Frauenarzt

      Frauenarzt

      Hallo ihr Lieben,

      nach langer Zeit eröffne ich mal wieder einen Thread. Dabei geht es um ein sehr persönliches Thema, das vermutliche einige hier enorm triggern könnte, deshalb überlegt euch bitte, ob ihr weiter lesen möchtet/könnt. Es geht um Themen wie den Gang zum Frauenarzt, S*x und irgendwie auch um s*x**ll* G*w*lt. Deshalb passt bitte auf euch auf.

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      Es ist irre schwer, das hier jetzt zu schreiben. Aber ich fühle, dass ich das jetzt angehen muss, und ich denke dass es hier vielleicht den ein oder anderen gibt, der mir dazu seine Gedanken schreiben könnte.

      Ich muss möglichst bald zum Frauenarzt. Eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn man eine Frau ist. Ich muss meine Pille wechseln, die ich seit gut zehn Jahren nehme bzw. ich möchte sie wechseln, da im Moment immer mehr Studien und Fälle bekannt werden, die ziemlich schlimme Nebenwirkungen und Todesfälle dokumentieren. Natürlich hat jede Pille bestimmte Risiken und Nebenwirkungen, aber das hier wird mir aktuell zu gefährlich.

      Das Ding ist, dass mir in den letzten Jahren nicht der Frauenarzt, sondern mein Hausarzt die Pille verschrieben hat. Ich war seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr beim Frauenarzt. Bitte steinigt mich nicht dafür. Es ist mir so unangenehm, das zu schreiben, meine Hände zittern schon jetzt und ich hab einen Kloß im Hals... das letzte Mal war ich vor glaube ich zehn Jahren beim Frauenarzt. Ich habe sehr früh meine Periode bekommen und hatte immer unerträgliche Schmerzen dabei, bis hin zu Benommenheit, Heulkrämpfen, einmal bin ich sogar umgekippt. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich damals 14, als ich dann mit meiner Mutter zum Frauenarzt gegangen bin. Der erste bei dem ich war, war ein totaler Vollidiot, der meinte ich solle Tee trinken und mir ne Wärmflasche machen. Ja, danke, das wusste ich noch nicht. Danach bin ich dann zu der Ärztin, zu der auch meine Mutter schon Ewigkeiten geht. Bei dem Termin war ich sehr nervös, denn ich war noch jung und sexuell komplett unerfahren und naja, der erste Termin beim Frauenarzt ist halt immer was Besonderes. Ich wurde dann nicht komplett untersucht, genau muss ich das ja nicht ausführen hier, die Damenwelt wird wissen, wie das alles läuft. Jedenfalls hab ich lange mit ihr gesprochen, schlussendlich haben wir uns geeinigt, dass ich anfange die Pille zu nehmen. Es hat gleich mit der ersten Pille sehr gut funktioniert, die Schmerzen waren so viel besser, alles war regelmäßiger, meine Haut wurde besser... die Vorzüge der Pille eben. Über die Risiken und Nebenwirkungen wurde ich natürlich aufgeklärt, das ist mir auch heute alles bewusst, ich bin selbst nicht unbewandert in medizinischen Dingen. Dass meine Pille so gefährlich ist, war damals noch nicht bekannt, da war die relativ neu auf dem Markt. Ich habe sie jedenfalls nie gewechselt, weil es mir so gut damit ging und ich keine Nebenwirkungen oder Probleme hatte.

      Ich rede um den heißen Brei herum. Weil es mir so schwer fällt, darüber zu sprechen. Als ich das nächste Mal zum Frauenarzt ging, war ich dann glaube ich 15 oder noch 14, ich weiß es nicht mehr. Es sollte ein normaler Kontrolltermin sein. Eigentlich wusste die Ärztin auch, dass ich zu dem Zeitpunkt sexuell nicht aktiv war. Jedenfalls denke ich das heute, man kreuzt das ja auf den Anamnesebögen an und spricht auch darüber. Ich war zu dem Zeitpunkt also noch Jungfrau. Ich war wieder sehr nervös bei dem Termin. Irgendwann lag ich dann auf dem Stuhl, und dann ist es passiert, ich weiß nicht wieso und es ging alles so schnell und im Nachhinein bin ich wütend auf die Ärztin, weil sie offenbar nicht aufmerksam genug war, aber sie hat dann jedenfalls die komplette Untersuchung machen wollen, was ich auch wieder nicht unbedingt beschreiben muss, weil es denke ich bekannt ist wie so was abläuft. Beim Einführen habe ich dann einen unglaublichen stechenden Schmerz erlebt, ich wusste gar nicht was passiert und hab nur aufgeschrieen und ihre Hand weg geschlagen. Die Ärztin selbst war total schockiert und hat in dem Moment erst wohl verstanden, dass ich noch Jungfrau war - bis zu diesem Augenblick. Sie hat mich, ich muss es so ausformulieren, entjungfert. Und zwar unter höllischen Schmerzen. Ich bin aufgesprungen, hab mich angezogen und bin raus aus der Praxis zu meiner Mutter, die mich hingefahren hat, ich weiß noch dass die Ärztin sich entschuldigt hat weil sie offenbar kapiert hat, dass da grade was nicht ganz so Gutes passiert ist, aber sonst weiß ich nicht mehr viel, außer dass ich Schmerzen hatte und neben mir gestanden bin.

      Ich habe dann danach nicht mehr sonderlich über den Vorfall nachgedacht, ich habe auch im Nachhinein erst gesehen bzw. verstanden, dass ich nicht mehr zur Vorsorge war und dass ich kein Interesse an Sex entwickelt habe. Ich hatte meinen ersten Freund, mit dem es relativ schnell wieder vorbei war und der selbst keinen Sex zulassen wollte, dann hatte ich meine Freundin, bei der Sex für mich unvorstellbar war, weil ich allein bei dem Gedanken daran Angstzustände bekommen habe. Dann war ich viele Jahre ohne feste Partnerschaft, ich hatte mal zwei "Bekanntschaften" auf Festivals, bei dem einen wäre es zum Sex gekommen, hätte ich nicht aufgeschrieen, was er Gottseidank akzeptiert hat, bei dem anderen ist es nicht so weit gekommen. Für mich war das immer mit wahnsinniger Angst und Schmerzen besetzt.

      Seit über zwei Jahren bin ich jetzt mit meinem (für mich ersten "richtigen", also ernsthaften) Freund zusammen. Er kennt mich und meine ganze Geschichte, meine Probleme, er weiß auch von all dem hier. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich auf ihn und Intimitäten einlassen konnte, aber er hat mir alle Zeit der Welt gelassen und ich vertraue ihm blind. Der Sex mit ihm ist wunderschön, ich habe mit ihm das erste Mal das Gefühl dass das ohne Schmerzen und über Vertrauen was wirklich Schönes sein kann. Der Sex an sich ist also überhaupt kein Problem mehr. Nur war ich halt nie wieder beim Frauenarzt... ich weiß dass das absolut nicht in Ordnung ist, gerade wenn man sexuell aktiv ist. Die Pille habe ich wie gesagt über meinen Hausarzt verschrieben bekommen. Ich habe es einfach nicht fertig gebracht hinzugehen, ich habe das alles völlig weg gedrängt und aufgeschoben. Erst jetzt, Jahre später, habe ich für mich verstanden, was da passiert ist, und ich kann es auch jetzt kaum aufschreiben weil es mir so falsch vorkommt und ich mich gegen diesen Begriff sträube, aber diese Ärztin hat mich damals traumatisiert. Am liebsten würde ich das Wort wieder löschen. Sie hat es nicht absichtlich getan, es war fahrlässig von ihr oder unaufmerksam oder was auch immer, aber es ist nun mal so passiert und ich hatte und habe die Konsequenzen davon zu tragen.

      Und jetzt... jetzt muss ich zum Frauenarzt, weil ich eine andere Pille brauche. Und das kann mein Hausarzt nicht erledigen, mich da zu beraten und gemeinsam die Risiken abzuwägen. Außerdem muss ich halt einfach zur Vorsorge gehen, endlich mal. Ich fühle mich nicht bereit dazu, aber das ändert nichts daran, dass ich es tun muss. In drei Monaten werde ich umziehen, gestern habe ich mal nach Ärzten in meiner neuen Stadt geschaut und eine mit sehr guten Bewertungen gefunden. Dabei habe ich direkt einen Heulkrampf bekommen. Aber was nützt das schon, ich muss da durch. Ich bin da auch gar nicht unempathisch mir selbst gegenüber, hoffentlich kommt das nicht so rüber. Aber ich kenne mich eben sehr gut und weiß, dass eine gewisse Strenge mit mir selbst sein muss und auch funktioniert, zum Beispiel auch beim Zahnarzt, der auch ein Graus für mich ist, oder bei anderen unangenehmen Dingen.

      Habt ihr irgendwelche Gedanken dazu? Habt ihr Erfahrungen, die ihr teilen möchtet? Ich weiß nicht, ob ich in der Hinsicht gerade ein paar Tritte vertragen kann.
      Es ist mir so, so unangenehm das hier zu schreiben und am liebsten würde ich den ganzen Text wieder löschen, aber ich schicke ihn jetzt einfach ab und hoffe, dass irgendjemand was dazu zu sagen hat, egal wie unangenehm und schlimm das ist.

      Danke.


      Volpe
      He scales the mountain, because he's not afraid of it.
      - Django Unchained -
      Hallo Volpe:)

      Erstmal ist es doch richtig klasse dass du diesen Schritt machst auch wenn du halb fazu "gezwungen" bist wegen der neuen Pille, trotzdem ist das in meinen Augen schonmal ne Leistung, Ärzte rauszusuchen etc..
      An einer Stelle bin ich innerlich etwas zusammen gezuckt und zwar als du sagtest die Frauenärztin hätte dich "entjungfert".
      Ich bin mir sehr sicher dass ich dir das nicht sagen muss, und dass du so schmerzen dabei hattest ist wirklich furchtbar und unglaublich fahrlässig von ihr gewesen aber es gibt ja kein Jungfernhäutchen das "reißt, es dehnt sich beim sex oder ähnlichem nur.
      Da "poppt", "reißt"nichts und geht auch nichts kaputt, es ist nichts was sie dir weggenommen hat.
      Ich finde es ja immer schlimm wenn Frauen ihre Jungfräulichkeit als etwas sehen was ihnen genommen werden kann und was so unglaublich wertvoll ist.
      jetzt nicht auf deinen post bezogen.
      soviel dazu:D
      und vielleicht hilft es wenn du der neuen ärztin/ dem neuen arzt sagst was damals passiert ist?
      Ich bin sicher dann ist er/sie nochmal extra vorsichtig und vielleicht fühlst du dich auch besser wenn dein freund mitkommt?:)
      Ich muss gestehen dass ich auch ewig nich mehr beim frauenarzr war, ivh die pille aber auch meide:D
      das sind so meine gedanken dazu..
      Auch dass sex kein problem mehr ist, ist nicht selbstverständlich und ziemlich toll:DD

      Und unangenehm braucht dir das ganze auch nich sein:)

      Lg:))
      Fast alles was wir tun ist letzten endes unwichtig,
      Es ist nur sehr wichtig , dass wir es tun.
      Hallo. :)

      Mir kam beim lesen ein Gedanke auf, weiß nicht ob's was nützt aber ich versuchs mal, hoffe man versteht ungefehr was ich meine....

      Das du nun wegen dem Pillenwechsel zum Arzt musst bzw auf einen Arzt angewisen bist verstehe ich! Aber ich verstehe nicht warum man dich "steinigen" sollte nur weil du nicht zum Arzt gegangen bist?! Finde du machst dir da echt viel Druck selber...

      Ich meine keine Frage es ist eine tolle Sache das einem diese Möglichkeiten offen stehen und sicher Vorsorge ist schon was gutes aber nur weil es diese Möglichkeiten giebt muss man sie dann auch zwangsweise nutzen? Es ist einfach nur eine Möglichkeit nicht mehr und nicht wehniger, Frau kann sich dafür oder da gegen entscheiden ubd ich finde beide Wege sind legetiem. Jeder hat die Wahl dafü oder da gegen! Wenn du diesen, wie ich finde mutigen Schritt, von selber gehen willst und dich für eine reglmäßige Vorsorge entscheidest, solltest du das tun weil DU es für DICH und DEINE Gesundheit willst und nicht weil es 1000 andere Frauen auch tun und es so nun quasie eine unausgesprochene Gesellschaflicheverpflichtung ist als Frau zur Vorsorge zugehen, meine was ist mit den Männern da "steinigt" doch auch keiner wenn die nich zum Arzt gehen, oder?! Du bist in erster Linie nur Dir und deinem Körper verpflichtet, die Meinung der anderen kann da doch eigentlich so zimlich egal sein. Tu es weil du willst und nicht musst!

      So mein Senf da zu...

      Alles Gute dir! :)
      Gruß. Kessy
      Hallo Volpe,

      auch wenn ich kein solches Erlebnis mit einem FA hatte, kann ich deine Sorgen doch nachvollziehen. Mein erster FA-Besuch war auch extrem spät... (in meiner Familie sozusagen auch anerzogen: außer für den Zahnarzt-Stempel im Bonusheft sind Arztbesuche erst nötig, wenn man Beschwerden hat.... Kontrolltermine in welcher Form auch immer nicht nötig....)
      Dieser FA-Besuch war dann aber ein absolutes Muss. Eine Recherche im Internet hat aber geholfen, eine gute Praxis rauszusuchen. Vor Ort habe ich dann mit offenen Karten gespielt, dem Arzt mitgeteilt, dass dies mein erster Besuch ist, etc. Das war sehr hilfreich! Die ganze Untersuchung lief dann sehr behutsam ab; hat genau erklärt, was als nächstes passiert. Ich würde dir also raten: spiel mit offenen Karten - und wie Lina schon sagte - jmd zum Händchen halten kann auch nicht schaden ;)
      Und sollte dein FA mit Unverständnis reagieren - gleich wieder raus. Sonst wird die Untersuchung zur Tortur...

      Ansonsten kann ich nur die Erfahrung teilen, dass männliche FA doch irgendwie behutsamer vorgehen, als weibliche FA. Vielleicht hatte ich da aber auch nur "Pech"...

      Viel Glück!
      Nebel
      Auf der Suche nach mir selbst...
      Hallo du,
      Ganz ehrlich: ich finde, du hast da etwas wirklich schlimmes erlebt. Um so mutiger, dass du dich jetzt einem erneuten Besuch stellst.
      Glaubst du, du schaffst es, dem Arzt von deiner Vorerfahrung zu erzählen?Nur dann kann er auf dich eingehen oder du dich ggf selbst schützen, wenn dir die Reaktion nicht gefällt. Du musst ja auch nicht unbedingt ins Detail gehen. es tut bestimmt der Hinweis darauf, dass deine erste und Einzige Erfahrung sehr unangenehm und schmerzhaft war, und du deshalb Angst bzw Sorge o.ä hast.
      Und wenn es erstmal keine Untersuchung wird, ist das doch auch ok. Setz' dich da nicht selber so unter Druck. Schau erstmal, dass du die Situation meisterst, dort hin zu gehen und zu erzählen. Wenn du dir die Untersuchung dann doch zutraust, schön. Aber verlange nicht von dir, gleich das volle Programm durchzustehen. Du kannst ja für die Untersuchung auch einen etwas späteren Termin vereinbaren.
      Liebe Volpe,

      zuallererst: Ich find es toll, dass du für dich selbst den Mut zusammennimmst und das hier schreibst. Auch wenn oder gerade wenn es sich so grauenvoll anfühlt.
      Die Idee von SoRaya finde ich sehr gut und was mir eingefallen ist: Hier bei mir vor Ort habe ich mal über eine Beratungsstelle für Frauen eine Liste mit Frauenärztinnen erhalten, die sehr gut mit traumatisierten Frauen umgegangen sind. Vielleicht gibt es bei dir auch so eine Möglkichkeit? vielleicht ist es auch leichter zu einem Mann anstatt zu einer Frau zu gehen und dein Freund kann dich begleiten?
      Auch wenn es dringend ist (zur Not kannst du die Pille ja erstmal absetzen und anders verhüten), würde ich mir Zeit lassen bei der Arztsuche und wenn du irgendwo hingehst und ein schlechtes Gefühl hast, auch einfach wieder gehen.

      Alles Liebe und viel Kraft,
      disarming
      For this is rock n roll, I’ve got a rock n roll soul
      And we are freedom fighters. For now...
      (The Tunics)


      ToWriteLoveOnHerArms
      Hallo,
      Ich finde es auch sehr stark von dir!

      hast du denn schon einen neuen Gyn gefunden? Es gibt ja zb auch welche mit psychologischer Schulung. Bei meinem ist das zB so und ich hab da gute Erfahrungen mit gemacht.
      Und wegen dem Termin, du kannst ja auch sagen, dass du erstmal nur die Beratung möchtest. Solange keine akuten Beschwerden vorliegen kann man solche Chek Ups auch schieben bis man sich soweit es geht wohl genug dafür fühlt. Dann überfordert man sich selbst auch nicht so, meiner Meinung nach.
      Alles Gute dir, P.
      Hey du,

      ich kann nachvollziehen, wie schwer dir das Aufschreiben gefallen sein muss. Umso stärker, dass du es trotzdem getan hast. Ich finde es gut und wichtig, dass du dieses traumatische Erlebnis angehen willst, es hat ja wie du schreibst viele Auswirkungen auf dich gehabt und man merkt auch, wie sehr dich das noch belastet. Umso schöner, dass du so einen tollen, lieben Freund hast, der dir ja vielleicht sogar die Vertrauensbasis geschaffen hat, dass das Thema jetzt für dich als angehbar erscheint.
      Ich kann eigentlich nichts schreiben, was nicht schon gesagt wurde, will es aber trotzdem nochmal betonen: Setz dich nicht unter Druck. Natürlich wird in unserer Gesellschaft Vorsorge - gerade für Frauen - als sehr wichtig eingestuft und es ist ja auch gut, dass wir hier so eine medizinische Versorgung haben. Gerade Ärzte und Ärztinnen betonen die Bedeutung, weil es ihr Job ist, weil sie es naturgemäß für wahnsinnig wichtig halten. Ich sage nicht, dass es unwichtig ist, aber ich finde, dass da ein gesellschaftlicher Druck auf weibliche Körper ausgeübt wird (wie in vielen anderen Bereichen), der eben umso unangenehmer ist, als dass er eine ganz intime Stelle trifft. Mir hilft es, wenn ich mir klar mache, dass viele Forderungen nicht von mir kommen, sondern von außen und dass ich manches, was ich denke tun zu müssen oder zu wollen weder muss noch will.
      Ich bin in der Therapie im Moment auch bei dem Thema S*xu*l*t*t und ich kann im Moment weder mit meiner Therapeutin darüber sprechen noch darüber schreiben ohne zu weinen oder aggressiv zu werden. Ich lerne gerade, dass es gerade da ganz wichtig ist, langsam zu sein, behutsam. Vielleicht darfst du dir ja an diesem Punkt mal erlauben, nicht streng zu dir zu sein. Auch wenn du sagst, es hilft dir: Ich habe die Sorge, dass du dich zu etwas zwingst, wofür du noch nicht bereit bist und es dir nachher noch schlechter geht. Man merkt dieses "müssen" auch sehr deiner Argumentation in dem Thread an. Ich glaube, hier wäre es gut, wenn du behutsam zu dir bist und dir das Gefühl gibst, den Zeitpunkt ganz frei auswählen zu können - Dinge, die du in deinem schrecklichen Erlebnis nicht erfahren hast. Deswegen denke ich wie meine Vorposter: Erstmal nur einen Termin für ein Beratungsgespräch. Du kannst fragen, ob du bei der ersten Untersuchung nur Urin- und Bl*tproben geben darfst, Bl*tdruck messen und vielleicht noch Brüste abtasten. Und dann vielleicht erstmal einen Ultraschall auf dem Bauch (das machen meiner Erfahrung nach nicht alle FÄs bei der Routineuntersuchung, aber sie können es natürlich alle, weil man das ja bei Schwangeren macht). Also langsam, Schritt für Schritt und dann erstmal gucken, wie es für dich ist, wie es dir die Tage danach geht. Bei einem Arzt oder einer Ärztin, der/die sich nicht darauf einlässt, würde ich keinen zweiten Termin machen. Das Recht hast du. Bitte sei da behutsam mit dir, geh liebevoll mit dir um. Die Gewalterfahrung ist schlimm genug, tu dir da bitte nicht selbst wieder Gewalt an, indem du so streng mit dir bist. Ich weiß, du sagst du seist nicht unempathisch dir selbst gegenüber und normalerweise würde ich dir das auch glauben. Aber bei diesem Thema habe ich Sorge, dass du dich da vielleicht selbst belügst.

      Alles Gute dir, viel Kraft und viel Geduld.
      Fylgja
      The world ain't all sunshine and rainbows. It's a very rough, mean place. And no matter how tough you think you are, it'll always bring you to your knees and keep you there, permanently, if you let it. You, me or nobody ain't never gonna hit as hard as life. But it ain't about how hard you hit, it's about how hard you can get hit and keep moving forward. How much you can take and keep. moving. forward. ~ Kataklysm: A Soulless God

      Hey du,


      ich möchte gerne ebenfalls etwas zum Thema "Pflicht" beisteuern.

      Es ist so: Dieser Vorsorgewahn tritt in der Form ausschließlich in Deutschland auf. Ahm...ja...hoppla, was ist dann mit den ganzen anderen Frauen? In Skandinavien? In Großbritannien? Sind die etwa unterversorgt? Grob fahrlässig? Weniger krankheitsanfällig? Ganz und gar nicht, denen gehts super und übernatürliche Kräfte haben sie auch nicht.

      Viele Ärzte kritisieren mittlerweile die deutsche Vorgehensweise, da sie entmündigt (bei Pillenwunsch aufgezwängt), viel Geld kostet, eigentlich kein Leben rettet (der Nutzen ist sehr, sehr gering bis nicht vorhanden) und teilweise sogar schädlich sein kann (Fehldiagnosen, Übertherapie, Trigger bei Traumata).
      Ähnlich verhält es sich sogar während einer Schwangerschaft. Im Normalfall, wenn alles gut verläuft, sind keine Untersuchungen des Intimbereichs vorgesehen, aber viele Ärzte getrauen sich kaum, darauf zu verzichten, da einige Frauen ihnen ansonsten sofort mangelnde Sorgfalt unterstellen und den Arzt wechseln. Gleichzeitig werden durch ständige Untersuchungen Keime eingeschleppt, also...um es mit den Worten eines Arztes zu umschreiben: "Es ist eine sehr, sehr merkwürdige Sache..." :S
      Und so sehen es Gott sei Dank doch einige Menschen, der Eindruck, dass jeder ständig zum Arzt rennt und alle Ärzte das befürworten, kann täuschen.

      Mir geht es hauptsächlich darum, die Aussagen meiner Vorredner mehr oder weniger wissenschaftlich zu unterstreichen: Es ist dein Körper, es gibt keine Zwangsuntersuchung. Dieser Gedanke ist einfach sehr wichtig und heilsam, besonders wenn heftige Geschichten im Hintergrund weilen.
      Klar, wer aufgrund geschürter Ängste zur Vorsorge möchte und sich damit wohl fühlt, der soll das tun, aber Zwang und Panik haben hier nichts verloren.

      Naja, jetzt kann man sich natürlich fragen, woher ich das alles weiß und man muss wahrscheinlich nicht lange wild durch die Gegend raten: Ich habe selbst ein Problem mit dieser Thematik und konnte niemals glauben, dass mein Körper ständiger Überwachung bedarf; daher führte ich einige Arzt-Interviews und las Fachartikel um Fachartikel.

      Vielleicht hilft es dir ja ein wenig.
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben
      Hallo ihr alle,

      vielen Dank für eure ganzen Antworten! Ich hatte schon diese bescheuerte Angst, dass niemand was dazu zu sagen hat. Ich werde versuchen, auf alles einzugehen, was bei mir im Kopf was angestoßen hat und was ich wichtig finde.

      Es geht mir nicht darum, dass die Ärztin mir meine Jungfräulichkeit "weg genommen" hätte, ganz und gar nicht. Für mich war der Zustand Jungfrau nie was Besonderes, weder vor diesem Vorfall noch danach. Mein erster Sex war immer noch mein erster Sex, egal ob da nun ein Hymen vorhanden war oder nicht oder in welchem Zustand es sich befunden hat. Ich wurde da also nicht beraubt oder so, es war "nur" eine schlimme Erfahrung, die aus offensichtlichen Gründen bei mir Probleme mit der Sexualität hat entstehen lassen, denn da wird halt eben auch was in mich eingeführt, und das war von dieser einen frühen Erfahrung so krass mit Schmerzen und Angst besetzt. Zum Glück habe ich das aber ja mit Hilfe meines wunderbaren Partners überwinden können.

      Was das Thema Vorsorge und Pflicht angeht, da habe ich selbst gemischte Gefühle. Einerseits weiß ich natürlich, dass ich zu keinen Vorsorge-Untersuchungen verpflichtet bin. Ich habe ja nun selbst jahrelang ohne gelebt und ich hatte keine gesundheitlichen Probleme, jedenfalls keine von denen ich wüsste. Und das ist eben der Knackpunkt und mein andererseits: in meiner Familie hat es schon genug Fälle von Zysten, gutartigem und auch bösartigem Krebs gegeben, es gab Entfernungen von Gebärmutter und Eierstöcken und noch genügend andere Geschichten... eine gewisse Veranlagung zu solchen Erkrankungen kann ich also leider nicht außer Acht lassen, auch wenn ich das bisher mit Bravour getan habe.
      Was den wissenschaftlichen Teil dahinter angeht, bin ich durch mein Studium und die medizinischen Inhalte, die sich da zwangsweise ergeben, auch nicht unbewandert. Deshalb weiß ich natürlich, dass Vorsorge-Untersuchungen im Grunde nicht viel nützen. Zwar werden mehr Krankheiten entdeckt, aber die reine Entdeckung verhindert die Erkrankung und im schlimmsten Fall den Tod nicht (Stichwort odds ratio, risk ratio und so weiter). Da hast du, SinRatziel, also völlig Recht. Dann wieder sehe ich zum Beispiel meine Mutter, meine Oma und eine Freundin von mir, bei denen in Vorsorge-Untersuchungen wirklich Dinge gefunden und früh genug behandelt wurden. Da tobt in mir einfach ein Kampf, was richtig ist und was unnötig, aber vermutlich ist da die Lösung wirklich das, was einige von euch sagen: ich muss mir für mich klar werden, was ich wahrnehme und aus welchen Gründen, einfach womit es mir gut geht. Das ist ein guter Ansatz, danke dass also das ihr das ansprecht. Ich werde mir dahingehend jetzt mal Gedanken machen, muss ich ja gezwungenermaßen auch nun.

      Den Gang zu einer Beratungsstelle finde ich ebenfalls eine super Idee. Da werde ich mich mal schlau machen, was es in der neuen Stadt da so gibt und einfach weiter Bewertungen von Ärzten anschauen. Eine die ich gefunden habe, scheint wirklich toll zu sein, die behalte ich im Hinterkopf. Danke für den Tipp!

      Wahrscheinlich wäre es gut, dem neuen Arzt davon zu erzählen, was mir da passiert ist, ja. Ich weiß nur nicht, ob ich das übers Herz bringe. Ich kriege schon beim Zahnarzt kaum ein Wort raus, und da ist mir nichts Vergleichbares passiert. Mein Freund hat auch schon angeboten, dass er mit mir mit kommt und das erzählen könnte, aber auch da weiß ich noch nicht, ob ich das will... vielleicht spreche ich noch mal mit ihm in Ruhe darüber. Bestimmt wäre es gut es zu erzählen, damit der Arzt einfach bescheid weiß und auf mich eingehen kann.
      Dazu passt auch der Vorschlag, nicht gleich alles auf einmal zu machen. Daran habe ich selbst gar nicht gedacht, also danke auch für den Tipp. Da kann ich mir vorstellen dass mir das hilft, wenn ich erstmal nur zu einem Gespräch komme und die Untersuchung dann später machen lasse. Über eine neue Pille können wir ja auch ohne Untersuchung sprechen.

      Das Thema mir selbst Druck machen und gut mit mir umgehen ist auch wichtig. Da finde ich deine Rückmeldung besonders gut, Fylgja, denn ich glaube/befürchte beinahe, dass du mich da richtig einschätzt, nämlich dass ich mich selbst ein bisschen belüge und mir den Druck aufbaue, das einfach hinter mich zu bringen, egal wie es mir dabei dann geht. Das habe ich oft genug als Strategie in meinem Leben angewendet, dieses Augen zu und durch... das hat mir dieser ganze Thread hier noch mal deutlich gezeigt. Gerade weil da so viel Scham und Angst bei mir sitzt, kann ich mir bekloppterweise nicht zugestehen, liebevoll und vorsichtig mit mir selbst umzugehen, weil ich irgendwie denke, dass das mit Strenge besser klappen würde. Aber so eine Behandlung in Etappen und in Ruhe den richtigen Arzt aussuchen sind da glaube ich ein guter Weg.

      Puhh, echt nicht leicht darüber zu schreiben... es hat auf jeden Fall schon mal gut getan und mich wirklich erleichtert, das überhaupt anzusprechen und obendrein noch eure ganzen Gedanken dazu zu hören. Vielen vielen Dank, dass ihr euch da die Zeit genommen habt. Vielleicht notier ich mir mal die wichtigsten Punkte für mich, damit ich das auch wirklich durchziehe und dabei nett zu mir selber bin.

      Wenn sich jemand übergangen fühlt oder noch Ideen hat, dann nur raus damit!


      Volpe
      He scales the mountain, because he's not afraid of it.
      - Django Unchained -
      Weißt du, diese "Augen zu und durch"-Sache muss einfach nicht unbedingt sein. Das ist dir zwar klar, aber du siehst selbst, dass es ganz hilfreich ist, von außerhalb das Okay zu bekommen: Ja genau, ich darf gut zu mir sein. :)

      Und hier finde ich den Ansatz, mit dem Arzt darüber zu reden, enorm wichtig - das geht übrigens auch per Mail, eine Variante, die ich häufig bevorzuge. :)

      Hier noch eine kleine Geschichte für dich:
      Ich selbst konnte mir bis vor ca. 8 Monaten niemals, niemals, NIEMALS vorstellen, dass mich jemand im G*n*t*lb*r**ch (hmmm...sternelt man sowas? Egal) auch nur ansatzweise berührt, das war völlig abwegig und löste heftigste Panikanfälle in mir aus; tja und genau wie du konnte ich kaum darüber reden, die Scham war schlichtweg überwältigend.
      Jaaaaaah und dann zog ich mir eine Sportverletzung zu, selbstverständlich an der ungünstigsten Stelle. -,- Mein Verstand setzte aus, ich konnte nicht mehr, war völlig verzweifelt und mit den Nerven am Ende. Niemand sollte wissen, dass ich v*rl*tzt war, niemand sollte sich mir nähern. Aber irgendwann ging das einfach nicht mehr und ich beschloss, mich vorsichtigst an einen Arzt heranzutasten.
      Es benötigte zig Versprechen, viele Absicherungen und dann...dann musste ich feststellen, dass das, was in meinem Kopf war, viele, viele Male schlimmer gewesen war als das, was mich tatsächlich erwartet hatte.
      Dieser Arzt war so lieb und witzig, dass mich absolut nichts tangierte. Es war merkwürdig, ich war mir sicher, ich würde ausrasten, aber in der Sache lag wirklich nicht die geringste Unerträglichkeit. Das Gefühl in Sicherheit zu sein und geachtet zu werden, hatte mich so sehr vereinnahmt, dass die Behandlung so harmlos war wie Naseputzen.
      Es war also wirklich sehr wichtig gewesen, mir den richtigen Arzt zu suchen und ihn vor allen Dingen von meinem Zustand zu unterrichten, denn nur so konnte er auf mich eingehen.
      Heute habe ich zwar immernoch Angst, aber längst nicht mehr so sehr wie früher. :)


      Und ich denke - nein, ich hoffe und wünsche, dass es bei dir ganz ähnlich ablaufen wird, du eine gute Erfahrung sammeln und verinnerlichen kannst. ^^
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben
      Hallo Volpe,

      als erstes möchte auch dir erstmal Respekt aussprechen dafür, dass du dich durchringen konntest dieses Thema zu eröffnen und auch den Entschluss zu fassen wieder zum Frauenarzt zu gehen. Ich kann denke ich zumindest teilweise nachvollziehen wie es dir damit geht.

      Ich kann natürlich jetzt nur von meiner persönlichen Erfahrung und Meinung berichten, aber vielleicht hilft dir das ja.
      Ich würde auch sagen es ist wichtig, dass du mit dem neuen Arzt/der neuen Ärztin über dein Erlebnis sprichst, eben damit derjenige (ich verwende der Einfachheit halber jetzt mal nurnoch die männliche Form) darauf Rücksicht nehmen kann. Das kann ja, wie jemand schon geschrieben hat, auch per Mail passieren. Einige Ärzte haben auch auf ihrer Internetseite die Möglichkeit online Termine zu machen, da könnte man sowas auch dazu schreiben. Was mir sonst noch einfällt: du könntest versuchen morgens den ersten Termin zu bekommen. Mir hat das manchmal sehr geholfen, weil ich dann nicht so lange im Wartezimmer sitzen musste. Ich denke viel zu viel nach wenn ich da sitze und mache mich dann komplett bekloppt. Vielleicht schaffst du es auch die Sprechstundenhilfe drauf anzusprechen wenn du den Termin machst, wenn du eine gute Praxis gefunden hast planen die dann entsprechend. Du musst ihr ja nicht alles erzählen, aber etwas in die Richtung "ich habe schonmal schlechte Erfahrungen mit Frauenärzten gemacht und mir wäre lieb wenn ich einen frühen Termin bekommen könnte um im Wartezimmer nicht so nervös zu werden". Das kann auch dafür sorgen, dass der Arzt im Gespräch aufmerksamer ist.
      Ich könnte mir auch vorstellen dass es bei einem Mann leichter ist, gerade weil diese schlimme Erfahrung die du machen musstest bei einer Ärztin war, aber das kannst du nur selbst entscheiden.
      Bei meiner ersten Frauenärztin habe ich die Pille komplett ohne Untersuchung bekommen, wir hatten nur ein Gespräch und haben aber direkt ausgemacht dass ich zwei Wochen später wiederkomme. Beim zweiten Termin gabs dann einen Ultraschall über die Bauchdecke, aber keine andere Untersuchung. Und erst beim dritten Termin hat sie untersucht, allerdings nicht auf diesem schrecklichen Stuhl sondern auf einer normalen Liege. Das hat mir enorm geholfen, so konnte ich sie vernünftig kennen lernen und ein Bisschen Vertrauen fassen. Vielleicht hilft dir das auch? Dann wäre es aber vermutlich gut wenn du das vorher dem Arzt sagst, damit er von vornherein weiß, dass du keine Untersuchung möchtest. Sonst kommt häufig am Ende des Gesprächs wie selbstverständlich "Dann machen Sie sich mal frei, ich bin gleich wieder da" und dann stehst du da alleine in dem Raum obwohl du doch garnicht untersucht werden willst. Will er das nicht akzeptieren solltest du da schon nichtmehr hingehen.
      Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen und hoffe dass du direkt einen guten und einfühlsamen Arzt findest!

      LG N**dle
      Wenn einer, der mit Mühe kaum,
      gekrochen ist auf einen Baum
      schon meint, dass er ein Vogel wär,
      so irrt sich der.
      [Wilhelm Busch]
      ich möchte dir auch gratulieren, dass du wieder zum Frauenarzt gehst - und einen vorwurf macht dir wie du siehst hier keiner, weil du so lange nicht warst. ich kann das sehr gut verstehen. Ich selber bin jetzt 30 und war erst 2 mal in meinem Leben bei einer Frauenärztin. Ich kann nichtmal erklären warum - ich weiß nur dass ich ein riesen Problem damit habe. Ich geh nichtmal hin, wenn ich denke dass etwas nicht stimmt und hab eine familiäre Krankengeschichte mit starker Krebshäufung. Von daher ist es richtig dumm von mir.

      Ich kann dir nur empfehlen (und das ist hier sicher schon angesprochen worden - ich konnte mir leider nicht alles durchlesen) dass du ein möglichst offenes Gespräch mit der Ärztin zu der du gehen wirst führst. Vielleicht wäre es sogar gut, wenn du bei eurem ersten Termin gar nicht "alles" machen lässt sondern dich da schrittweise rantastest. Ich denke eine einfühlsame Ärztin sollte das verstehen. Frauenarztbesuche sind häufig sehr sensibel - und deshalb finde ich kann man erwarten, dass einem die Ärzte hier jede Hilfestellung geben die möglich ist.
      Auf jeden Fall kann dir die Angst genommen werden, wenn ihr darüber sprecht und falls du dich danach noch nicht bereit fühlst, dann einen neuen Termin ausmachen bzw. falls du das Gefühl hast, dass die Ärztin oder der Arzt nicht einfühlsam sind gegebenenfalls auch einen neuen suchen.

      Ich wünsche dir viel Mut!
      gglg
      Ich möchte an dieser Stelle eine Triggerwarnung aussprechen. Es geht um eine explizite Beschreibung einer G*w*lterfahrung in sehr deutlichen Worten. Bitte achtet auf euch; Fylgja.
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      Sie hat mich, ich muss es so ausformulieren, entjungfert. Und zwar unter höllischen Schmerzen.


      Gleiche Geschichte, ähnliches Problem.
      Unabhängig meines anderen Threads, möchte ich dir meine Problematik nicht vorenthalten.

      Ich war damals 13 und bekam wegen massiver Krämpfe die Pille verschrieben. Heute weiß ich, dass die Krämpfe von einer Endometriose kamen.Das ist eine andere Geschichte.

      Ich war 19, das ist jetzt Jahre her und habe mir mit dem ersten Mal lange Zeit gelassen.
      An diesem Tag war ich noch Jungfrau und bin zur FÄ, die an diesem Tag nicht ihre Sprechstundenhilfe hatte.
      Sie war ziemlich überfordert und plötzlich auf dem Stuhl meinte sie zu mir, ich soll mal kurz die Geräte halten. Die Schwester ist gerade nicht da und wir müssten das selbst machen.

      Ich halte und sie sagt, sie müssen es etwas stärker nehmen und führt meine Hand und in diesem Moment übt sie derart Druck aus, dass sie mir die Untersuchungsinstrumente förmlich in den unteren Bereich rammte.
      Sie hat mir dann eingeredet ich wäre das selbst gewesen. Sie hat aber den Druck ausgeübt.

      Ich habe geblutet wie ein Schwein und es tat unten rum alles weh.
      Ich dachte wirklich, jetzt hat die mir die Gebärmutter kaputt gemacht. Minuten später habe ich geschnallt was passiert war.

      Ich habe an diesem Tag ernsthaft überlegt, ob ich den Vorfall melde.
      Ich denke bis heute, das war kein Zufall. Ihr ist einfach auf die Nerven gegangen, dass ich mit 19 noch Jungfrau war.

      Ich war danach 2 Jahre nicht beim Frauenarzt.
      Erst als die alte Frauenärztin in Rente war, bin ich wieder hin und die neue war auch sehr viel vorsichtiger.

      Ich kann es nachvollziehen. Ich gehe heute noch mit hohem Blutdruck in den Untersuchungsraum und das wird sich auch nicht ändern.

      Meine Familie war übrigens entsetzt über so viel Fahrlässigkeit einer Ärztin.

      [Edit: Triggerwarnung und Spoiler eingebaut / Fylgja]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fylgja“ ()

      @Lina: Au Mann...das ist auch so eine Sache, die mich tierisch aufregt: s*x**l*t*t scheint keine Privatsache zu sein. Was geht so eine Tante irgendjemandes Jungfräulichkeit an?! Was geht es überhaupt irgendwen an?



      Das ist einer der Gründe, warum ich als Teenie niemals einen Freund hatte, ich hatte so furchtbare Panik, dass ich dann nicht nur mit dem entprechenden Jungen intim werde, sondern mich zugleich Erwachsene bedrängen, die sich einbilden, irgendwelche Vorgänge kontrollieren oder normen zu müssen. Ich fühlte mich wirklich ständig prä-m*ssbr**cht, es gibt keinen anderen Ausdruck dafür.

      Mich hat diese Thematik dermaßen gestresst, dass ich irgendwann an pro familia schrieb, da ich mit irgendjemandem darüber reden wollte. Die Antwort gestaltete sich entsprechend: Meine Ängste schienen irrational und nicht im geringsten nachvollziehbar, dieses Einmischen würde schließlich zu jedermanns Schutz geschehen.
      Jaja, der berühmte goldene Käfig...
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben
      Sin, ich habe es auch nicht verstanden. Ich war bei ihr über 5 Jahre in Behandlung und ich denke, sie war einfach davon angebrochen, dass sie mich nur so umständlich untersuchen konnte.

      Die Frechheit war, dass sie es noch so hingedreht hat, als wäre ich selbst Schuld.
      Ich nehme bis heute die Pille und habe keinen regelmäßigen GV. Ich weiß nicht, warum die FÄ dann überhaupt regelmäßig untersucht.
      Das was sie sehen will, sieht sie auch im Ultraschall. Will das sicher nur wieder mit der Krankenkasse abrechnen.

      Das hat dir pro familia geschrieben???? 8|

      Finde ich unmöglich. Das geht gar nicht.
      Und ihre Bequemlichkeit steht selbstverständlich vor deiner Selbstbestimmung/Unversehrtheit...na die hat vielleicht Nerven. òó

      Also, wenn sie sich entschuldigt hätte, dann wäre das noch einmal eine andere Sache gewesen, aber jemandem, dem man schm*rz*n zufügte, auch noch die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben...ja, keine Ahnung, dazu fallen mir nur mehr lauter unschöne Ausdrücke ein.

      Ich denke, es gibt da tatsächlich eine Routine, die von vielen einfach nicht hinterfragt wird; man denkt, es würde nicht schaden, es bringt Geld, also macht man es. Für einige Menschen geht das auch völlig klar, für sie ist das nicht schlimm, sie empfinden es sogar als haltgebend - wogegen auch absolut nichts einzuwenden ist. Schwierig wird es erst dann, wenn Menschen, die das Ganze kritisch sehen, unter dieser Praxis leiden.


      Japp, pro familia...wobei diese Art von Reaktion immer mal wieder vorkommt. Als ich das erste Mal wegen meiner Verletzung zum Arzt musste, geriet ich zuerst an einen Mediziner, der nicht ganz so einfühlsam war. Er meinte amüsiert: "Ach?! Da anfassen ist ein Problem, aber die Spritze nicht?!" Ist ja auch dezent was anderes, ha? :thumbdown:
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben
      Danke euch allen für die weiteren Beiträge. Ich lese jeden davon sehr aufmerksam und nehme nach wie vor viel für mich mit. Mittlerweile habe ich mich auch für eine Ärztin entschieden, bei der ich gerne einen Termin ausmachen würde. Da ich aber grade mitten im Abschluss stecke, bleibt viel auf der Strecke, weshalb ich hier auch erstmal nicht mehr geantwortet habe. Trotzdem freue ich mich, dass so viele was zu dem doch heiklen und persönlichen Thema sagen wollen. :smile: Ich bin tatsächlich schon ein klitzekleines bisschen entspannter geworden, glaube ich.

      Ich würde nur darum bitten wollen, dass das hier kein Privatgespräch wird, das wäre schade um den Thread. Vielleicht könnt ihr, Lina und SinRatziel, dafür ja auf PNs ausweichen. Danke.
      He scales the mountain, because he's not afraid of it.
      - Django Unchained -
      Sehr schön, das freut mich. :) Ich denke, es ist wichtig, dass man sieht: Oha, das Problem kennen wirklich viele und wenn ich darüber rede, dann ist das wirklich völlig okay. ;)

      (Und excusez moi für die anfängliche Privatisierung, mir knallen bei dieser Thematik jedes Mal die Sicherungen raus. :/)


      Viele Grüße und weiterhin alles Gute!
      Menschen, die v*rl*tzt wurden, sind gefährlich, denn sie wissen, dass sie überleben