"normal" Essen oder Job weg - PANIK

      "normal" Essen oder Job weg - PANIK

      Hallo zusammen,

      ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals wieder in diesem Unterforum posten werde, aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt...

      Kurze Vorgeschichte: Vor 10 Jahren hatte ich mal ziemliche Probleme damit, genug zu essen. Damals drohte mir meine Mutter mich einzuweisen, weshalb ich auf andere destruktive Verhaltensweisen "umstieg". Trotzdem gab es nach dieser Zeit immer wieder Phasen, in denen die Essstörungsgedanken und Verhaltensmuster sehr präsent waren. So ging das dann meistens ein paar Wochen, ich nahm ein paar Kilo ab, dann machte es irgendwann "klick" im Kopf und alles war wieder normal und ich nahm wieder zu.
      Kurze Vorgeschichte in einem anderen Aspekt: Letztes Jahr im Herbst wurde ich vollkommen unerwartet (zumindest unerwartet für meine Chefin) eingewiesen. In der Firma brach vorrübergehend das Chaos aus (es ist eine sehr kleine Firma, also wenn da mal unerwartet jemand längere Zeit ausfällt gibt es wirklich Probleme). Ich bekam die Kündigung. Nach meinem Klinikaufenthalt führte ich lange Gespräche mit meiner Chefin und sie meinte schließlich, dass jeder eine zweite Chance verdient hätte und ich wieder anfangen dürfe zu arbeiten.
      Soweit, so gut.

      Vor ca. 2 Monaten ging es wieder mit so einer "Essstörungsphase" los. Erst mal dachte ich mir nichts weiter dabei, war ja alles nicht neu für mich. Mittlerweile bin ich aber untergewichtig. Ich finde nicht, dass ich zu dünn bin, aber gestörte Selbstwahrnehmung und so lassen grüßen. Jedenfalls dürfte es offenbar auffallen, da ich von allen Seiten darauf angesprochen werde, dass ich so dünn geworden sei. Ich esse auch nicht mehr mit meinen Kollegen zusammen mittag, was auch aufgefallen ist.

      Und jetzt kommts: Heute kam meine Chefin zu mir und meinte, sie würde mittlerweile bereuen mich wieder eingestellt zu haben. Sie sei der Meinung, dass ich wieder mit 180 gegen die Wand fahre und dass sie dann wieder irgendjemanden suchen muss, der meine Arbeit macht, weil ich im Krankenhaus bin. Und darauf hätte sie keine Lust. Sie warf mir vor, dass ich ja eigentlich gar nicht zunehmen will (womit sie ja grundsätzlich auch recht hat).
      Ich habe jetzt von ihr den Auftrag, mir bis morgen etwas zu überlegen, wie ich sie davon überzeugen kann, dass ich wirklich wieder "normal" werden will. Sonst... müsse sie sich etwas überlegen, und nach dem, was sie vorher gesagt hat, klingt das eben nach Kündigung.

      Ich fühle mich in die Ecke gedrängt. Jeder, der eine Essstörung hat, wird nachvollziehen können, dass ich mich jetzt nicht von einem Tag auf den anderen wieder zu den anderen an den Tisch setzen kann und das essen kann was die auch essen. Es geht einfach nicht. Außerdem finde ich, dass sie sich in etwas einmischt, das sie nichts angeht. Ich bin freundlich zu allen, in der Lage meine Arbeit normal zu erledigen, es ist alles gut. Ich meine, was erwartet sie mit dieser Forderung von mir? Dass ich jeden Tag vor ihren Augen eine Tafel Schokolade esse (wobei sie im Gespräch auch meinte, dass sie sicher keine Lust hat zu kontrollieren, was ich esse- also was will sie von mir? ) ?

      Wie würdet ihr darauf reagieren? Ich bin absolut planlos was ich tun soll, ich will meinen Job natürlich nicht verlieren.

      Ich dränge ja normalerweise nicht auf schnelle Antworten, aber in diesem Fall drängt die Zeit wirklich- egal, was euch dazu einfällt, bitte schreibt es.

      Danke

      eine verzweifelte wild_angel
      If everything seems to be going against you,
      remember that the aeroplane takes off against the wind,
      not with it...
      (Henry Ford)

      ~~~~~~~~
      Ich versuche nach den Sternen zu greifen, doch das Universum expandiert....
      Hey

      erstmal bin ich deiner Meinung, dass sich deine Chefin in etwas einmischt - was sie absolut nichts angeht. Du sagst du machst deine Arbeit sorgfältig und korrekt, bist freundlich usw. richtig?? Denn wenn dein Gewicht deine Arbeitsergebnis beeinflusst dann sieht das etwas anders aus- dann geht es deine Chefin etwas an.

      Da ihr eine kleine Firma sei gibt es wahrscheinlich keinen Betriebsrat oder? Gibt es eine Kollegin/Kollegen mit dem du dich besser verstehst, auf deiner Seite ist und dich unterstützen kann? Dich kann keiner zwingen mit deinen Kollegen zusammen zu essen (ich habe auch eine Essstörung. ich esse mit meinen Kollegen zusammen aber ich bringe mir mein essen mit)

      Ich würde fachlich an die Sache rangehen. Also konkret fragen ob deine Arbeitsleistung schlechter geworden du langsamer bist ect.
      Hast du den Unterstützung (ambulante Therapie, Selbsthilfegruppe ect?) Es könnte für deine Chefin eine "Entlastung" darfstellen wenn du therapeutisch/medizinsches angebunden bist. Dann trägt sie nicht die Verantwortung. (sie hat ja fürsorgepflicht)

      du musst dich aber auch darauf einstellen, dass deine Chefin stur bleibt. Ich hatte auch mal einen Chef der die Meinung hatte eine Essstörung sei ja grundsätzlich heilabar (im Gegensatz z.b. zum Tourette-Syndrom) und ich solle doch jetzt bitte gesunden.
      Ich weis gar nicht wie das rechtlich aussieht aber ich glaube man darf keinen wegen Krankheit kündigen. Wenn du jetzt doch die Kündigung bekommst kannst du das durch einen Rechtsanwalt prüfen lassen - obwohl es wenig Sinn macht sich in einen Betrieb einzuklagen.
      hej du,

      ich bin ganz ehrlich, ich kann deine chefin ein stückweit verstehen.
      zum einen ist sie ganz offensichtlich total hilflos deiner situation gegenüber, sonst würde sie nicht mit so einem ultimatum kommen.

      zum anderen hat sie ja nun mal wirklich die erfahrung gemacht, wohin das einmal abgerutscht ist, als du so eine "schlechte" phase hattest. und letztlich, tut mir leid wenn ich das so deutlich sage (bin auch in einer recht kleinen firma und wir hatten gerade eine kollegin, die 6 monate gefehlt hat -.-) bleibt es an allen anderen hängen, wenn jemand lange ausfällt, so dass die kollegen die arbeit mitmachen müssen, was wiederum zu überlastungen und stress bei allen anderen führt und die gesundheit aller im unternehmen gefährdet. und auch dafür hat deine chefin eine fürsorgepflicht, also dafür zu sorgen, dass alle anderen, die dann die arbeit der ausfallenden person machen müssen, trotzdem nur so viel arbeiten, dass sie nicht auch noch kaputt gehen.

      was kannst du machen? nochmal ganz ehrlich: ich denke du wirst dich entscheiden müssen, ob du mit oder gegen deine krankheit leben willst. nicht mit aller kraft dagegen anzukämpfen bringt folgen mit sich, das merkst du jetzt gerade sehr schmerzhaft. es ist aber nun mal so.

      deine chefin will ja erst mal "nur":
      ... Ich habe jetzt von ihr den Auftrag, mir bis morgen etwas zu überlegen, wie ich sie davon überzeugen kann, dass ich wirklich wieder "normal" werden will.

      was nur so viel heißt wie, sie will von dir eine ernst gemeinte antwort darauf, wie du deine esstörung bekämpfen willst und wirst.
      ich finde, dass das nicht zu viel verlangt ist und dass das auch jede person, die mit dem eigenen leben berührungspunkte hat, verlangen kann. man kann nicht einerseits beklagen, dass die leute immer weniger mitgefühl und empathie für andere haben und andereseits nicht verstehen wollen, dass andere keine lust haben einem zuzusehen, wie man sich kaputt macht.

      jeder, der einem menschen mit psychischen störungen nahe steht, leidet darunter zu sehen, wie der nahestehende mensch sich selbst zerstört. ich finde es legitim, das dem kranken auch mitzuteilen. was derjenige dann daraus macht, ist ja noch immer seine eigene entscheidung. man kann auch sagen "ist mir egal, die krankheit ist mir wichtiger als mein job, meine beziehungen, als alle menschen um mich herum, ich will nicht gegen sie kämpfen." dann muss man aber halt auch mit den konsequenzen leben, die vermutlich lauten, dass man irgendwann mit der krankheit alleine da steht.

      jede/r von uns betroffenen ist irgendwann im leben an dem punkt, wo man sich entscheiden muss, was wichtiger ist: hart an sich arbeiten, viele rückschläge aushalten, viel ungewohntes, angst machendes neues probieren, und irgendwann gesund werden - dafür menschen, die wichtig sind nicht weiter zu verletzen und sich einem normaleren leben anzunähern. oder mit der krankheit zu bleiben, weil es bekannt und leichter ist und vor bestimmten themen und der auseinandersetzung damit schützt, dafür aber menschen zu verletzen, zu vergraulen und mit den konsequenzen und entsprechenden einschränkungen leben zu müssen.

      ich denke, deiner chefin wäre ein zeichen wichtig, dass du bereit bist die krankheit hinter dir zu lassen und ernsthaft am gesundwerden zu arbeiten. überleg doch mal, ob du ihr das geben kannst - oder ob der andere weg wirklich richtiger wäre.

      alles liebe,
      solaine
      Not two people are alike. No hearts beat to the same rhythm. If nature wanted everyone to be the same, we were like that. Therefore, disrespecting differences and imposing your thoughts on others amounts to disrespecting nature.

      \Elif Shafak\
      Hallo,

      danke für deine Antwort.

      Junimond schrieb:


      Ich würde fachlich an die Sache rangehen. Also konkret fragen ob deine Arbeitsleistung schlechter geworden du langsamer bist ect.
      Hast du den Unterstützung (ambulante Therapie, Selbsthilfegruppe ect?) Es könnte für deine Chefin eine "Entlastung" darfstellen wenn du therapeutisch/medizinsches angebunden bist. Dann trägt sie nicht die Verantwortung. (sie hat ja fürsorgepflicht)


      Auf den Punkt, den du hier genannt hast, habe ich sie heute im Gespräch auch schon angesprochen. Ich habe ihr (natürlich nicht ganz so hart formuliert) gesagt, dass es doch meine Sache ist, wie viel ich wiege, solange ich meine Arbeit gewohnt zuverlässig und schnell erledige, und da musste auch sie zugeben, dass ich das tue. Es ist teilweise auch eine körperlich anstrengende Arbeit und das bekomme ich alles ohne Probleme hin. Aber ich hatte das Gefühl, dass diese Botschaft gar nicht richtig angekommen ist.

      Sie weiß, dass ich in eine ambulante Skillsgruppe gehe, ambulante Einzeltherapie habe und regelmäßig zu einer Psychiaterin gehe- deswegen verstehe ich nicht, was sie noch will. Ich arbeite ja an mir, nur es ist nicht so einfach, wie sie sich das vorstellt, und dass sie mich jetzt vor die Wahl stellt, dass ich entweder von jetzt auf gleich wieder Normalgewicht erreiche oder ich fliege raus, macht nur noch mehr Stress, den ich auch wieder irgendwie kompensieren muss.

      So eine Kandidatin wie dein Ex-Chef dürfte sie auch sein. Sie meinte, immerhin hätte ich mich ja entschieden, nichts zu essen, da könnte ich mich ja jetzt genauso entscheiden, wieder etwas zu essen, und wenn ich trotzdem nicht mit allen zusammen esse, ist das schlicht und einfach ein Zeichen dafür, dass ich ja gar nicht gesund werden will. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass das keine bewusste Entscheidung ist, aber das wollte sie nicht hören, das sind für sie nur Ausreden. Sie ist einfach sehr direkt, sie meinte auch in der Vergangenheit schon mehrmals (und auch heute im Gespräch) , dass sie durchdrehen würde, wenn ihre Tochter so wäre wie ich.

      Ich habe schon überlegt ihr vorzuschlagen, dass ich einen Notfalltermin bei meiner Psychiaterin mache (ich hätte regulär erst in 2 Wochen wieder Termin), damit sie die Gewissheit hat, dass jemand mit Fachkenntnis ein Auge auf mich geworfen hat. Nur ich weiß eben nicht, ob das das ist, was sie von mir hören möchte, da sie ja nichts Konkretes gesagt hat, außer dass ich mir etwas überlegen soll um zu beweisen, dass ich wirklich gesund werden will.


      solaine schrieb:

      hej du,

      ich bin ganz ehrlich, ich kann deine chefin ein stückweit verstehen.
      zum einen ist sie ganz offensichtlich total hilflos deiner situation gegenüber, sonst würde sie nicht mit so einem ultimatum kommen.

      [...]
      deine chefin will ja erst mal "nur":
      ... Ich habe jetzt von ihr den Auftrag, mir bis morgen etwas zu überlegen, wie ich sie davon überzeugen kann, dass ich wirklich wieder "normal" werden will.

      was nur so viel heißt wie, sie will von dir eine ernst gemeinte antwort darauf, wie du deine esstörung bekämpfen willst und wirst.
      ich finde, dass das nicht zu viel verlangt ist und dass das auch jede person, die mit dem eigenen leben berührungspunkte hat, verlangen kann. man kann nicht einerseits beklagen, dass die leute immer weniger mitgefühl und empathie für andere haben und andereseits nicht verstehen wollen, dass andere keine lust haben einem zuzusehen, wie man sich kaputt macht.



      Verstehen kann ich die Reaktion meiner Chefin auch, darum geht es mir auch gar nicht, ich finde es vollkommen in Ordnung, dass sie mich darauf angesprochen hat. Nur ich weiß eben nicht, was ich mit dieser Forderung anfangen soll. Wie oben schon geschrieben gehe ich zur ambulanten Skillsgruppe, zur ambulanten Einzeltherapie, alle paar Wochen zu meiner Psychiaterin. Also es ist ja nicht so dass ich den ganzen Tag zuhause sitze und mich in einer Essstörung verkrieche. Manche Dinge brauchen eben Zeit, und es gibt eben auch manchmal Rückschläge, aber ich weiß nicht, wie ich ihr das begreiflich machen soll, ohne dass es für sie wieder nur eine Ausrede ist.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „wild_angel“ ()

      das hab ich eben erst gesehen mit deinen threapien.

      sag ihr das doch noch mal in ruhe, also liste ihr nochmal auf, was du alles tust, und sag ihr auch noch mal, dass das eben ein langer weg und kein fingerschnipsen ist. wenn sie halbwegs klar denken kann, wird sie dann sicherlich auch verstehen, dass du dir mühe gibst und es zeit braucht, dinge zu verändern. vielleicht kannst du ihr auch die ehrliche einschätzung deiner therapeuten makl erzählen, also wenn die sagen, es gibt eine besserung, auch wenn es langsam und nicht immer nur vorwärts geht, vielleicht beruhigt sie das auch.

      und ich würde ihr schon auch nochmal sagen, dass du das auch nicht willst, weiter in der krankheit hängen und weiter abnehmen. einfach weil es vielleicht für nichtbetroffene auch nicht so einfach ist zu glauben, dass jemand krankheitseinsicht hat und wirklich etwas ändern will, sich auch bemüht und es "optisch" trotzdem schlimmer wird.
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      \Elif Shafak\
      Hallo wild_angel,

      das ist jetzt vielleicht eine dumme Idee, ich kenne mich mit soetwas nicht aus und kenne weder deinen Job noch deine finanzielle Situation und was das für einen Betieb bedeuten würde, aber: Wäre es möglich, dass ihr überlegt, dass du weniger arbeitest, also um ein paar Stunden oder Prozent kürzt und stattdessen noch eine weitere Person eben für diese Stunden, die du nicht arbeitest, eingestellt wird? So wäre doch im Notfall jemand da, der auch deinen Job machen könnte (wenn sich sojemand finden lässt) und du hättest mehr Zeit und Ruhe für dich und deine Therapien - sofern du das brauchst. Vielleicht wirklich eine blöde Idee, aber das ist mir so spontan als Vorschlag für deine Chefin eingefallen.

      Ansonsten: Denkst du etwas Infomaterial würde ihr helfen? Beratungsstellen bieten doch oft (auch online) Infomaterial für Angehörige, das könnte die Kommunikation vielleicht verbessern.

      Auch wenn ich deine Chefin verstehen kann, ich finde sie ist ganz klar grenzüberschreitend, wenn sie Dinge sagt wie die, dass sie durchdrehen würde, wenn ihre Tochter so wäre wie du (ich persönlich würde ja frech kontern und sagen: "Wieso? Weil sie so außer sich wären vor Freude, einen so tapferen Menschen als Tochter zu habenzu haben, der neben einer Krankheit auch noch so gute Arbeit leistet wie ich?", aber ich glaube, solche Sprüche kann man nur bei ganz wenigen Menschen bringen, ohne dass es zur Eskalation führt...).
      Klar, sie hat auch eine Fürsorgepflicht für ihre anderen Mitarbeiter. Aber eben auch für dich. Und ich finde, sie könnte ihre Situation auch mit wesentlich mehr Empathie schildern, als jemandem, der krank ist, auch noch eines auf den Deckel zu geben. Auch wenn die Konsequenzen (im schlimmsten Fall Entlassung) die gleichen wären, finde ich, dass man da ruhig zeigen darf, dass man kranke Menschen nicht nur als Problem wahrnimmt. Das nur um dir zu sagen, dass nicht jeder so denkt wie deine Chefin.

      Alles Gute dir,
      Fylgja.
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hallo,

      ich möchte dir aus Sicht einer Beraterin, die ich im Nebenjob bin und aus Sicht einer Sozialpädagogin folgendes schreiben.

      Das Verhalten deiner Chefin wirkt auf mich absolut unprofessionell.
      Ich persönlich muss ganz klar sagen, dass hier Grenzüberschreitungen stattfinden und würde mir überlegen, ob ich in dieser Firma bleibe und überhaupt noch eine Zukunft habe.

      In diesem Fall weiß die Frau zu viel über dich und vermischt privates mit beruflichem, was aus meiner Erfahrung mit Burn-out Patienten eine ganz üble Sache ist.
      Halte dir immer vor Augen, dass hier klare Grenzüberschreitungen statt finden und es nicht an dir liegt.

      Ich würde so schnell wie möglich schauen, dass ich mich an anderer Stelle bewerbe, mir dann wenn es geklappt hat die Kündigung ausstellen lassen und nichts aber auch gar nichts über meinen Neuanfang bekannt machen. Eventuell auch den Kontakt zu Kollegen abbrechen, die schnell tuscheln oder blappern.

      Hier wird ganz viel darüber gesprochen, dass auch die Chefin zu verstehen ist oder über Teilzeitmodelle.
      Ich würde mir die Frage stellen, ob es mit diesen Kollegen und Vorgesetzten für mich noch eine Zukunft gibt.
      Denn wenn die Frau einmal auf dieser Ebene beginnt, kann sich das unendlich weiter ziehen.

      Mit dem Chef über private Probleme Abkommen treffen ist ein no-go. Genau wie deine Kollegen entscheiden können, ob sie zum Bunjee Juming gehen, in gefährlichsten Gegenden der Welt Urlaub machen oder ähnliches, bist du mündig und entscheidest auch mit der Krankheit wie viel du isst
      Die Chefin ist nicht dein gesetzlicher Betreuer, sondern deine Chefin.

      Es wird letztendlich nur 3 Wege geben. Entweder sie behandelt dich weiterhin so mit der Gefahr Macht über dein Leben zu übernehmen (wobei ich mir dabei nicht vorstellen kann, dass das gut ist, da du dann immer mehr fremdggesteuert wirst. Möglichkeit 2 ist klare Ich- Botschaften auszusenden und auf Konfrontation zu gehen und Möglichkeit 3 wäre ein Neuanfang unbelastet in einer anderen Firma.

      Ich weiß ja nicht wie nahe du der Chefin stehst. Für mich ist das der Punkt an dem ich bei einer sehr freundschaftlichen Beziehung immer Konflikte sehe und meinen Klienten auch eher zu Bedenken gebe, ob es in jedem Fall gut ist, ein kameradschaftliches Verhältnis zum Vorgesetzten zu haben, da es im Extremfall eben auch blockieren kann.

      Man kann sich um Kollegen Sorgen machen. Keine Frage. Aber Dinge wie Vergleiche oder derartige Bemerkungen gehören definitiv nicht dazu.

      Letztendlich kann dir niemand die Entscheidung abnehmen. Ich persönlich hätte gekündigt, weil ich in der Lage nicht noch jemanden brauche, der zusätzlich eins drauf drückt.


      jeder, der einem menschen mit psychischen störungen nahe steht, leidet darunter zu sehen, wie der nahestehende mensch sich selbst zerstört. ich finde es legitim, das dem kranken auch mitzuteilen. was derjenige dann daraus macht, ist ja noch immer seine eigene entscheidung. man kann auch sagen "ist mir egal, die krankheit ist mir wichtiger als mein job, meine beziehungen, als alle menschen um mich herum, ich will nicht gegen sie kämpfen." dann muss man aber halt auch mit den konsequenzen leben, die vermutlich lauten, dass man irgendwann mit der krankheit alleine da steht.


      Das mag stimmen, trifft hier aber eher bedingt zu. Die Chefin ist im Normalfall kein fester Teil der Familie der TE und es sollte deutliche Unterschiede zwischen Chef und Familie geben. Der Chef darf gerne seine Sorge äußern. Allerdings in einem angemessenen Kontext. Erpressungsversuche oder Deals und ähnliches oder Diffarmierungen sind hier fehl am Platz. Das geht die Chefin absolut nichts an. Es gibt Gleichstellungsgesetze. Sogar Aids Kranke dürfen keinen Nachteil erfahren.



      zum anderen hat sie ja nun mal wirklich die erfahrung gemacht, wohin das einmal abgerutscht ist, als du so eine "schlechte" phase hattest. und letztlich, tut mir leid wenn ich das so deutlich sage (bin auch in einer recht kleinen firma und wir hatten gerade eine kollegin, die 6 monate gefehlt hat -.-) bleibt es an allen anderen hängen, wenn jemand lange ausfällt, so dass die kollegen die arbeit mitmachen müssen, was wiederum zu überlastungen und stress bei allen anderen führt und die gesundheit aller im unternehmen gefährdet. und auch dafür hat deine chefin eine fürsorgepflicht, also dafür zu sorgen, dass alle anderen, die dann die arbeit der ausfallenden person machen müssen, trotzdem nur so viel arbeiten, dass sie nicht auch noch kaputt gehen.


      Natürlich ist das so. Aber das ist das Problem der Chefin und nicht der TE. Die Chefin muss dann eine Möglichkeit der Wiedereingliederung oder Beschäftigung finden, die auf die TE zugeschnitten ist. Sie kann ihre Entscheidung auch kommunizieren. Aber ohne private Details einfließen zu lassen und die Krankheit an sich in den Vordergrund rücken zu lassen.
      Die Chefin ist keine Psychotherapeutin und kein gesetzlicher Vormund. Dementsprechend sollte sie sich auch verhalten.

      Wenn ich vor hätte dort weiter zu arbeiten, würde ich das auch kommunizieren. Halt. Bis hier hin und nicht weiter.

      Weiterhin würde ich mir auch überlegen, ob ich wenn es doch einen Firmenwechsel gibt, meinem Chef so viel private Details zukommen lasse (wie die Skill Gruppe usw.)
      Es ist sicher wichtig und auch schön, wenn man mit dem Chef über Probleme im privaten Bereich reden kann. Aber du erlebst gerade, dass das auch böse ausgenutzt wird und nach hinten gehen kann. Das ist letztendlich aber eine Entscheidung, die jeder für sich trifft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Lina478“ ()

      Lina478 schrieb:


      Mit dem Chef über private Probleme Abkommen treffen ist ein no-go.


      Natürlich ist das so. Aber das ist das Problem der Chefin und nicht der TE. Die Chefin muss dann eine Möglichkeit der Wiedereingliederung oder Beschäftigung finden, die auf die TE zugeschnitten ist.


      hier entdeckst du direkt den widerspruch: wie die chefin nun aber zb wiedereingliederungsmaßnahmen, die "auf die TE zugeschnitten sind" entwerfen soll, ohne dabei "persönliche details" der krankheit zu berücksichtigen, bleibt ein großes rätsel. gliedert man dann einen bandscheibenvorfall genau so wieder ein wie ein burn out, weil man ja die persönlichen details nicht berücksichtigen darf?

      eine krankheit ist kein "persönliches detail", ich glaube da unterscheidet sich meine wahrnehmung von der von lina. eine krankheit ist für mich ein auch gesellschaftliches problem bzw. symptom, nicht nur weil die kosten für die heilung / therapie die ganze gesellschaft (zumindest der krankenversicherte teil der gesellschaft) trägt, sondern auch weil die krankheit einfluss nimmt auf mehr als nur die betroffene person, und nicht zuletzt weil bestimmte krankheitsbilder auch an gesellschaftliche zustände geknüpft sind.

      das ist beim bungee jumping anders.

      lg
      solaine
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      \Elif Shafak\
      hier entdeckst du direkt den widerspruch: wie die chefin nun aber zb wiedereingliederungsmaßnahmen, die "auf die TE zugeschnitten sind" entwerfen soll, ohne dabei "persönliche details" der krankheit zu berücksichtigen, bleibt ein großes rätsel. gliedert man dann einen bandscheibenvorfall genau so wieder ein wie ein burn out, weil man ja die persönlichen details nicht berücksichtigen darf?eine krankheit ist kein "persönliches detail", ich glaube da unterscheidet sich meine wahrnehmung von der von lina. eine krankheit ist für mich ein auch gesellschaftliches problem bzw. symptom, nicht nur weil die kosten für die heilung / therapie die ganze gesellschaft (zumindest der krankenversicherte teil der gesellschaft) trägt, sondern auch weil die krankheit einfluss nimmt auf mehr als nur die betroffene person, und nicht zuletzt weil bestimmte krankheitsbilder auch an gesellschaftliche zustände geknüpft sind.das ist beim bungee jumping anders.lgsolaine


      Sorry, aber ich sehe da keinen Widerspruch. Vielleicht kannst du mich ja aufklären?
      Ich denke, du hast mich missverstanden. Mir geht es dabei schlicht und ergreifend darum, dass private Anschuldigungen oder Vorwürfe vermieden werden. Dinge wie "Wenn meine Tochter so wie Sie wäre" oder Anschuldigungen, dass sie das Ding voll vor die Wand fährt oder es bereut, gehören da überhaupt nicht rein. Das ist schon rechtlich fragwürdig und könnte von einem Anwalt für Arbeitsrecht sogar angefochten und mit Konsequenzen geahndet werden. Wenn sich die Chefin das denkt, ist das ihre Sache. Gedanken sind frei. Aber so etwas darf sie nicht äußern.
      Ich war bereits bei Wiedereingliederungsgesprächen als Sozialpädagogin dabei. Da läuft es meist so, dass beide (Arbeitgeber und Nehmer) sehr sachlich und objektiv einen Konsenz finden. Dabei werden Anschuldigungen und Vorhaltungen vermieden.
      Und ja. Wir haben damals eine Krebserkrankung genauso eingegliedert, wie einen Klienten der Depressionen hatte. Mit dem Schwerpunkt, dass es für beide Reflexionsgespräche gibt und dass beide regelmäßig Feedback darüber geben, wie es ihnen geht.

      Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Nur weil die Krankheit die Krankenkasse und den Arbeitgeber belastet, gibt es der Chefin nicht das Recht die TE persönlich anzugreifen. Und ein persönlicher Angriff ist hier ganz klar zu erkennen. Das hat mit Sorge auch nichts mehr zu tun.
      Zwischen "Ich bereue es Sie eingestellt zu haben" und "Ich mache mir Sorgen um Sie" liegen Welten.
      Ferner legt es die Inkompetenz und das fehlende Wissen der Chefin dar. Ein Mensch mit Essstörung kann sich nicht einfach zu den Kollegen setzen.

      Dein Gewicht ist deine Privatsache, wild_angel. Kritisch wird es dann, wenn andere Menschen gesundheitlich gefährdet werden. Und da möge man mir bitte aufzeigen, wo durch eine Essstörung andere Menschen gesundheitlich gefährdet werden.
      Es gibt Menschen, die sind HIV positiv und die arbeiten mit Kindern, in Restaurants etc. Genauso wie sie nicht zur Auskunft verpflichtet sind, wäre wild_angel eigentlich gar nicht zur Auskunft verpflichtet, wenn es den Vorfall nicht gegeben hätte, bei dem sie in die Klinik musste.

      Mir ging es beim Bunjee Jumping Vergleich darum, dass dieses Verhalten ebenfalls ein Risiko birgt. Genau wie eine Essstörung.

      Was mir allerdings auffällt ist, dass die Chefin die Infos, die sie im vielleicht Vertrauensverhältnis zur TE erfahren hat, jetzt aufs übelste ausnutzt.
      Deshalb kann ich nur wiederholen: Ich wäge sehr gut ab, was ich meinem Vorgesetzten erzähle und bin nie zu eng mit ihr (habe auch eine Chefin). Arbeit ist für mich Arbeit und Privatleben Privatleben. Ich habe da selbst schon ganz böse Erfahrungen im Praktikum gemacht. Ich hatte zu meiner Anleiterin ein sehr gutes Verhältnis, bis ich dann bei Migräneattacken mitbekam, dass die Chefin von meiner ganzen Krankheitsgeschichte wusste, obwohl ich es nur der Anleiterin erzählt hatte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Lina478“ ()

      Hallo,

      zuerst zur obigen Diskussion: Ich glaube, dass es darum geht, einen Mittelweg zu finden. Alles kann man oft gar nicht verheimlichen (ich muss zB. für die Skillsgruppe einmal in der Woche früher von der Arbeit weg- da muss ich meiner Chefin Bescheid sagen, das geht nicht anders). Aber bei allem Verständnis, das ich auch für ihre Situation habe, ich empfinde ihr aktuelles Verhalten teilweise als Grenzüberschreitung. Gerade, wenn sie mir immer wieder vorhält, dass ihr meine Mutter ja so leid tut... so etwas muss nicht sein.
      Das ist vielleicht auch das Problem in so kleinen Firmen... da gibt es keine typischen Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen, sondern es geht eben auch darüber hinaus. Meine Chefin hat 2 Kinder in meinem Alter, und sie fühlt sich vermutlich einfach auf eine gewisse Art und Weise verantwortlich für mich und scheint nicht zu begreifen, dass ich ein erwachsener, eigenständiger Mensch bin und nicht ihr Kind.

      Und mit der Einsicht ist es bei mir auch noch nicht so weit... um ehrlich zu sein, ich verstehe nicht, warum sie so ein Drama daraus macht. Ja, ich habe abgenommen. Ich habe leichtes Untergewicht, aber ich bin definitiv nicht Haut und Knochen oder so.

      So, aber wie lief es heute nun?
      Gar nicht. Sie hat mich nicht mehr darauf angesprochen, und ich sie natürlich auch nicht (ich fange ja nicht freiwillig wieder darüber zu diskutieren an), aber ich befürchte, dass sie mir genau das bei der nächsten Diskussion dieser Art zum Vorwurf machen wird.
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      Ist das jetzt oben Spam? Ich verstehe nicht ganz, was du sagen willst, nudels?

      @wildangel: Ich glaube, man entscheidet sich, ob man relativ offen mit seiner Erkrankung umgeht oder eher verschlossen.
      Du hast geglaubt, du könntest deiner Chefin vertrauen, was auf böse Art und Weise von ihr ausgenutzt wurde. Das ist nicht okay.

      Dass es generell in kleinen Firmen so ist, würde ich sp nicht sagen. Ein ehemaliger Klient hatte Depressionen und war in einer 3 Mann Firma beschäftigt. Er hat seine Erkrankung sehr lange vertuscht, indem er möglichst wenig über sich Preis gab. Er ist den Weg des Doppellebens gegangen, was sicher um einiges anstrengender war. Aber der Chef hatte offenbar keine Ahnung.

      Ich habe selbst einen Nebenjob im sozialen Bereich und auch eigene psychische Probleme, von denen niemand weiß.
      Ich glaube, meine Chefin würde aus allen Wolken fallen, wenn sie von meinen Problemen erfahren würde. Ich halte mich was mein Privatleben angeht sehr bedeckt, weil ich da in meinem 1. Praktikum sehr auf die Nase gefallen bin.

      Von mir sind nur allgemeine Dinge bekannt. Wohnort, wie ich lebe etc.
      Meine zu lange Studienzeit rechtfertige ich oft damit, dass ich nebenher noch einen Angehörigen gepflegt habe und jobben war.
      Ich lege viel Wert darauf, dass berufliches berufich bleibt und privates privat.

      Gerade im sozialen Bereich erlebe ich immer wieder, dass sich die Kollegen ganz schön das Leben gegenseitig zur Hölle machen können.

      Die, von denen man denkt sie sollten am sozialsten sein, sind es in vielen Fällen nicht und das ganze Gegenteil.

      Ich habe eine Arbeitskollegin bei der es bezüglich Gewicht ähnlich ist. In den 6 Monaten, in denen ich dort bin habe ich sie nicht einmal essen sehen und sie ist auch sehr zierlich.
      Ich vermute, dass sie ein Essproblem hat, würde sie aber nie direkt darauf ansprechen.

      Genau wie ich bei meinen Klienten nicht den Verdacht äußern darf, dass sie Drogen genommen haben, würde ich Kollegen nie solche Hammer Anschuldigungen entgegen knallen und selbst wenn ich wüsste, sie waren in einer Klinik nett meine Hilfe anbieten. Auch wenn ich der Arbeitgeber wäre.

      Für den Arbeitgeber halte ich daran fest: Es ist und bleibt sein Problem. Er muss die Entscheidung treffen.
      Entweder er sagt, dass er dich weiter beschäftigt und das mit aller Konsequenz oder er sucht sich jemand neues und kündigt dich unter einem Vorwand (Arbeitgeber können da kreativ sein).

      Ich kann deine Wahrnehmung vollkommen teilen. Hier findet eine Grenzüberschreitung statt. Das sehe ich wie du.
      Hallo,

      zu der Jobsituation etc möchte ich gar nicht allzu viel schreiben, vielmehr zu deiner Aussage "du hättest ja abgenommen seist aber noch nicht Haut und Knochen". Du hast selbst geschrieben, das es um verschobene Wahrnehmung geht.Und mit einer Essstörung hat man, meines Erachtens nach, eigentlich immer zu kämpfen. Ich hab auch immer diese Phasen, und im Grunde auch immer noch beim Einkufen diese Probleme.
      Du hast dein Hilfenetz ja schon beschrieben, nimmst du das als Thema da mit rein ? Ich mein, kann ja sein das es um andere Themen geht, die auch ihren Raum haben. Nichts desto trotz solltest du auch die Essenssache mit rein nehmen.

      Ich weiß ja nicht was du tust, aber die Gedanken deiner Chefin können ja auch dahingehend wichtig sein, wenn du eben nicht nur am Schreibtisch sitzt, sondern auch praktisch tätig bist, was dann passiert, wenn du wegen Mangelernährung ohnmächtig wirst. Grade jetzt, es wird wärmer, der Körper muss sich darauf einstellen, und naja, da kann Schwindel schon schnell vorkommen.

      Jetzt ist eh Wochenende, vielleicht kannst du nochmal in Ruhe überlegen, was du wie tun kannst, was du wie bestärken kannst, zb mit einem Psychiatrischen Gutachten, das aussagt, das du derzeit für diesen Job geeignet bist?! Und ich würde, auch wenn es schwer fällt, nächsteWoche von sich aus zur Chefin gehen und sagen, "ich hab mir jetzt Zeit genommen und lange über ihre Aussage nachgedacht und ich kann Ihnen sagen, dass..."- so vielleicht. Weil grade wenn du aktiv wirst, sieht sie ein Zeichen des Willens und des Wollens. Was auch positiv ist.
      Ich weiß wie unendlich schwer das ist,aber man muss sich klar machen, das es nicht nur um die Sache X geht, sondern auch um sich selber, das man das macht, weil es gut für einen ist.

      Alles Gute dir !!!
      Hallo,

      Junimond schrieb:


      wie willst du denn jetzt weiterverfarhren? Warten bis deine Chefin auf dich zukommt? Oder die Kündigung ins Haus flattert? siehst du schon ein wenig klarer?


      Ich glaube das mit der Kündigung konnte ich erst mal abwenden. Am Freitag hat ein Arbeitskollege von mir Geburtstag gefeiert und ich habe mit den anderen gegessen. Zwar nicht viel, aber ich habe gegessen. Ich hoffe, dass ihr das fürs Erste Beweis genug war (als ich ihr im Gespräch gesagt hatte, dass ich nicht weiß, ob ich auf dieser Feier etwas essen werde, hat sie das ziemlich aufgeregt... also sollte es sie besänftigt haben, dass ich jetzt doch was gegessen habe).

      Pinsel schrieb:


      Du hast dein Hilfenetz ja schon beschrieben, nimmst du das als Thema da mit rein ? Ich mein, kann ja sein das es um andere Themen geht, die auch ihren Raum haben. Nichts desto trotz solltest du auch die Essenssache mit rein nehmen.


      Thema im Hilfenetz ist mein Essverhalten eigentlich kaum. In der Skillsgruppe hat das einfach nicht wirklich Platz, weil das mehr "Seminar" als Austausch ist (mal abgesehen davon, dass nächste Woche der letzte Termin ist), mein Einzeltherapeut hat zwar festgestellt, dass ich ziemlich abgenommen habe, aber ich kenne ihn auch noch nicht so lange, dass ich über dieses Thema gerne reden würde... in 10 Tagen habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin. Der vertraue ich noch am meisten und ihr ist ja auch schon beim letzten Termin aufgefallen, dass ich abgenommen habe.
      Ich habe mir auch schon überlegt, dass ich meiner Therapeutin aus der Klinik schreibe. Da hätte ich zwar erst Ende Mai wieder Termin, aber sie hat gesagt, dass ich mich melden soll, bevor irgendetwas komplett aus dem Ruder läuft. Aber so blöd das jetzt vielleicht klingt, ich habe trotzdem irgendwie Angst, dass es noch nicht "schlimm" genug ist, immerhin hat es ja bisher auch immer von selbst wieder aufgehört.

      Lina478 schrieb:

      Ich würde dir raten auf jeden Fall über das Problem mit der Chefin zu kommunizieren.
      Alles ist besser, als wenn ihr beide nebeneinander her lebt und jeder ist unzufrieden.


      Wie oben geschrieben hoffe ich, dass es sie etwas beruhigt hat, dass ich vor ihren Augen etwas gegessen habe. Um ehrlich zu sein bin ich nicht scharf drauf, mit ihr nochmal darüber zu reden.

      LG
      wild_angel
      If everything seems to be going against you,
      remember that the aeroplane takes off against the wind,
      not with it...
      (Henry Ford)

      ~~~~~~~~
      Ich versuche nach den Sternen zu greifen, doch das Universum expandiert....
      hej wild_angel,

      erstmal ist es natürlich gut, wenn die baustelle job nicht mehr ganz so akut ist. letztlich weißt du trotzdem, dass mit einmal essen auf der feier noch nichts "gut" geworden ist.

      ich fände es gut, wenn du das esssproblem ansprichst und dir hilfe holst. ich würde es auch nicht "noch schlimmer" werden lassen, und auch wenn es "von selbst aufhört", für den gesundungsprozess wäre es ja eigentlich gut, wenn es künftig erst gar nicht so weit käme, weil du druck anders als übers essverhalten abbauen kannst. in dem bereich solltest du scheinbar ja wirklich noch an dir arbeiten - was nicht geht, wenn niemand es weiß und dich unterstützen kann.

      lg
      solaine
      Not two people are alike. No hearts beat to the same rhythm. If nature wanted everyone to be the same, we were like that. Therefore, disrespecting differences and imposing your thoughts on others amounts to disrespecting nature.

      \Elif Shafak\
      Das klingt vielleicht hart, aber ich glaube nicht, dass sich deine Chefin dadurch beruhigen lässt, wenn sie dich einmal essen sieht. Selbst wenn es mehrmals der Fall ist
      Sie wird zukünftig sicher sehr genau ein Auge auf dich haben und wenn ich du wäre, wüsste ich nicht, ob ich dem Druck stand halte und würde mich eher neu bewerben.

      Es gibt leider Vorgesetzte, bei denen Betroffene dann Spießruten laufen und die Vorgesetzten dann der Meinung sind, wenn in anderen Feldern Fehler passieren, dass es natürlich wieder nur diese eine Ursache gibt und auf dieses eine Problem zurück zu führen ist.

      Ich persönlich finde deine Chefin zu stark vorbelastet. Sie hat mit ihrem Verhalten bewiesen, dass sie nicht loyal bleiben kann.
      Das wäre mir in der Lage, dass es mir psychisch nicht gut geht, zu viel des guten.
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