bevorstehendes Studium

      bevorstehendes Studium

      Hey,
      zuerst sorry, falls ich einen Regelbruch übersehen haben sollte im Bezug zur Wortwahl/Sternchen. Ich kann soweit alles lesen und mich schriftlich zu triggern ist sehr schwer, daher passiert mir gerne mal dass ich etwas übersehe *hust* aber wie es oben steht geht es um mein Studium.


      Vorgeschichte:
      Ich habe einen extremen Prüfungsmarathon mit 4/4 mündlichen Nachprüfungen gemacht und dadurch nun mein Abitur bekommen, worauf ich echt stolz bin. Zumal die Reaktion der Lehrer für mich Motivation für immre geworden ist. Also alles schön und gut.
      Früher dachte man aber ich würde die Hauptschule nicht schaffen und ich hatte mal eine Lehrkraft in Mathe, welche sagte ich könne nichts etc (Mathe hat neben Physik das Abi gerettet)

      Problemchen:
      Ich habe meinen Studienplatz safe. Werde mit fast allen meinen Freunden auf dem gesamten Gelände der Uni verteilt sein (Chemie, Mechatronik, Informatik, Wirtschaftsingenieur, Religion/Philosophie, Politikwissenschaften und Mathe/Physik). Nur bin ich alleine in meinem Studiengang. Das ist etwas ärgerlich aber egal. Ich habe meinen Bruder und meinen Freund da. Was will ich mehr?
      Ich könnte aktuell nicht glücklicher sein. Clean, sportlich aktiv, den Schulabschluss den ich immer wollte, keine Sorgen.

      ABER...

      ...ich habe eine heiden Angst vor diesem neuen Lebensabschnitt. Was eigentlich lächerlich ist. Ich werde mit 21 das Studium aufnehmen und bin seit 2016 eigentlich auf mich alleine gestellt.

      Dennoch habe ich Magenschmerzen dabei bspw. ab Ende August in den dreiwöchigen Vorkurs zu sehen. Warum? Ich bin echt ungerne in ungewohnten und neuen Situationen alleine. Ich kenne das von meinen beiden Schulwechseln 2012 und 2015 :D
      Aber ich bin scheu gegenüber anderen Menschen geworden. Ich bin vorallem Personen des weiblichen Geschlechts misstrauisch, weil sich jede meiner bisherigen "besten Freundin" als falsch dargestellt hat. Das ist aber eine andere Geschichte, die hier nicht hingehört.

      Desweiteren bin ich die, die Physik-Mathematik studiert und mir passt es irgendwie nicht, dass es wohl sehr viele Kerle gibt. Warum? Da will man zum Tattoostudio in der Stadt und hat ein Kleid an weil es auf die Schulter soll. Man bekommt dumme Blicke und Kommentare. Man spielt bspw. eine lustige Runde Quizduell und plötzlich bekommt man Nachrichten, da versteht man warum Eltern ihre Kinder nicht ans Internet heranlassen wollen und was mir auch passierte...ich war bei einem frischverheirateten Paar aus dem Freundeskreis und dann meinte auch jemand zu meinem Freund, dass er doch darauf achten soll ob ich die Pille auch wirklich regelmäßig nehme weil blah seine eine Ex bluubb. Generell hatte er aber auch eine Ansicht Weibchen existieren nur für das eine.
      Sowas macht mich ehrlich gesagt auch wütend. Ich hatte nämlich auch so eine Begegnung mit einer Person hier um Forum via Pn (ja wurde gemeldet, auch von anderen. Ist auch schon einige Zeit her). Ich bin deswegen fremden Leuten einfach misstrauisch.

      Ich muss wohl oder übel aber Zweckskontakte aufnehmen, sonst schaffe ich das eher weniger.

      Schlussendlich habe ich aber auch Angst davor, dass ich irgendwie meine Freunde aus den Augen verliere. Meine Freunde sind meine Familie.
      Ich meine ich will das alles als Chance nehmen, dass was am Gymnasium schief ging nicht nochmal wiederholen zu lassen was wohl auch funktionieren wird, da es sich um komplett andere Strukturen handelt. Dennoch hat man die Angst. Die Erfahrungen von damals kommen halt hoch.

      Ich hoffe es wurde klar, wass mir da gerade durch den Kopf geht.

      Wünsche euch eine schöne Woche

      Lyra
      Liebe Lyra,

      als allererstes: Herzlichen Glückwunsch zum Abi. Das ist ja echt der Hammer, wie du dich hochgearbeitet hast. Schade, dass du Lehrer hattest, die nicht an dich geglaubt haben, aber davon hast du dich ja offentsichtlich nicht ausbremsen lassen - trotz psychischer Probleme. Wow! Echt mega cool, ich hoffe du bist auch ordentlich stolz auf dich.
      Ich kann deine Ängste in einigen Punkten nachvollziehen. Und es wird dir wohl wenig helfen, wenn ich dir sage: Das wird alles halb so wild. Daher mal was aus meiner heutigen Therapiesitzung: Der Blick zurück. Ich bin an einem ganz anderen und doch ähnlichen Punkt. In ein paar Wochen wird mein Studium abgeschlossen sein, dann kommt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Aber: Ich hab einiges gelernt und bin an einigem gewachsen und das nehme ich mit in die neuen Situationen.
      Was ich so hier und in anderen Threads über dein Abi lese hast du dich ja echt krass durchgekämpft und gegen Widerstände durchgesetzt. Sicher gibt es noch andere Dinge, die du dir in den letzten Jahren angeeignet hast - und ich meine jetzt nicht das Fachwissen. Vielleicht hilfts, dir mal aufzuschreiben, damit du siehst, was du so alles an Fähigkeiten und Rüstzeug hast?

      Der Studienbeginn ist, behaupte ich mal, für fast alle aufregend und mit Unsicherheit und Ängsten verbunden. Ist ja auch klar, es ist eine andere Welt. Aber auch da findet man sich rein. Klar - Vollidioten gibt es überall, dumme Sprüche auch. Da ist die Uni keine Ausnahme. Allerdings hast du dort auch Hochschulgruppen, Fachschaften Asta-Referate usw., in denen man sich eben z.B. über Sexismus austauschen kann, sich unterstützen und versuchen kann, dagegen vorzugehen. Was übrigens Gender in MINT-Fächern angeht gibt es mittlerweile einen verstärkten wissenschaftlichen Fokus. Hilft dir jetzt nicht direkt, aber ist vielleicht gut zu wissen (da einer der Punkte auch die Frage ist, wieso es eben einen vergleichsweise geringen Anteil Frauen in diesen Fächern gibt).

      Ja, Zweckkontakte solltest du aufnehmen, sonst machst du es dir sehr schwer. Gerade innerhalb des Jahrgangs im eigenen Fach kann das viel helfen. Sei es, weil man sowieso Arbeitsgruppen bilden soll, sei es um gemeinsam zu lernen oder Notizen auszutauschen usw. Und dann kannst du einfach mal gucken, was draus wird. Zu manchen ergibt sich dann nach und nach eine Freundschaft, zu manchen nicht. Auch wenn du an der Uni jetzt schon Freunde hast: Versuch mal die ersten Wochen, mit den Leuten aus deinem Studiengang zusammen zu bleiben. Gerade dann bilden sich Gruppen und auch Anfänge von Freundschaften. Also: Die ersten Wochen mal mit Fremden in die Mensa gehen. Ist anstrengend, aber das erste Semester ist sowieso anstrengend, weil so unheimlich viel neu ist.

      Freunde aus den Augen zu verlieren kann passieren, da will ich nix schön reden. Einfach weil man plötzlich viel zu tun hat und sich jeder mit ganz anderen Dingen auseinandersetzt. Ein Stück weit ist das aber auch eine eigene Entscheidung. Wenn man beispielsweise in der gleichen Stadt wohnt kann man ja feste Treffen ausmachen. Spieleabend einmal pro Monat usw.

      Setz dich - auch wieder so ein Standardsatz, entschuldige - nicht zu sehr unter Druck. Du wirst Fehler machen, vielleicht auch manchmal noch die alten, auf jeden Fall aber einige neue. Man würde ja sonst auch nichts lernen. Das Studium ist nicht umsonst als eine Zeit der Bildung gedacht, also auch eine Zeit, in der man sich selber kennen lernt und seine Persönlichkeit entwickelt (zumindest in der Theorie, aber trotz Bologna ist die Chance noch da...)

      So, ich hoffe, dass das jetzt nicht zu zusammenhangslos war.

      Alles Gute dir und nochmal: Glückwunsch!
      Flygja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hey Flygja,

      zunächst ein kleines sorry, dass ich mich jetzt erst zu Wort melde. Ich habe mir nochmalneinen Kurztrip gegönnt und hatte noch nicht die Motivation gehabt das Notebook einzuschalten.
      Und natürlich auch danke für die Glückwünsche!

      Die Idee mit dem aufschreiben an sich klungt ganz gut. Ich habe beispielsweise bewusst sie 4 Zettel mit der Punktzahl der Prüfungen aufgehoben und die hängen nun an meinem Whiteboard im Zimmer. Zudem wenn ich ins grübeln jomme...dann versuche uch immer daran zu denken aber wir kennen es ja. Es klappt nicht immer.

      Das Thema Gender in den MINT-Fächern kenne ich eher weniger. Da muss a ich was das angeht wohl erstmal gucken.

      Mit fremden in der Mensa essen? Das stelle ich mir doch sehr merkwürdig vor. Ich bin jemand der gewesen der Mensa eigentlich meidet. Dann vor fremden Essen finde ich immer doof weil ich mir meine Zeit lasse und total gerne in meine eigene Welt abdrehe. Ich sag es mal so... Erstmal mla kommen die kindlichen Kennenlernspiele in der O-Woche wo es mir schaudert. Genau deswegen ich auch nie Grundschullehramt machen wollte


      Bei uns ist das alles nur so dass wir alle in so Kleckerdörfern leben. Da ist dann die Uni wieder unser Zentrum. Also ich hoffe dass ich keinen von denen jetzt noch verlierr, da mirbavhon einige nach dem Abi den Rücken zugedreht haben...



      Also es war nicht ganz zusammenhangslos. Es regte die eingeschlafenen grauen Zellen an uns ich kann ja mal berichten, was sich da so aus dem Vorkurs ergeben hat. In der Hoffnung, dass ich da vielleicht 1-2 andere Lehrämter finde..
      Habe zum Glück einen meiner Jungs mit im Vorkurs der sich docg dazu entschlossen hat mitzumachen!

      Lg

      Lyra
      Liebe Lyra,

      ich fühle mich im Moment auch wie ein Ersti, da ich vor kurzem ins Auslandssemester gestartet bin und die O-Woche am Dienstag anfängt. Deshalb kann ich die Aufregung und Nervosität ganz gut nachvollziehen...

      zur O-Woche kann ich dir kurz sagen: Es muss nicht auf kindliche Kennenlernspiele hinauslaufen! Ich kann mich zum Beispiel nicht daran erinnern, dass wir damals mehr gemacht haben als "Hallo, ich bin unhappy, ich bin 19 und studiere ...". Da werden Zweckkontakte auch erleichtert: Ach, du studierst auch diesunddas? Was hast du belegt? Und zack, wenn man sich in der Vorlesung sieht, setzt man sich nebeneinander, weil man ja sonst keinen kennt. Und weil man danach nichts mehr zu tun hat, kann man ja auch gleich zusammen in die Mensa gehen - fremd ist man sich dann auch nicht mehr wirklich. Und ich kenne das, ich bin auch eine sehr langsame Esserin, aber ich glaube, solange man dabei Spaß verträgt und auch genug Zeit hat, macht das keine Probleme.

      Das ist toll, dass sich einer deiner Jungs enschlossen hat, dabei zu sein! Wenn man schon mal zu zweit ist, geht es sich vielleicht auch einfacher auf Leute zu.

      Ich denke, die meisten, die jetzt anfangen, sind in einer ähnlichen Situation wie du. Das ist der Unterschied zu Schulwechseln, bei denen es ja oft schon Klassen/Stufen gibt, zu denen man dazu stößt: hier fangen alle neu an. Und wenn ihr alle aus Kleckerdörfern rund um die Uni herum kommt, lernt man so vielleicht auch noch einmal neue Leute kennen, die aber eigentlich von gar nicht so weit her kommen.

      Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen und bin nicht am Thema vorbei...
      Liebe Grüße
      unhappy
      We will get better
      Hey unhappy,
      Dir möchte ich natürlich auch antworten.

      Die Kennenlernspiele sind typisch für meine Fakultät. Also mal gucken...


      Ja wir sind eig 4 Leute sogar. Wir gaben aber verschiedene Kurse weil wir alle was anderes machen. Der Mechatroniker brauch weniger als ich und ich weniger als ein reiner Mathematiker. So sind die Gruppen eingeteilt bzw ich bin mal in MaPhy2 und mal MaPhy1... Man will ja wissen, wer da noch so ist. Das war aber ein Fehler. Zu dem komm ich später noch.

      Jetzt sind 2 von 3 Wochen vorbei. Ich war 3 Tage erkältet und somit abwesend. Bisher hsbr ich einen sehr nervigen Mathematik-Philosophie Typen am Allerwertesten. Der redet ohne Punkt und Komma, wo ich echt angst habe dass der mir aus den Puschen kippt. Mit dem komm ich schon klar aber getrennte Wege sind in dem Fall angenehmer.
      Eine Physikerin ist sehr nett, hab die aber seit paar Tagen nicht mehr gesehen... Mal gucken ob ich sie Montag antreffe.
      Mein Fehler war der Besuch der anderen Gruppe. Dank einer ehem. Mitschülerin haben so richtige Idioten (darf ich auch Arschlochkinder sagen?) rausgefunden, dass ich Rente beziehe. Warum wissen sie nicht und ich habe da schon ziemlich was einstecken müssen an Sprüchen. Meine Studentenfreunde aus sagten der wird nicht lange da bleiben wer sich so an Geschichten anderer die Mäuler zerreißt. Ich hoffe sie haben recht. Ich hoffe ich seh die nicht mehr und ich will echt nicht dass die spitz bekommen dass ich nur noch meinen Stiefvater sozusagen habe...

      LG
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