Warum mögen Menschen mich nicht ?

      Warum mögen Menschen mich nicht ?

      Warum mögen Menschen mich nicht?
      Oder warum denke ich dass sie mich nicht mögen?

      Ich weiß solche Fragen übers Internet zu beantworten ist schwierig aber vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß woran das Liegen könnte.
      Jedenfalls habe ich das Gefühl dass mich viele meiden. Das Gefühl habe ich eigentlich schon sehr lange aber früher dachte ich es liegt an den Anderen, mittlerweile erkenne ich aber immer wieder ein Muster.
      Mir haben schon mehrere Personen, bei denen ich glaube dass sie mir wirklich helfen wollen, gesagt dass ich mich manchmal irgendwie komisch verhalte, wie genau konnte mir aber keiner sagen.
      Die erste Zeit lauft alles noch gut aber irgendwann bekomme ich das Gefühl das eine Person oder eine Gruppe mich nicht mag, sich nur noch über mich lustig macht oder denkt ich nerve. Letzteres wurde mir übrigens häufiger direkt gesagt.

      Ich weiß leider nicht woran das Liegt oder ob ich mich alles einbilde, aber wenn mir schon so viele so etwas sagen kann ich es mir ja schwer einbilden, und auch scheint das Problem bei mir zu liegen und nicht bei den anderen.

      Mit meiner Familie habe ich auch schon gesprochen, die sagen aber entweder das ich mir das einbilde oder dass die anderen alle einfach zu doof sind. Mit einem Therapeuten zu reden wird auch schwierig da ich aktuell noch auf der suche bin, und das kann ja dauern.

      Vielleicht kann mir ja jemand von euch weiterhelfen.

      Gruß: Mad

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Mad Hatter“ ()

      Hallo Mad,
      dass manche Menschen einen anderen komisch oder merkwürdig finden, dass sie anfänglich gut miteinander auskommen und später nicht mehr, das sind zunächst einmal ganz normale Dinge und sie geschehen jeden Tag. Manchmal in der einen, manchmal in der anderen Form. Manchmal stellen auch Menschen, die anfänglich wie bestimmt füreinander aussahen, nach einer längeren gemeinsamen Zeit fest, dass da doch viele verschiedene Dinge sind, so dass das mit dem „Passen“ und auch dem „Miteinander“ nicht mehr ist.
      Den/die eine trifft es, weil er oder sie bei sich das Gefühl hatte „Mensch, ist doch alles prima“, aber eben in einer Beziehung gilt auch der zweite Teil. Auch die/der sollte das gleiche Gefühl haben. Wobei „Teil“ sich nicht nur auf eine Person bezieht, das kann auch eine Gruppe / Clique sein.

      So finden sich Freundschaften, so gehen auch Freundschaften wieder auseinander. So finden sich Liebende, so gehen Lieben wieder auseinander.

      Wenn du schreibst, dass du diesen Effekt bei dir schon öfters festgestellt zu haben scheinst, so kann das einerseits ein Zufall sein, aber es kann auch an kleinen, wenn nicht sogar kleinsten Veränderungen liegen. Du und ich, wir verändern uns, jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, jeden Tag. Und das geht jedem von uns so. Oder manchmal finden an und in uns Veränderungen statt, die sind klitzeklein; und dann bewegen und verändern wir uns wieder einmal mit Riesenschritten. Mit der Konsequenz: was gestern noch passend schien, passt heute nicht mehr.

      Nur aus deinen Zeilen klingt es für mich, als ob du da auf der Suche nach Kontakten bist, und dabei dann auf die eine oder andere Art das Gefühl in dir entsteht: das stimmt was nicht. Wie wichtig sind dir denn diese Kontakte? Wie stark bringst du dich darin ein?

      Meine Erfahrung ist, dass manche Gruppen ein Zuviel an Einbringung nicht mögen. Das heißt: da wird ein Zuviel an „Nähe“ und „Aufmerksamkeit“ gefordert (wahrscheinlich unbewusst), und damit sind dann die anderen einfach auch überfordert. Soviel „Nähe“ wollen sie vielleicht in diesem Moment oder auch allgemein nicht geben. Wer dann also mehr fordert, wird fallen gelassen. Dieses Fordern nach „Mehr“ kann in sehr unterschiedlicher Weise zutage treten. Das Klammern in einer Partnerschaft kann ein solches „Zuviel“ nach „Mehr“ sein. Oder wenn man eine Freundin ständig kontaktiert, so dass sie bildlich gesagt „keine Luft“ mehr für sich selbst kriegt, dann ist dieses „Mehr nach Nähe“, dieser Wunsch nach mehr Beachtung, mehr Dabeisein, dann zu viel für den anderen. Und der reagiert dann in der einen oder anderen Weise mit Rückzug, eine Gruppe vielleicht mit Ausgrenzung, etc. etc.

      Nur eigentlich hat das gar nichts mit komisch zu tun. Kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht als komisch vorstellen.

      Was auch manchmal passiert: um ein „Mehr“ zu erhalten an Aufmerksamkeit, Akzeptanz, Nähe, ja vielleicht Freundschaft und Zuneigung, machen manche sowas wie „Geschenke“. Sie überhäufen den anderen mit Aufmerksamkeiten, netten Gesten, netten Zeilen, unterstützen obwohl der/die andere es gar nicht wollen, machen sogar teilweise richtige Geschenke. Der oder die so bedrängte mag das dann teilweise komisch finden, weil er oder sie das für sich nicht einordnen können. Sie fragen sich vielleicht: warum bekomme ich das jetzt so oder so viel oder so in dieser Art?

      Deshalb frage ich dich einfach mal direkt: suchst du Nähe, Zuneigung, Liebe? Ist es das, was dich treibt? Und versuchst du vielleicht eben über die oben beschriebenen Wege dir vielleicht ein Stück Liebe auf eine solche oder eine ähnliche Weise zu erkaufen? Wenn es da ist, das klappt nicht. Das kann ausgenutzt werden, für eine Zeit, aber letztendlich ist es ein Versuch, der zum Scheitern verurteilt ist.

      Aber diese Gedanken sind nicht die Wahrheit, sondern nur Gedanken, nur Möglichkeiten, nur Mutmaßungen. Es liegt an dir, sie für dich zu prüfen und für dich zu schauen, ob da was in dir zum Klingen gebracht ist.

      Und wenn dem so wäre, dann möchte ich dir sagen: lauf nicht einem falschen Bild hinterher, wie etwas sein soll oder wie etwas passieren müsste. Diese Bilder wirken auf viele Weise zunächst schön und schmeichelhaft, aber entpuppen sich dann oft als Trugbilder. Und das tut dann weh.

      Versuch lieber, dich selbst zu finden, herauszufinden, wer du bist? Und je mehr du dich auf diese Suche nach dir selbst machst, um so mehr wirst du auch Menschen, Bekannte und Freunde/Innen finden, die dich gern auf deiner Suche begleiten. Die sich freuen, bei dir zu sein, mit dir zu sein.

      Das ist keine 1-Tages-Sache, das ist ein langer Weg Hab Mut und such ihn. Und dann geh ihn.
      Lg Elfenspiegel

      PS: Wenn ich manchmal versuche, über mich nachzudenken, mich neu zu sortieren, dann hilft mir oft das Schreiben.
      Hey Med,
      das was du da schreibst kenne ich von mir leider auch. Ich habe es auch sehr schwer Freunde zu finde oder gar Anschluss an andere. Ich gehöre nie irgendwie dazu. Früher war ich der typische Außenseiter immer allein und keine Freunde. Wenn ich kurz mal welche hatte waren die auch schnell wieder weg. Warum weiß ich nicht mal. Eine Freundschaft hat sehr lange gehalten aber auch da waren oft sehr große auf und abs bei aber Alls ich bewusst mein Leben um 100 grad geändert habe war auch diese Freundschaft zu Ende. Ich trauere Menschen oft sehr lange hinter her weil ich so wenige in meinem Leben habe. Ich stehe mit meiner Kernfamilie eigentlich allein da. Seine Familie mag mich nicht und meine naja ist ist echt Müll. Also ich verstehe dich sehr gut.
      Ich weiß leider selbst auch nicht was mit mir nicht stimmt, das man mich nicht mag. Das mich selbst finden hilft mir leider auch nicht da um so mehr ich ich selbst bin werde ich weniger gemocht so habe ich jedenfalls das Gefühl. Fall mir auffallen würde was der Grund ist sag ich dir das.

      ich weiß nicht ob dir meine Nachricht überhaupt hilft aber ich wollte dir zeigen du bist nicht allein.

      lg
      Hallo Mad Hatter,
      es kann sein, dass ein Trauma zugrunde liegt. Das müsstest Du mit einem Therapeuten kucken. Es kann aber auch sein, dass Du einfach etwas sehr bist, zB sehr leidenschaftlich, sehr ehrlich, sehr rebellisch, sehr lieb, sehr tiefgründig, sehr heftig, sehr introvertiert. Mit all diesen "Sehrs" haben Gruppen & Menschen in Deutschland öfter Probleme. Frag die Menschen einfach, was genau sie stört. Lass nicht locker. Immer öfter verweigern Menschen auch die Kommunikation, zB weils ihnen zu anstrengend ist. Lass Dich davon nicht entmutigen. Du bist nicht falsch. Du bist vielleicht einfach nur anders. Komisch sind oft die Reaktionen der Ausgrenzer, unfreiwillig komisch. Den langen Weg zu sich selbst kann abkürzen, wer sich selbst akzeptiert. Nicht unkritisch, aber selbstbewusst. Glaub an Dich und frag.
      Liebe Grüße
      Carlos
      Elfenspiegel Deine Beitrag hat mir tatsächlich sehr geholfen, auch wenn das was du beschreibst nicht zutrifft, es ist eher das Gegenteil wenn ich mit Menschen zusammen bin die mich interessieren (egal ob romantisch oder freundschaftlich) bin ich sehr scheu und hab große Probleme damit mich einfach mal dazu zu stellen und im Gespräch Anklang zu finden das heißt leider dass ich meist entweder nichts sage oder mich wo anders aufhalte.
      Das steht aber im Gegensatz meinem sonstigen verhalten, denn ich habe eigentlich kein Problem damit Menschen anzusprechen, mich vorzustellen oder meine Meinung zu sagen. Nur wenn es konkreter wird und es z.B nicht darum geht ein Thema zu besprechen oder eine Aufgabe zu erfüllen bin ich sehr schüchtern. Ich vermute das führt dazu dass die anderen denken dass ich eingebildet bin und sonst mit ihnen nichts zu tun haben will, obwohl ja das gegen teil der Fall ist. Das führ auch dazu dass ich in meinen Hobbys sehr darauf aus bin zu gewinne oder Erfolg zu haben, was natürlich dann ein Problem ist wenn es den anderen hauptsächlich darum geht Spaß zu haben.

      VampirZombi1987 Auch deine Worte habe geholfen zu sehen, was ich oben beschreiben habe. Und es tut natürlich auch gut zu wissen dass andere auch solche Probleme haben. Bei fast 8 Milliarden Menschen sollte das ja eigentlich klar sein aber es tut trotzdem gut dass zu hören.

      Carlos Ob Trauma oder nicht selbst mit einer Therapie wird sich das Problem nicht von selbst lösen, aber ich weiß natürlich was du meinst.
      Ich glaube nicht es mich weiter bringen wird besagten Menschen eine Antwort zu entlocken, die wissen wahrscheinlich selbst nicht genau warum sie mich komisch finden, es ist halt ihr Gefühl.
      Elfenspiegel und Du, ihr habt beide gesagt dass ich meinen Weg finden soll aber genau wie bei VampirZombi1987 habe ich das Gefühl dass immer wenn ich dies versuche es dazu führt dass mich die Leute noch mehr meiden.
      Was natürlich nicht heißt das du unrecht hast. Sich ganz an andere anzupassen bringt mich nicht weiter. Also auch dir vielen Dank für deine Nachreicht.

      Gruß: Mad Hatter
      Hallo Mad,

      zunächst: ich kann das Gefühl, einfach von Grund auf nicht gemocht zu werden, sehr gut nachvollziehen. Auch wenn es bei mir vielleicht nie so extrem war, wie du es schilderst, habe ich doch öfter mit diesem Gefühl gekämpft.

      Was mir geholfen hat, war, mich selbst und mein Verhalten besser kennen zu lernen. Denn viel zu oft tut man dies nicht. Man lebt so vor sich hin und lebt in seiner Welt mit seinen Gedanken, seiner Weltanschauung, etc. aber von außen betrachtet, wirkt man ganz anders, als von innen. Beispiel: Wenn es in mir drinnen stürmt und es sich wie ein Gewitter an Gedanken und Gefühlen anfühlt, bin ich von außen betrachtet total ruhig und distanziert. Wieder anders benehme und wirke ich, bei guter Laune, bei Stress, bei Erschöpfung...

      Man kann natürlich zunächst einmal sich selbst beobachten: Wie verhälst du dich? Aus deiner Antwort kann man heraus hören, dass du dich ja in manchen Punkten schon ganz gut kennst. Aber vielleicht gibt es ja noch mehr typsiche Charakterzüge, die dir gar nicht bewusst sind?

      Was ich in diesem Fall gerne mache, ist eine enge Bezugsperson, die mich gut kennt, direkt zu fragen: Wie würde sie mich charakterisieren? Wie verhalte ich mich? Was ist manchmal schwierig an mir? Oft kamen dabei Dinge heraus, die mir gar nicht so bewusst waren, aber sobald sie einmal angesprochen wurden, war es doch glasklar.

      Dann kann man natürlich an sich arbeiten, wenn bestimmte Charakterzüge dir selbst nicht gefallen, bzw. du dich ändern möchtest. Oder du lernst, dich anderen zu erklären. Ich glaube letzteres ist tatsächlich ein Lernprozess. Es geht darum, anderen zu erklären, dass man sensibel ist oder introvertiert oder exzentrisch oder ... Das muss ja nicht gleich ein kompletter Monolog über deine Persönlichkeit sein, aber vielleicht hilft es, sich selbst und das eigene Verhalten in manchen Situationen einfach zu erklären: "Tut mir leid, dass ich so still/ aufbrausend/ ... war, aber manchmal in solchen Situationen bin ich einfach so ... und meine das nicht böse."

      Ich weiß nicht, ob dir damit geholfen ist, aber ich wollte meine Sicht auf das Problem einfach mal mir dir teilen. Letztendlich geht es, glaube ich, vielen ähnlich.

      LG Nielsen
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