Überfordert mit meinem Leben - wieder ganz am Anfang?

      Überfordert mit meinem Leben - wieder ganz am Anfang?

      Hallo ihr Lieben,

      ich schätze ich bin wohl doch mal wieder da. War ich in letzter Zeit eigentlich öfter, aber nur als stiller Mitleser.
      Ich hoffe, dass das das richtige Unterforum ist, falls nicht bitte einfach verschieben.

      Es ist so, dass es mir Anfang des Jahres eigentlich ziemlich gut ging. Das baldige Ende meiner Therapie hatte mich etwas überrascht, aber das war dann auch okay für mich. Bis jetzt ist es allerdings noch zu keinem Ende gekommen, weil ich ja lange gar nicht zu meiner Thera gehen konnte und dadurch noch immer ein paar Stunden übrig sind. Auch hab ich Anfang des Jahres meine Medikamente abgesetzt (in Absprache mit meinem Arzt natürlich) und es ging mir richtig gut damit.
      Die letzten 1-2 Monate waren allerdings ziemlich schlecht. Und ich komm nicht ganz dahinter was das Problem ist. Gesundheitlich hatte ich dieses Jahr leider ziemliche Probleme und als ich im Juni dachte es würde endlich besser werden, ist gleich was Neues dahergekommen. Etliche Arztbesuche und Untersuchungen später, sind wir im Prinzip noch immer dort wo wir im Juni waren und hoffen, dass es einfach wieder besser wird. (Was es minimal auch tut, es ist aber ein bisschen zermürbend...)
      Für mein Studium schaffe ich momentan gar nichts, weil ich so damit überfordert bin einfach meinen Alltag irgendwie zu bewältigen. Haushalt bleibt ebenso komplett auf der Strecke...
      Seit einigen Wochen sind auch wieder Gedanken an SVV udgl Dauerbegleiter und es kam auch zu einem Rückfall, obwohl ich das eigentlich nie wieder machen wollte. Und lange Zeit hat SVV mir auch gar keine Erleichterung mehr gebracht oder so... tut es mittlerweile leider wieder.

      Sorry falls das alles sehr wirr ist, ich kenn mich selbst grad nicht aus und keine Ahnung was genau ich mir von dem Post hier erwarte... es ist als hätte es die letzten 5 Jahre in denen ich an mir gearbeitet hab und in denen es mir besser ging, gar nicht gegeben und als wäre wieder alles genauso sch*** wie damals... und ich weiß nicht, wird das jetzt für immer mein Leben sein?? Wir es überhaupt jemals besser bleiben? Muss ich mich damit abfinden, dass es halt zwischendurch mal wieder komplett sch*** wird? Ich kann das so nicht... ja Rückschläge gehören zum Leben und alles. Es gab früher auch schon Phasen in denen es mir schlechter ging, aber ich komm momentan überhaupt nicht mehr klar...

      Ich bin auch seit einigen Monaten in einer Beziehung (nachdem ich eigentlich mein ganzes Leben lang alleine war und auch immer recht zufrieden damit war) und ich weiß nicht ob das das richtige für mich ist. Sollte ich nicht total verliebt sein und die Person ständig sehen wollen? Wenn wir uns dann sehen verbring ich gerne Zeit mit ihr und alles, aber keine Ahnung ob das ausreicht?

      Wie gesagt weiß ich nicht so genau was ich mir von dem Post hier erwarte, aber vielleicht hat ja jemand Gedanken dazu die er/sie mit mir teilen möchte.
      Und ja das ist größtenteils jetzt aus dem Affekt heraus geschrieben, aber ich hab schon länger darüber nachgedacht hier wieder einen Beitrag zu verfassen. Ich wusste nur nicht genau was ich überhaupt schreiben sollte/wollte und was ich mir davon erwarte. (wie man merkt bin ich da auch nicht weiter gekommen...)

      Danke fürs Lesen und LG Nellie
      hej nellie,

      mein erster gedanke: akzeptiere es doch so, wie es gerade ist. wenn du keine kraft mehr darauf verwendest, damit zu hadern, löst sich das ein oder andere vlt von selbst.

      ich bin seit mehr als 15 jahren ohne svv und ja - es gab bei mir dieses jahr echt schwere phasen. insgesamt, völlig unabhängig von der persönliche situation, kratzt die pandemie und die damit verbundene stimmung am lack von uns allen. warum sollte das ausgerechnet bei dir anders sein? verbunden mit dem immer präsenten wissen, dass das therapie-ende naht und der unmöglichkeit sich mit dem thera auszutauschen denke ich, kann das schon belastend sein. und wenn der körper schlapp macht, schlägt das auf die psyche.

      ja, ich glaube, wenn man "vorbelastet" ist, dann erreicht man nie das 0815-leben. kann blöd sein, muss aber nicht :) letztlich sind alle menschen unterschiedlich, auch die, die wir als vermeintlich "normal" wahrnehmen.

      das gilt auch für beziehungen. ich habe noch nie das bedürfnis gehabt, einen menschen "ständig" zu sehen, und ich war schon mehrfach heftig verliebt. nur weil die frauenzeitschriften und liebesromane sagen, das sei so, muss das nicht für 100% aller frauen stimmen. wenn du dich mit jemandem in deinem leben wohler fühlst als ohne ihn oder sie, dann ist das grund genug, dieser person einen platz einzuräumen - und zwar genau so viel und in der art, wie es sich für euch beide gut anfühlt. wie man das dann etikettiert, ist doch eigentlich total egal.

      was hilft - das was früher geholfen hat oder was neues. dir tagespläne machen, dich daran halten, schritt für schritt. stimmungstagebuch zu führen, zu skillen, belohnungen einzubauen, dinge die dir gut tun und dich stärken, deinen körper unerstützen. das wissen, was das ist, hast du wahrscheinlich - erinnere dich dran und erlaube es dir. schalte einen gang zurück, schau auf das, was noch funktioniert und nicht auf das, was nicht geht. und davon ausgehend, was geht, machst du kleine schritte - wenn das wieder möglich ist.

      lg
      solaine
      I feel the fear, but I walk fast toward it.
      /markus zusak/
      Liebe Nellie

      ich möchte mich solaine voll und ganz anschließen und nur drei Gedanken ergänzen:

      Vielleicht fühlst du dich so, als hätte es die letzten 5 Jahre nicht gegeben, trotzdem gab es sie und in der Zeit, durch Therapie, deine Arbeit an dir selbst, die Tatsache, dass du 5 Jahre älter geworden bist, Erfahrungen gemacht hast, Probleme bewältigt hast und noch ganz viel mehr macht den Unterschied zu deinem Zustand von vor 5 Jahren. Das Gefühl ist dasselbe, aber du als Mensch bist innerlich gewachsen und hast dich weiterentwickelt. Vielleicht nimmt der Gedanke, dass du dich "nur" so fühlst, du aber in der Realität nicht an demselben Punkt stehst, wie vor 5 Jahren ein wenig den Schrecken und die Angst, dass deine Gefühle dir ein schlimmeres Szenario erzählen als das, in dem du wirklich steckst.

      Wie ist das bei euch in Österreich? Hier in D wird das Sommersemester nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet, ist das bei euch auch so? Mir zumindest hat es sehr viel Druck rausgenommen, weil ich nicht die Einzige bin, für die das Semester nicht normal lief und die Unis gar nicht davon ausgeht, dass das ein normales Semester war. Was bedeutet, dass jeder, ob mit oder ohne (psychische) Erkrankungen das nicht auf die Kette bekommen haben darf. Platt ausgedrückt: hochschulpolitisch erlaubtes Versagen! Und damit ist es kein Versagen, sondern die Tatsache, dass in außergewöhnlich schwierigen Zeiten es ganz normal ist nicht außergewöhnlich gute Leistungen vollbringen zu können. Ein Problem, das auch viele pumperlgesunde Menschen die letzten Monate hatten und mich dadurch ungemein beruhigt.

      Dass du deine Partnerin nicht andauernd sehen willst, finde ich auch total normal. Du konntest gut ohne Beziehung leben, dadurch hattest du Freiräume und brauchst die auch jetzt und nicht andauernd jemanden um dich herum. Geht mir genauso, ich war auch lange ohne Beziehung und kann auch ganz prima alleine und ohne Partner sein.
      Das Gegenteil sind Leute, die nicht ohne Partnerschaft können, jede Sekunde mit PartnerIn verbringen müssen und so schnell wie möglich nach einem Beziehnungsende sofort eine neue Partnerschaft eingehen, weil sie nicht alleine sein können.
      Wichtig ist doch nur, dass ihr euch in der Partnerschaft einig seid, oder? Oder brauchst du mehr Freiräume und Zeit für dich als sie?

      Viele Grüße
      C
      Hallo, danke für eure Antworten :)

      ja vermutlich mach ich mir nur das Leben schwer, wenn ich es nicht so akzeptiere wie ist es, aber dass es mir so geht ist doch etwas das ich ändern können müsste. Bzw hätte es gar nicht erst so weit kommen sollen (der Zug ist da aber schon abgefahren).
      Mittlerweile gehts mir auch schon wieder etwas besser. Es ist wohl wirklich einfach alles zusammen gekommen und die eine Prüfung hat mich scheinbar doch deutlich mehr belastet als angenommen... Kannte ich in dem Ausmaß auch noch nicht, aber gut.

      Naja was ist schon normal? Ich will einfach nur glücklich sein und einfach in gewisse Situationen/Gefühlslagen/Gedankenspiralen gar nicht erst kommen (und ich red da nicht nur von SVV). Ist scheinbar momentan noch zu viel verlangt und ja der Gedanken, dass ich das vielleicht nie so erreichen werde ist unglaublich frustrierend. Und nicht unbedingt ein Gedanke den ich so akzeptieren möchte...

      Tagespläne funktionieren für mich nicht. So gar nicht. Ich hab da wirklich fast alles schon durch, aber ich bekomms einfach nicht hin und dann bin ich am Ende vom Tag nur frustriert, weil ichs wieder nicht geschafft hab. Aber ja skills, self care und so... weiß ich eh, eigentlich. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht :whistling:

      Ja nur ich hab nicht das Gefühl als hätte ich mich wirklich weiterentwickelt. Ich mein, ich weiß, dass ich mich weiterentwickelt haben muss, sonst wären die letzten Wochen vermutlich ganz anders verlaufen, aber es fällt mir wirklich, wirklich schwer zu sehen inwiefern ich mich wirklich verändert habe.

      Ich weiß nicht wie die Unis das regeln, aber da ich auf einer FH studiere, ist das Sommersemester quasi "ganz normal" gelaufen. Da wir ja auch jedes Semester fix vorgegebene Stundenpläne haben, könnte ich auch gar nicht einzelne LVs ins Wintersemester schieben, sondern müsste die im nächsten Sommersemester machen und würde dadurch evtl 1 Jahr verlieren. (Ist aber eh nicht relevant, da ich mit der Prüfung letzte Woche das Sommersemester positiv abgeschlossen hab :))

      Das ist sehr beruhigend ^^ allerdings hab ich das Gefühl, dass sie mich deutlich öfter sehen wollen würde. (Gesagt hat sies bisher nicht so direkt also vielleicht interpretier ich das auch nur falsch, aber wenn man so zwischen den Zeilen liest, könnte man den Eindruck gewinnen) Also ja, ich find es absolut ausreichend wenn wir uns vielleicht 1 Mal pro Woche sehen und ich hatte halt auch viel Stress in letzter Zeit, da war sie sehr verständnisvoll, aber ich glaub eben dass sie das auf lange Sicht nicht so toll fände. Ist halt auch ne blöde Situation, weil ich ja noch "daheim" wohn und nicht weiß wie das ankommt, wenn ich sie einfach zu mir einlade...

      Nochmal danke für eure Antworten, ihr habt mir geholfen ein bisschen Ordnung ins Chaos in meinem Kopf zu bekommen ^^
      LG Nellie
      hallo nellie :)

      Nellie schrieb:


      Ja nur ich hab nicht das Gefühl als hätte ich mich wirklich weiterentwickelt. Ich mein, ich weiß, dass ich mich weiterentwickelt haben muss, sonst wären die letzten Wochen vermutlich ganz anders verlaufen, aber es fällt mir wirklich, wirklich schwer zu sehen inwiefern ich mich wirklich verändert habe.


      das fällt jedem schwer, wenn man es nicht übt ;) deswegen überlege ruhig mal, und schreib/mal es auch auf, also woran du merken würdest, dass alles so funktioniert, wie du dir "gut" vorstellst. dann schreibst du mal auf, wie es real vor 5 jahren gelaufen ist, und schaust wie du es jetzt gerade hinbekommen hast. und dann siehst du schon eine skala direkt vor deinen augen. und das macht die entwicklung sicht- und greifbarer. manchmal sind es solche kleinen tricks, wie dinge mal aufmalen, die man braucht um es wirklich in seinen kopf zu kriegen. das klappt vielleicht nicht beim ersten mal, aber wenn man ein paarmal übt, gewöhnt man sich (wie an so vieles) auch an diese sichtweise.


      Das ist sehr beruhigend ^^ allerdings hab ich das Gefühl, dass sie mich deutlich öfter sehen wollen würde. (Gesagt hat sies bisher nicht so direkt also vielleicht interpretier ich das auch nur falsch, aber wenn man so zwischen den Zeilen liest, könnte man den Eindruck gewinnen) Also ja, ich find es absolut ausreichend wenn wir uns vielleicht 1 Mal pro Woche sehen und ich hatte halt auch viel Stress in letzter Zeit, da war sie sehr verständnisvoll, aber ich glaub eben dass sie das auf lange Sicht nicht so toll fände. Ist halt auch ne blöde Situation, weil ich ja noch "daheim" wohn und nicht weiß wie das ankommt, wenn ich sie einfach zu mir einlade...


      einfach nicht zwischen den zeilen lesen. sondern bei gelegenheit in einer ruhigen minute mal ansprechen, wie es für dich aussieht, sie fragen, wie es für sie aussieht und ob es für den moment auch für sie so ok ist. ob es für dich 'immer' so bleiben wird weißt du ja auch nicht, denn vielleicht willst du in 2 jahren plötzlich dringend mit ihr zusammenziehen - wer weiß sowas schon vorher.
      I feel the fear, but I walk fast toward it.
      /markus zusak/
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