Mein erster Beitrag (leider Trigger)

      Mein erster Beitrag (leider Trigger)

      Erst einmal Danke für die Aufnahme in die Gemeinschaft.
      Ich möchte versuchen meine Geschichte aufzuschreiben, weil ich glaube, dass es mir und anderen helfen könnte.
      Ich bin jetzt 41 Jahre alt und habe erst vor kurzem erfahren dass ich Borderliner bin.
      Meine Erinnerungen reichen sehr weit zurück in meine frühe Kindheit, im alter von 1 ½ Jahren.

      Damals war ich sehr oft bei meinen Großeltern, meine Mutter von meinem Vater getrennt und berufstätig. Ich habe einen Onkel



      (BITTE NICHT WEITERLESEN WENN NICHT STABIL!!)



      der zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt war. Ein frühreifer, gestörter Bengel der sich an seiner kleinen Nichte vergangen hat. Ich kann mich leider an jede Einzelheit erinnern – möchte das hier aufgrund der schwere aber nicht näher erläutern.
      Die Taten die er beging dauerten drei, vier Jahre an. Ich erzählte meiner Mutter und meiner Oma davon – aber keine der beiden wollte mir glauben. Irgendwann zog meine Mutter in eine andere Ortschaft.
      Sie hatte viele Verehrer mit denen sie auch sehr intim war. Jeden dieser Kontakte und jede Handlung bekam ich mit, da ich immer in den Nebenzimmer verweilen musste. Irgendwann schlief meine Mutter und die Verehrer machten sich über mich her .. Auch hier erzählte ich meiner Mutter von diesem Vergehen – von ihr kam keine Reaktion. Irgendwann, als ich fünf Jahre alt war, kam meine Mutter wieder mit meinem leiblichen Vater zusammen und wir zogen ins Ausland - Südeuropa. Ich hatte also keine Freundschaften mehr und auch die Sprache war mir gänzlich fremd. Dennoch habe ich es geschafft, nach sechs Monaten, die Sprache und den Umgang mit den Kindern dort zu erlernen.In der unmittelbaren Nachbarschaft hatte ich eine Freundin, die wiederum hatte einen älteren Bruder. Da die Südländer mindestens so frühreif waren, wie mein Onkel, musste ich den Mi…brauch über mich ergehen lassen. Als ich zehn Jahre alt wurde, mussten wir zurück nach Deutschland kommen, aus finanziellen und Gesundheitlichen Gründen. Hier angekommen und eine Bleibe gefunden, näherte sich mir in der Nacht der Freund meines Vaters meinem Bett … Ich erzählte meinem Vater von der Tat und wir zogen umgehend aus – von meiner Mutter bekam ich jedoch keinerlei Glauben geschenkt.
      Mit 12 Jahren wurde ich zum ersten Mal Schwester. Mein Bruder war und ist mein Ein und Alles! Meine Mutter hatte auch hier sehr schnell das Interesse an dem Kleinen verloren und überließ mir die „Aufzucht“ und die „Erziehung“. Ich gab dem Kleinen das was ich von meiner Mutter nicht bekommen hatte – Liebe, Nähe und Verständnis! Die folgenden Jahre, bis zu einem alter von 14 Jahren, hatte ich also meine Ruhe vor solchen Übergriffen und konnte das Stück „Kindheit“ was mir geblieben war „genießen“. Ich hatte schon recht früh Busen und zog logischerweise die Blicke der männlichen Mitschüler und in der Jugendfreizeit auf mich. Ich erinnere mich daran, wie mich einmal ein Junge festhielt und mich begr…te und meinte es wäre nichts dabei … Wann immer ich mich an meine Jugendzeit zurückerinnere kamen solche Taten vor. Als ich fast 18 Jahre dann das erste Mal hinter mich gebracht hatte, es war eine Ver…ung, schwor ich mir, niemanden mehr in mich hineinsehen zu lassen. Die folgenden Jahre waren ausgefüllt mit wechselnden Partnern jeder Couleur und alters. Ich machte keinen Unterschied! In all den Jahren waren meine Stimmungen und Verhaltensweisen geprägt von Gewaltexzessen und Wutausbrüchen. Von Hass [...] Ich habe mich nur einmal einem Psychologen anvertrauen können, der mich nach kurzer Zeit aus der „Therapie“ entließ und meinte, mir wäre nicht zu helfen.
      Vor zwei Jahren habe ich mich einer Freundin anvertraut, die, wie der Zufall es wollte, Psychotherapeutin ist. Sie stellte auch fest was mir fehlt … Sie behandelt aber keine Bordis, da sie dafür nicht ausgebildet ist ... Nach also sehr vielen Eskapaden, einer gescheiterten Ehe mit Verg…ung und Prügel, finanziellem Ruin und untreue des Partners und mehr als 15 Jobwechsel, bin ich nun angekommen. Mein zweiter Mann ist seit 18 Jahren mein bester Freund, mein Vertrauter, mein Halt. Ich habe nach mehreren Jahren ungezügelter Wutausbrüche und Launen in meiner Ehe, endlich erfahren was mit mir nicht stimmt. Jetzt wo ich weiß was los ist, kann ich dies hier schreiben und hoffen dass Betroffene sich Hilfe suchen und gehört werden – von Verwandten und Freunden. Denn leider ist Borderline immer noch keine anerkannte „Krankheit“ sondern nur eine „Störung“ und wird somit medikamentös, mit sehr vielen Nebenwirkungen, in Schach gehalten.Ich nehme keine Medikamente, ich habe einen Raum wo ich meine Aggression auslebe und sie abbaue. Ich führe mit meinem Mann zwei Mal die Woche intensive Gespräche um meine diffuse Wahrnehmung der Dinge in den Griff zu bekommen. Einen Therapeuten kann ich mir nicht leisten, denn die Kasse bezahlt das nicht …

      !!Sollte dies Thema nicht hier rein passen, bitte ich die Admins meinen Beitrag zu löschen.!!

      Danke an euch, solltet ihr den Wunsch verspüren, etwas dazu schreiben zu wollen.
      Eure Anthuresta

      [Edit: Satz entfernt / Fylgja]

      Zeit heilt nicht alle Wunden ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fylgja“ ()

      Liebe Anthuresta,

      erstmal Herzlich Willkommen hier im Forum. Es tut mir sehr Leid zu lesen, wie viel Schlimmes dir in deinem Leben passiert ist. Umso stärker finde ich es, dass du an deinem Verhalten und deinen Gefühlen arbeitest! Das kostet dich sicher viel Kraft, aber ich finde, dass das ein guter Weg ist.

      Damit du dich hier schneller zurecht findest, verlinke ich dir hier einen Thread mit ein paar Hinweisen: Infothread - wichtige Hinweise
      Es ist oft einfacher, auf Threads zu antworten, wenn die Leute konkrete Fragen stellen. Aber das hier ist ja - wenn ich dir recht verstehe - auch mehr so ein Vorstellungsbeitrag. Ich find es rücksichtsvoll von dir, dass du eine Triggerwarnung eingebaut hast.

      Wie du siehst habe ich einen Satz gelöscht, da er nicht den Regeln entsprochen hat, die du hier nochmal einsehen kannst forum.rotetraenen.de/index.php/Thread/?postID=890856
      Das ist anfangs alles etwas viel auf einmal, aber keine Sorge, du lebst dich hier sicher schnell ein.

      Ich wünsche dir, dass du hier die Tipps und den Austausch findest, der dir hilft.

      Liebe Grüße
      Fylgja
      Therapy only works when we have a genuine desire to know ourselves as we are. Not as we would like to be.
      ~ Hannibal, S2E9

      Neu

      @eiskönigin
      Hi, den großen (wird dies Jahr 30) hab ich vor 10 Jahren bei uns aufgenommen. Der hat die Ausbildung bei uns gemacht und auch acht Jahre hier in der Firma gearbeitet.
      Gesundheitlich geht es ihm gut - wir befürchten nur, dass er auch einen "Knacks" durch das Ganze abbekommen hat.

      Die beiden anderen Brüder sind noch daheim (21 und 22 Jahre) - meiner Schwester geht es ähnlich wie mir. Bei ihr wurde das auch diagnostiziert. Der 22 jährige hat ihr Dinge angetan, da war sie noch ganz klein ... Ich habe jetzt seit zwei Jahren wieder Kontakt zu ihr.

      Von fünf Kindern haben es drei abbekommen ... Leider.
      Zeit heilt nicht alle Wunden ...