Grosse Vergesslichkeit...

      Grosse Vergesslichkeit...

      Guten Abend,

      Schon seit eigentlich immer bin ich enorm vergesslich. Ich hatte schon immer grosse Probleme damit, z.B. mein Schulmaterial dabei zu haben.
      Ich verliere z.B. jedes Halbjahr sowohl mein Handy als auch mein Schlüssel und meine Geldbörse.
      Ich habe keine Ahnung, wann ich zuletzt Fahrrad gefahren bin oder auf der Toilette war. Ich vergesse Termine sofort. Ich habe grosse Probleme damit, Prüfungen zuhause unterschreiben zu lassen, weil ich mich zum Teil nicht mal daran erinnere, sie zurückbekommen zu haben.
      Ich kann mich an so viele Situationen und Gespräche schon Stunden später kaum mehr erinnern, teils gar nicht.
      Ich habe das Gefühl, in letzter Zeit wird das immer schlimmer...
      Diese „normalen“ Lösung wie z.B. Zettel helfen gar nicht.
      Hat jemand eine Idee, was man dagegen tun könnte?

      Als ob das nicht schon genügend mühsam wäre, werde ich wegen dieser Sachen immer wieder von Lehrern und Eltern zusammengestaucht. Ich solle besser aufpassen und den Kopf einschalten. Ich solle nicht so dumm tun. Ich solle mich gefälligst mal zusammenreissen.
      Aber... Ich versuche es ja! Ich schaffe es einfach nicht. Es tut mir ja leid!

      Jedes mal, wenn jemand mir so was an den Kopf wirft verliere ich völlig die Kontrolle und beginne zu heulen und fühle mich wie ein völliger Versager.
      Hat jemand eine Idee, wie ich solche „Kontrollverluste“ vermeiden und daraus entstehende negative Gedanken abwehren kann?

      Liebe Grüsse,
      Y
      Hallo!

      Ich persönlich bin von dem Problem zwar nicht betroffen, vielleicht kann ich dir trotzdem weiterhelfen. Ich bin eher so die Kandidatin, die dann beispielsweise im Auto sitzt und sich nicht mehr erinnern kann, ob sie die Wohnungstür eine halbe Minute vorher abgeschlossen hat...

      Zuerst mal zum Schulkram: Könntest du dir vielleicht ein Aufgabenheft anlegen? Einfach ein Heft, wo du reinschreibst, was du in welchen Fächern aufhast, ob du irgendwelche Referate o. Ä. vorbereiten musst bzw. was du zuhause unterschreiben lassen musst.
      Und wie wärs wenn du dir jeden Abend, bevor du ins Bett gehst, eine halbe Stunde Zeit nimmst, um in Ruhe die Schulsachen für den nächsten Tag zu packen? Dann kannst du auch nochmal ins Aufgabenheft schauen, ob du wirklich alles erledigt hast.

      Und der Rest klingt für mich einfach danach, als ob du mit den Gedanken ganz woanders wärst- entweder schon einen Schritt weiter oder irgendwo in der Vergangenheit, aber definitiv nicht im Hier und Jetzt. Da könnten eventuell Achtsamkeitsübungen helfen, es gibt hier sogar einen eigenen Thread dazu. Im Großen und Ganzen sollen die Übungen dabei helfen, dass man irgendwann alles, was man im Alltag so tut, ganz bewusst macht. Um mein Beispiel von vorhin wieder herzunehmen: Wenn ich die Türe zumache, abschließe, aber in Gedanken schon in der Arbeit bin und überlege, was heute alles zu tun ist, ist es nicht verwunderlich, dass ich mich im Auto nicht mehr daran erinnern kann ob ich jetzt abgeschlossen habe oder nicht. Wenn ich aber ganz bewusst die Türe zumache, abschließe, und mich in diesem Moment nur darauf konzentriere (auch wenn es vielleicht im ersten Moment blöd klingt, bei solchen scheinbar "banalen" Alltagstätigkeitkeiten) weiß ich, wenn ich dann unten im Auto sitze, dass die Tür abgeschlossen ist, weil ich zB. das Klicken des Schlosses wahrgenommen habe, den Widerstand des Schlüssels beim Drehen gespürt habe, etc.

      Deine Schwierigkeiten, dich an Dinge aus der Vergangenheit zu erinnern, kenne ich ganz gut von mir. Ich schreibe viel Tagebuch und fotografiere gerne, das hilft mir, dann trotzdem einen gewissen Überblick über die Vergangenheit zu haben, ich weiß nicht ob das auch etwas für dich wäre?

      So, ich lass dich dann mal mit dem Haufen weiser Ratschläge alleine ;)

      LG
      wild_angel
      If everything seems to be going against you,
      remember that the aeroplane takes off against the wind,
      not with it...
      (Henry Ford)

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      Ich versuche nach den Sternen zu greifen, doch das Universum expandiert....
      Danke für deine Antwort ^^

      Das mit dem Aufgabenheft ist an sich wohl durchaus eine gute Idee... Funktioniert aber bei mir nicht. Ich nehme das Heft hervor... und frage mich dann, was ich eigentlich reinschreiben wollte. Oder, was sehr häufig passiert: Ich vergesse komplett, dass ich ein solches Heft habe.

      Das mit den Gedanken nicht im hier und jetzt ist definitiv so. Aber nicht bei der Tagesplanung oder so sondern eher bei grösseren Problemen...

      Tagebücher mutieren bei mir meist zu wirren Sammelsurien von Gedanken, die im Nachhinein oft nur schwer nachvollziehbar sind. Damit es wirklich Sinn ergäbe müsste ich da sehr detailliert eintragen...
      Also bei den Jahren, an die ich mich wirklich nicht erinnern kann wecken Dokumente gar keine Erinnerungen...

      LG,
      Y ^^
      Liebe PersonY

      Nur ganz kurz wegen großer Eile ein Gedanke von mir:
      Meiner Meinung nach gehört alles, was über die normale mehr oder weniger ausgeprägte Zerstreutheit hinausgeht in die Hände eines Arztes, genauer gesagt Neurologen.
      Ich hoffe, dass du mit Arztbesuchen kein Problem hast. Ärzte unterstehen der Schweigepflicht, sodass auch deine Eltern nicht erfahren werden, was du mit dem Arzt besprochen hast.

      Mein Hintergedanke ist folgender: Normalerweise ist es so, dass man auf Dinge, die man gemacht hat, die einem gesagt wurden oder die man sich vornimmt, sozusagen den Zugang im Hirn verlieren kann. Das bedeutet, dass das Wissen darüber da ist, aber man kAnn es im Moment nicht abrufen.
      Wenn aber ein Stichwort fällt, man eine Notiz liest, ein Bild sieht, was auch immer, dann fällt es einem wieder ein, weil damit der Zugang zu dem Wissen wiederhergestellt wird.
      Alles etwas bildlich gesprochen aber hoffentlich verständlich geworden.

      Aber genau das scheint bei dir nicht zu funktionieren, warum auch immer und du leidest darunter. Deshalb möchte ich dich ermutoten das durch einen Fachmann behandeln zu lassen.

      Ich wünsche dir alles Gute und ein dickes Fell gegen Kommentare und ich hoffe, dass sich ekne Lösung findet.

      Beste Grüße