Abneigung gegen Alkohol, Konsum im Umfeld

      Abneigung gegen Alkohol, Konsum im Umfeld

      Hallo, vorab ich weiß nicht so genau ob das hier hin gehört, dachte ich Poste es sicherheitshalber im Trigger, wenn falsch bitte einfach verschieben :)

      Ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll. Ich habe bis Silvester 13/14 selbst oft getrunken, oft auch über meine Grenzen hinaus.
      Mein Vater war Alkoholabhängig und durch sein damaliges Verhalten mir und meiner Mutter gegenüber (Gewalt, versuchter Mord) hab ich als Kind in die Klinik gemusst und es wurde eben eine ptbs diagnostiziert. Leider hab ich aber immer noch ziemlich Probleme damit betrunkene auszuhalten, selbst vorbei laufen endet meist in Panik. Mein Vater ist letztendlich wegen der Abhängigkeit gestorben. Das hat mich trotz der langen funkstille sehr mitgenommen...

      Als ich im Februar 2014 schwanger wurde musste ich natürlich auch auf Alkohol verzichten, seitdem hab ich nichts mehr angerührt, ich Ekel mich davor. Was mir besonders zu schaffen macht sind wichtige Menschen in meinem Umfeld die Alkohol trinken, vorallem bei meiner Mutter (die laut meiner Sicht auch schon lange Richtung Abhängigkeit rutscht, macht es aber nur noch "heimlich") und meinem Partner.
      ich könnte durch Drehen sobald ich sehe das er Alkohol getrunken hat. Er trinkt nicht in meinem Beisein, aber es ist wirklich schwer für mich auszuhalten wenn ich mit bekomme das er trinkt mit Freunden oder Familie. Ich habe ihn noch nicht darauf angesprochen, habe es die letzten male mit mir allein ausgemacht, er erzählt mir auch nichts und somit hab ich es auch nur durch Zufälle erfahren.
      Ich möchte und kann ihm nicht verbieten zu trinken, aber wie soll ich damit umgehen? Es fühlt sich schrecklich an, ich hab Angst um ihn, Angst das der Alkohol wichtige Menschen so sehr verändert wie meinen Vater oder mittlerweile meine Mutter...

      Es ist alles irgendwie ziemlich wirr geschrieben, ich hoffe das man trotzdem alles wichtige versteht. Vielleicht gibt es ja jemanden der den ein oder anderen Tipp für mich hat. :)

      Pariah

      [edit: satzteil wieder eingebaut. nach beratung ordnen wir das nicht als regelverstoß ein. / solaine]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „solaine“ ()

      Hallo pariah,

      wenn ich das richtig verstanden habe, geht es dir vor allem um das Wissen, dass andere Menschen in deiner Abwesenheit Alkohol trinken.

      Ich finde, das ist deren Entscheidung und du musst sie akzeptieren. Ich finde gut, wenn du mit Menschen, die dir nahe stehen auch über deine Ängste sprichst und auch Besorgnis äußern darfst, wenn du sie empfindest. Und was ich ganz wichtig finde ist, dass andere Menschen Verständnis dafür aufbringen und dich ernst nehmen. Nicht in deiner Anwesenheit trinken, wenn du's nicht möchtest, ist eine wichtige Konsequenz daraus.

      Wenn deine Mutter nur noch heimlich vor dir trinkt, dann wahscheinlich, weil ihr schon Gespräche zu diesem Thema hattet?! Heimlich trinken klingt alarmierend. Ich finde es auch legitim es erneut anzusprechen, aber wenn sie es nicht verändern will, kannst du letztlich nur versuchen es zu akzeptieren.
      Ich kann es auch nicht gut mitansehen und habe für mich daraus gelernt, mich von trinkenden (im Sinne von süchtigen) Menschen zu distanzieren. Klingt hart, aber ich kann sie nicht ändern und da ich auch nicht gut damit umgehen kann bleibt es für mich das einzig machbare.

      Was deinen Partner betrifft, findest du seinen Alkoholkonsum auch kritisch? Oder ist es nur für dich, mit deiner Geschichte verständlicherweise krass, dass er überhaupt ab und zu Alkohol trinkt?
      Ich habe mit der Zeit gelernt, dass manche Menschen auch einfach nur ab und zu trinken und nichts schlimmes passiert. Aber alle Menschen die mir nah sind respektieren auch meine Empfindlichkeit und sagen bspw, wenn sie was getrunken haben, um mir bspw die Entscheidung zu überlassen, ob es ok ist sich spontan zu treffen etc.

      Ich finde deine Angst übrigens sehr nachvollziehbar.
      Dass sich Menschen mit Alkohol verändern oder sogar daran sterben ist schon schmerzhaft genug - dass man sie oft nicht davon abhalten kann wohl das schmerzhafteste.

      Alles Gute dir!
      Nanela
      Hey, vielen Dank für deine Antwort!

      Ich weiß das es nicht meine Entscheidung ist und sein kann ob jemand etwas trinkt. Deshalb macht es für mich momentan wenig Sinn mit meinem Partner darüber zu reden. Im Grunde wird und soll er sich nicht für mich ändern, letztendlich weiß er es und ich kann meinen Ängsten offiziell freien Lauf lassen, ich weiß nicht ob das so gut ist, ich denke ich hätte keine Kontrolle mehr und würde ausflippen.
      Er trinkt eindeutig im Rahmen, ich bin froh das es nicht jede Woche vorkommt, wobei ich das auch nur vermuten kann, wie bereits erwähnt erzählt er mir nicht wenn er trinkt.

      Ich habe das Thema Alkohol mit meiner Mutter schon unendlich viele Male durchgekaut. Selbst bei meinen Klinikaufenthalten wurde ihr in der Familientherapie Hilfe angeboten, das mit dem Alkohol ist schon recht lange Thema.
      Sie ist letztes Jahr krank geworden und hat noch zusätzlich psychische Probleme dazu bekommen. Seitdem trinkt sie laut ihrer Aussage nicht mehr, aber ich hab mehrfach Alkohol in ihrem Schrank etc gefunden. Ich Versuche mich bereits zu distanzieren aber es fällt mir sehr schwer, meine Tochter und ich sind das einzige was sie hat. Ich hab Angst das sie dann komplett abstürzt.

      Lg
      Pariah
      Liebe Pariah,

      nur eine ganz kurze Idee von mir, allerdings mehr zu deiner Mutter als zu deinem Partner: Eine Freundin von mir hat eine alkoholkranke Mutter und war eine Zeit lang in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige. Einfach, um sich auszutauschen. Vielleicht gibt es soetwas auch bei dir in der Nähe? Mal hingehen und sich das angucken kann ja nicht schaden, wenn es dir nicht zusagt, gehst du einfach nicht nochmal hin.
      Mehr kann ich leider nicht dazu sagen.

      Liebe Grüße
      Fylgja
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