Beziehungsende nach 9 Monaten per Whatsapp

      Beziehungsende nach 9 Monaten per Whatsapp

      Liebe Community, liebe Damenwelt,
      nach sehr langer Zeit mal wieder ein Beitrag von mir. Mich interessiert eure Meinung zu meiner kurzen, traurigen Geschichte.
      Ich habe vor 9 Monaten eine Frau über Facebook kennengelernt. Ich Mitte 30, sie um die 40. Wir haben uns ein paar mal getroffen, uns sehr gut verstanden und sind dann zusammengekommen. Sie hat mir erzählt, dass sie Borderlinerin ist, aber die Krankheit so weit gut im Griff hat und nur betrunken gelegenltich einen Absturz erlebt. Trotz vieler Gemeinsamkeiten war unsere Beziehung von Anfang an von Gegensätzen geprägt. Sie: Ein Freigeist, rebellisch, gesellschaftskritisch, politisch links engagiert, antikapitalistisch --> nicht interessiert an materiellen oder finanzieller Sicherheiten, liebt exzessives Feiern und Trinken und ist anderen Drogen auch nicht unbedingt abgeneigt. Ich: Bodenständig, ruhig, wenn politisch dann eher grün-liberal, sehr wohl auf finanzielle Sicherheit bedacht, betrinke mich nur gelegentlich und bin absolut nicht scharf auf harte Drogen. Diese Gegensätze waren uns von Anfang an bewusst und sie hat immer wieder betont, dass das für sie kein Problem sei. Wir führten ab und an kleine politische oder gesellschaftliche Diskussionen, immer sehr respektvoll und von gegenseitiger Akzeptanz. Sie sagte sogar, es wäre ja langweilig, wenn wir immer die gleiche Meinung hätten. Sie ist eine sehr kluge, selbtbewusste und empathische Frau. Wir haben viele schöne Dinge zusammen unternommen, sind spazieren gegangen in der Natur, Fahrrad gefahren, gegen später auch mal feiern gewesen. Sie gab mir immer wieder zu verstehen, dass sie ein freiheitsliebender Mensch ist und sich von Männern schnell eingeengt fühlt. Das habe ich so gut es ging versucht zu berücksichtigen und sie niemals zu irgendetwas gedrängt. Meiner Meinung nach ist mir das auch ganz gut gelungen. Es gab jedoch immer wieder Momente in mir, in denen ich eine diffuse Verlustangt spürte, die ich aber verdrängt habe. Ich hatte das Gefühl, ihr das nicht sagen zu können, aus Angt sie damit zu bedrängen. Meine Erfahrung mit anderen Frauen hat mir oft gezeigt, dass ich nicht mehr interessant für sie bin, sobald ich sowas wie Verlustangt zeige. Also habe ich das unterdrückt und in mich hinein gefressen. Meist waren es spezielle Situationen, die dieses Unbehagen in mir ausgelöst haben, z.B. wenn sie mich im Gespräch minuten lang nicht angeschaut hat, oder wenn ich spürte, dass sie körperlich distanziert war. Das hielt so lange an, bis ich ein Signal von ihr bekam, dass ich in irgedneiner Form als Zuneigung interpretieren konnte (Ein Kuss, ein Streicheln, ein Herzchen...). Einmal war sie auch so zurückhaltend und ich sprach sie darauf an. "Ja, das stimmt. Ich habe das Gefühl, wir haben uns momentan nicht wirklich viel zu sagen", antwortete sie. Außerdem hätten wir kaum Gemeinsamkeiten. Letzeres war einfach falsch und ich versuchte sie vom Gegenteil zu überzeugen, in dem ich einige gemeinsame Interessen aufzählte. Mit bescheidenem Erfolg.
      Als sie betrunken einen kurzen emotionalen Absturz hatte, hab ich sie ganz feste umarmt, sie gestreichelt und ihr beruhigend zugesprochen.
      Nach Ihrer OP half ich ihr ein bisschen im Haushalt, ging für sie einkaufen, kochte und backte für sie, einfach um ihr auch zu zeigen, dass ich es ernst meine und für sie da bin. Das hat sich auch später nicht geändert. Sie äußerte irgednwann mal, dass sie bei mir vielleicht einfach etwas länger bräuchte, um sich fallen zu lassen. Sie sprach oft in der "Wir-Form", meinte damit aber nicht uns, sondern sich und ihre Freunde. Das machte mich traurig. Trotz einiger sehr schöner und inniger Momente bleib sie doch überwiegend kühl und der Wunsch nach Nähe ging meistens von mir aus. Am Wochenende hatte ich dann wieder das intensive Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Wie haben uns nicht gesehen, weil sie ihre beste Freundin besucht hat. An schlafen war schon nicht mehr zu denken. Ich wartete sehnsüchtig und zugleich angstvoll auf eine Nachricht von ihr. Die kam dann auch. Ich las ihre Nachricht wie in Trance, einserseits total schokciert, andererseits fast erwartet: Sie machte Schluss per Whatsapp! Sie, diese einfühlsame, selbstrefktierte und intelligente Frau - verhält sich wie ein Teenager! Die Begründung war, dass wir doch zu verschieden seien. Sie habe sich das lange und gründlich überlegt und wünscht mir, dass ich die Richtige noch finde. Verschieden- warum ist das jetzt ein Problem? :confused: :confused: Es war doch immer in Ordnung für sie. Und warum zur Hölle schreibt man seinem (Ex)Freund, dass er sicher noch die Richtige findet???? Was meint ihr, liebe Community/Damenwelt, ist es nicht warscheinlicher, dass es um ein Nähe-/Distanz-Thema geht und sie mich einfach nicht an sich heranlassen konnte oder wollte? Ich bin Tag und Nacht am grübeln, weiß nicht ob ich das Gespräch nochmal suchen soll, oder ob ich aufgeben soll. Ich liebe sie, aber ich möchte das Leiden auch nicht unnötig verlängern.
      Liebe trauernde Grüße,
      DSB
      Meine Hoffnung soll mich leiten
      Durch die Tage ohne Dich.
      Und die Liebe soll mich tragen,
      Wenn der Schmerz die Hoffnung bricht.
      ~Lacrimosa Elodia~

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Dark_Sad_Boy“ ()

      Hallo Dark Sad Boy,

      das tut mir sehr leid, dass das so gelaufen ist. Ich persönlich finde es auch mies, per WhatsApp Schluss zu machen (es gibt Sachen, die man definitiv persönlich klären sollte), aber das passt zu dem Muster, dass sie anscheinend mit Nähe Schwierigkeiten hat und dann auf Distanz geht. Also, ich würde deiner Beobachtung da schon zustimmen.

      Dark_Sad_Boy schrieb:


      Und warum zur Hölle schreibt man seinem (Ex)Freund, dass er sicher noch die Richtige findet???


      Ich würde mal vermuten, dass sie dich nach dem Schluss machen irgendwie trösten wollte? Meiner Meinung nach kannst du schon versuchen, auf ein persönliches Gespräch hinzuwirken. Falls sie nicht darauf eingehen will und abblocken sollte, dann hast du es zumindest versucht.

      Liebe Grüße
      Kasmo
      ~ Wir sind für Euch da! ~
      Das klingt für mich so als hätte sie ihre eigene Stabilität nicht so ganz richtig eingeschätzt, meine Meinung, wenn man seine Störung ganz gut im Griff hat finde ich es persönlich sehr widersprüchlich wenn man gleichzeitig Alkohol und Drogen konsumiert. Auch scheint sie das Distanz/Nähe Thema gar nicht im Griff zu haben. Aber letztendlich ändert das nichts daran dass Schluss ist und du einen Weg finden musst damit umzugehen, wie in jeder Beziehung die zu Ende geht. Es hat nicht sein sollen, aus welchen Gründen auch immer. Was erhoffst du dir denn davon erneut das Gespräch zu suchen?
      Ich danke euch für eure Einschätzungen. Mittlerweile habe ich mich gegen ein persönliches Gespräch entschieden. Ich habe sie als sehr entschlossene Frau kennengelernt, die sich dadurch mit Sicherheit nicht von ihrer Meinung abbringen lässt. Und das würde mich nur noch trauriger machen, sie zu sehen ohne sie zu küssen und zu berühren.
      Meine Hoffnung soll mich leiten
      Durch die Tage ohne Dich.
      Und die Liebe soll mich tragen,
      Wenn der Schmerz die Hoffnung bricht.
      ~Lacrimosa Elodia~