Unerfüllte Bedürfnisse, Phasen der Beziehung, suche Rat

      Unerfüllte Bedürfnisse, Phasen der Beziehung, suche Rat

      Liebe Mitglieder,
      Ich suche Rat in folgender Situation:
      Ich bin nun seit fast 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Es war von Beginn an alles sehr schwierig, wegen meinen psychischen Erkrankungen.

      [ Ich habe eine PTBS, Teile von Borderline (zeigt sich in starker Selbstunsicherheit, Ich-instabilität, Bindungstrauma und Verlustängsten und "Verschmelzungswünschen", starke Emotionalität) und noch idiopathische Hypersomnie (schnelle Erschöpfbarkeit und Schläfrigkeit am Tag). ]

      Er ist meine erste lange Beziehung. Davor war es immer so, dass ich nach ein paar Monaten Schluss gemacht habe, weil ich mich geekelt habe vor zu viel Nähe.
      Er musste viel aushalten. Ich habe sehr sehr langsam nur Nähe zu gelassen. Ich wollte am Anfang keine Beziehung, weil ich so Angst hatte, dass ich ihn dann wieder verlasse. Aber er war so verständnisvoll und hat all seine Bedürfnisse nach Nähe zurück gesteckt für mich. Und so habe ich mich langsam immer sicherer bei ihm gefühlt und mich immer mehr auf ihn einlassen können und mich dadurch immer mehr getraut, ihn zu lieben. Mittlerweile können wir sogar S*x haben.

      Jetzt zum Problem :
      Dadurch dass das alles so langsam ging,
      ist meine Phase der Verliebtheit erst vor ein paar Monaten zum Höhepunkt gelangt und ich habe gemerkt, wie ich auch immer mehr Zuneigung wollte und Lust auf ihn hatte. Aber seine Verliebtheit ist mittlerweile abgeflaut. Er fühlt sich sicher in der Beziehung und sein Bedürfnis nach Nähe ist nicht mehr so hoch. Er freut sich, mich zu sehen, und küsst mich gerne und oft zärtlich auf die Wange und ab und zu auf den Mund, aber er hat kein Bedürfnis mehr nach ausgiebigem Knutschen und Leidenschaft. Und beim Vorspiel und beim S*x bietet es sich nicht an, weil wir da beide eigentlich schnell zur Sache kommen wollen und keine Lust auf groß knutschen haben, sondern mehr auf Or*l-S*x.

      Mir fehlt es aber so sehr, sich einfach zwischendurch verliebt in die Augen zu schauen und ausgiebig die Lippen zu erkunden und zu knutschen und sich auf diese Art zu lieben. Da spüre ich ganz viel. Sonst tu ich mir halt schwer seine Liebe zu spüren, weil er eher ein wenig emotionaler Mensch ist, was mir auch irgendwie gut tut, weil ich ja schon so emotional bin, aber halt auch schwierig ist, weil er anders liebt und Gefühle ausdrückt als ich. z.b spürt er Liebe am meisten, wenn wir etwas unternehmen zusammen und ich, wenn wir uns küssen oder er mir sagt, wie sehr er mich liebt. Das tut er beides aber halt nicht so oft, weil es nicht seine Art ist und er nicht so das Bedürfnis danach hat. Und er gibt sich Mühe, es öfter zu tun für mich. Aber es ist halt n Kompromiss.
      Dadurch, dass ich am Anfang so "verklemmt" war, hatten wir nie diese Phase des Verliebtseins, sich Erkunden und knutschen bis man nicht mehr kann, die man normal am Anfang, wenn man total verknallt ist, gehabt hätte.
      Und jetzt fehlt es mir so sehr!
      Gestern hab ich nur geheult, weil ich so sehr das Gefühl hatte, dass ich immer unendlich viel Liebe in mir drin habe für ihn, aber gar nicht raus lassen kann, weil er soviel Liebe nicht annehmen kann. Weil ich ihn dann halt am liebsten abknutschen und lange und intensiv küssen möchte und ihm sagen, wie sehr ich ihn liebe, aber er kann das nicht. Er hat nicht so Lust auf großes knutschen und ich merke halt, dass das bei ihm auch eher unangenehm bis neutral ist, anstatt Gegenliebe und Leidenschaft für mich auszulösen. Und dadurch hab ich das Gefühl, meine Liebe immer zurück halten zu müssen und das ist so anstrengend und unbefriedigend.

      Jetzt frage ich mich halt, ob jmd von euch das kennt, ob jmd vllt das kennt und Lösungen gefunden hat?
      Ich hoffe irgendwie immer ein bisschen, dass es vllt besser wird, wenn ich auch aus dieser Verliebtheitsphase raus komme, die bei mir halt später angefangen hat und deshalb auch später aufhört, aber ich frage mich manchmal, ob ich da auch einfach umsonst warte, weil eigentlich sind wir immer nur am aufeinander warten. Am Anfang musste er auf mich warten und jetzt könnte ich alles, was er auch damals gewünscht hätte und jetzt kann er nicht mehr und jetzt muss ich warten. Und am Ende warten wir in 5 Jahren immer noch darauf, dass wir endlich mal auf einer Wellenlänge sind mit unseren Bedürfnissen.

      Ich will nicht wirklich daran denken , dass wir vllt nicht zusammen passen, denn ich liebe ihn so sehr und er hat so viel mit mir durchgestanden in den letzten 2 Jahren (auch stationäre Traumatherapie, ständige Verlassensängste, Heulanfälle etc.) und allein, dass er der erste Mann ist, der mich ganz anfassen darf und vor dem ich nicht weg gelaufen bin, als mehr Nähe ins Spiel kam, der es geschafft hat, dass ich mich nicht mehr ritze und dazu beigetragen hat, dass ich viel mehr Selbstbewusstsein habe, dass ich die Essstörung ganz aufgegeben habe uvm.)
      Er ist etwas ganz besonderes und tut mir in so vielen Bereichen wirklich gut, so wie er ist.

      Ich hoffe und würde mich sehr über euren Input freuen.

      Eure Plums
      Huhu,

      also ich kenn das was du beschreibst nur in kleinen Teilen.
      Ich bin emotional, impulsiv, launisch, mal Nähe, mal ich will meine Ruhe usw. (wobei ich glaube in der ständige Nähe einer Paarbeziehung erweist sich jeder als schwierig).
      Ich war am Anfang meiner 3x so langen Beziehung auch emotional zurückhaltend und SVvler.
      Und aktuell bin ich sexuell erstens generell weit aktiver und zweitens bildet sich ein Kinderwunsch, den er zumindest noch nicht teilt, oder nicht weiss was er will.

      Mein Rat stammt aus meiner Erfahrung und kann für dich vollkommen sinnfrei sein.

      Es klingt mir so als würdest du aktuell sehr stark analysieren und er denkt sich einfach “nur alles gut so wie es ist“. achtung genderzeugs^^: ich glaub frauern denken und erspüren und zerlegen häufig mehr in einer Beziehung, Männer sind glücklich oder nicht und wenn nicht dann dauerts auch bis sie sich damit befassen. verallgemeinerung aus.
      Aber ich glaube ein Mittelweg aus beidem ist gut.
      Sieh all das tolle und ignorier eine Weile den Rest.
      Häufig, wenn ich solche Unzufriedenheiten hab, fang ich aus Trotz an mich mehr mit mir und Freunden, Hobbies etc zu beschäftigen. Irgendwann geht es mir dann besser und ich merk, dass mir genau der Fokus auf mich fehlte.
      Was nicht heißt, dass du falsch fühlst. Parallel nerv ich ihn auch regelmäßig mit meinen Wünschen und Gefühlen. Das ist ja auch nicht verkehrt.
      Hallo Plums,

      auch bei mir war es so, dass er sich damals sehr bemüht hat. Ich wollte keine Beziehung und hab mich eher zurück gehalten. Das hatte sich dann irgendwann geändert. Ich könnte mehr zulassen, wollte auch mehr aber inzwischen war er (vielleicht genau wie dein Freund) nicht mehr in dieser starken verliebtheitsphase. All das was ich früher nicht recht annehmen konnte, bekam ich auch nicht mehr. Auch wenn ich es dann endlich hätte annehmen können.
      Und ich bin daran verzweifelt. Es kamen noch andere Probleme hinzu und die Beziehung ging kaputt (was aber wie gesagt auch an einigen Verfehlungen seinerseits lag).
      Diese Konstellation ist schwierig. Wenn man in unterschiedlichen Phasen ist.ich wünschte ich hätte da einen perfekten Rat für dich. Ich gebe zu ich finde es auch schwer mit Menschen, die wenig Emotionalität zeigen. Aber sich immer mit seinen Emotionen zurück halten zu müssen und darauf zu hoffen,dass mehr kommt ist wirklich eine Qual. Ich finde den Rat von Sollen gut. Hast du mal versucht,dich mehr auf dich zu fokussieren? Ich habe das zugegebenermaßen erst so richtig nach der Beziehung versucht. Aber ich denke man verrennt sich manchmal auch etwas in seiner Verzweiflung und den Gefühlen..
      Tut mir leid,dass ich auch nicht mehr beitragen kann. Aber vielleicht merkt er ja auch, dass er doch wieder mehr fühlt, wenn du nicht mehr so stark auf ihn fokussiert bist. Oder er kann es dann besser zeigen. Vielleicht würde das ihn auch erstmal entlasten und er wendet sich dann doch wieder mehr dir zu.
      Alles Gute
      Grottenolm
      Liebe Swollen, liebe Grottenolm,
      Vielen Dank für eure Antworten!
      Es stimmt. Er ist im Moment glücklich und will und braucht nicht mehr.
      Gestern hatte ich wieder einen Heulanfall und der ganze Abend bestand nur daraus. Unser Treffen hab ich total versaut dadurch. Eigentlich wollten wir Tischtennis spielen und schwimmen gehen mit seinen Freunden, aber ich wollte ihn erstmal für mich haben und ihn küssen und kuscheln. Er war mit seinen Gedanken überhaupt nicht bereit dafür, hat mich "nur" ohne Zunge geküsst und wollte dann reden und ziemlich schnell los gehen. (hat er mir später erzählt) Und das hat mich dann so überfordert, dass ich nur noch geheult hab und dann konnten wir gar nirgends mehr hin gehen..
      Und dabei begann der Tag so gut. Ich hatte mich um mich gekümmert, war mit ner Freundin Eisessen und hatte dann auch Lust mit ihm weg zu gehen, aber in dem Moment, wo ich ihn gesehen hab, hab ich gemerkt, wie sehr ich ihn vermisst hab und wollte ihn einfach nur küssen und lieben und ebenso geliebt werden..

      Ich merke auch oft dass ich mich so abhängig mache, dass ich mich und meine Bedürfnisse außerhalb der Beziehung völlig vergesse, nur noch bei ihm sein will und 24/7 kuscheln. Und wenn ich mich dann zwinge, weniger Kontakt zu ihm zu haben tagsüber und Dinge zu tun, die mir eigentlich Spaß machen, dann tut mir das richtig gut, weil ich mich sonst völlig verliere und nur noch ihn sehe.
      Aber diese Woche haben wir ausgemacht, dass wir uns nur noch organisatorisches über Handy schreiben und alles andere bei unseren Treffen erzählen und das tut mir richtig gut und ihm auch, denn dann hat er plötzlich auch mal wieder mit Zunge geküsst und mich bißchen vermisst. Und ich konzentriere mich viel mehr auf mich und lerne besser, mir selbst die Sicherheit zu geben, dass er mich liebt, auch wenn er es mir nicht andauernd sagt (was ich sonst fast zwanghaft einfordere um mich sicher zu fühlen und fühl mich dann doch nicht sicher..). Und trotzdem werde ich jetzt nicht stabiler bei unseren Treffen, sondern krieg Heulanfälle.

      @ sollwen: wenn du ihm deine Wünsche und Bedürfnisse sagst, kann er die dann erfüllen oder auch nicht?

      @Grottenolm: hast du dann Schluss gemacht oder er oder beide? Und warum, wenn ich fragen darf?

      Er meinte heute, dass es auch n bisschen so ist, dass er es einerseits schön findet dass ich ihm so viel Geborgenheit und Liebe gebe, aber er merkt halt auch, dass ich viel stärkere Gefühle habe als er und dass er mir nicht das geben kann, was ich mir wünsche und das setzt ihn unter Druck und belastet ihm. Und Druck wirkt sich bei ihm immer schnell auf s küssen aus und er vermeidet vllt auch unterbewusst das küssen deswegen ein bisschen, weil er es da besonders spürt, wie stark ich ihn liebe und er mir das aber nicht zurück geben kann.
      :((
      Sagt er er fühlt nicht so stark oder sagt er er kann es nicht so viel so stark zeigen?


      Hmmm ob er sie erfüllen kann. Manche nicht, manche zum Teil, manche ja, manche nur wenn ich Druck aufbau und es wiederhol... kommt immer drauf an.

      Andersherum geht es ihm mit mir genauso denke ich.

      Ich kann das nicht so klar sagen, es ist ein dynamischer Prozess bei uns.
      Zum Thema Kinderplanung zb hat er mehrfach sich unterschiedlich geäußert, anfangs war ich darüber sauer, dann hab ich das Thema gemieden und wenn er davon anfing gesagt, entscheid dich bei so wichtigen themen oder lass das thema. nu will er plötzlich, ich würd aber nicht ausschließen dass er nochmal umschwingt, trotzdem find ichs natürlich erstmal gut... :d

      Das klingt jetzt bestimmt anstrengend, ist es aber nicht. Es gibt halt im Zusammenleben Reibungspunkte, Diskussionen, unerfüllte Bedürfnisse, Dinge die man zeitweise Mal aushalten oder einfach nur Ruhen lassen, beobachten kann. Dazwischen haben wir aber ein angenehmes Alltagsleben, sind quasi 24std ein team und ich weiss käme irgendwas hart auf hart, krankheit, finanzen was auch immer würden wir uns da durchwurschteln.. klar wissen geht nicht, aber ich hab nen festen glauben dran.

      Von daher, so sehr ich mich auch mal ärger oder auch auf bedürfniserfüllung poche, verfliegt das schnell.
      Beides. Er fühlt es nicht so stark wie ich (was mit Sicherheit normal ist, weil er ist nicht der Typ für große Emotionen und ich bin teilweisekrankhaft emotional und habe immer und überall viel stärkere Gefühle als "normale" Menschen.), aber dadurch kann er es mir auch nicht zeigen.
      ach es war damals so, dass wir mehrfach auseinander und doch wieder zusammen wahren. Ein Kräftezehrendes hin und her bei dem aber noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Da haben wir mal einvernehmlich, mal er, mal ich schluss gemacht.
      Aber nach wie vor hat mich dieser große Unterschied zwischen uns gestört. Diese völlig unterschiedlichen Bedürfnisse, was Liebe angeht, diese verschiedenen Stärken an Liebe.

      Es ist schwer da abzuwägen, was zu tun ist. Ob man es eben erträgt so wie es ist oder ob man dann einfach keine Beziehung miteinander führen kann. Ich finde es immer schwer, wenn man darüber miteinander nicht gut reden kann oder einer es vielleicht sogar gar nicht will. Das wäre zb für mich kaum zu ertragen..
      Ich wünschte ich hätte da einen Tipp für dich aber.. ich weiß nicht, ob man da was tun kann..
      Hmm wenn du wirklich konstant stärker für ihn fühlst (mal vom Verhalten ganz abgesehen) wär das für mich schwierig.
      Wobei das auch schwer zu differenzieren ist. Mein Mann meint er liebt mich mehr (und scheint mit dieser Meinung leben zu können), ich glaube aber er verwechselt da lieben mit dem Willen sich aufzuopfern usw (dabin ich eher jmd der auf meine eigenen Grenzen achtet), mit dem Maß an Impulsivität und Eigenständigkeit (beides Dinge die mich eger die Beziehung hinterfragen lassen) usw
      Ich persönlich denke Liebe ist nicht verliebtsein und ist nicht steigerbar oder vergleichbar.
      hej plums,

      jetzt mal ganz ehrlich, es gibt nicht "das verliebtsein" und auch nicht "die liebe", und auch nicht das, was man typischerweise dann machen will, und ich glaube auch nicht, dass ihr in phasen seid, die halt gerade nicht zueinander passen. sondern menschen fühlen einfach unterschiedlich, sie äußern gefühle unterschiedlich und können dinge unterschiedlich gut annehmen. ich war in meinem leben schon oft verliebt, und bin es jetzt auch nach zehn jahren phasenweise noch in meinen freund (den ich auch liebe), und knutschen war dennoch noch nie mein ding. wenn ich lese wie du das mit kuscheln und knutschen wollen beschreibst, gruselt es mich eher, solche wünsche hatte ich noch NIE - und das liegt nicht daran, dass ich noch nie verliebt war, sondern dass ich anders bin als du.

      zum glück ist mein freund da ähnlich wie ich. aber auch wenn zwei personen zusammenfinden, die sich nicht so ähnlich sind, so wie das bei dir und deinem freund ist, kann man da lösungen finden.

      zunächst fände ich es wichtig, dass du versuchst das nicht mehr so stark zu werten. ob man knutschen mag oder nicht, hat weder was mit der echtheit noch mit der tiefe oder überhaupt dem vorhandensein von gefühlen zu tun. wie gesagt, ich mag es nicht, mochte es noch nie, und ich war/bin durchaus schon verliebt und habe geliebt bzw. liebe.

      wenn es dir - und deinem freund, am besten gemeinsam - gelingt, das knutschen und kuscheln nicht mehr so sehr als "beweis" für etwas zu sehen, sondern als EINE ausdrucksform, die aber nicht jedem gefällt, dann wird es vielleicht auch leichter, mit deinem freund kompromisse zu finden.

      denn wenn man den druck verspürt, durch etwas, was einem nicht so viel spaß macht, etwas "beweisen" zu müssen, weil der andere sonst unglücklich ist, macht das alles noch verspannter und schlimmer. anders gesagt, ich könnte schon mal knutschen und kuscheln, wenn es für meinen partner so wichtig ist, aber wenn er jetzt sozusagen "die ganze beziehung" daran aufhängen würde ("wenn du das nicht kannst, zeigt mir das, dass mit deinen gefühlen für mich was nicht stimmt"), dann hätte ich garantiert überhaupt keine lust und würde mich erst recht zurück ziehen.

      versucht es doch mal mit respekt und zuneigung für die unterschiedlichkeit anzugehen. und diese unterschiedlichkeit nicht als "phasenungleichheit" zu sehen, die bestimmt irgendwann die beziehung zerstört, sondern als unterschiedlichkeit, die es zwischen menschen zum glück gibt, die uns bereichert und unseren blickwinkel öffnet für dinge, die wir sonst ganz anders sehen würden.

      ihr tickt scheinbar nicht ganz gleich, was nähebedürfnisse angeht. aber wer tut das schon? ihr habt ja achon angefangen, wege und kompromisse zu finden. das ist gut! beziehungen funktionieren nicht über schweigendes anhimmeln und alle fühlen dasselbe, sondern nur durch kommunikation, aushandeln, grenzen stecken und auch mal überschreiten.

      und wenn man aushandelt und kompromisse findet, ist das kein schlechtes, sondern ein gutes zeichen. du solltest das auf keinen fall abwerten. ich kann dir nur den rat geben: miss die beziehung nicht an irgendwelchen verschmelzungsphantasien, sondern daran, ob die grundgefühle - liebe, zuneigung, ähnliche werte (zb auch bei den vrstellungen, wie wichtig s*x ist), respekt auch für die eigenarten des anderen (!!!), und wohlfühlen mit dem anderen stimmen. und wenn das stimmt, kann man für den ganzen rest praktikable wege finden. mehr passiert in anderen beziehungen auch nicht, auch wenn uns die ganzen romanzen im kino natürlich was anderes vorgaukeln ;)

      so, ist doch viel geworden. ich wollte nur versuchen dir den druck zu nehmen, dass knutschen wollen oder nicht-wollen irgendwas mit der stärke oder echtheit der gefühle zu tun hat oder damit ob man verliebt ist oder liebt. hat es nicht - ich kenn auch leute, die knutschen so gern, dass sie das auf jeder party machen, mit leuten deren namen sie am nächsten tag gar nicht mehr wissen.

      daher mein plädoyer, dinge nicht mit bedeutung aufzuladen, die sie vllt gar nicht haben, sondern zu akzeptieren, dass jeder mensch anders tickt und man allermeistens, wo zuneigung und respekt im spiel sind, eine lösung findet, mit der alle beteiligten leben können.

      alles gute für euch!
      solaine
      wer immer tut, was er schon kann,
      bleibt immer das, was er schon ist.


      \henry ford\
      Hmm ich weiss nicht ob man lieben pauschal beschreiben kann.
      Viele Paare legen ja auch in der Außendarstellung viel Wert drauf zu betonen, dass sie nach 10 Jahren noch frisch verliebt sind.
      Wir hatten nach unserer Trennung eine zweite Verliebtheitsphase und so zwischendurch immer wieder verliebte Momente, aber Verliebtsein ist für mich der totale Hormonrausch und der lässt halt einfach nach.
      Liebe, in meinen Augen, kann schon bedeuten dass man sich net mehr nonstop abknutscht, Händchen hält usw. Da wir uns 24std sehen können wir das einen Großteil des Tages eh nicht, und den Rest kaufen wir ein, kochen, liegen auf der Couch um runterzukommen, schlafen (dabei brauch ich eh meine Ruhe).. Es gibt Tage da sagt einer von uns irgendwann “wir haben uns heut überhaupt nicht geküssst“, dann versuchen wir da mehr drauf zu achten, dann gibts Phasen da kleben wir mehr aneinander..
      Für mich ist Liebe ein ankommen, eingespielt sein, sich nichts mehr beweisen müssen. Falls man generell Kinder will auch ein Stück weit die Bewegung hin zum Eltern sein im Sinne von im Team funktionieren, sich als Schicksalsgemeinschaft sehen..

      Aber ich weiss nicht, ob dich das analysieren grad weiterbringt. Ich glaube praktische Abmachungen wie die über den Handykontakt sind besser, als das alles für dich in Einzelteile zu zerlegen.
      Wenn du sagst es fällt dir schwer etwas für dich zu tun ohne ihn, aber es tut dir dann immer gut: Wir wäre es.mit einem Hobby, bei dem du regelmäßig gebunden bist? Vereinssport, vhs kurs, was auch immer?
      Ansonsten in Punkto Kommunikation find ich ein Gemisch aus klar sagen was man möchte und schweigen am besten. Zumindest mein Mann braucht klare ansagen zb “wir hatten die letzten drei Tage keine körperliche Nähe, ich hab keinen Bock auf Zweckgemeinschaft, lass uns jetzt gemeinsam einen Film schauen, Picknick machen oder was auch immer“, aber wenn ich das jeden Tag sagen würd würd er nur dicht machen.
      Solaine kam mir zuvor und hats wie immer gut auf dem Punkt gebracht^^

      Grad den Punkt “das läuft in anderen Beziehungen auch nicht anders“ kann ich unterstreichen.

      So eingespielt und toll und harmonisch eine Beziehung auch sein mag, man steht immer wieder vor Reibungspunkten und muss neu Kompromisse finden oder eigene Bedürfnisse durchsetzen oder zurückstecken etc.

      Das ist erstmal kein Zeichen für ein riesen Problem, sondern das bleibt so xd

      Wobei ich finde, wenn du dir für dich zweifelsfrei sicher bist, dass viel Nähe für dich wichtig ist, weil du das willst und nicht weil du sonst Verlustängste etc hast dann find ich kannst du den Wunsch auch verteidigen.

      Ich konnt in meinem Leben erst dann mir wirklich wichtige Wünsche in Beziehungen sinnvoll verteidigen aber auch Reibungsüunkte mal Paar Tage Ruhen lassen und auch Grenzen setzen als ich gelernt hatte zu spüren, dass ich es überleben würd, wenn er oder ich am Ende sagen müssten “gut dann passt es nicht, tschüss“

      Inzwischen gibt es diese Option kaum noch, weil man so zusammengewachsen ist. Aber würd es zb zu der frage kommen behindertes Kind, austragen ja/nein, schwups wären auch wir nach Jahren wieder bei einem Thema, dass so groß werden kann, dass ich zur Not sagen müsste “dann ohne dich“

      Sprich ich glaube das Beziehungsglück hängt immer elementar damit zusammen mit sich selbst glücklich und sicher zu sein.
      Vielen Dank für euren vielen Input!!!
      Ich glaube, ich habe jetzt erkannt, um was es bei mir geht :
      1. Ich muss außerhalb der Beziehung glücklich sein, unabhängig von ihm, und die Dinge, die ich mache, genießen ohne die ganze Zeit an ihn zu denken. Das macht mich selbstständig und (emotional) unabhängiger- ich kann auch ohne ihn glücklich sein.
      2. Er liebt mich, das weiß ich, denn er ist immer zärtlich zu mir und sucht meine Nähe auch von selbst, wenn ich ihm den Freiraum lasse und den größten Liebesbeweis hat er mir längst geschenkt: ich bin ihm so viel wert, dass er sich für mich entschieden hat, als seine Freundin, seine Liebste, obwohl von Anfang an alles sehr schwierig war. Er hat mich genommen, so wie ich bin, mit allen Symptomen und Erkrankungen, die ich habe und ist bei mir geblieben und bleibt bei mir seit 2 Jahren und möchte das auch noch länger.
      So. Diese Tatsache sollte ich immer im Hinterkopf haben: Er liebt mich! Und das tut er auch, wenn er es mir nicht jeden Tag sagt. Das tut er auch, wenn er mir nicht in jeder Nachricht Kusssmilies schickt (denn das ist nicht seine Art). Das tut er auch, wenn er mich selten mit Zunge küsst.
      3. Seine Art mich zu lieben ist zwar weniger offensiv und emotional, wie meine, aber deshalb liebt er mich nicht weniger. Das kann man nicht vergleichen. Wenn er nicht der Typ für Knutschen und Leidenschaft ist, heißt das nicht, dass er weniger für mich empfindet, sondern lediglich, dass er eben daran nicht so übertrieben viel Freude hat, wie ich. So wie er keinen Spaß daran hat, ein Instrument zu spielen und ich liebe es, Musik zu machen.
      Wenn mir Zungenküsse wichtig sind, weil sie mir Spaß machen, dann kann ich das äußern und wir finden vllt einen Kompromiss.
      Aber mein Ziel sollte nicht sein, dass er genauso viel Freude am Zungenküssen kriegt, sondern dass ich mich an den Zungenküssen, die er bereit ist mir zu geben, erfreue ohne zu analysieren, ob er das jetzt macht, weil er Lust darauf hat oder weil er meinen Bedürfnisse Raum geben will. Beides ist völlig legitim und hat nichts damit zu tun, dass er mich weniger liebt. Ich habe auch nicht immer Lust, ihm von meinem Tag zu erzählen, aber weil ich weiß, dass ihn das freut, mache ich es und bin zufrieden damit.
      4.Wenn er mir mal meine Bedürfnisse nicht erfüllen kann, dann muss ich lernen mit meinen Emotionen (in dem Fall der Enttäuschung) besser umzugehen.
      5. Wenn ich einen Heulkrampf bekomme, dann nicht, weil alles furchtbar ist, sondern weil ich übertrieben starke Enttäuschung empfinde, die ich regulieren muss und vllt auch zusätzlich noch Stress im Alltag habe und /oder meine Tage habe.
      In so einem Zustand ist Analysieren verboten, da steiger ich mich nur rein!

      6. Unsere Beziehung ist viel mehr wert, als doofe Zungenküsse:
      Wir können über alles miteinander reden, er gibt mir Geborgenheit und Zärtlichkeit, ich fühle mich völlig sicher bei ihm, er ist treu!, er liebt mich, so wie ich bin, ich muss mich bei ihm nicht verstellen, er kennt mich (manchmal besser als ich mich selbst), wir können Spaß zusammen haben, spontan sein, er ist ehrlich, er findet mich wunderschön, uvm.


      Ich weiß nur noch nicht so genau, wie ich es schaffen kann, diese Dinge zu verinnerlichen, wenn wieder das nächste Drama kommt und meine Gefühle Achterbahn fahren...
      Huhu,

      ich finde das klingt alles sehr sinnvoll ;)

      Und auch bei der nächsten Achterbahnfahrt: ja du solltest lernen runterzukommen und ihn nicht unter Druck zu setzen, aber du musst auch nicht perfekt sein.
      Überleg mal: er macht bestimmt auch irgendwas was dich nervt und was er nicht oder nur teilweise unterlassen kann. Die Bemühung zählt und auch das Ergebnis zählt, aber man darf auch Schwächen haben.
      hej und WOW,

      da hast du ja echt vieles für dich rausziehen können :)

      weißt, so easy geht das ja eh nicht und natürlich hat man auch mal schwächen und nörgelt den anderen mal ungerechtfertigt an oder ist enttäuscht und kommt nicht so schnell drüber weg, obwohl es objektiv vlt keinen richtigen grund gibt. das darf ja auch alles (und wird für deinen freund genau so mal passieren wie für dich :) )! wichtig ist, dass man nicht vergisst und übersieht, wie toll die beziehung grundsätzlich ist, dass man sich daran dann irgendwann auch mal wieder erinnert und wieder runter kommt - und das genießt, was man alles schönes zusammen hat.

      alles gute euch beiden!!! :)
      wer immer tut, was er schon kann,
      bleibt immer das, was er schon ist.


      \henry ford\
      Hi Plums.

      Ich habe mich gerade hier etwas eingelesen und wünsche dir das du alles, was du für dich erkannt hast, auch schaffst in eurer Beziehung umzusetzen. Ich wünsche dir einfach dieses gewisse Maß Gelassenheit und Vertrauen was manche Dinge in eurer Beziehung angeht.

      Ich selber ticke z.Bsp.: ganz anders als du in manchen Liebesdingen. Mich würde es eher i.wie na ja auf eine Art misstrauisch machen ständig "ich liebe dich" von meinem Partner zuhören. Keine Ahnug schwer zubeschreiben... Und es würde mir auch i.wie das Besondere fehlen, halt dieses gewisse Knistern.

      "Kurz": Ich mag kein rutienemäßiges und alltägliches "ich liebe dich" was i.wann den gewissen Zauber verliert. Sondern höre es da für lieber seltener aber weiß da für das diese besonderen Worte zwischen meinem Partner und mir wirklich von Herzen kommen in dem Moment.

      Genieße einfach in vollen Zügen das was ihr gerade habt mit einander, denn das ist so wie du schreibst doch sehr schön. Alles Gute euch beiden! :)

      Gruß. Kessy