Jahresrückblick 2019

      Jahresrückblick 2019

      Liebe Fories,

      ich hoffe, es ist okay, dass ich das hier für 2019 aufmache - ich empfand diesen Thread früher immer als schöne Forentradition. Da ich selbst noch ein bisschen überlegen muss, hier erst einmal nur die klassischen Fragen:


      Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen?

      Womit hast du angefangen?

      Worauf bist du stolz?

      Womit aufgehört/abgeschlossen?

      Schönster Moment des Jahres?

      Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)

      Wem sagst du danke - und wofür?

      Was bringt 2020/ Was wünschst du dir für 2020?

      Unvergessenswertes?




      Viele liebe Grüße
      Schlehe
      Sooo

      guten Tag zusammen, ich melde mich mal wieder nach langer Inaktivität, aber ich finde es eine schöne Idee und 2019 war doch ein sehr aufwühlendes Jahr.

      Zu mir als Person, 25 Jahre alt, aus der Schweiz, viele Therapien hinter mit, im Februar 5 Jahre clean.


      Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen?

      Das wichtigste war wahrscheinlich zu erkennen, dass es ok ist, wenn man seine Ecken und Kanten hat. Im August konnte ich meine Ausbildung beenden und direkt danach in einem meiner beiden Teams weiter machen. Dass ich ein Psychohintergrund hab war wohl allen bewusst, aber ich hab das halt als Vergangenheit abgetan. “geheilt” war wohl ein Ausdruck den ich benutzte. Meine Panikattacken und Heulkrämpfe haben bis anhin hauptsächlich nur meine Ausbildner und Berufsbildner mitbekommen, im September die erste grosse Panikattacke im neuen Team. In Grund und Boden habe ich mich geschämt!
      Daraufhin führte ich mit allen Teammitgliedern (6 Männer) kurze gespräche zur aufklärung, auch falls es wieder Passieren sollte und das Feedback war unglaublich Positiv. Fast Pipi in den Augen, bei allen zusammen.
      Ich hatte so Angst mich irgendwie zu outen, wir arbeiten in der Industrie, alles harte Männer, wir erbringen Leistung. Und doch wurde mir ausnahmslos Verständnis und Hilfestellung entgegengebracht!


      Womit hast du angefangen?

      alleine zu wohnen! mega geil! Ich bin nun (offiziell) ein vollständiges Mitglied der Gesellschaft.
      Und ich habe wieder angefangen regelmässig zu meiner Psychiaterin zu gehen, statt nur auf Bedarf wie vorher. Der Termin im Kalender gibt mir viel Sicherheit.


      Worauf bist du stolz?

      Ausbildung abgeschlossen als Jahrgangsbeste! :D


      Womit aufgehört/abgeschlossen?

      Schwierig, die Ausbildung habe ich abgeschlossen, aber ich denke nicht dass die Frage so gemeint ist...
      Ich bin jetzt fast 6 Monate Rauchfrei. (Umstieg aufs Dampfen, für mich ein Erfolg, soll jeder denken was er will)


      Schönster Moment des Jahres?

      Viele, die Freude meines Teams, als ich nach langen Kämpfen gegen das Management (wir befinden uns eigentlich im Stellenabbau) ein Vertrag bekam, der Stolz meiner Eltern als ich mein Fähigkeitszeugnis bekam, der positive Bescheid auf meine Wohnungsbewerbung, dass mich der süsse Automatiker aus der anderen Abteilung auch mag und ihm meine Knacks (bis jetzt) egal sind.


      Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)

      Die Präsentationen für meine Abschlussprüfung. Die Erkenntnis, trotz meines Fachwissens kann ich noch immer nicht ohne Tränen vor Menschen präsentieren, muss ich zum Glück auch nicht mehr.
      Die Gerüchte die von einen vermeintlichen Kumpel über mich gestreut wurden, die Erkenntiss, die Wahrheit kommt immer raus!
      Die 3 Panikattacken auf öffentlichem Raum dieses Jahr, die Erkenntnis unter Frage 1 :)


      Wem sagst du danke - und wofür?

      Meinem direkten Vorgesetzten, meinem HR Typen und meinen Berufbildnern und meinem Team, dass sie das Management so lange genervt haben bis ich meinen Vertrag bekam und allgemein dass ich auf Arbeit so sein darf wie ich bin, und dass ich mich während dieser 40 Stunden in der Woche nicht verstellen brauche.
      Meinen Eltern für den Support.
      Meine beste Freundin, der ich auch um 6 Uhr Morgens unter Heulkrämpfen anrufen konnte, als ich mich so vor den Prüfungen fürchtete.
      Meinem Freund, der nicht urteilt


      Was bringt 2020/ Was wünschst du dir für 2020?

      Arbeiten und leben. Ich mag es so wie es ist, weniger Niedergeschlagenheit und Angst wär cool, aber wenn ich mich an meine neue Situation gewöhnt habe, sollte sich das schon einrenken. und natürlich clean bleiben!!!!!!


      Unvergessenswertes?

      Die heimlichen Treffen mit meinem Freund im leeren Treppenhaus zwischen unseren Schichten ^^
      Dass ich meine Experten zuerst vollgeweint und dann mit Fakten umgeworfen habe.
      Das Vertrauen meiner Vorgesetzten mich schon während der Ausbildung alleine auf Nachtschicht zu schicken.





      das wär mein Beitrag, vielen Dank an diejenigen, die es bis hierhin geschafft haben:)
      "I am who I am, take it or leave it,
      A rebel at heart,
      No gods, no masters,
      My time has come."

      Arch Enemy
      Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen?
      ich weiß es nicht, dass das leben nie leicht ist

      Womit hast du angefangen?
      ich habe angefangen, damit aufzuhören mich zu r*tzen

      Worauf bist du stolz?
      Ich habe eine Bewerbung geschrieben

      Womit aufgehört/abgeschlossen?
      mit r*tzen, but ich weiß nicht, ob ich das schaffe

      Schönster Moment des Jahres?
      meine Tattoos und Piercings

      Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)
      es gab zu viele, ich weiß nicht welcher davon am schlimmsten war

      Wem sagst du danke - und wofür?
      Meiner Familie und meinen Freunden, sofern sich hinter mir stehen

      Was bringt 2020/ Was wünschst du dir für 2020?
      Hoffentlich mein Abitur

      Unvergessenswertes?
      die momente mit meinem Haustier
      stay strong
      Alle Jahre wieder kommt der Jahresrückblick wieder...
      Nicht der beste Reim aber egal :D

      Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen?
      Im letzten Jahr gelernt, dass es Situationen gibt, da sollte man lieber nichts sagen da man manches doch sehr nach hinten gehen kann.
      Ebenso bin ich daran gewachsen, dass man sich eingestehen darf wenn man mit einer Entscheidung nicht so glücklich ist wie erhofft und man dennoch das beste Versuchen soll daraus zu machen.


      Womit hast du angefangen?
      Philosophie als neues Zweitfach zu studieren, DRK tätig zu sein.


      Worauf bist du stolz?

      Alleine zurecht zu kommen und dass ich ohne schlechtes Gewissen alles tun und lassen kann was ich möchte.


      Womit aufgehört/abgeschlossen?

      Ich habe mit meinem Stiefvater abgeschlossen und aufgehört meine eingetragene Adresse als Zuhause zu betrachten.

      Schönster Moment des Jahres?

      Als ich den Schlüssel für das Haus von meinem Freund und dessen Familie bekommen habe.


      Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)

      Organisation von Vatertag mit der Erkenntnis, dass es immer falsche Menschen im Bekanntenkreis gibt


      Wem sagst du danke - und wofür?
      Meinem engsten Kreis in der Uni für die super Vorlesungszeiten und meinem Partner für alles


      Was bringt 2020/ Was wünschst du dir für 2020?
      erfolgreiche Abschluss meines aktuellen Semesters; fertige Grundausbildung vom DRK mit Schwerpunkt Betreuung und PSNV.
      Ganz besonders einfach ein Jahr mit Ruhe und nichts wildem

      Unvergessliches?
      Die Lachanfälle bis zum weinen
      Schöne Idee. Ich habe bei manchen Fragen sehr lange gebraucht, um für mich eine passende Antwort zu finden.



      Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen?

      Ich habe erstmals erfahren, dass es Phasen im Leben gibt, in denen wirklich von vorne bis hinten ALLES Kopf steht und man sich in keiner Beziehung mehr sicher ist, und wenn man vorher noch so lange den Eindruck hatte seinen Platz gefunden zu haben und sowas wie sesshaft geworden zu sein. Ich musste lernen, dass verdrängte Gefühle auch ein halbes Leben später wieder hervorbrechen können und dass ich mich meinen inneren Dämonen ganz allein stellen bzw. inneren Frieden in mir selbst finden muss, sonst mache ich mich ständig abhängig von anderen Menschen und vergesse meine eigene Identität. Ich habe gelernt, dass mein persönlicher Freiraum mir enorm wichtig ist und dass ich einen Rückzugsort für mich ganz allein brauche, das ist für meine psychische Gesundheit im Zweifelsfall wichtiger als das Zusammenleben mit einem Partner. Ich habe gelernt, dass ich es ab und zu auch genieße, allein zu sein. Ich habe durch überschwänglichen Ehrgeiz und Ungeduld sowie anschließendes Versagen die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit und meine Frustrationstoleranzgrenze neu erfahren. Ich habe Fehler gemacht und (wenn auch nach einer längeren Isolationsphase) schließlich gelernt, dass ich meistens die einzige bin, die mir deswegen böse ist. Ich habe gelernt, dass fast alle Personen, die ich stets als Freunde bezeichnet habe, bestenfalls langjährige Bekannte sind und dass ich mir tiefgründigere Verbindungen in meinem Leben wünsche. Ich habe gelernt, dass es sehr schwer ist, eine Abhängigkeit zu überwinden, ohne sie durch eine andere zu ersetzen.
      Ob ich an irgendeiner dieser Erkenntnisse gewachsen bin, kann ich bisher nicht sagen. Aber ich habe mich verändert und fühle mich wieder mehr wie ich selbst.

      Womit hast du angefangen?
      • Ich habe nach vielen Jahren endlich wieder viel gezeichnet, habe mehr Bilder fertig gestellt als je zuvor, konnte dabei meine Gefühle besser ausdrücken als je zuvor, und ich habe tatsächlich angefangen, unter Preisgabe meines realen Namens mein Artwork im Internet zu veröffentlichen und Prints zu verschenken, sowas habe ich mich früher nie getraut.
      • Ich habe endlich mal angefangen Sport zu machen und hatte auch etwas gefunden, was mir Spaß macht, ich wage aber kaum das zu erwähnen, denn ich fühlte mich aber nach alter Manier von der Einhaltung der regelmäßigen Termine überfordert und war im Endeffekt nicht in der Lage, dies beizubehalten. Aber vielleicht finde ich eines Tages wieder dazu zurück.
      • Die Resultate sind zwar bisher sehr unangenehm, aber ich habe aus neuen Blickwinkeln begonnen, mich, mein Verhalten, meine Entwicklung zu reflektieren und empfinde das als unfassbar wichtig.
      Worauf bist du stolz?
      • Obwohl es finanziell eher schwieriger als einfacher geworden ist, konnte ich mich zu dem Entschluss durchringen, dass ein weiterer Umzug nicht mehr aufzuschieben ist und obwohl ich definitiv Angst hatte vor diesem Schritt, habe ich es gewagt, mir wieder eine eigene Wohnung zu suchen, ganz für mich allein. Seitdem habe ich auch wieder erhebliche Fortschritte gemacht, was Ordnung und Sauberkeit angeht.
      • Ich habe meine verdrängten und wiedererwachten Gefühle als einen Teil von mir akzeptiert, mich geweigert, sie zu verleugnen und bin trotz der Angst vor möglichen Konsequenzen offen und ehrlich damit umgegangen.
      • Ich habe aufgehört regelmäßig Grünzeug zu konsumieren. Leider bin ich rückfällig geworden, was Tabak angeht, habe mir selbst aber zumindest beweisen können, dass ich es schaffen kann auch davon loszukommen und habe ca. ein halbes Jahr lang gar nicht geraucht.
      • Ich habe mich darüber hinweggesetzt, dass ich in der Regel niemanden finde, der mich zu so etwas begleitet und bin daher 2x ganz alleine zu Techno-Parties gefahren anstatt zu Hause Trübsal zu blasen. Und ich konnte es sehr genießen, ganz oldschool, völlig nüchtern.
      • Es war zwar nur Deutschland-intern, aber ich habe es gewagt zum ersten Mal ganz allein zu verreisen, bin ganz allein zu einer interessanten Konferenz gefahren, habe dort tatsächlich auch mit anderen Menschen gesprochen und bin noch weitere 4 Tage im Anschluss vor Ort gewesen und habe nach vielen Jahren mal wieder sowas wie Urlaub gemacht. In dem Rahmen habe ich mir auch bewiesen, dass ich trotz meiner Konzentrationsschwächen auch eine 6-stündige Autofahrt überstehen kann - ich habe noch nie zuvor über eine solche Distanz selbst hinter dem Steuer gesessen. Ich habe auch festgestellt, obwohl ich allein war und mich in fremder Umgebung aufhielt, dass mich auch Krisen wie ein irreparabel beschädigtes Handy plus ein kaputtes Navi im Auto mich im Zweifelsfall nicht davon abhalten, meine Zeit zu genießen.
      Womit aufgehört/abgeschlossen?
      • Wie ich bereits bei der vorherigen Frage erwähnte, habe ich die psychische Abhängigkeit in Bezug auf Grünzeug überwunden.
      • Ich habe gänzlich aufgehört an meinem Glauben zu zweifeln, was mich zuvor 10 Jahre lang beschäftigt hatte.
      Schönster Moment des Jahres?
      Ohne Zweifel die knapp 20 Stunden mit M.: Spazieren gehen, Reden, Kuscheln, Mayday. Der Kuss und die pure, unverfälschte, bedingungslose Liebe in seinen Augen im Moment des Abschieds.

      Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)

      Meine größten Schwierigkeiten 2019 waren eher lang anhaltende Prozesse als punktuelle Schicksalsschläge. Nach einiger Überlegung denke ich, der schlimmste Augenblick stand im direkten Zusammenhang mit dem schönsten, als ich am Tag nach der Mayday wieder nach Hause fuhr und bei voller Fahrt auf der Autobahn vor Verzweiflung wie am Spieß gebrüllt habe. Ich war so unfassbar traurig, enttäuscht und wütend gleichermaßen, mit Leib und Seele zu erfahren, dass M. und ich nach all der Zeit immer noch auf so unlogische Weise eine so unendlich tiefgehende Liebe füreinander empfinden und es trotzdem, damals wie heute, Lebensumstände, Verpflichtungen und altmodische Moralvorstellungen sind, die dafür sorgen, dass wir nicht einmal auf freundschaftlicher Ebene im echten Leben die Gelegenheit erhalten zu erproben wo das hinführt. So viele alte und neue Träume, die wie ein Kartenhaus zusammenbrachen.
      Erkenntnisse daraus... ich weiß es nicht. Vielleicht, dass die Götter manchmal einfach zuviel Lack gesoffen haben, dass man die Wege des Schicksals manchmal einfach nicht verstehen kann und man die Kraft und den Frieden in sich selbst finden muss, um damit fertig zu werden und weiter nach vorn zu schauen, abzuwarten was die Zukunft bringen mag.

      Wem sagst du danke - und wofür?
      • M. - dafür, dass du existierst, dass du mich immer noch magst. Dafür, dass unsere Wiederbegegnung mein Herz befreit hat. Dafür, dass du durch deine bloße Existenz meine spirituelle Seite belebst, mich zu Selbstreflektion antreibst und den Wunsch nach Veränderung in mir weckst - auch, wenn die Resultate mir das Leben schwer machen. Ich liebe dich und habe unter keinen Umständen Angst davor, was das mit mir macht.
      • D. - dafür, dass du trotz all meiner Schwierigkeiten und Zweifel und obwohl ich dir viel zugemutet und sicher auch viel Schmerz bereitet habe immer noch zu mir hältst. Du bist mein einziger echter Freund, der auch aus eigenem Antrieb gerne Zeit mit mir verbringt und dessen alltägliches Leben auch keine Verpflichtungen beinhaltet, die das unmöglich machen würden.
      • Meinen Eltern. Dafür, dass ihr weiterhin so geduldig mit mir seid und mich unterstützt.
      • Einer meiner Profs, für den ich zeitweise gearbeitet habe. Dafür, dass er trotz meiner mangelhaften Arbeitsfähigkeit und meinem unprofessionellen Verhalten keine nachträglichen "offiziellen" Konsequenzen herbeigeführt hat und mir auch eher verständnisvoll begegnet ist, was das versemmelte Studienprojekt angeht.
      Was bringt 2020/ Was wünschst du dir für 2020?
      Ich hoffe, dass ich entweder wieder Freude finde an meiner beruflichen Laufbahn und meinen früheren Hobbies oder dass ich etwas Neues finde, was mir Spaß macht und mich antreibt. Ich hoffe auf etwas Motivation und neue Perspektiven, indem ich hoffentlich herausfinde, was ich mir für meine Zukunft wünsche, sowohl im beruflichen Rahmen als auch privat / sozial betrachtet. Ich erhoffe mir neue - oder wiederbelebte alte - Freundschaften mit Menschen, deren Gesellschaft ich genießen kann, bei denen tiefgründige Gespräche und absolute Offenheit möglich sind und bei denen die Beziehungspflege nicht allein von mir abhängt.

      Unvergessenswertes?
      • Siehe schönster Moment ...
      • Als ich das erste Mal wieder die spirituelle Verbindung gespürt und in mir seine Stimme gehört habe. Später dann die zeitlich passende E-Mail zu entdecken.
      • Der Traum kurz bevor meine Oma starb.
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