EMDR Konfrontation und die Folgen

      EMDR Konfrontation und die Folgen

      Hallo alle zusammen,
      Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, bitte verschieben falls nicht!

      Ich habe nun 3 Sitzungen EMDR hinter mir nach langer Stabilisierungsphase. Dazu muss man sagen, das ich mehrfach traumatisiert bin und alle Traumata in gewisser Art und weise ein anderes antriggern. Unter anderem ein vermutetes Kindheitstrauma, zu dem mir jegliche Erinnerung fehlt, sich aber in Form von Flashbacks und Panik vor bestimmten Dingen zeigt. Bei der zweiten EMDR Sitzung, in dem es um ein anderes Trauma ging, habe ich einen Flashback aus dem vermuteten Kindheitstrauma bekommen. An diesem Bild haben wir dann in der nächsten Sitzung angeknüpft.
      Erst bekam ich Panik und merkte wie mein inneres Kind anfing sich nach vorn zu drängen - und dann war alles weg. Ich habe absolut keine Gefühle mehr gehabt, da war auch nichts zu machen. Erst als meine Psychologin das von mir beschriebene Flashback-bild grob auf Papier brachte, kam nochmal ein kurzer Anflug von Angst und ausgeliefert sein, danach war es dann ebenfalls wieder verschwunden.
      Seitdem geht es mir deutlich schlechter, ich habe dauernd Flashbacks, Panikattaken und Alpträume. Ich kann kaum noch schlafen, habe dauernd Angst und all meine schlecht angewohnten Verhaltensweisen kommen wieder extrem zum vorschein.
      Ich arbeite natürlich mit meinen Skills, versuche die Bilder etc in den Tresor zu packen, aber allein die Grundstabilität hat sich deutlich verschlechtert. Ich hab häufiger das Bedürfnis mich zu verletzen, fühl mich unglaublich allein aber kann niemandem vertrauen um das irgendwie zu verändern. Mein inneres Kind spielt völlig verrückt und drängt mich zur Seite ohne das ich viel dagegen tun kann. Eigentlich hab ich das alles so gut unter Kontrolle gehabt... und nun läuft alles schief. :/

      Als erstes würde ich mich natürlich über Tipps freuen um mich wieder stabilisieren zu können o.ä. Als nächstes würden mich eure Erfahrungen interessieren, wie seid ihr damit umgegangen, war es bei euch auch so schwer? Wurde es besser, musste pausiert werden? Ich mag nicht aufhören, hab aber nun gleichzeitig wahnsinnige Angst vor dem nächsten mal X/
      Freue mich über jede antwort, vielleicht hilft das auch etwas gegen das Gefühl allein zu sein.


      Danke fürs lesen ^^
      LG
      useless
      Hallo also ich kann von mir sagen dass ich bei Konfrontationen mit einem Trauma Bild Sequenz was auch immer immer sehr schnell gekippt bin bisher, mit EMDR haben wir das aber noch nie bearbeitet. Aber sehr wohl in der Gegenrichtung:
      wenn mich ich ein Flashback eingeholt hat haben wir versucht ein Gegenbild Gefühl was auch immer zu finden und danach mit EMDR mit diesem Bild , Gefühl et cetera gearbeitet und das hat zumindest insofern geholfen als dass es die heftigen inneren "Aufwuehlungen" relativ rasch wieder beruhigen konnte.
      Vielleicht seid ihr einfach zu schnell vorgegangen oder ihr solltet dazwischen immer wieder eine stabilisierungs Einheit oder auch mehrere dazwischen einschieben? Das ist nur mein Eindruck und was ich so von mir und meinen Reaktionen auf konfrontative Sitzungen her kenne.
      Hast du schon mit der Therapeutin darüber gesprochen? hilft es denn gar nichts was du an Stabilisierung versuchst ? Ebbt es gar nicht langsam ab? Manchmal dauert es bei mir auch ziemlich lange aber es ist doch ein langsames abflauen spürbar.
      Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will."
      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
      Die Ursache bin ich selbst! (Thomas Bernhard) :thumbsup:

      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Was mir hilft nicht zu stabilisieren ist oft die sichere Höhle die ich mir in der Vorstellung geschaffen habe und mir diverse andere Helfer dort zur Seite zu stellen für die Kleine ist das sehr oft " die Frau". Äußere Stressfaktoren soweit möglich reduzieren und dem Bedürfnis nach Schutz ruhig mal nachgeben.
      außerdem versuche ich trotzdem Kontakt mit dem jetzt zu halten auf eine Art die mein Inneres nicht für gefährlich erachtet z.b. den Radio aufdrehen mit einer aktuellen Sendung oder auch Musik machen. Indirekt Kontakt aufnehmen zu vertrauten Menschen über das Schreiben
      Und wenn möglich auch Dinge tun die mich ablenken können und mich trotzdem nicht überfordern.ich kann auch meinem Therapeuten schreiben oder ich wende mich ans Forum. Das hilft auch meist ein wenig gegen das Gefühl allein zu sein.

      Ich hoffe es ist irgendetwas für dich dabei
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      Hallo ares, danke für deine Antwort!

      Ja es ist besser als zb direkt nach der Sitzung. Die Flashbacks sind nicht mehr so häufig und die alpträume werden etwas weniger. Aber ich komme eben nicht aus diesem Loch raus, das eine puscht das andere. Wenn ich nicht schlafen kann bin ich gereizt, mich triggert mehr, ich werd ängstlicher und das bedürfnis nach schutz steigt. Das widerrum kann ich mir selbst aber kaum geben, kann die Gefühle und Gedanken nicht richtig beruhigen. Das eine löst das andere aus - eine ewige Spirale und ich find irgendwie keinen Weg daraus.
      Mit meiner Psychologin habe ich bisher nicht gesprochen. Wenn alles gut geht bin ich am Montag wieder bei ihr und werde ihr soweit es möglich ist alles erzählen.

      Ich nutze viel den sicheren Ort oder nutze auch bestimmte Skills die mein kleines ich beruhigen, aber momentan scheint das alles nicht richtig zu wirken. Die flashbacks geben vorallem viel das Gefühl allein und hilflos zu sein. Ich hab das Gefühl garnicht richtig dagegen ankämpfen zu können weil es so viel an Gefühl ist was mit den Bildern auftaucht. Und zusätzlich der Punkt das ich tatsächlich ziemlich einsam bin...
      Ich werde deinen Tipp mit der Höhle mal ausprobieren,ist ja doch noch mal was anderes als der sichere Ort. Ablenken tue ich mich soweit es geht, schaue viel Serien oder höre Musik. Klappt nur leider nicht ganz so gut.

      Bis Montag ist es ja nun auch nicht mehr ganz so lang, bis dahin werd ich das schon noch irgendwie durchhalten und die neuen Anregungen von dir ausprobieren. Vielen dank :)
      Hallo,

      Auch wenn es schwer ist, ich glaube, Du musst Dir einfach auch die Zeit geben, die Du brauchst und sollst und kannst da nichts erzwingen . Es erscheint mir logisch, dass all die Dinge, die Du schon für Dich erarbeitet hast, nach so einer Konfrontation nicht so perfekt funktionieren wie schon vorher und es auch seine Zeit braucht, bis sich alles wieder beruhigen kann.

      Wenig Schlaf ist natürlich schon recht kontraproduktiv. Hast Du Bedarfsmedikation? In manchen Situationen finde ich das durchaus sinnvoll, denn im Schlaf reguliert sich da bei mir auch viel wieder und generell ist das sehr wichtig für die Stabilität und um wieder Kraft zu sammeln.
      Könntest Du vielleicht auch mal überlegen und bei der Psychologin ansprechen.

      Für mich generell sehr hilfreich ist es, wenn ich es schaffe, mir wenigstens nicht selbst auch noch Druck zu machen , nach dem Motto, ich MUSS jetzt möglichst schnell wieder stabil werden und einwandfrei funktionieren.. je verständnisvoller ich mir selbst gegenüber sein kann, dass es eben jetzt grade schwer ist und das auch nachvollziehbar und ok ist, desto besser kann ich mich auch wieder fangen, weil ich für mich Druck rausnehme.
      Zudem hab ich für mich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass kleine und kleinste Schritte mich im Endeffekt viel besser und letztlich wohl auch schneller voranbringen, als wenn ich zuviel auf einmal will und das dann wieder so zu viel wird, dass ich ewig brauche, bis ich mich wieder von dem Einbruch erholt habe.

      Im Moment ist es das wichtigste, dass Du halbwegs über die Runden kommst, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag und immer wieder einen kleinen Haltepfeiler für Dich findest, auch wenn Du vielleicht das Gefühl hast, Du hast gar keinen Einfluß und "schwimmst" nur. Was mir auch oft hilft, wenn ich mir gar nicht mehr zu helfen weiß, ist die Erfahrung, dass ich das schon oft, sehr oft überstanden habe und dass es auch diesmal wieder vorbeigehen wird. Kein Zustand dauert ewig an!
      Alles Gute für Dich
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      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Hallo,

      Ja ich habe Bedarfsmedis. Aber vom Gefühl her könnt ich 3x täglich dazu greifen, möchte ich aber nicht. Aber ab und an "gönne" ich mir damit etwas Ruhe und hilft im Endeffekt auch etwas.

      Ich denke das ich mich wirklich sehr unter Druck setze. Ich hab lange gewartet um endlich mit dem emdr anfangen zu können und möchte das nicht so richtig akzeptieren das es mir dadurch jetzt so schlecht geht. Ich will das alles endlich hinter mir haben und nach vorn schauen können, alles aufarbeiten und nicht ständig davon eingeholt werden. Das frustriert mich wahnsinnig das es mich nun so fertig macht und ich zwangsläufig überlegen muss ob nicht eine Pause besser wäre - passt eben nicht in meinen Plan.
      Aber ja, du wirst wohl recht damit haben das ich dieses Loch nun akzeptieren muss.


      Danke für deine Worte, ich werd mich damit auseinandersetzen und versuchen umzudenken!
      Hey

      ich weis nicht ob es hilft aber vielleicht könnte man es mit einem Fieber vergleichen? Wenn man Fieber hat geht es einem auch schlecht und fühlt sich mies. Aber trotzdem ist es ja sinnvoll das Fieber nicht zu senken (solange es nicht zu hoch ist) weil es die Erreger bekämpft

      Es geht dir gerade jetzt schlecht aber wenn du es durchziehst wird es dir auf lange sicht besser gehen.

      In schwächrer Form kann dir das noch öfter im Leben passieren. ich wollte z.b. unbedingt einen Job bei der Bundeswehr. Habe viel getan um ihn zu bekommen und jetzt wo ich ihn habe merke ich es ist eben nicht alles Gold was glänzt ich sage ja nicht das ich ihn mehr will oder abbrechhe aber ich hatte andere Vorstellung

      keine ahnung ob du ja jetzt was sinnvolles rausziehen kannst
      Hallo,

      Doch die Vergleiche passen ja schon ganz gut! Es von dieser Seite zu betrachten fällt mir tatsächlich auch etwas leichter.
      Danke für deine Antwort :)

      Mir geht es seit gestern auch etwas besser, mal sehen ob es jetzt wieder bergauf geht. Morgen habe ich dann meine Therastunde und hoffe das wir eine gute Lösung finden können.
      Nochmal vielen dank an euch, ihr habt mir sehr geholfen. ^^
      hallo,
      ich wollte mal nachfragen, wie es dir ergangen ist am Montag?

      Also ich bin ein wenig skeptisch, was Junimonds vergleich angeht, vor allem, weil das "durchziehen" da halt nur bedingt Sinn macht, wenn die Stabilität dafür fehlt.
      Natürlich solltest du weiter dranbleiben, aber ich denke, man kann und sollte das grade bei mehrfachen Traumata nicht in einem Aufwasch "Durchziehen" und dann hat man es geschafft und ist damit fertig und für alle Zeit stabil . Das ist glaub ich einfach recht unrealistisch, aber das ist Dir sicher auch bewusst. Es gibt ja evtl auch noch andere Möglichkeiten als allein EMDR sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und daran zu arbeiten, dass es Dir besser geht, das muss ja nicht das einzige und einzig zielführende bleiben? ich meine, die Konfrontation.
      Ich kenne das von meiner Therapie auch anders, da ist es immer so ein Wechsel zwischen Stabilisierung und Konfrontation, manchmal auch schlichtweg Alltagsbegleitung, weil es eben nicht immer gleich ist. Da hieß es nicht, so jetzt machen wir erstmal lange Stabilisierung und dann ziehen wir die Konfrontation durch, bis wirs zu 100 % erledigt haben.
      Das ist vielmehr ein nichtlinearer Prozess und zumindest meine Psyche ist dafür sehr dankbar ;)

      Die Hauptsache ist doch, dass Du mit Dir und dem Gewesenen so gut als möglich leben kannst, oder ?
      Da gefällt mir der Vergleich mit anderen Herausforderungen von Junimond gut. Es wird immer wieder mal Probleme geben, bessere und schlechtere Phasen, das Allheilmittel für alles und jedes wird es nie geben und jede Therapie hat auch so ihre schwierigen Phasen und "Nebenwirkungen", wie alles mehrere Seiten hat.

      Entscheidend ist doch vielmehr, wie man damit umgehen kann und TROTZDEM gut für sich sorgen. Ich glaube, darum geht es. ?(
      Naja, ich will dich nicht verunsichern, aber das hat mir doch keine Ruhe gelassen.
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      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      ja, ich hab mir gedacht, dass du es eh so gemeint hast, war aber nicht so ganz sicher, wie das vielleicht bei anderen ankommt, deswegen wollte ich das noch hinzufügen.
      Aber es ist ja der Useless' Thread, nicht meiner, schien mir nur wichtig, das zu ergänzen.

      und wie gesagt, wir nutzen das EMDR in meiner Therapie auch zur Stabilisierung, nicht nur zur Konfrontation und arbeiten überhaupt mit vielen verschiedenen Elementen, was ich auch gut finde. Je nachdem, was es grad braucht, darauf konzentrieren wir uns dann und probieren auch viel aus, was hilft, wird beibehalten, was nicht so gut ist, erstmal zur seite gelegt und ggf später nochmal aufgegriffen.

      Das finde ich einen sehr hilfreichen Zugang.
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      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
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      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Hallo,
      Einmal kurz zum Post von Junimond: Ich hab das garnicht so aufgefasst das ich es durchziehen soll, sondern eben so, das ich dran bleiben muss - solange die Kräfte passen - damit es langfristig besser werden kann. Also alles gut :)

      Danke der nachfrage ares. Erst hatte ich Zweifel ob ich wirklich ehrlich sein kann wie es mir ergangen ist, habe es aber hinbekommen. Wir haben hauptsächlich besprochen, wie ich mein inneres Kind beruhigen kann. Wir haben ihr Zimmer nochmal richtig präsent gemacht und versucht herauszufinden weshalb sie so große Angst hat und sich so dagegen wehrt. Den Grund weiß ich nun - konnte aber nicht darüber sprechen. Das beschäftigt mich seitdem doch sehr, es macht mir auch wieder etwas angst.
      Nächste Woche werden wir nochmal Stabilisierung machen und danach dann weiter mit dem emdr.

      Das es nicht nur Konfrontation gibt weiß ich. Aber ich hab für mich das Gefühl das es eigentlich passt. Irgendwie will ein Teil von mir auch, dass ich das durchmache. Ich weiß nicht ob das eher ein schädlicher teil ist, aber ich kann mich von dem Gedanken es mit emdr zutun nicht losreißen... aber man weiß ja nie was noch kommt.

      So, ich hoffe ich hab nicht allzu wirr erzählt, irgendwie bin ich gerade etwas durcheinander, schönen abend euch noch :)