bevorstehendes Studium

      bevorstehendes Studium

      Hey,
      zuerst sorry, falls ich einen Regelbruch übersehen haben sollte im Bezug zur Wortwahl/Sternchen. Ich kann soweit alles lesen und mich schriftlich zu triggern ist sehr schwer, daher passiert mir gerne mal dass ich etwas übersehe *hust* aber wie es oben steht geht es um mein Studium.


      Vorgeschichte:
      Ich habe einen extremen Prüfungsmarathon mit 4/4 mündlichen Nachprüfungen gemacht und dadurch nun mein Abitur bekommen, worauf ich echt stolz bin. Zumal die Reaktion der Lehrer für mich Motivation für immre geworden ist. Also alles schön und gut.
      Früher dachte man aber ich würde die Hauptschule nicht schaffen und ich hatte mal eine Lehrkraft in Mathe, welche sagte ich könne nichts etc (Mathe hat neben Physik das Abi gerettet)

      Problemchen:
      Ich habe meinen Studienplatz safe. Werde mit fast allen meinen Freunden auf dem gesamten Gelände der Uni verteilt sein (Chemie, Mechatronik, Informatik, Wirtschaftsingenieur, Religion/Philosophie, Politikwissenschaften und Mathe/Physik). Nur bin ich alleine in meinem Studiengang. Das ist etwas ärgerlich aber egal. Ich habe meinen Bruder und meinen Freund da. Was will ich mehr?
      Ich könnte aktuell nicht glücklicher sein. Clean, sportlich aktiv, den Schulabschluss den ich immer wollte, keine Sorgen.

      ABER...

      ...ich habe eine heiden Angst vor diesem neuen Lebensabschnitt. Was eigentlich lächerlich ist. Ich werde mit 21 das Studium aufnehmen und bin seit 2016 eigentlich auf mich alleine gestellt.

      Dennoch habe ich Magenschmerzen dabei bspw. ab Ende August in den dreiwöchigen Vorkurs zu sehen. Warum? Ich bin echt ungerne in ungewohnten und neuen Situationen alleine. Ich kenne das von meinen beiden Schulwechseln 2012 und 2015 :D
      Aber ich bin scheu gegenüber anderen Menschen geworden. Ich bin vorallem Personen des weiblichen Geschlechts misstrauisch, weil sich jede meiner bisherigen "besten Freundin" als falsch dargestellt hat. Das ist aber eine andere Geschichte, die hier nicht hingehört.

      Desweiteren bin ich die, die Physik-Mathematik studiert und mir passt es irgendwie nicht, dass es wohl sehr viele Kerle gibt. Warum? Da will man zum Tattoostudio in der Stadt und hat ein Kleid an weil es auf die Schulter soll. Man bekommt dumme Blicke und Kommentare. Man spielt bspw. eine lustige Runde Quizduell und plötzlich bekommt man Nachrichten, da versteht man warum Eltern ihre Kinder nicht ans Internet heranlassen wollen und was mir auch passierte...ich war bei einem frischverheirateten Paar aus dem Freundeskreis und dann meinte auch jemand zu meinem Freund, dass er doch darauf achten soll ob ich die Pille auch wirklich regelmäßig nehme weil blah seine eine Ex bluubb. Generell hatte er aber auch eine Ansicht Weibchen existieren nur für das eine.
      Sowas macht mich ehrlich gesagt auch wütend. Ich hatte nämlich auch so eine Begegnung mit einer Person hier um Forum via Pn (ja wurde gemeldet, auch von anderen. Ist auch schon einige Zeit her). Ich bin deswegen fremden Leuten einfach misstrauisch.

      Ich muss wohl oder übel aber Zweckskontakte aufnehmen, sonst schaffe ich das eher weniger.

      Schlussendlich habe ich aber auch Angst davor, dass ich irgendwie meine Freunde aus den Augen verliere. Meine Freunde sind meine Familie.
      Ich meine ich will das alles als Chance nehmen, dass was am Gymnasium schief ging nicht nochmal wiederholen zu lassen was wohl auch funktionieren wird, da es sich um komplett andere Strukturen handelt. Dennoch hat man die Angst. Die Erfahrungen von damals kommen halt hoch.

      Ich hoffe es wurde klar, wass mir da gerade durch den Kopf geht.

      Wünsche euch eine schöne Woche

      Lyra
      Liebe Lyra,

      als allererstes: Herzlichen Glückwunsch zum Abi. Das ist ja echt der Hammer, wie du dich hochgearbeitet hast. Schade, dass du Lehrer hattest, die nicht an dich geglaubt haben, aber davon hast du dich ja offentsichtlich nicht ausbremsen lassen - trotz psychischer Probleme. Wow! Echt mega cool, ich hoffe du bist auch ordentlich stolz auf dich.
      Ich kann deine Ängste in einigen Punkten nachvollziehen. Und es wird dir wohl wenig helfen, wenn ich dir sage: Das wird alles halb so wild. Daher mal was aus meiner heutigen Therapiesitzung: Der Blick zurück. Ich bin an einem ganz anderen und doch ähnlichen Punkt. In ein paar Wochen wird mein Studium abgeschlossen sein, dann kommt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Aber: Ich hab einiges gelernt und bin an einigem gewachsen und das nehme ich mit in die neuen Situationen.
      Was ich so hier und in anderen Threads über dein Abi lese hast du dich ja echt krass durchgekämpft und gegen Widerstände durchgesetzt. Sicher gibt es noch andere Dinge, die du dir in den letzten Jahren angeeignet hast - und ich meine jetzt nicht das Fachwissen. Vielleicht hilfts, dir mal aufzuschreiben, damit du siehst, was du so alles an Fähigkeiten und Rüstzeug hast?

      Der Studienbeginn ist, behaupte ich mal, für fast alle aufregend und mit Unsicherheit und Ängsten verbunden. Ist ja auch klar, es ist eine andere Welt. Aber auch da findet man sich rein. Klar - Vollidioten gibt es überall, dumme Sprüche auch. Da ist die Uni keine Ausnahme. Allerdings hast du dort auch Hochschulgruppen, Fachschaften Asta-Referate usw., in denen man sich eben z.B. über Sexismus austauschen kann, sich unterstützen und versuchen kann, dagegen vorzugehen. Was übrigens Gender in MINT-Fächern angeht gibt es mittlerweile einen verstärkten wissenschaftlichen Fokus. Hilft dir jetzt nicht direkt, aber ist vielleicht gut zu wissen (da einer der Punkte auch die Frage ist, wieso es eben einen vergleichsweise geringen Anteil Frauen in diesen Fächern gibt).

      Ja, Zweckkontakte solltest du aufnehmen, sonst machst du es dir sehr schwer. Gerade innerhalb des Jahrgangs im eigenen Fach kann das viel helfen. Sei es, weil man sowieso Arbeitsgruppen bilden soll, sei es um gemeinsam zu lernen oder Notizen auszutauschen usw. Und dann kannst du einfach mal gucken, was draus wird. Zu manchen ergibt sich dann nach und nach eine Freundschaft, zu manchen nicht. Auch wenn du an der Uni jetzt schon Freunde hast: Versuch mal die ersten Wochen, mit den Leuten aus deinem Studiengang zusammen zu bleiben. Gerade dann bilden sich Gruppen und auch Anfänge von Freundschaften. Also: Die ersten Wochen mal mit Fremden in die Mensa gehen. Ist anstrengend, aber das erste Semester ist sowieso anstrengend, weil so unheimlich viel neu ist.

      Freunde aus den Augen zu verlieren kann passieren, da will ich nix schön reden. Einfach weil man plötzlich viel zu tun hat und sich jeder mit ganz anderen Dingen auseinandersetzt. Ein Stück weit ist das aber auch eine eigene Entscheidung. Wenn man beispielsweise in der gleichen Stadt wohnt kann man ja feste Treffen ausmachen. Spieleabend einmal pro Monat usw.

      Setz dich - auch wieder so ein Standardsatz, entschuldige - nicht zu sehr unter Druck. Du wirst Fehler machen, vielleicht auch manchmal noch die alten, auf jeden Fall aber einige neue. Man würde ja sonst auch nichts lernen. Das Studium ist nicht umsonst als eine Zeit der Bildung gedacht, also auch eine Zeit, in der man sich selber kennen lernt und seine Persönlichkeit entwickelt (zumindest in der Theorie, aber trotz Bologna ist die Chance noch da...)

      So, ich hoffe, dass das jetzt nicht zu zusammenhangslos war.

      Alles Gute dir und nochmal: Glückwunsch!
      Flygja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hey Flygja,

      zunächst ein kleines sorry, dass ich mich jetzt erst zu Wort melde. Ich habe mir nochmalneinen Kurztrip gegönnt und hatte noch nicht die Motivation gehabt das Notebook einzuschalten.
      Und natürlich auch danke für die Glückwünsche!

      Die Idee mit dem aufschreiben an sich klungt ganz gut. Ich habe beispielsweise bewusst sie 4 Zettel mit der Punktzahl der Prüfungen aufgehoben und die hängen nun an meinem Whiteboard im Zimmer. Zudem wenn ich ins grübeln jomme...dann versuche uch immer daran zu denken aber wir kennen es ja. Es klappt nicht immer.

      Das Thema Gender in den MINT-Fächern kenne ich eher weniger. Da muss a ich was das angeht wohl erstmal gucken.

      Mit fremden in der Mensa essen? Das stelle ich mir doch sehr merkwürdig vor. Ich bin jemand der gewesen der Mensa eigentlich meidet. Dann vor fremden Essen finde ich immer doof weil ich mir meine Zeit lasse und total gerne in meine eigene Welt abdrehe. Ich sag es mal so... Erstmal mla kommen die kindlichen Kennenlernspiele in der O-Woche wo es mir schaudert. Genau deswegen ich auch nie Grundschullehramt machen wollte


      Bei uns ist das alles nur so dass wir alle in so Kleckerdörfern leben. Da ist dann die Uni wieder unser Zentrum. Also ich hoffe dass ich keinen von denen jetzt noch verlierr, da mirbavhon einige nach dem Abi den Rücken zugedreht haben...



      Also es war nicht ganz zusammenhangslos. Es regte die eingeschlafenen grauen Zellen an uns ich kann ja mal berichten, was sich da so aus dem Vorkurs ergeben hat. In der Hoffnung, dass ich da vielleicht 1-2 andere Lehrämter finde..
      Habe zum Glück einen meiner Jungs mit im Vorkurs der sich docg dazu entschlossen hat mitzumachen!

      Lg

      Lyra
      Liebe Lyra,

      ich fühle mich im Moment auch wie ein Ersti, da ich vor kurzem ins Auslandssemester gestartet bin und die O-Woche am Dienstag anfängt. Deshalb kann ich die Aufregung und Nervosität ganz gut nachvollziehen...

      zur O-Woche kann ich dir kurz sagen: Es muss nicht auf kindliche Kennenlernspiele hinauslaufen! Ich kann mich zum Beispiel nicht daran erinnern, dass wir damals mehr gemacht haben als "Hallo, ich bin unhappy, ich bin 19 und studiere ...". Da werden Zweckkontakte auch erleichtert: Ach, du studierst auch diesunddas? Was hast du belegt? Und zack, wenn man sich in der Vorlesung sieht, setzt man sich nebeneinander, weil man ja sonst keinen kennt. Und weil man danach nichts mehr zu tun hat, kann man ja auch gleich zusammen in die Mensa gehen - fremd ist man sich dann auch nicht mehr wirklich. Und ich kenne das, ich bin auch eine sehr langsame Esserin, aber ich glaube, solange man dabei Spaß verträgt und auch genug Zeit hat, macht das keine Probleme.

      Das ist toll, dass sich einer deiner Jungs enschlossen hat, dabei zu sein! Wenn man schon mal zu zweit ist, geht es sich vielleicht auch einfacher auf Leute zu.

      Ich denke, die meisten, die jetzt anfangen, sind in einer ähnlichen Situation wie du. Das ist der Unterschied zu Schulwechseln, bei denen es ja oft schon Klassen/Stufen gibt, zu denen man dazu stößt: hier fangen alle neu an. Und wenn ihr alle aus Kleckerdörfern rund um die Uni herum kommt, lernt man so vielleicht auch noch einmal neue Leute kennen, die aber eigentlich von gar nicht so weit her kommen.

      Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen und bin nicht am Thema vorbei...
      Liebe Grüße
      unhappy
      We will get better
      Hey unhappy,
      Dir möchte ich natürlich auch antworten.

      Die Kennenlernspiele sind typisch für meine Fakultät. Also mal gucken...


      Ja wir sind eig 4 Leute sogar. Wir gaben aber verschiedene Kurse weil wir alle was anderes machen. Der Mechatroniker brauch weniger als ich und ich weniger als ein reiner Mathematiker. So sind die Gruppen eingeteilt bzw ich bin mal in MaPhy2 und mal MaPhy1... Man will ja wissen, wer da noch so ist. Das war aber ein Fehler. Zu dem komm ich später noch.

      Jetzt sind 2 von 3 Wochen vorbei. Ich war 3 Tage erkältet und somit abwesend. Bisher hsbr ich einen sehr nervigen Mathematik-Philosophie Typen am Allerwertesten. Der redet ohne Punkt und Komma, wo ich echt angst habe dass der mir aus den Puschen kippt. Mit dem komm ich schon klar aber getrennte Wege sind in dem Fall angenehmer.
      Eine Physikerin ist sehr nett, hab die aber seit paar Tagen nicht mehr gesehen... Mal gucken ob ich sie Montag antreffe.
      Mein Fehler war der Besuch der anderen Gruppe. Dank einer ehem. Mitschülerin haben so richtige Idioten (darf ich auch Arschlochkinder sagen?) rausgefunden, dass ich Rente beziehe. Warum wissen sie nicht und ich habe da schon ziemlich was einstecken müssen an Sprüchen. Meine Studentenfreunde aus sagten der wird nicht lange da bleiben wer sich so an Geschichten anderer die Mäuler zerreißt. Ich hoffe sie haben recht. Ich hoffe ich seh die nicht mehr und ich will echt nicht dass die spitz bekommen dass ich nur noch meinen Stiefvater sozusagen habe...

      LG
      Hey,

      ich wollte euch einfach mal auf dem laufenden halten.

      Jetzt bin ich mittlerweile Studentin. Habe am ersten Tag eine Lerngruppe mit zwei anderen MaPhys gefunden.
      Mein Stundenplan ist eigentlich auch ganz okay.

      Ansonsten ja ich saß da auch im Vorkurs bereits im Shirt mit positiven Erfahrungen dass keiner bemerkt hat dass da was war.

      Ab nächster Woche geht es dann endgültig los!
      Hallo Lyra,
      willkommen in der Studierendenszene. Deine letzten Zeilen klingen gegenüber deinem Eingangsposting schon eine ganze Ecke cooler - oder kommt das nur so bei mir rüber? :D

      Wie schon geschrieben wurde, ist dieser Wechsel ins Studium für fast alle Erstis eine Riesensache (war's für mich auch, ist aber schon ein Weilchen her.) Und ja, das mit dem Freunde verlieren, sich aus den Augen verlieren kenn ich ebenfalls. Am Anfang haben sie noch alle meine Stud.-Zuhause gestürmt, doch dann trat Stille ein. Bis auf ein/zwei Leute war keine/r mehr greifbar. Wie aus manchen Erzählungen gab's auch bei uns seither keine Ehemaligentreffen aus der Schulzeit mehr. Nur mit 2 Leuten hab ich heute aus der damaligen Zeit wieder Kontakt ... und das ist toll. War aber eher Zufall. Dafür habe ich einige neue Leute im Studium kennengelernt, mit denen ich auch heute noch in Kontakt stehe, die für mich sehr wertvoll sind. Insgesamt ist es aus meiner Sicht ok so, wie es kam.

      Schließlich gibt es so viele Ausbildungsmöglichkeiten, Unis, etc., da verstreuen sich alle doch sehr weit. Manche sind sogar in den USA gelandet (meines Wissens zumindest). Aber das Beste kommt noch: im Studium hat sich durch Zufall auch wieder der Kontakt zu einer Schulfreundin erneuert, und wir treffen uns auch heute doch des Öfteren. Wege sind manchmal schon seltsam.

      In meinem Studiengang gab's mit mir 10 Studentinnen und der Rest (170!)Studenten. Aber das hab ich auch geschafft. Du schaffst das auch. :D Heute ist auch das schon wieder Vergangenheit.

      Sicher wird ab und an Stress und Hektik um die Ecke kommen, Unsicherheiten über das, was man an Fächern oder Ergänzungen wählen soll, manchmal auch die Frage, ob man etwas ganz anderes besser hätte machen sollen, all diese Fragen werden kommen und du wirst Antworten finden. Und irgendwann später wirst du deinen "Master" in den Händen halten, laut vor Freude lachen (oder auch weinen?) und zu dir sagen "Wow, ich hab's."

      Bis dahin , alles Liebe und weiterhin gutes Durchstarten
      lg Elfenspiegel
      Hey,
      heute sieht das alles anders aus. Die 3. Woche fängt nun an und ich will und kann einfach nicht mehr.
      Meine Kommilitonen hacken nir auf mir rum, obwohl sie zu doof sind einen Modulkatalog zu lesen in dem klipp und klar steht dass ich mit meiner Kombi anderes zu hören habe mit der anderen Verteilung der Fächer (PhyMa und MaPhy). Die anderen hören haltbein Modul zu viel kann man sagen aber letztendlich kann jeder das ja so verteilen wie er will..
      Dann wollen Leute mit einem nur reden, wenn man über die Lösungen verfügt. Auf die Frage wer diese gemacht hat (mein Freund hat mir Analysis gemacht) und dann so abwertend ob er das den könne (lul hat n Jahr Mathematik studiert). Dazu mir gegenüber so einen hartcore abwertenden Blick weil ich das nicht teilen will mit den Lösungen. Vorallem bei Leuten die mich sonst ignorieren.

      Zudem habe ich seit sem Semesterstart srress mit Unterhalt so dass man nur noch am rotieren ist.

      kämpfe gerade so ziemlich damir meine ganze Zukunft hinzuwerfen
      Huhu,

      das ist schade und kräfteraubend. Und jetzt kommt natürlich das aber: Aber schmeiß nicht hin (und selbst wenn du es tätest, würdest du damit ganz sicher nicht deine komplette Zukunft hinwerfen und ich weiß, wovon ich rede).
      Zunächst zum Unterhalt: Kann dir da das Studierendenwerk (oder wie das bei euch heißt) weiterhelfen? Dort gibt es verschiedene Beratungsstellen, wende dich doch mal da hin.

      Dass Leute einen ausnutzen - tja, das ist leider Realität. Solchen Leuten bin ich im Studium auch begegnet. Da gibt es in meinen Augen zwei Möglichkeiten: Du gibst denen die Lösungen nicht und musst dann halt aushalten, dass sie beleidigt sind und dich anzicken. Auch wenn das ein scheiß Verhalten ist, so ist es halt. Oder du gibst denen die Lösungen und wenn die fragen, ob dein Freund das kann oder ob du dir sicher bist, dass Ergebnis xy richtig sein kann, dann würd ich einfach sagen: Hey, so hab ich es gemacht, wenn du denkst, dass es falsch ist, rechne es selber aus (vielleicht mit einer etwas neutraleren Formulierung).
      Bei so Sachen wie dem Modulkatalog würd ich mich gar nicht auf Diskussionen einlassen. Mit dem Hinweis auf "ich hab ne andere (Fächer?)Kombi als ihr" oder "ich mach das jetzt einfach mal so" und damit dann das Gespräch beenden, fertig.
      Ich weiß auch nicht, wie du gegenüber anderen auftrittst. Du bist gerade sehr wütend - verständlich. Aber wenn du diese Wut nach außen trägst, dann ist es halt auch wahrscheinlich, dass man das gespiegelt bekommt.

      Ich behaupte einfach mal, dass sich das in ein paar Wochen etwas gelegt hat. Viele sind am Anfang des Studiums noch etwas zu sehr von sich selbst überzeugt (mich eingeschlossen). Man hat sein Abi gemacht, war vielleicht ne Weile das erste Mal alleine im Ausland, wohnt das erste Mal alleine zu hause... das kann halt auch zu Kopf steigen. Wenn ich jetzt in Erstsemestervorlesungen sitze, merke ich das am Verhalten der Ersties gegenüber den Dozierenden - und wie schnell sich das dann auch wieder legt.
      Du solltest dich jetzt nicht einigeln. Kein Jahrgang besteht nur aus Leuten, die man für Arschlöcher hält. Es mag vielleicht kein Freundschaftsmaterial (hu, das klingt unmenschlich, sorry) vorhanden sein, aber das muss es ja auch nicht. Ich wette, es sind Leute da, mit denen man gut auskommen kann. Vielleicht ist es eben manchmal um den Preis, dass man anderen seine Lösungen gibt. Na und? Spätestens bei der Klausur werden sie merken, dass es klüger gewesen wäre, nicht alles abzuschreiben. Zumindest steht dann eher ein Eindruck von dir als offene, hilfsbereite Person. Das heißt nicht, dass man sich ständig ausnutzen lassen sollte, wenn es überhand nimmt, kann man immer noch nachjustieren. Ist meine Erfahrung.

      Und auch wenn es dir, weil es grad super anstrengend ist, so vorkommen mag: Drei Wochen sind keine lange Zeit. Setz dir doch kleine Wegmarker. Erst schaffst du die Zeit bis Adventsbeginn, dann bis zur Weihnachtspause, dann bis zum Semesterende. Das geht super schnell rum (gerade wenn Prüfungen anstehen :wink: ) und dann ist schonmal ein Batzen geschafft und man navigiert sicherer, weil auch die Dinge außerhalb der Kommilitonen dann vertrauter sind.

      Nicht den Kopf hängen lassen!

      Alles Liebe
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.

      ~ Hannibal, S2E9

      Hallo Lyra,
      ich finde das sehr schade, was dir da gerade passiert. Da fehlen mir einfach die Worte für die, wie es scheint, Borniertheit deiner Kommilitonen. Ich glaube, dass es das durchaus gibt, habe es aber in solch einer Form selbst nicht erlebt. Bei uns gab es sehr schnell das gemeinsame Interesse, unseren Wissenstand auszutauschen und uns gegenseitig zu helfen. Vielleicht hatte ich auch einfach nur ein bisschen Glück.

      Deinen letzten Satz und die Gedanken dazu kann ich absolut nachvollziehen. Wenn du da auch noch Stress mit dem Unterhalt hast, dann vergeht dir sicherlich die Lust, weiter am Ball zu bleiben und die Vorkommnisse im Studium einfach auf Startschwierigkeiten oder Dummheit der Anderen abzuwälzen.

      Ich frage mich nur, was wäre für dich die Alternative – eine bezahlte Ausbildung? Würde dich das innerlich zufrieden machen? Wie gehst du langfristig mit dir um, wenn du in ein paar Jahren an diese momentane Situation zurückdenkst? Du hast gekämpft, um gegen alle Widernisse das Abi zu schaffen. Das war eine Riesenleistung, in jeder Hinsicht. Und es ist die Option, den Berufsweg zu wählen, der dir vorschwebt.

      Ich kann mir vorstellen, dass dir im Moment nicht nach Alternativen der Sinn steht. Deshalb nur mal die Frage: hast du dich schon mal an das Studierendenwerk und dort an eine psychologische Beratung gewandt? Hast du mal Kontakt zu anderen Studierenden aus höheren Semestern – z.B. über die Fachschaft – aufgenommen, um deren Erfahrungen mit deinem Studiengang, deiner Situation, zu deinen aktuellen Frustrationen zu hören?

      Mein Hintergrund: Ich kenne momentan 2 Physiker, einer alt gedient, einer kurz vor dem Master. Deren Erfahrungen und Schilderungen klingen deutlich anders als die deinen. Da gab/gibt es so was wie gemeinsame Unternehmungen, Grillabende der Fachschaft, Grillabende der Institute, Vortragsreihen zu Themen und aktuellen Arbeiten Bachelor/Master, gemeinsame Lokalbesuche (für Ortsneulinge, um den Studienort etwas kennen zu lernen), Kinoabende, LAN-Treffen/Partys in Institutsräumen (regelmäßig) etc. Sprich doch mal offen mit den Fachschaftsvertretern/Innen. Meine Vorstellung: die haben vielleicht doch noch ein paar konkrete Tipps mehr für dich.

      Könntest du dir denn nicht eine andere Arbeitsgruppe aussuchen, mit anderen Leuten, die dich einfach akzeptieren und normal mit dir umgehen? So was ist doch nicht zementiert.

      Ich weiß, das klingt jetzt alles nach ‘weiter versuchen‘ und ‘nicht klein beigeben‘, aber da steckt bei mir auch noch ein anderes Gefühl aufgrund deiner Zeilen dahinter. Deshalb gestatte mir die Frage: gehst du vielleicht das Problem zu direkt an? Schwingen da zu viele deiner negativen Erfahrungen der Vergangenheit mit und lassen dich deshalb stark (zu stark?) reagieren? Bitte, ich will dir nichts unterstellen. Nur Schwierigkeiten in der Außenwahrnehmung, in der Kommunikation etc. können dir auch in anderen Ausbildungswegen begegnen. Das hängt von den Menschen dir gegenüber ab – und von dir.

      Wäre denn ein duales Studium mit seiner finanziellen sicheren Seite eine denkbare Alternative? Ist dann nur nicht die reine Mathe und Physik. Eher wahrscheinlich eine z.B. technisch orientierte Richtung.

      Und auf jeden Fall: ja, das was auch Fylgia schrieb: „ … der Anfang ist schwer und holperig. Nach einer Weile mag die Welt doch etwas freundlicher aussehen.“ :)

      Ach und noch eins, wenn’s auch nicht gerade ermuntert, Ein Abitur ist keine Garantie, ein Studium erfolgreich zu starten und auch genauso abzuschließen. Zumindest in meinem damaligen Jahrgang verschwanden bereits kurz nach Beginn des Studiums ca. 10 % aus meinem direkten Blickfeld, sei es Richtungswechsel, Hochschulwechsel oder sogar der Wechsel in eine ganz andere Berufsrichtung. Eine Bekannte aus meiner Clique von damals studierte Lehramt, um dann nach dem Studium – aber (Gott sei Dank) noch vor dem Referendariat für sich festzustellen, dass sie ja eigentlich gar nicht mit Kindern könnte. Was sie heute macht, weiss ich nicht. Aber du siehst, es gibt Vieles auf der Welt.

      Wirf nicht gleich die Flinte nach den ersten 3 Wochen ins Korn. Und siehe Fylgia: "gib dir einfach noch etwas Zeit …" und – wenn es auch schwer fallen mag - auch ein bisschen Geduld mit den Anderen … und dir.

      Lg Elfenspiegel
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