Traumabedingte Gedächtnisprobleme

      Traumabedingte Gedächtnisprobleme

      Hallo,

      Wie oben steht habe ich traumabedingt Gedächtsnisprobleme. Ich dissoziere nicht, es ist vielmehr einenSchutzreaktion das mir Jahre der Erinnerung fehlen. Es geht mir nicht darum, krampfhaft mich erinnern zu wollen, ich hab das Erlebte soweit verarbeitet das es mir nicht mehr schadet oder triggert.
      Mir geht es mehr um die Folgen, dass wenn ich unter Stress stehe es schlimmer wird und die Depression tut da natürlich ihr übriges.
      Ich war in Therapie, die jetzt endet. Das ist gut und richtig so ich hab viel gelernt.
      Ich suche daher Austausch, Tipps und Ideen damit umzugehen. Es ist zb auf der Arbeit so das ich mir alles aufschreibe, aber mir fehlt zb auch das worüber ich mit Freunden spreche. Also nicht das ich zb mit einer Freundin vor 2 Tagen telefoniert habe, sondern der Inhalt.
      Vlt. Hat ja jemand Ideen.
      LG Scivias
      Ein Sonnenstrahl reicht hin, um viel Dunkel zu erhellen /F.v. Assisi
      Hallo Scivias,
      es gab eine Zeit für dich, da war das Vergessen ein Schutzschirm für dich und deine Seele. Inzwischen, so schreibst du, hast du viel an dir gearbeitet und das Erlebte verarbeitet. Nur wie es mir scheint, ist da ein Teil in dir, der sieht das ein bisschen anders. Der will dich vielleicht immer noch beschützen. Aber den Unterschied zwischen Ausnahmesituation und Alltag hat er nicht realisiert.

      Wäre es da vielleicht denkbar, mit kleinen Übungen dieses Alltagserinnern zu trainieren. Ich kann mir vorstellen, dass mit der Zeit, sich dieses alltägliche Erinnern wieder verbessert. Du könntest dir z.B. kurze Notizen von Telefonaten machen, um dann im Nachgang immer wieder zu versuchen, sich an die Gedanken und Sätze zu erinnern. Zuerst vielleicht nur eine Sequenz, später dann mehrere oder umfassendere. Dabei erscheint es absolut wichtig, dass du dich und dein Erinnerungsvermögen bei Erfolg belohnst. Also nicht „hab ich wieder vergessen“ sondern „Notizen machen und die innerlich wiederholen“. Denn auch dein Erinnerungsvermögen mag es, belohnt zu werden und fühlt sich dann angespornt, weiter und immer weiter und besser für dich zu funktionieren.

      Auch könntest du dir einen Gegenstand mit einem Gedanken verknüpfen. Und immer wenn du diesen Gegenstand in die Hand nimmst, ansiehst oder auch drückst, taucht der verknüpfte Gedanke in dir auf. Auch da belohnen, sich selbst auf die Schulter klopfen etc. Und mit neuen Gedanken und Sachverhalten trainieren. Übung bzw. Training ist da auch ganz wichtig.

      Andere machen sich kleine Geschichten, die sie den Gedanken zuordnen. Auch Gedächtnistraining funktioniert so. Google doch mal.

      Vielleicht war ja was dabei.
      lg Elfenspiegel
      Guten Morgen, danke für deine Antwort!
      Sicher , diesen Teil den du nennst, wird es geben.
      Mit dem Verarbeiten meinte ich auch mehr , dass es mich nicht in meinem Alltag nicht mehr einschränkt- keine Flashbacks zB.
      Mittlerweile kann ich aus dem Erlebtem auch Positives ziehen, da ich dadurch Fähigkeiten erlernt habe die mir in meinem Beruf helfen - aber ja diesen Teil wird es sicherlich geben.

      Die Idee mit den Notizen und sich das wiederholen finde ich richtig gut ich glaube das werde ich mal ausprobieren :) ein bisschen übe ich das ja auch :ich mache Kreuzworträtsel und die Fingerspiele für die Arbeit muss ich auch auswendig können ^^

      LG, Scivias
      Ein Sonnenstrahl reicht hin, um viel Dunkel zu erhellen /F.v. Assisi
      Hallo Scivias,
      vielleicht noch eine kleine Ergänzung zu der „Zettelwirtschaft“.

      Auch bei aktuellen Gesprächen nutze ich eine kleine Kladde, um mir interessante oder anderweitig wichtige Gedanken meines Gegenübers aufzuschreiben. Oft löst es erst mal fragende Gesichter aus, wenn ich plötzlich die Kladde zücke und einen Stift, um den Gedanken oder den Satz aufzuschreiben.

      Aber wenn ich dann sage, dass ich den Gedanken sehr gut oder sehr wichtig finde, ist mein Gegenüber eher „gebauchkitzelt“ und die Verwunderung macht einer geschmeichelten Miene Platz. So schlägst du in mancher Situation zwei Fliegen auf einmal: du kannst dir einfach Gedanken aufschreiben, um sie nicht zu vergessen, und dein Gegenüber ist „bezuckert“ von deiner Aufmerksamkeit.

      Probier’s mal aus. Wenn du sagst: "die Idee muss ich mir unbedingt aufschreiben, weil ich sie für ausgezeichnet halte" oder für gut oder für interessant, werden deine Gegenüber angetan sein. Menschen sind schwach für kleine Schmeicheleien. Sie erleichtern auch mir vieles … und tun meinem Gegenüber nicht weh, eher umgekehrt. Nur ehrlich bleiben solltest du. Also nicht einen Gedanken als gut loben, den du nun gar nicht ausstehen kannst. Das wird irgendwann zum Bumerang.

      Und noch ne Kleinigkeit:
      wenn du einem Gegenüber z.B. sagst, dass du seine Ausführungen interessant findest und deine Kladde zückst, wird er begeistert sein. "Interessant" ist ein neutrales Wort, bedeutet weder gut noch schlecht, also keine Wertung sondern Interesse. Das löst - einigermaßen locker und geschickt angewendet - Wohlwollen aus. Mal probieren und auf die Reaktion achten, du wirst staunen.

      Lg Elfenspiegel
      (genug aus dem Nähkästchen geplaudert) :D
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