solltest du dich nicht schämen! Schau mal, du hast doch erkannt, dass es für dich ein kontraproduktives Verhalten ist und hast auch sofort den Schritt gewagt und es deiner Therapeutin gesagt. Da solltest du eher stolz auf dich sein, denn du möchtest schließlich etwas dagegen tun bzw hast den ersten Schritt schon getan.
      Du solltest es von der anderen Seite betrachten...schäm dich nicht dafür, dass du eine Email geschrieben hast sondern freu dich, sei stolz auf dich, dass du dich gegen deine Angst durchgestzt hast und die Mail abgeschickt hast! Das ist Stärke!
      UNd jaaa eigentlich ist sie zum Reden da, aber ist es denn nicht eine Art reden/kommunizieren? Eben nur auf eine andere Weise..und damit hast du doch nur den Anfang gemacht...wenn du dich bereit fühlst mit ihr darüber persönlich zu reden, dann machst du das doch auch:)
      Manchmal muss man kleine Umwege gehen, um ans 'Ziel' zu kommen! Und das ist keine Schande!

      Liebe Grüße:)
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      >Evanescence-Imaginary<

      Hej BrokenInside,

      ich schäme mich dafür, nicht im RealLive darüber sprechen zu können.

      Ich kann nicht stolz auf mich sein, denn ich habe meiner Therapeutin geschrieben, dass ich jetzt gegen meine Therapievereinbarung handeln muss und den Druck des SVV nicht mehr aushalte. Die letzten Monate und Wochen hatte ich so viel Stress, dass ich mich entschieden habe, meiner Krankheit für den Moment nachzugeben- jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt.

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      In meinem FSJ wusste mein Chef von meiner Krankheit und ich musste dennoch in der Einrichtung kochen- dafür aber nur Kinderportionen essen und er hat mir jeden Tag einen Saft mitgebracht- welchen ich leer und pur trinken musste.

      Ich hoffe ich darf das so schreiben? Wenn nicht, bitte ich euch es zu löschen)
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      Im Moment kommt es halt wieder ganz schön auf einmal zusammen. Ich bin an zwei Orten in Deutschland zu Hause. An meinem Geburtsort und an meinem Wohnort. Beide liegen 350km auseinander. Meine beste Freundin aus meinem Geburtsort- wir haben vor wenigen Tagen telefoniert und ihre letzten Worte waren "Du und deine kleine ES".
      So richtig doll fand ich es nicht und ich weiß auch garnicht wie wir darauf kamen- jedoch habe ich ihr nicht´s von meinem derzeitigen Schwierigkeiten was das betrifft erzählt.
      Meine beste Freundin an meinem Wohnort sagte nur zu mir, ich bin ganz schön fe** geworden. Was das ganze sicher nicht einfacher macht.

      Ich hoffe so sehr, dass meine Therapeutin sich auf den E-Mailkontakt einlässt, denn gegenüber treten kann ich ihr gerade nicht. In der E-Mail schrieb sie, dass sie mich gerne sehen würde. Ich habe ihr wieder eine E-Mail geschickt- nicht viel Inhalt- nur dass ich nicht bereit dazu bin und habe ihr aus den letzten Jahren jeweils ein Bild geschickt. Mit den Worten, dass die Collage mehr sagt, als tausend Worte.

      Liebe Grüße

      Lexi :love:
      Ich muss jetzt mal Frust ablassen- schreibt meine Tgerapeutin sie würde mich gerne persönlich sehen... Ich soll ihr ne Sms schicken. Ich hasse es, dass sie so absolut nicht auf die Mail's eingegangen ist. *uffff*

      Jetzt habe ich nächste Woche doch nen Termin und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich sauer bin oder nicht?

      Was bitte will sie denn schon verstehen?

      Ach, dieses Frau... *argh*

      Heute morgen im Geschäft hat ein Kollege und eine Kollegin über die Menschen gelästert, wie dünn manche Menschen nur sein können... Normal regen sich die Menschen ja wegen was anderem auf. Ich dacht ich bin im falschen Film. Als ob es so schlimm wäre, wenn man schlank ist- gibt ja auch Menschen die sind das von Natur aus. *uff* Ich habe mich dann nur noch weg gedreht... Also ehrlich, was sich manche Menschen einfallen lassen.

      Zudem kam dann auch noch der größte Chef vorbei und bringt uns Adventskalender. Ich wäre heute morgen am liebsten ausgerissen. An dieser Stelle bringt ja weder lachen noch weinen viel... *eieieieiei*

      Schon wieder so viel Input an einem Tag.

      Ich weiß nicht mehr, was ich fühlen soll. Ich kann mich nicht ertragen und anblicken gleich dreimal nicht. Da soll mal einer draus schlau werden. *seufzzzz*

      Ab morgen is auch noch meine Freundin wieder da- kann das nicht alles einfacher werden, statt schlimmer? *schnief*
      Hallo Lexi,

      du scheinst gerade extrem aufgewühlt zu sein und viel Chaos zu empfinden. Da ist es schwer, Dinge zu ordnen und zu sortieren. Hast du denn Strategien, wie du ein bisschen Abstand zu den Situationen gewinnen kannst oder wie du dich entspannen kannst? Gibt es eine bestimmte Musik, einen Film, eine Tätigkeit, die dir gut tut? Manchmal hilft es auch, sich allen Frust von der Seele zu schreiben, zum Beispiel in einem Tagebuch oder auch in unserem Dampf-Ablass-Thread. Manchmal steigert man sich dadurch aber noch mehr rein und wird noch wütender - zumindest geht mir das ab und an so.
      Ich versuche mal, dir meine Sicht zu schildern, vielleicht hilft es dir etwas.
      Zuerst zu den lästernden Kollegen: Natürlich ist Lästern nicht nett, obwohl es ja fast jeder tut. Allerdings ist man bei Themen, die einen selber betreffen, oft auch überempfindlich. Manchmal kann es zum Beispiel passieren, dass man eine Kritik an einem Schönheitsideal schon als Lästerei gegen dünne Menschen auffasst. Ich weiß nicht, wie hier die Situation war und ich finde es auch nicht so relevant. Du wirst immer wieder solchen Menschen begegnen - auch Menschen, die wesentlich unsachlicher und hämischer über andere Menschen reden. Du kannst diese Menschen oft nicht ändern, deswegen ist es wichtig, sich eine Strategie zurecht zu legen, sich das nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen bzw. sich deswegen nicht zu schaden.

      Zu dem Thema mit deiner Therapeutin möchte ich sagen: Ich finde gut, wie sie reagiert. Sie ist der Profi und sie wird wissen, warum sie lieber persönlichen Kontakt möchte statt das über E-Mail zu machen. Gerade weil es dir schwer fällt über das Thema zu reden, kann es ja wichtig sein, es zu versuchen. Und ich glaube, dass es auch einfach sehr schwer ist, per E-Mail einen Patienten genau einzuschätzen. Ich verstehe, dass du sauer bist, weil sie nicht auf die Mails eingegangen ist. Aber ich frage mich, ob dieses Gefühl nicht eher daher kommt, dass du vielleicht insgeheim schon wusstest, dass du mit ihr face to face reden musst und dich nun darüber ärgerst, dass deine Strategie nicht funktioniert hat und du einfach aus Angst vor einem Gespräch gereizt reagierst.
      Und man sollte nicht vergessen, dass eine Therapeutin eine "Therapie" oder ein "Gespräch" per Mail kaum wird abrechnen können. Sie hat ja aber auch ein Recht darauf, für ihre Leistung bezahlt zu werden und vor allem muss sie ja auch ihre Termine planen können. Wenn sie jetzt in einer Woche z.B. schon alle Termine belegt hat, woher soll sie dann die Zeit nehmen, zusätzlich noch viel Zeit in die Analyse und die Antwort von E-Mails zu stecken, für die man sich ja keinen Termin geben lässt? Das ist kein Vorwurf an dich, sondern lediglich der Versuch, etwas mehr Verständnis aufzubringen. Natürlich kann es manchmal hilfreich sein, Dinge per Mail zu schicken, über die man nicht reden kann. Aber etwas ausschließlich per Mail zu machen, ich denke, das kann man von keinem Therapeuten erwarten.

      Ich finde, was deine Freundin angeht: Wenn man eng befreundet ist, kann und sollte man es zur Sprache bringen, wenn der andere verl*tzende Dinge sagt - woher soll der andere es denn wissen? Ich würde versuchen, im nächsten Gespräch ganz ruhig und ohne Vorwurf zu sagen, dass du solche Kommentae nicht magst und dass du da aufgrund deiner Erkrankung empfindlich reagierst und sie bitten, da Rücksicht drauf zu nehmen. Ich hab damit gute Erfahrungen gemacht.

      Viele Grüße
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Die große Frage nach dem warum es jetzt wieder so schlimm ist und warum ich im realen Leben nicht drüber sprechen will.
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      TRIGGER

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      Ich habe dieses Jahr bereits mein vierten Beruf den ich ausübe.
      Zuerst habe ich meinen Traum- der Erzieherin zu werden aufgegeben... 5 Jahre lang hing ich da, für 2 Lehrjahre. Zuerst musste ich wegen Depressionen abbrechen. Das zweite mal brach ich wegen der Gerichtsverhandlung gegen meinen Erzeuger ab. Das dritte mal hatte ich in der Schule einen Sportunfall und holte mich einen Bandscheibenvorfall- weshalb ich drei Monate außer Gefecht war. Das nächste Mal musste ich am Bauch operriert werden- ich kann keine Kinder bekommen- war dann wieder drei Monate krank. Ich startete also endlich das zweite Mal zumindest das 2.te Lehrjahr- ich kam in eine doofe Einrichtung, die Anforderungen steigerten sich um das dreifache und diverse andere Dinge. Mich für einen Abbruch- einen endgültigen- hat mir das Herz gebrochen.

      Ich suchte also eine Arbeit. Ich war Aushilfe im REWE. Ich war wirklich gut. Und der Chef versprach mir, mich fest einzustellen, wenn ich gut bin. Stattdessen bot er mir eine Teilzeitbeschäftigung an. Diese reichte aber vom Lohn her nicht aus und ich hätte jeden Tag 36km mit dem Rad fahren müssen... Da ich kein Auto habe und da das Geld nicht reichte, war eine Monatskarte mit 80€ monatlich nicht drinnen.

      Ich suchte also eine neue Beschäftigung. Die war auch sehr schnell gefunden. Der Beruf einer Bäckereifachverkäuferin war gefühlt wie ein Traum. Allerdings arbeitete ich 60h/ Woche, trug schwerwiegende Verantwortung... Ich bekam keinen Urlaub, wir waren grundsätzlich Unterbesetzt, ich bekam auch hier keine Gehaltserhöhung- obwohl diese mir wegen meines großen Willen, einer sauberen Arbeit und hoher Verantwortung zugesagt wurde. Also schmiss ich auch das nach 5 Monaten- kurz vor dem Bournout.

      Ich fing im Callcenter an. Mein Arbeitgeber machte alle nur schlecht. Meine Zahlen stimmten nicht und wirklich absolute jede Bemühung verlief im Sand. Wir sind von 100 Mitarbeitern auf 20 reduziert worden und der Druck wurde immer höher.

      Ich verzweifelte- sprach kaum, weinte den halben Tag, so wie es aussah, fand ich nicht's neues. Ich kündigte in der Hoffnung, dass Gott sich meiner erbarmt und mir eine letzte Chance gibt.

      An meinem letzten offiziellen Arbeitstag bekam ich einen Anruf und dürfte sofort los und den neuen Arbeitsvertrag unterschreiben. Direkt am nächsten Tag ging es los.

      Ich wurde also stationiert, arbeitete wie wild und gab alles. Nachdem ich dann schon zwei Bezirke konnte (innerhalb von zwei Wochen) wurde ich tatsächlich einem neuen Stützpunkt zugeteilt und stehe damit nun ziemlich alleine da, weil sich niemand damit so richtig auskennt und mir bei konkreten Fragen helfen kann. Ich bin auf Teilzeit eingestellt und arbeite momentan mehr als eine Vollzeitkraft. Nach 10.45 h darf ich erst aufhören meiner Tätigkeit nach zu gehen.

      Nun also warum die Essstörung?

      Weil es mir ambivalenter Weise Kraft gibt. Es zeigt mir, wenn ich den Willen habe, kann ich etwas zu Ende bringen. Das ist viel für mich wert. Ich brauche die Sicherheit, dass nicht ich die Versagerin bin, sondern das wirklich, einfach wirklich alles doof gelaufen ist.

      Was meine Freundin angeht, sie hat das alles mit mir erlebt, meine Hand gehalten, mir Trost gespendet und mich unterstützt wo sie nur kann. Sie hat wegen mir auf alles verzichtet. Und jetzt soll ich ihr den nächsten Hammer an den Kopf werfen? Ich weiß nicht, wie viel sie noch aushält. Also lüge ich, und baue so einen Teil meines Drucks ab.

      Ich war schon mal 12 Wochen stationär und musste mich von Ober bis unten aufpäppeln lassen. Ich musste ein "Hochgewicht" erreichen, ohne das ich hätte die Klinik nicht verlassen durfte. Ich kenne also das ganze Spiel.

      Aber im Moment gibt es mir Kraft und Halt. Und ja, ich weiß das mein Verhalten sicher alles andere als richtig ist, aber für mich gibt es mir gerade die Kraft durch zu Halten.

      Wenn schon absolut nicht's stimmt- kann ich zumindest dafür sorgen, dass ich mich in meinem Körper wieder wohl fühle.

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      So, lange Story. Aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen, mich zumindest zum Teil zu verstehen.

      Liebe Grüße

      Lexi
      Hallo Lexi,

      schade, dass du auf meine Antwort nicht eingegangen bist.
      Es tut mir Leid, dass die letzten Jahre beruflich und privat für dich so anstrengend waren und ich verstehe, dass ein krankhaftes Verhalten wie eine Essstörung einem das gefühl gibt, es würde helfen.

      Lexi.90 schrieb:

      Weil es mir ambivalenter Weise Kraft gibt. Es zeigt mir, wenn ich den Willen habe, kann ich etwas zu Ende bringen. Das ist viel für mich wert. Ich brauche die Sicherheit, dass nicht ich die Versagerin bin, sondern das wirklich, einfach wirklich alles doof gelaufen ist.
      [...]

      Aber im Moment gibt es mir Kraft und Halt. Und ja, ich weiß das mein Verhalten sicher alles andere als richtig ist, aber für mich gibt es mir gerade die Kraft durch zu Halten.

      Wenn schon absolut nicht's stimmt- kann ich zumindest dafür sorgen, dass ich mich in meinem Körper wieder wohl fühle.


      Ich habe im Moment daher auch nur eine kurze Frage an dich: Warum bist du dann in einem Selbsthilfeforum? Das soll kein Vorwurf sein oder der Versuch, dich hier am Schreiben zu hindern. Sondern wirklich eine Frage nach deiner Motivation. Denn du bist hier in einem Selbsthilfeforum und schreibst hier über deine Probleme. Also gibt es vielleicht doch einen Teil in dir, der die Essstörung bekämpfen will, weil er merkt, dass die negativen Seiten dramatisch die scheinbar positiven überwiegen.

      Viele Grüße
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hallo Fylgja,

      indirekt bin ich auf deine letzte Nachricht eingegangen.

      Warum soll ich den Dampf-Ablass- Thread nutzen, wenn es doch gerade darum geht, um meine ES?

      Ich habe dich nicht angesprochen und bin nicht direkt auf deine Fragen eingegangen, aber ich bin einem Rat von dir nachgegangen.

      Zu der Frage warum SH- Forum.
      Wenn du genau liest findest du Worte, wie ambivalent, Kraft, Willen und Halt- genau in dem, was du zitiert hast.

      In der Hilfe zur Selbsthilfe geht es meiner Meinung nach nicht darum, Fehlverhalten- als welches ich ja selbst bezeichne, sofort zu ändern.

      Das es sich hier genau darum haltet, dass weiß ich und wenn man genauer liest, liest man es auch raus.

      Zudem, wie steht es um Fragen, was ich dagegen halten kann, wie es mir besser gehen könnte, was ich brauche etc.

      Hilfe zur Selbsthilfe kann auch der Versuch sein, neue Dinge zu finden, alte auszubauen oder einfach mal- eben auf eine unschädliche Art und Weise Druck und Dampf abzulassen.

      Hat man Dinge einmal nieder geschrieben, ist doch der Prozess in dem man darüber nachdenkt ein ganz anderer?

      Liebe Grüße
      Hallo Lexi,

      tut mir Leid, dann habe ich dich offensichtlich falsch verstanden.

      Lexi.90 schrieb:

      Warum soll ich den Dampf-Ablass- Thread nutzen, wenn es doch gerade darum geht, um meine ES?
      Ich habe ja nicht geschrieben, dass du statt hier im DAT schreiben sollst. Sondern es war ein allgemeiner Tipp, dass sich etwas von der Seele schreiben helfen kann, aber auch seine Gefahren hat. Ich mache das oft, allerdings nicht öffentlich. Vom DAT abgesehen ist das Forum hier zum konstruktiven Austausch gedacht, deswegen gibt es auch gewisse Tipps um Threads zu erstellen. Um wirklich Dampf abzulassen ist eben der Dampf-Ablass-Thread gemacht, wie der Name sagt. Aber darum ging es mir bei meinem letzten Posting gar nicht.

      Lexi.90 schrieb:

      Wenn du genau liest findest du Worte, wie ambivalent, Kraft, Willen und Halt- genau in dem, was du zitiert hast.
      Ja, diese Worte stehen da. Aber sie stehen in einem Kontekt und zwar nicht in einem positiven Zusammenhang, sondern im Zusammenhang mit der Essstörung - dass eben diese dir Kraft und Halte biete. Mir ging es mit meiner Antwort darum, dir einen Anstoß zu geben, das zu hinterfragen. Mir ging es darum, herauszufinden, welche Motivation du hast, gegen die ES anzukämpfen - denn dass du eine hast, davon gehe ich aus, da du ja hier schreibst. Ich habe nicht behauptet, dass du nicht an dir arbeiten willst oder gar keine Fragen gestellt hättest. Meine Frage, warum du hier schreibst war nur als Denkanstoß gemeint.

      Du hast Recht, es geht nicht darum, Fehlverhalten sofort zu ändern. Aber der erste Schritt ist, dieses als solches anzuerkennen. Und ich wollte - vielleicht ungeschickt formuliert - versuchen dir aufzuzeigen, dass die "positiven" Seiten der ES Teil des Krankheitsbildes sind. Und ja, natürlich kann sich der Prozess des Nachdenkens über ein Thema ändern, wenn man es erstmal niedergeschrieben hat. Aber hier geht es ja auch vor allem um Kommunikation mit anderen Betroffenen und dann muss man auch mit Anmerkungen und Fragen zu dem, was man niedergeschrieben hat, rechnen. Tut mir Leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe.

      Viele Grüße
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hallo Fylgja,

      entschuldige bitte, dass ich bisher nicht geantwortet habe.
      Die letzten Tage und Wochen waren doch sehr anstregend für mich.

      Die ES als ambivalenten Schutz zu nehmen ist natürlich keine gute Art & Weise- und ja, ich weiß das auch.

      Es tut mir Leid, dass ich so forsch in meinem Ton gewesen bin- auch das war, wie so oft in letzter Zeit- keine böswillige Absicht.

      Liebe Grüße


      Lexi
      Hi,
      auch ich bin adipös und kenne den Kampf mit dem Essen (auch wenn es bei mir andere Ursachen hat). Das deine Freundin nichts mit Obst und Gemüse anfangen kann finde ich schade. Manchmal sind es nur kleine Dinge die einen schon weiter bringen wie z. B. Getränke oder die Tatsache das Vollkornprodukte länger satt machen als reine Weizenprodukte. Ich mag Gemüse, kaufe es auch regelmäßig nur hab ich das Problem dieses zu vergessen deswegen trickse ich mich selbst aus in dem ich das Gemüse z. B. mit in eine Soße sch*ei*d* oder ähnliches. Wenn du nicht sofort stationär möchtest und auch mit deiner Therapeutin nicht vorwärts kommst wie wäre es mit einer Ernährungsberatung?

      Bezüglich der Essstörung. Es gibt ein Buch das heißt "Kontrolliert außer Kontrolle", und das beschreibt gut was das Problem an dieser Störung ist. Man ist der Meinung man hat die Kontrolle über sich selbst doch irgnedwann ohne das man es unbedingt bemerkt verliert man die Kontrolle (in welche Richtung auch immer). Es klingt vielleicht verrückt, aber wenn du es mit Sport und Ernährungsumstellung und deiner Therapie nicht schaffst hast du schon mal über eine Magenverkleinerung nach gedacht? ich war schon mal eine ganze Weile bei einer Selbsthilfegruppe mit Adipösen Menschen, diese Zeit war sehr interessant.

      Und noch etwas: Du hattest geschrieben "Sie hat alles mit mir durch gemacht und jetzt soll ich ihr den nächsten Hammer an den Kopf werfen?". Manchmal möchte man einen Menschen schützen, weil man der Meinung ist das er die Belastung nicht stand halten kann, aber wenn es wirklich eine gute und nahstehende Freundin ist wird sie dich auf deinem weitern Weg begleiten.
      von deinen Eltern längst verstoßen
      von deinen Freunden stehts Betrogen
      jetzt stehst du da und fühlst dich so allein

      (New Law - Tränen)
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