Kann man mit Borderline arbeiten?

      Kann man mit Borderline arbeiten?

      Hallöchen erstmal zusammen.
      Ich hoffe ihr seid nicht so schlecht drauf wie ich:(
      Ich habe dieses Forum vor ca 1 Monat entdeckt und musste mich einfach anmelden..
      Es tut gut, sich mit Menschen auszutauschen die das gleiche fühlen oder zumindest einen verstehen!

      Seit 1 Jahr frage ich mich also nun, kann man mit Borderline arbeiten? Ich fange jetzt meine 4. Ausbildung an und das mit 17. Mir ist es teilweise selbst peinlich aber ich kann es nicht ändern. Mein jeziger Beruf macht mir extremst Spaß, obwohl ich gerademal erst 1 Woche dort war.. Und trotzalldem kriege ich es emotional nicht hin auf Arbeit zu gehen oder meinen Alltag hinzubekommen.

      Wie ist das bei euch? Geht ihr arbeiten oder nicht? Macht es euch Spaß?

      PS.: Der, der das gerade liest ist wundervoll, pass auf dich auf <3
      Hey. Du bist ja noch Recht jung und ich denke Mal man kann da keine Pauschalantwort für alle geben. Ich persönlich habe es bisher noch nicht geschafft dauerhaft zu arbeiten. Aber ich habe von anderen Betroffenen mitbekommen dass sie erfolgreich studiert haben, ihre Ausbildung absolviert haben, im Arbeitsleben angekommen sind. Das wichtigste denke ich, ist eine konstante psychotherapeutische Begleitung um die bestmögliche Stabilität zu erreichen. Bei mir hat es mit arbeiten nicht geklappt, weil es der Flasche Zeitpunkt war und ich die falsche Behandlung bzw Unterstützung erhalten habe. Ich glaube ein vertrauensvolles und stabiles Umfeld, eine gute Therapie ist wichtig. Ich bin mittlerweile an dem Punkt dass ich sage ich fühle mich Zuhause wohl, ich habe eine tolle Therapie, mein Leben ist geordnet ich habe mich mit mir einigermaßen angefreundet, es ist nun so dass, ich nun den Schritt wagen kann mich mit dem Thema Arbeit und Ausbildung ernsthaft auseinanderzusetzen. Aber das ist nur meine Perspektive, ich weiß nicht wie es anderen damit geht.
      LG.
      Hallo,
      ich denke das hängt ganz stark von jedem selbst bzw. der individuellen Ausprägung der Symptome ab. Ich zum Beispiel stehe seit 5 Jahren im Berufsleben, mit kleineren durch meine Erkrankung bedingten Unterbrechungen. Für mich ist die Arbeit keine Belastung, sondern eine ganz ganz wichtige Ressource, aus der ich sehr viel positive Energie schöpfe.
      Das einzige, was ich in der Hinsicht manchmal als etwas ungerecht empfinde ist, dass ich das Gefühl habe, viel mehr leisten zu müssen als meine kollegen. Ich muss fachlich so viel und so außergewöhnliches leisten, dass die Firma lieber meine gelegentlichen Ausfälle hinnimmt, als jemand anderen, "gesunden" einzustellen.

      Mir gibt die Arbeit unglaublich viel, weil zumindest ein paar Stunden am Tag der ganze "krankheitskram" in den Hintergrund rückt und ich einfach alles, was damit zusammenhängt, für diese Zeit vergessen kann.

      LG
      wild_angel
      If everything seems to be going against you,
      remember that the aeroplane takes off against the wind,
      not with it...
      (Henry Ford)

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      Ich versuche nach den Sternen zu greifen, doch das Universum expandiert....
      Hallo zwwergnaseweiss,

      ich habe keine Borderline Störung, aber ebenfalls in vielen Situationen Probleme, sie emotional stabil (und gesund) zu bewältigen.
      Ich sehe das so wie meine Vorredner. Es ist sehr individuell und abhängig von deinem aktuellen Gesundheitszustand. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manchmal der Zeitpunkt für eine Pause ist, in der man sich erstmal primär um seine Gesundheit kümmern muss. Aber gleichzeitig ist das, was mich die ganzen letzten Jahre vor allem stabilisiert hat, ist mein Studium. Das war und ist immer noch so, das will ich schaffen und ich kann das, aber anfangs habe ich von mir erwartet, dass es genau so schnell gehen muss wie bei den anderen. Inzwischen sind die Leute, die mit mir angefangen haben, fertig und ich habe immer noch ein paar (aber nicht mehr viele :biggrin: ) Semester vor mir, aber ich musste und muss immer drauf achten, dass das, was ich mir vornehme angepasst ist an meine aktuelle psychische Sabtabilität.

      Du bist mit 17 noch sehr jung und die Diagnose (die eigentlich unter 18 auch nicht vergeben werden sollte, da sich gerade in der Zeit in der Persönlichkeitsentwicklung noch viel tun kann) ist eine Beschreibung des momentanen Zustands. Aber du musst nicht immer unter den jetzigen Bedingungen eine Ausbildung machen, wenn du dir (nebenher oder vorher) Zeit nimmst, mit Hilfe von Therapie stabiler zu werden. Wie sich das entwickelt weiß niemand und leicht wird das sicher auch nicht, aber um endgültig zu sagen, dass du keine Ausbildung schaffst, bist du noch viel zu jung :wink:
      Und nebenbei: es ist doch super, dass deine momentane Arbeit dir so viel Spaß macht! Sieh das positiv. Nimm das als Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen.
      It is possible to commit no error and still lose. That is not a weakness... that is life. (Jean-Luc Picard)
      Ich freue mich sehr über eure Antworten!

      Ich bin total im zwiespalt..
      Ich möchte eine Therapie! Aber bekomme es zeitlich mit der Ausbildung garnicht hin..
      Bin 5 mal in der Woche jeden tag über 10h unterwegs und da bleibt leider keine Zeit für einen arzttermin
      Natürlich könnte ich mir einen Arzt suchen, der für mich passende Termine anbietet aber ich habe mich so mit der Ärztin „angefreundet“ das hatte ich noch nie

      Vorhin hatte ich einen Rückfall und habe mich selbst verletzt, auch wenn es nur sehr wenig ist
      Fühle mich jetzt noch schlechter

      Ich weiss einfach garnicht wohin mit mir
      Erstmal ruhig bleiben. Es hilft nichts, dich wegen der Sv jetzt noch zusätzlich fertig zu machen. Es sagt sich immer so leicht ;-), aber versuch, dir etwas Gutes zu tun. Gerade wenn dieses "ich weiß überhaupt nicht mehr weiter" Gefühl abends oder nacht seine Kreise im Kopf dreht, hilft es mir oft, mir zu sagen, dass ich jetzt und heute größere Probleme nicht lösen kann. Du musst nicht jetzt heute abend herausfinden, wie du deine Ausbildung mit einer Therapie vereinbaren kannst. Das einzige, was du jetzt gerade machen kannst, ist die Sache nicht schlimmer. Also dich nicht noch zusätzlich mit Schuldgefühlen belasten. Du hattest einen Rückfall, ok, war nicht toll, aber das ist jetzt so. Versuche, dich von dem Gedanken daran abzulenken.

      Was die Ausbildung angeht, wenn du dich zur Zeit damit überlastet fühlst, hast du mal überlegt, ob du vielleicht erstmal in Teilzeit weiter machen willst? In den meisten Ausbildungen geht das. Wenn du z.B. nur 4 oder 6h täglich arbeitest, hättest vielleicht Zeit zu deiner Ärztin zu gehen. Klar würde sich die Ausbildung dann verlängern und das klingt erstmal auhc, als ob das eh nicht geht und doof ist. Aber denk da vielleicht mal drüber nach und besprich das mit Vertrauenspersonen oder so und auch mit deiner Ärztin. Sie könnte dir helfen, das medizinisch vor dem Arbeitgeber zu begründen.

      Pass auf dich auf :)
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