Meine Beziehung. Übertreibe ich?

      Meine Beziehung. Übertreibe ich?

      Hallo erstmal! ^^

      Ich würde gerne mal eure Einschätzung hören. Seit etwas über 3 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen (für mich die erste Beziehung, für ihn nicht). Und ich fühle mich absolut nicht wohl...
      Folgende Problempunkte:
      1. Kontakt - Wir haben eine Fernbeziehung, sehen uns aber regelmäßig. Außerdem telefonieren wir jeden Tag, meist mehrere Stunden. Generell bin ich froh darum, manchmal komme ich mir aber schon eingeengt vor. Dazu kommt nämlich, dass ich vor ein paar Monaten in eine Großstadt gezogen bin, aber kaum ein Wochenende hier verbracht habe, weil wir uns immer sehen. Und wenn wir uns gerade nicht besuchen muss ich unbedingt lernen, den Haushalt machen etc. weil das Sachen sind, die bei mir oft liegen bleiben, erstens weil ich mich so eingespannt fühle, zweitens weil ich im Moment wieder eine ziemlich antriebslose "Phase" habe...Vor kurzem hat er mich gefragt, ob er am Wochenende rumkommen soll und ich habe nach überlegen nein gesagt. Weil ich eben so viel zu tun hatte und den einen Tag sowieso nur halb da gewesen wäre. Da war er plötzlich sauer, obwohl er immer meinte, ich soll ruhig sagen, wenn es mal nicht passt. Ich bin außerdem vom Typ her extrem unsicher, kann keine Entscheidungen treffen und lasse mich grundsätzlich schnell beeinflussen. Da bin ich zum Glück "stark" geblieben, trotz Vorwürfen wie "du willst mich ja nicht sehen" etc. die ich mir wochenlang anhören durfte.

      2. Trigger - Mein Freund wusste von Anfang an, dass ich "vorbelastet" (Depression, Es*stö*ung) bin, er hat mich vor unserer Beziehung öfters nachts weinend am Telefon gehabt, wenn ich z.B. Albträume hatte. Allerdings scheint er doch nicht damit klarzukommen, er sagt von sich selbst, dass er sich noch an die Situation gewöhnen muss, er hätte ja nicht gedacht, dass es soo schlimm ist bei mir...Dazu muss ich sagen, dass sämtliche Probleme in den letzten Monaten schlimmer wurden, ich selbst es also auch nicht wusste. Wir streiten uns extrem viel und da fallen manchmal Sätze, die für mich gar nicht gehen. Klar legt man sowas nochmal auf die Goldwaage aber "Ich würde wahrscheinlich besser damit klarkommen, dass du dich wieder r*tzt, anstatt dass du k*tzen gehst", "Ich frage mich manchmal ob du überhaupt weißt, wie es ist, wenn es einem schlecht geht" usw. tun schon weh und meiner Meinung nach hätte er das auch wissen können... Gut, so krasse Trigger kamen seitdem nicht mehr, aber er reitet auch oft aus Spaß auf meinem Gewicht rum. Extrem oft reiße ich mich zusammen und schlucke runter, wenn ich dazu was sagen will, sobald er aber merkt, dass ich wieder getriggert bin, ist er total genervt von mir. Oft fallen auch Sätze wie "Ich würd dir in solchen Momenten am liebsten links/rechts eine kl*tschen" (Würde er nie machen, stört mich aber trotzdem..)

      3. S*x - Auch ein großer Streitpunkt, er zwingt mich zwar grundsätzlich zu nichts, hat aber vor kurzem ein "nein,lass das,das tut weh" ignoriert und danach kam dann noch im Spaß der Satz: Warst du ja selbst sch*ld...Ich würde das jetzt nicht als mi*sbr*uch bezeichnen aber ich fühle mich sooo unwohl seitdem und ich traue mich 0 anzusprechen, wie schlimm das für mich war...Dazu kommt dass er regelmäßig Streits anfängt wenn ich ihm keine BILDER schicke, ihm beim telefonieren Vergn*gen bereite etc... Ich kann ja verstehen dass er Bedürfnisse hat aber er setzt mich emotional unter Druck und weist mir total die Schuld zu. Wenn ich ihm sage, ich kann mich im Moment nichtmal selbst anf*ssen, kommt sofort:" Liebst du mich nicht mehr, wie soll ich es so lange ohne aushalten, mach es doch um mich glücklich zu machen... " Wenn wir uns persönlich sehen schlage ich ihm nie was ab, für mich ist es aber "über die Entfernung" komplett was anderes und ich glaube nicht, dass das auf Dauer besser wird..

      4. Will er immer wissen wie es mir geht, wenn es mir schlecht geht nervt es ihn aber. Alleine weil ich weiß, wie er reagiert, erzähle ich ihm nicht jedes Mal, wenn es mir schlecht geht, damit zerstöre ich aber scheinbar die ganze Beziehung, weil ich ja eine extreme Lügnerin bin, wenn ich mal ein paar Tage verschweige wie es mir geht... Wenn ich es ihm dann aber immer sage hat er irgendwann genug davon, er wird sauer wenn er mich nicht aufmuntern kann, wenn ich ihm nicht sagen kann wieso es mir schlecht geht etc. Wir streiten sehr regelmäßig mehrere Stunden, ich halte Streits absolut nicht aus, er findet sie gehören dazu. Und das sei ja zu dem Zeitpunkt der Beziehung normal. Ich weiß es natürlich nicht, ich habe keinen Vergleich, glaube aber nicht, dass es normal ist. Einmal habe ich ihm nachts geschrieben, dass es mir nicht gut geht, konnte nicht sofort darüber reden wieso, er hat mich dann morgens um 5 Uhr angerufne (ich war noch wach) und mich ca ne Stunde angemeckert, dass ich ihm ja total den Tag versaut hab etc. obwohl es mir ja schon schlecht genug ging. Einmal habe ich ihm im Streit gesagt, dass ich extremen Schn*idedruck hab, da wurde er auch wieder sauer, weil ich ihm ja angeblich die Schuld zugewiesen hätte. Was es dann nur verschlimmert hat. Davor hieß es explizit, ich soll sowas sofort ansprechen. Ich habe einfach das Gefühl, ihn egal wie ich mich verhalte nicht zufriedenstellen zu können. Von ihm kommt immer "Du siehst ja gar nicht dass es nicht nur um dich geht sondern auch um mich", und natürlich sehe ich das! Aber ihm ist scheinbar ja komplett egal wie es mir geht, sondern er sieht sich nur als Opfer, weil er mich ja "ertragen" muss... Er hat kein Verständnis für meine Krankheiten, ich soll einfach mal den Ar*ch hoch kriegen, nicht so faul sein etc. und gerade diese Vorwürfe machen alles noch schlimmer..

      Am liebsten würde ich die Beziehung beenden aber ich bin mir so unsicher, vielleicht übertreibe ich ja auch total.. Ich weiß genau dass er nie Schluss machen würde, er wäre mir wahrscheinlich auch sauer, wenn ich ihn vor vollendete Tatsachen stelle aber ich sehe keine Hoffnung mehr.. Psychisch geht es mir immer schlechter, ich weß nicht ob es mit ihm zu tun hat aber es ist natürlich noch eine Mehrbelastung. Ich traue mich nicht ihm überhaupt zu sagen was mich stört, weil er mich scheinbar bei nichts ernst nimmt und das Blatt immer gegen mich wendet... Außerdem ist es gerade dadurch dass es eine Fernbeziehung ist noch schwieriger irgendwie Schluss zu machen, dazu kommt dass es natürlich wieder in einem Streit enden würde und ich sowas absolut nicht aushalte, er wird mich wahrscheinlich so verunsichern, dass ich eh wieder einknicke... Ich fühle mich total gefangen, gleichzeitig aber extrem schuldig, ich will gar nicht so schlecht von ihm reden und naürlich trage ich auch (bzw. hauptsächlich) Probleme zur Beziehung bei..
      Was mir auch extrem nah geht: Wenn jemand hört wie lange wir zusammen sind kommt meistens "ach wie süß, noch so frisch verliebt" / "da ist ja alles immer noch perfekt" und es ist halt wirklich nicht so...Aber sagen kann man das keinem.

      Vielleicht hat ja jemand ein paar objektive Worte für mich :( Bin seit Wochen total fertig mit der Welt...
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      Hallo du,

      und erstmal herzlich Willkommen hier im Forum :smile:

      Ich denke, dass es in Beziehungen kaum ein "normal" gibt. Jede/r lebt Beziehungen anders, jede/r fühlt, denkt, liebt anders. Ich würde da für mich ein "richtig/falsch" zwar ziehen, aber ich denke, dass jede/r das Recht hat, sein Leben so zu gestalten, wie er oder sie möchte. In einer Beziehung ist dann meiner Meinung nach wichtig, dass sich die Vorstellungen, die beide von einer Beziehung haben, nicht völlig von einander unterscheiden.
      Wenn ich deinen Text lese, habe ich das Gefühl, dass du sehr unsicher bist, dass du Angst hast, "falsch" zu handeln, weil du keine Beziehungserfahrung hast. "Das musst du nicht" ist leicht gesagt, aber ich meine es tatsächlich so. Du darfst für dich ganz frei entscheiden, was du möchtest. Und du darfst diese Entscheidung auch umsetzen. Du bist eine freie, autonome Person und wenig oder fehlende Erfahrung haben darauf keinen Einfluss. Und selbst wenn du viel Beziehungserfahrung hättest: Jeder Lebensabschn*tt und jeder Partner, damit auch jede Beziehung, sind doch irgendwie anders, das heißt, dass man sich immer wieder neu fragen und entschieden darf (und muss): Was will ich? Was tut mir gut?

      Ich möchte dir natürlich nicht sagen, was du meiner Meinung nach tun solltest. Das steht mir nicht zu und ist auch wenig sinnvoll. Aber ich denke, dass du die Entscheidung für dich schon getroffen hast. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir die Punkte, die du nennst, nochmal durchgehst. Stell dir vor, du wärst deine beste Freundin. Was würdest du ihr raten, wenn sie in dieser Beziehung wäre? Wie würdest du ihr empfehlen, zu handeln?

      gleichgueltig schrieb:

      Am liebsten würde ich die Beziehung beenden
      Wenn das dir gut tut, dann tu es. Wieso solltest du auf jemanden hören, der dir sagt, dass du übertreibst? Vielleicht wird dein Partner ja genau dieses Argument bringen. Aber DU empfindest so und kein Mensch der Welt kann sich in deine Innenperspektive hineinversetzen. Ich kenne dich nicht, aber nach dem, was du geschrieben hast, glaube ich, dass du lernen kannst, dir und deinen Gefühlen mehr zu vertrauen. Hast du Angst davor, dass dir jemand vorwirft, es sein ein Fehler oder ein ungerechtfertigtes Gefühl gewesen? Das hat niemand zu entscheiden, außer dir.

      Was ich dir allerdings wirklich raten würde: Entscheide dich. Wenn es dir sehr schwer fällt, dann setz dir eine Frist. Denn ich persönlich glaube: wenn du immer zwischen "Beziehung beenden - Beziehung weiterführen" bleibst, dann machst du dich selber unfrei.

      Alles Liebe
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Huhu du,

      ich würde mich Fylgia in allem anschließen ;)

      Als ich deinen Text las, dachte ich zum Teil (über sein Verhalten) “das geht gar nicht“, z.T dachte ich aber auch an meinen Mann. Der ist recht pragmatisch und frei heraus. Wenn er so empfände könnte er auch Sachen sagen wie “ritzen ertrag ich besser als kotzen“ und mir zu sagen, dass mein Leid doch bescheiden gegenüber anderen ist könnte auch aus seinem Mund kommen.
      Aaaaaber das kommt für mich auf den Kontext und die Wortwahl usw an. Und der Kontext ist da auch das gesamte Miteinander und das scheint ja nicht zu passen.

      Letztlich kann ich zu den einzelnen von dir beschriebenen Punkten nichts beitragen. Ob irgendeiner im Pragmatismus ähnlich reagieren könnt ohne es böse zu meinen, ist letztlich eine irrelevante Randnotiz.
      Das sexuelle Gefordere und ich würde sagen Generve find ich schlimm, aber es gäb auch bestimmt Menschen, die das schmeichelnd finden.
      Ignorieren von Grenzen ist ein einzelner Punkt an dem es nicht viel zu rütteln gibt.

      Das einzige was ich, wenn auch wieder subjektiv, beitragen möchte:
      Es muss so nicht sein.
      Ich hab mich durch mehrere “anstrengende“ Beziehungen gequält und trotz meiner Vorbelastung hab ich irgendwann eine weitgehend unanstrengende Verbindung gefunden. Anpassungsprozesse (sprich Zoff) gabs da auch, aber nie diesen Punkt wo man gar nicht versteht was der andere da will und wieso.
      Häufig fragt man sich, ob man zu früh aufgibt, zu anspruchsvoll ist, was danach kommt.. aber der Wunsch nach einer Beziehung ohne soviel Stress und Unverständnis ist legitim.
      Wenn ich so rumschau seh ich viele komplizierte Beziehungen, aber auch einige Beziehungen, in denen der Partner der beste Freund ist, wo kein Hü-Hott, Eindrängen, Eifersucht, Bedrängen, Verändernwollen usw stattfindet.
      Der Wunsch ist also auch realistisch.

      Meine Gedanken dazu ;) Kann immer nur subjektiv sein.
      hej du,

      was ich dir unbedingt noch mitgeben will, weil dir das Schluss machen solche Angst macht: du entscheidest selbst, wie lange du das diskutierst und ob daraus ein stundenlanger Streit wird oder nicht.

      du kannst das auch aussprechen und wenn er diskutieren will sagen "sorry, das ist nicht zu verhandeln und ich sehe auch keinen Sinn in einer Diskussion " und aus der Situation rausgehen. du MUSST keine anrufe annehmen und nicht auf Nachrichten reagieren. du musst nicht bleiben.

      ich glaube, das wär so der einzige und wichtige rat, den ich dir für diese , aber auch alle folgenden Beziehungen mitgeben würde. du darfst immer fühlen, was du fühlst, und du musst nichts tun, was du nicht willst. das auch zu vertreten und entsprechend zu handeln lege ich dir ganz dringend ans herz.

      alles gute!
      solaine
      Not two people are alike. No hearts beat to the same rhythm. If nature wanted everyone to be the same, we were like that. Therefore, disrespecting differences and imposing your thoughts on others amounts to disrespecting nature.

      \Elif Shafak\
      Danke für eure Antworten!

      Fylgja schrieb:


      Wenn ich deinen Text lese, habe ich das Gefühl, dass du sehr unsicher bist, dass du Angst hast, "falsch" zu handeln, weil du keine Beziehungserfahrung hast. "Das musst du nicht" ist leicht gesagt, aber ich meine es tatsächlich so. Du darfst für dich ganz frei entscheiden, was du möchtest. Und du darfst diese Entscheidung auch umsetzen. Du bist eine freie, autonome Person und wenig oder fehlende Erfahrung haben darauf keinen Einfluss. Und selbst wenn du viel Beziehungserfahrung hättest: Jeder Lebensabschn*tt und jeder Partner, damit auch jede Beziehung, sind doch irgendwie anders, das heißt, dass man sich immer wieder neu fragen und entschieden darf (und muss): Was will ich? Was tut mir gut?

      Ich möchte dir natürlich nicht sagen, was du meiner Meinung nach tun solltest. Das steht mir nicht zu und ist auch wenig sinnvoll. Aber ich denke, dass du die Entscheidung für dich schon getroffen hast. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir die Punkte, die du nennst, nochmal durchgehst. Stell dir vor, du wärst deine beste Freundin. Was würdest du ihr raten, wenn sie in dieser Beziehung wäre? Wie würdest du ihr empfehlen, zu handeln?

      gleichgueltig schrieb:

      Am liebsten würde ich die Beziehung beenden
      Wenn das dir gut tut, dann tu es. Wieso solltest du auf jemanden hören, der dir sagt, dass du übertreibst? Vielleicht wird dein Partner ja genau dieses Argument bringen. Aber DU empfindest so und kein Mensch der Welt kann sich in deine Innenperspektive hineinversetzen. Ich kenne dich nicht, aber nach dem, was du geschrieben hast, glaube ich, dass du lernen kannst, dir und deinen Gefühlen mehr zu vertrauen. Hast du Angst davor, dass dir jemand vorwirft, es sein ein Fehler oder ein ungerechtfertigtes Gefühl gewesen? Das hat niemand zu entscheiden, außer dir.

      Was ich dir allerdings wirklich raten würde: Entscheide dich. Wenn es dir sehr schwer fällt, dann setz dir eine Frist. Denn ich persönlich glaube: wenn du immer zwischen "Beziehung beenden - Beziehung weiterführen" bleibst, dann machst du dich selber unfrei.

      Das ist tatsächlich mein Hauptproblem. Ich habe keine Erfahrung und das macht mich total unsicher...In jeder Diskussion, egal worum es geht, ist sein Hauptargument auch, dass er ja mehr (Lebens-)Erfahrung hat und deswegen mehr Ahnung vom Sachverhalt hat und seine Meinung automatisch "richtiger" ist. Das macht mich wütend, denn auch mit weniger Erfahrung hat man ja ein Recht, Ernst genommen zu werden... Gerade was die Beziehung angeht bin ich da aber wirklich unsicher, vielleicht habe ich ja total utopische Vorstellungen und sollte lieber froh sein, dass mich quasi überhaupt jemand haben will. Was habe ich denn für ein Recht, Ansprüche zu stellen? Andererseits hast du natürlich recht, es sind keine Themen mehr, die mich etwas stören, sondern (für mich) wichtige persönliche Grenzen, die er regelmäßig überschreitet, ohne sich dafür schuldig zu fühlen. Die Entscheidung, wie es weitergeht, habe ich innerlich wirklich schon getroffen.. Es fällt mir nur so unglaublich schwer, jetzt auch wirklich die Konsequenzen zu ziehen.. Er denkt ja irgendwie noch, dass alles super sei. Ich habe mir vorgenommen ihn jetzt erstmal darauf anzusprechen dass ich mir ganz schön Gedanken mache, damit es für ihn nicht ganz so plötzlich kommt, aber sogar vor dem Gespräch habe ich Angst... Ich weiß einfach dass er mich, was meine Gefühle angeht, nicht so wirklich ernst nimmt und habe dementsprechend Angst vor seiner Reaktion.

      Swollen schrieb:


      Das einzige was ich, wenn auch wieder subjektiv, beitragen möchte:
      Es muss so nicht sein.
      Ich hab mich durch mehrere “anstrengende“ Beziehungen gequält und trotz meiner Vorbelastung hab ich irgendwann eine weitgehend unanstrengende Verbindung gefunden. Anpassungsprozesse (sprich Zoff) gabs da auch, aber nie diesen Punkt wo man gar nicht versteht was der andere da will und wieso.
      Häufig fragt man sich, ob man zu früh aufgibt, zu anspruchsvoll ist, was danach kommt.. aber der Wunsch nach einer Beziehung ohne soviel Stress und Unverständnis ist legitim.
      Wenn ich so rumschau seh ich viele komplizierte Beziehungen, aber auch einige Beziehungen, in denen der Partner der beste Freund ist, wo kein Hü-Hott, Eindrängen, Eifersucht, Bedrängen, Verändernwollen usw stattfindet.
      Der Wunsch ist also auch realistisch.

      Ich glaube du hast da einen Punkt getroffen, der mir selbst gar nicht so bewusst war. Dadurch dass ich befürchte, überzureagieren, frage ich mich natürlich auch, ob die ganze Situation nicht eigentlich total normal ist und ich sowieso nie jemanden finde, mit dem es angenehmer ist... Ich habe ja kein Problem damit, mit meinem Partner zu streiten, aber auf welchem Level das stattfindet finde ich schon wichtig. Und was ist, wenn diese "angenehmen" Beziehungen eher die Ausnahme sind? Es ist vielleicht egoistisch (bzw. unfair ihm gegenüber) aber ich habe Angst, ihn aufzugeben, weil ich Angst habe, dann alleine zu sein/bleiben, obwohl ich mir im Moment genau das wünsche. Ich werde einfach nicht schlau aus mir selbst

      solaine schrieb:


      was ich dir unbedingt noch mitgeben will, weil dir das Schluss machen solche Angst macht: du entscheidest selbst, wie lange du das diskutierst und ob daraus ein stundenlanger Streit wird oder nicht.

      du kannst das auch aussprechen und wenn er diskutieren will sagen "sorry, das ist nicht zu verhandeln und ich sehe auch keinen Sinn in einer Diskussion " und aus der Situation rausgehen. du MUSST keine anrufe annehmen und nicht auf Nachrichten reagieren. du musst nicht bleiben.

      ich glaube, das wär so der einzige und wichtige rat, den ich dir für diese , aber auch alle folgenden Beziehungen mitgeben würde. du darfst immer fühlen, was du fühlst, und du musst nichts tun, was du nicht willst. das auch zu vertreten und entsprechend zu handeln lege ich dir ganz dringend ans herz.

      Da hast du wohl recht... Ich habe momentan den Eindruck dass ich es ihm "schuldig" bin, das auszudiskutieren, ich kann ja auch verstehen, wenn er noch Fragen an mich hat. Für mich ist es aber extrem unangenehm so ein Gespräch zu führen; alleine schon, weil ich ihm nicht die ganze Wahrheit sagen kann, ohne wieder als "Lügnerin" dargestellt zu werden (bspw. weil ich ihm nicht immer sofort gesagt habe, wie sehr mich manche Sachen stören). Und ich will ihn natürlich auch nicht verletzen.. Wenn ich nicht ans Handy gehen würde, würde ich ihn wahrscheinlich extrem aufregen und ich will nicht der Grund für noch mehr negative Emotionen sein...Andererseits sind es halt seine Emotionen, damit muss ja im Endeffekt er klarkommen...

      Ich denke im Moment so viel nach, ich habe wirklich das Gefühl, mir platzt bald der kopf :/
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      Hey du,

      das Gegrübel ist normal und vermutlich sogar nützlich um in der nächsten Partnerfindung bewusst und unterbewusst anders zu wählen und zu handeln.

      Ob unkomplizierte Beziehungen die Ausnahme sind.. mein Mann und ich fühlen uns vom Schicksal beschenkt dafür, nicht jeder findet eine Beziehung, die einen nicht/äußert selten stresst.

      Aaaaber da spielen ganz viele Punkte rein:
      - so wie du es beschreibst ist es mehr als Zickerei.
      - Menschen, die die Harmonie nicht gefunden haben haben vielleicht unterbewusst immer Disharmonie angezogen (Freud und co ;) meinen Mann hätt ich auch nie gesucht, der war irgendwie da, nervte nicht und blieb dann überraschend lang)
      - tatsächlich ist auch die Frage “lass ich mich stressen?“ wenn der andere mal motzt, nervt, zickt und es ist mir latte, dann hab ich natürlich leichter eine (vermeintlich?) harmonische Beziehung. Gesunde Ignoranz kann viel helfen ;)

      Was die Lebenserfahrung und Liebeserfahrung angeht, wenn man offenen Auges voranschreitet tut sich da bestimmt etwas. Bei mir zb das Mund aufmachen, Ignorieren können usw. Ob sein Verhalten für einen Erfahrungsbonus spricht sei Mal dahingestellt ;) Aber der Bonus spielt einfach keine Rolle. Du könntest dir von ihm positive Denkweisen etc abschauen, aber wenn es die nicht gibt und er das Argument eh nur zum großen Gebahren bringt... du fühlst, was du fühlst mit allem Recht der Welt.

      Du hattest Fernbeziehung geschrieben, oder?
      Ich weiß ich bin ein feiger mieser Hund, aber ich hab in Verzweiflung mal ne Fernbeziehung per SMS beendet. Ich weiß mies ohne Ende. Und klar gabs dann Telefonate usw.
      Was ich unterstützen will: keiner kann dich zwingen face toface Schluss zu machen. Nur dein Gewissen. Nur du kannstabwägen welches Maß an Nähe, Ausdiskutieren du sir in Relation zu seinen Interessen an Antworten und Trauer zumuten willst.

      Ich wünsch dir Kraft und Ruhe. Trennungen sind immer scheiße. Gehören aber in derRegel auf dem Weg dazu.
      kommunikation ist nie eine einbahnstraße.

      es mag nicht optimal sein, dass du ihm nicht sofort sagst, wenn dir was gegen den strich geht, aber sind wir mal ehrlich, er trägt auch nicht gerade dazu bei, ein beziehungsklima herzustellen, das zum angstfreien, offenen ansprechen einlädt.

      ich wollte dir raten, per mail das ganze zu erklären/beenden, ich finde das weder mies noch feige, vor allem einem gesprächs"partner" gegenüber nicht, der dich dermaßen in die ecke drängt, nicht ernst nimmt, und dann noch meint er weiß es alles besser.

      du brauchst keine beziehungserfahrung, um ein gespür dafür zu haben, was eine faire, offene kommunikation auf augenhöhe ist; du brauchst keine beziehungserfahrung, um zu merken, wann grenzen mehr als deutlich (!!!) überschritten werden, und du brauchst auch keine um zu merken, wann dich jemand nicht ernst nimmt.

      denn wenn beziehungserfahrung etwas mit respektvollem umgang, mit anstand, mit guter kommunikation, rücksichtnahme und simpler menschenfreundlichkeit zu tun hätte, dann würde sich dein freund ja anders benehmen.

      lg
      solaine
      Not two people are alike. No hearts beat to the same rhythm. If nature wanted everyone to be the same, we were like that. Therefore, disrespecting differences and imposing your thoughts on others amounts to disrespecting nature.

      \Elif Shafak\
      Hey...

      Das 6-stündige Trennungstelefonat habe ich hinter mir, scheint aber noch nicht alles gewesen zu sein... Ich schreibe morgen mehr, habe in der letzten Nacht schon nicht geschlafen :/ Beantworte dann auch eure Beiträge

      liebe grüße
      gleichgueltig
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      @Swollen: Ja das stimmt, ich denke auch, dass mir das ganze für die Zukunft einiges bringen wird. Das:

      Swollen schrieb:

      du fühlst, was du fühlst mit allem Recht der Welt.
      ist für mich wirklich ein wichtiger Satz, der kam ja auch schon von solaine und ich tu mir da wirklich eher schwer mit... Ich muss auch sagen ich weiß nicht ob ich es face to face übers Herz gebracht hätte, nicht vom "trauen" her (er hätte es ja schon verdient) aber weil es mMn nicht gerade sinnvoll ist, sich extra zu treffen um dann sofort wieder zurückzufahren.

      @solaine: Das stimmt schon. Ich meine gerade am Anfang habe ich Konflikte noch vermehrt angesprochen, aber dadurch, dass er in solchen Situationen so scharf reagiert und mich nicht ernst nimmt weiß ich ja, dass das keine Möglichkeit ist, die uns irgendwo hinbringt.

      solaine schrieb:


      du brauchst keine beziehungserfahrung, um ein gespür dafür zu haben, was eine faire, offene kommunikation auf augenhöhe ist; du brauchst keine beziehungserfahrung, um zu merken, wann grenzen mehr als deutlich (!!!) überschritten werden, und du brauchst auch keine um zu merken, wann dich jemand nicht ernst nimmt.

      denn wenn beziehungserfahrung etwas mit respektvollem umgang, mit anstand, mit guter kommunikation, rücksichtnahme und simpler menschenfreundlichkeit zu tun hätte, dann würde sich dein freund ja anders benehmen.

      Da hast du wohl recht mit, meistens sehe ich es selbst ja auch so; meine Gefühle sind ja so oder so da, ganz egal ob ich vorher in einer Beziehung schonmal ähnliches/anderes erlebt habe.
      *****************************
      Es war jetzt so, dass wir seit dem letzten Treffen am Wochenende nur schriftlich Kontakt hatten, eigentlich telefonieren wir jeden Tag, es hat aber montag und dienstag niemand angeregt. Mittwoch wollten wir dann telefonieren, er meinte er ruft in einer halben Stunde an, dann ist er eingeschlafen... Und eigentlich wollte ich das Thema da schon ansprechen. Bin im Endeffekt diese Woche beim schreiben etwas auf Abstand gegangen.

      Gestern morgen hatte ich (eig. wegen eines anderen Themas) einen Termin bei der psychologischen Beratungsstelle meiner Uni und habe das Thema dann da angesprochen, weil ich höllische Angst vor dem Telefonat (gestern) hatte. Die Beraterin hat mir angeboten, einmal durchzugehen, wie er denn reagieren könnte, habe aber bei dem bloßen Gedanken schon eine Panikattacke bekommen, bei der ich auch extrem weggetreten bin... Sie hat mich dann beruhigt, habe dann aber noch zweimal geweint. Und da ist mir aufgefallen dass es nicht die Trennung ist, die mir zu schaffen macht, sondern der Gedanke, wie sehr ich meine Zeit im Moment "verschwende", wenn ich bei jemandem bleibe der mich unglücklich macht...

      Gestern Abend hat er dann angerufen und es war wirklich die Hölle, ich habe erstmal nur angesprochen, dass ich es im Moment blöd finde und nicht wirklich weiter weiß. Ob er was dazu sagen will? Wollte er nicht, ich sollte sagen, wie ich das denn lösen würde. Ich habe dann gesagt, mir fällt nichts ein, was es für mich tragbar macht, außer eine Trennung.

      Dann kam von ihm der Satz "Trennung ist für mich keine Lösung und deshalb akzeptiere ich jetzt auch nicht, dass du Schluss machst"... Da war ich schon geschockt. Er hat dann die ganze Zeit versucht mir einzureden, dass ich es ja eh nicht wirklich will (z.B. weil ich nicht von anfang an klar gesagt habe "ich mache Schluss" - was aber daran lag, dass ich ihn natürlich nicht so überrumpeln wollte, ich habe den Satz trotzdem recht schnell formuliert). Er hat dann irgendwann geweint, ich auch (weil ich ihn nicht so verletzen wollte), mich angeschrien (kann ich absolut verstehen) aber irgendwann ging der Psychoterror los. Ich schulde ihm eine zweite Chance, er habe das nicht verdient, ich sei das erste Mädchen für dass er das und das gemacht habe, ich solle mich doch glücklich schätzen dass er um mich kämpft, ob ich das treffen am nächsten Wochenende noch wolle? Als ich nein gesagt habe wollte er dieses Wochenende rumkommen, ich hatte/habe wirklich Angst, dass er es noch macht... Dann ging es weiter, was soll er denn seinen Freunden erzählen, ich sei daran schuld dass er jetzt total alleine ist, sein Leben sei jetzt wieder total erbärmlich weil es nur durch mich erfüllt war, ich müsse mich doch von ihm überzeugen lassen. Ich habe ihn gebeten, zu akzeptieren, dass ich nicht überzeugt werden will... Anfangs war ich ja noch wirklich mitfühlend, aber irgendwann konnte ich das nicht mehr und bin total kalt geworden. Nicht absichtlich aber das Gespräch war wirklich schlimm für mich, ich habe ihm das mehrmal gesagt (auch, dass ich nicht geschlafen hab) und ihm war das egal. Dann wurde ich halt abweisend. Klar, nicht toll, aber hätte ja auch nichts gebracht, einen auf total mitfühlend zu machen und ihm am besten noch Hoffnungen zu machen... Ich habe ihm dann erklärt, dass meine Gefühle auch einfach weniger wurden, mich die Beziehung total unglücklich gemacht hat, dann hat er argumentiert: man kann ja daran arbeiten, dass die Gefühle zurückkommen. Wo ich mir nur denke, wenn sie nach 3 Monaten schon weg sind, ist das wohl kein gutes Zeichen... Dann hat er mich bedrängt mit wem ich denn drüber geredet hätte, ich hab dann von dem Termin bei der Beratung erzählt, woraufhin er die Trennung als Kurzschlussreaktion wegen der Panikattacke gesehen hat. Völlig egal, dass ich schon eher entschieden habe. Was denn meine Freunde schon wissen?? Ja, einer hab ichs erzählt. "Wem?? Was sagt die dazu?? Wie alt ist die nochmal?? Was hast du ihr erzählt damit sie denkt die Trennung ist gut??"

      Gegen ende hat er mich dann total in Verantwortung gezogen, ich müsse ja jetzt dafür sorgen, dass er das ganze besser verarbeiten könne, deswegen telefonieren wir auch noch... (Ich habe gegen Ende sehr oft gesagt dass ich gerne auflegen will, weil das Gespräch 0 bringt, er hat sich geweigert, weil ihm der Gedanke geholfen hat, dass ich noch irgendwo bin). Ob ich denn Tipps für ihn habe, damit es ihm besser gehe, er sei ja immernoch so fertig (Wo ich mir auch denke, wie soll es dir nach ein paar Stunden besser gehen...). Wie gesagt schließlich habe er wegen mir jetzt wieder ein schreckliches, sinnloses Leben, da muss ich mich ja wenigstens um ihm kümmern. Als ich ihm gesagt habe, dass ich es richtig scheiße finde, welchen Druck er mir jetzt damit macht, meinte er, er hätte mir noch nie Druck gemacht, ob ich denn überhaupt wüsste was Druck sei. Da hab ich mich dann geistig ausgehakt, denn diese ewige psychische Gewalt ist im Endeffekt der Hauptgrund, wieso ich die Trennung will, ich sehe da überhaupt keinen Verhandlungsrahmen. Ich weiß außerdem, dass eine seiner Exfreundinnen genau das selbe durchleben musste, er hat mir das damals so verkauft, als hätte sie total übertrieben. Wie jetzt bei mir im Endeffekt auch.

      Ich finde das ganze so unerträglich, wir telefonieren Sonntag nochmal und ich habe ausdrücklich gesagt dass ich mir ganz bestimmt nicht nochmal so ein langes Telefonat antuen werde, da hat er nicht wirklich drauf reagiert. Er ERWARTET von mir, dass ich mir das ganze nochmal überlege und für eine Diskussion bereit bin etc..

      Ich fühle mich total eingeengt. Ich war bereit das Gespräch mit ihm zu führen, gerne auch mehr als eine Stunde, ich kann verstehen, dass er meine Gründe nicht nachvollzieht (den Hauptgrund also diese "psychische Gewalt" konnte ich ja nicht nenen und nur über den Rest reden) . Aber das Gespräch war doch jetzt wieder der beste Beweis, dass ich mir NICHT eingebildet habe, was mich an der Beziehung gestört hat. Klar vieles von ihm waren normale Reaktionen auf die Situation, aber was soll ich denn machen, egal wie scheiße das Schlussmachen jetzt von mir war, wenn ich ihn nicht liebe, liebe ich ihn nicht. Damit bin ich der Grund dafür wieso es ihm jezt schlecht geht aber ganz bestimmt nicht verantwortlich, dass es ihm besser geht? Er wirft mir auch die ganze Zeit vor, wie ich denn so was perfektes wegwerfen kann nur weil ich keine Lust mehr drauf habe etc. Für mich ist der Punkt dabei: Ich weiß nicht wieso es mir so leicht fällt, aber das zeigt ihm doch, dass ich nicht mehr genug empfinde, um die Beziehung weiterzuführen? Er nimmt meinen Wunsch, die Beziehung zu beenden nicht ernst, er nimmt nicht ernst, wie sehr mich die einzelnen Vorfälle über den Zeitraum belastet haben, er nimmt meine nichtvorhandene Liebe nicht ernst, und das alles nur, weil ich nicht gut genug Argumentieren kann.

      Andererseits wirft er mir halt so viel vor, dass ich wirklich das Gefühl habe ich schulde ihm noch was, sonst würde ich Sonntag nicht mit ihm telefonieren, außerdem will er weiter Kontakt haben, was ich nicht unbedingt will. Aber MUSS jetzt irgendwie erstmal. Ich weiß, es war nicht die feine englische Art, wie ich es beendet habe, aber so einen Druck auf mich auszuüben, damit ich bei ihm bleibe, ist doch nicht mehr normal.
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin

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      Ich finde 6 Stunden seeehr Englisch ;)

      Bei meiner Trennung nach 2 Jahren eigentlich guter Beziehung waren es etwa 20 Minuten.

      Ich würde nicht nochmal mit ihm telefonieren und ich würde auch nicht - nur weil er das will - den Kontakt halten.

      Ich kann leider gut nachempfinden was du durchmachst..
      Von sehr ernsthaften selbstschädigenden Ankündigungen bis massiver Bedrohung hab ich bei manchen Trennungen alles durch.
      Aber wozu das Ganze in die Länge ziehen? Nützt es dir? Nützt es ihm?
      Wie soll ihm das bei der Bewältigung helfen? Er will dich doch nur bequatschen und Maxht ausüben.

      Bähhhh ich werd bei sowas sauer. Und vielleicht hilft es dir auch die Emotion “Wut“ etwas zu pflegen.

      Fühl dich gedrückt, wenn du magst.
      Menschen zeigen in Trennungen ihre schlechteste Seite, kann mich davon gar nicht ausschließen. Hab als Verlassene sicher auch zumindest sinnlos gequengelt usw. Aber wie jeder Mist geht die Trennungsphase vorbei, so klarer du dich positionierst, desto schneller.

      [edit: Satz umgebaut, bitte Löschregeln beachten. / solaine]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „solaine“ ()

      ich finde 6 stunden unzumutbar und ich würde an deiner stelle kein weiteres telefonat entgegen nehmen.

      ich finde "kalt werden" auch keine schlechte strategie (liegt sicher daran, dass das auch meine ist.) ich hab mal jemanden, den ich nicht mehr ertragen hab, aus meiner wohnung geschmissen. und als ich ihn morgens noch auf der fußmatte vorfand, bin ich über ihn drüber gestiegen und einfach gegangen. fand er auch kalt. ich fand ihn wirklich grenzüberschreitend ^^

      ich finde, du hast sehr mutig gehandelt. und ich leg dir dringend ans herz, bei deiner position zu bleiben und NICHT nochmal zu telefonieren. nicht 6 stunden, nicht 4, nicht zwei, am besten gar nicht. er wird seine haltung nicht ändern, höchstens die strategie (nicht-ernst-nehmen, drohen, mitleid suchen, bla...) und du wirst deine position hoffentlich auch nicht ändern. wofür also?
      Not two people are alike. No hearts beat to the same rhythm. If nature wanted everyone to be the same, we were like that. Therefore, disrespecting differences and imposing your thoughts on others amounts to disrespecting nature.

      \Elif Shafak\
      Tachchen,

      hmm tja, nach dem was du geschrieben hattest zubeginn war die Reaktion ja abzusehen. Sowas umgeht man am besten, wenn man das ganze vorher, also wenn man sich schon Gedanken macht (2-4 Wochen halte ich für zumutbar) schon mal andeutet direkt oder durch die Blume aber unmissverständlich, sprich das er / sie sich schon mal Gedanken machen kann. Ein Wink mit dem Zaunpfahl kann man auch als Chance zur Besserung verstehen. Gut bei ihm wohl eher nicht, aber generell gesehen ist das eine gute Idee, da falls die andere Person sich gut fühlt, nicht aus allen Wolken fällt. Es heißt nicht umsonst das Liebe blind macht und man leider nicht immer alles mit bekommt.

      Da sonst genau das passiert, was du geschrieben hast. Lebenserfahrung bzw. Beziehungserfahrung ist auch so ein Ammenmärchen. Als kleiner Tipp, eine Pro / Contra-Liste hilft immer, ohne Goldwaage.

      Nochmal mit ihm reden bringt wirklich nichts, soll er dir ne Mail schreiben, wenn er dir noch was zusagen hat. Ob du dann antwortest oder nicht bleibt bei dir überlassen.

      Swollen schrieb:


      Bähhhh ich werd bei sowas sauer. Und vielleicht hilft es dir auch die Emotion “Wut“ etwas zu pflegen.

      Tatsächlich ist das irgendwie die erste Situation in meinem Leben, in dem ich Wut so stark empfinde und das auch zulasse. Insofern hatte das ganze auch etwas gutes.


      Wolverine schrieb:


      hmm tja, nach dem was du geschrieben hattest zubeginn war die Reaktion ja abzusehen. Sowas umgeht man am besten, wenn man das ganze vorher, also wenn man sich schon Gedanken macht (2-4 Wochen halte ich für zumutbar) schon mal andeutet direkt oder durch die Blume aber unmissverständlich, sprich das er / sie sich schon mal Gedanken machen kann. Ein Wink mit dem Zaunpfahl kann man auch als Chance zur Besserung verstehen. Gut bei ihm wohl eher nicht, aber generell gesehen ist das eine gute Idee, da falls die andere Person sich gut fühlt, nicht aus allen Wolken fällt. Es heißt nicht umsonst das Liebe blind macht und man leider nicht immer alles mit bekommt.


      Das habe ich auch wirklich aus der Situation mitgenommen, es vorher anzusprechen. Natürlich sehe ich selbst, wie hart ich gehandelt hab, es kam - für ihn - aus heiterem Himmel. Nur habe ich in den meisten Situationen wirklich angesprochen was mich gestört hat, vielleicht habe ich nicht gesagt "das setzt mich unter Druck" aber "das stört mich gerade extrem" etc. ist gefallen und es war ihm weitestgehend egal. Außerdem kann ich nicht wirklich sagen, wann bei mir der Punkt kam wo ich es nicht mehr ertragen konnte. Ich habe ein Problem damit, meine eigenen Gefühle wahrzunehmen, habe also die "Liebe" zu ihm ohnehin extrem schwach wahrgenommen und irgendwann kam der Punkt wo ich gemerkt habe, da ist kein Wille mehr, das ganze aufrecht zu erhalten. Ich habe das ein bisschen damit verglichen dass ich der Frosch im warmen Wasser war, dass dann aufgekocht wurde. Im einen Moment stören mich die Punkte aber ich bin bereit das auszuhalten und im anderen will ich mich trennen, weil ich nichtmal mehr will, dass er sich ändert. Muss ich natürlich dran arbeiten, werde ich sonst auch in zukünftigen Beziehungen mit Schwierigkeiten haben...
      ***************
      Freitag habe ich nochmal kurz mit ihm geschrieben, da habe ich ihm dann auch erklärt, dass er Hauptgrund für die Trennung die "psychische Gewalt" (bin immer noch unsicher, ob ich es so nennen kann, aber das war es für mich) war. Er wurde dann extrem sauer, ich habe gefragt ob wir wenigstens Samstag anstatt Sonntag telefonieren können. Auf sein "Nein ich telefoniere ganz bestimmt nicht Samstag mit dir!!! -.-" hin habe ich ihm dann erklärt, dass er froh sein soll, dass ich überhaupt noch bereit bin mit ihm zu telefonieren, Samstag oder gar nicht. Irgendwann hat er dann nachgegeben und wir haben gestern telefoniert.

      Ich muss dazu sagen, dass ich es extrem finde, wieviel Macht er noch immer über mich hat. Jeder (nicht nur ihr, auch mein Freundeskreis) hat mir gesagt, ich schulde ihm das Telefonat nicht etc. und ich habe mich trotzdem so stark dazu verpflichtet gefühlt...

      Das Telefonat gestern war nicht so schlimm wie das letzte, "nur" 1 1/2 Stunden, er war diesmal recht gefasst. Trotzdem sieht er nicht ein, dass er sich falsch verhalten hat. Als ich meinte, dass seine "Regelsetzung" während der Trennung ("du legst noch nicht auf", "nein wir telefonieren sonntag und nicht samstag") wieder genau das gleiche unter Druck setzen war wie sonst, kam zurück "Ja und du erpresst mich hier, heute noch mit dir zu reden"... Was soll ich sagen, im Endeffekt hat er mir erklärt, dass ich in der Hinsicht eigentlich schlimmer bin als er. Und vielleicht hat er da recht...Irgendwie ist ja auch die ganze Trennung meine Schuld...Er liebt mich noch, er wäre noch immer bereit, mich zurückzunehmen und ich schmeiße alles so hin... Außerdem merkt er wohl, dass ich noch genug Gefühle für ihn hab, dass wir das schaffen könnten... ich will eigentlich wirklich nicht aber oh gott, ich fühle mich wie so ein schrecklicher Mensch :( Den Kontakt konnte ich ihm deswegen auch nicht abschlagen, ich hab aber darauf bestanden, dass ich sagen kann, wenn ich merke, dass ich doch keinen will... Sowas fällt mir echt schwer aber ich bin wirklich froh, meine Meinung wenigstens in ein paar Punkten durchgesetzt zu haben

      Und mir wird schlecht bei dem Gedanken, wie sehr er mich beeinflusst und dass er die Tage zwischen den Telefonaten wahrscheinlich nur dafür genutzt hat, um zu überlegen, wie er das schafft... Oder ich bilde mir das alles halt nur ein und übertreibe total, ich weiß es bis heute nicht :S

      solaine schrieb:


      ich
      finde "kalt werden" auch keine schlechte strategie (liegt sicher daran,
      dass das auch meine ist.) ich hab mal jemanden, den ich nicht mehr
      ertragen hab, aus meiner wohnung geschmissen. und als ich ihn morgens
      noch auf der fußmatte vorfand, bin ich über ihn drüber gestiegen und
      einfach gegangen. fand er auch kalt. ich fand ihn wirklich
      grenzüberschreitend

      ich finde, du hast sehr mutig gehandelt.

      Danke! Ja, der das klingt wirklich grenzüberschreitend :thumbsup:
      Bei dem letzten Telefonat musste ich weinen und da kam von ihm sofort "Es tut gut zu hören, dass dich das nicht kalt lässt, komm schon, wir versuchen es nochmal" und "Als wir gestern geschrieben haben hast du die ganze Zeit fast sofort geantwortet, ich wusste das muss was heißen"... Hab ihm dann erklärt dass ich es nur kindisch finde, nicht zu antworten obwohl ich etwas gelesen habe. Und dass ich im Moment extra so kalt zu ihm bin damit er versteht dass ich verdammt noch mal meine Entscheidung getroffen habe...Trotzdem hat er bestimmt 10x gefragt ob ich mir sicher bin und dass, egal wie ich dazu stehe, er uns nicht aufgeben will... Er sieht es vielleicht als "kämpfen" um die Beziehung aber für mich ist es einfach nur bedrängen
      "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten." - Hilde Domin
      Ja das Problem bei sowas ist, das man das am besten direkt macht und nicht am Telefon oder irgendeiner Beschäftigung. Sondern am besten wenn man sich trift oder man schreibt nur über das Thema eine Mail zum Beispiel. Sonst fällt man immer aus allen Wolken und ja es ist normal das wenn man aus allen Wolken fällt, weil man es nicht mitbekommen hat, das muss jetzt nicht mal gewollt gewesen sein, zuhören und zuhören sind zwei Paar Schuhe.

      Versuchte Manipulation gehört dazu, wenn man verlassen wurde, den sonst würde man sich ja auch fragen wieso man mit dem zusammen war, wenn keine Reaktion kommt.
      Das man sich auch schlecht fühlt ist auch ganz normal, egal wie lange irgendwas hat ja am Anfang gepasst sonst wäre das ja auch nicht zustande gekommen. Somit abwarten und Tee trinken, das wird sich irgendwann auch legen.

      Das man selbst schuld ist, will man am Anfang ja auch nicht wahrhaben, ist also normal. Die einen merken es schneller und geben ruhe und andere versuchen es noch ein paar Wochen. Irgendwann kommt dann die Einsicht.

      Naja dann wünsch ich dir noch viel Erfolg und das er dir nicht zulange auf den Keks geht. :)