Rückfällig und das Versprechen an mich selbst...

      Rückfällig und das Versprechen an mich selbst...

      Ich bin nun nach 3 Jahren, 9 Monaten und ein paar gequetschten Wochen und Tagen rückfällig geworden obwohl ich mir damals versprochen hatte es nicht mehr zu tun, dafür waren auch die beiden Tattoos die ich auf dem Arm habe eigentlich gedacht, als Bestärkung darin es nicht wieder zu tun, nicht wieder zur Kl**ge zu greifen.
      Tja ich habe nicht damit gerechnet dass mich der Stress so mit der vollen Breitseite erwischt... Ich war Februar bis Anfang August in Therapie, die allerdings nicht wirklich was gebracht hat ehrlich gesagt...
      Im Juli hab ich mich nach fast 4 Jahren von meinem jetzt Ex getrennt und mich aus einer ziemlich toxischen Beziehung gerettet damit. Im August musste ich dann so schnell wie möglich aus der gemeinsamen Wohnung mit meinem Ex raus, es war Stress pur, während der Packphase wäre ich mehrmals fast rückfällig geworden.
      Mein bester Freund und ich hatten bereits beschlossen das wir zusammen in eine WG ziehen und ich versuche auch mein Möglichstes dass das klappt, zur Zeit penne ich bei nem Kumpel auf der Couch, habe keinen festen Wohnsitz hier in der Stadt und bin auf der Suche nach nem Job - sei es auch nur ein Minijob.
      In den letzten Jahren hab ich mein Leben nicht wirklich auf die Kette bekommen und das bin ich leid allerdings habe ich das Gefühl ich bekomme es nicht in die Bahnen gelenkt wie ich es gerne hätte, am Anfang war ich super motiviert aber umso länger ich hier auf dem Sofa lebe (ich nenn das jetzt einfach mal so), desto mehr habe ich das Gefühl es nicht auf die Kette zu bekommen bzw. nicht genügend zu tun dafür das es klappt.
      Man merkt es eventuell an meiner wirren Schreibweise, in meinem Kopf herrscht ziemliches Chaos, das und die Umstände und der Stress der letzten Monate hat nun dafür gesorgt das ich heute Rückfällig geworden bin, ich fange also wieder von vorne an.

      Ich weiß auch nicht warum genau ich das hier schreibe, vielleicht um das alles einfach mal los zu werden. Kompensieren funktioniert im Übrigen bei mir nicht wirklich, habe schon diverse Dinge getestet aber es staut sich dann trotzdem an und hilft nicht das Gefühl/Bedürfnis danach mich zu sch**i*en zu verringern oder gar los zu werden... Vielleicht hat da ja jemand Tipps was ich mal noch testen könnte oder so.
      Was mich in diesem Moment nun am meisten Beschäftigt ist dass ich mich an mein eigenes Versprechen an mich nicht halten konnte... Allerdings hilft mir dieser Gedanke mich von dem Rest abzulenken.

      Und da ich nicht weiß was ich zu Abschluss schreiben könnte, einfach danke an die die das hier lesen und eventuell sogar einen Rat oder nen Tipp für mich über haben.
      ~Tell me what to do, I'm right beside you~
      ~It's us against the world~
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      Hallo Lupina,

      ich verstehe das mit dem Versprechen, aber ein Rückfall ist eben auch nur das: EIN Rückfall. Das muss nicht heißen, dass jetzt wieder ales ganz schlimm wird oder du wieder genau da anfängst, wo du aufgehört hast. Du hast es fast vier Jahre geschafft, das ist super! In der Zeit hat es, wie du schreibst, verschiedene Gelegenheiten gegeben, in denen der Druck sehr groß war. Was hat dir damals geholfen? Ist das jetzt auch möglich?
      Noch einmal: Es ist toll, dass du so lange durchgehalten hast. Ich hoffe, du bist angemessen stolz auf dich. Ein Rückfall ist nicht das Ende der Welt. Ich bin mir sicher, dass du das nochmal schaffen kannst.

      Liebe Grüße
      unhappy
      We will get better
      Hallo unhappy,

      Ich weiß nicht ob es an dem Abend an meiner Wirren Schreibweise lag aber ich schrieb in dem Text bereits das ich keine Möglichkeiten habe zu kompensieren da mir nun mal nichts wirklich hilft. Zumal besagte Gelegenheiten hauptsächlich in den letzten par Monaten aufgetreten sind.
      Zu sagen es ist eben "nur ein Rückfall" geht für mich nun mal leider nicht da an dem ganzen einiges für mich hing Emotional... und nein ich bin nicht Stolz auf die Zeit die ich es ohne ausgehalten habe denn mit dem Rückfall ist, um es mit einer Metapher zu sagen, mein Kartenhaus das ich aufgebaut habe in sich zusammen gefallen.
      Ich habe dieser Thematik eben mehr als ein Tattoo gewidmet und die Tatsache dass nicht mal diese Tattoos mich abgehalten haben, obwohl sie genau das tun sollten, das brennt doch sehr in der Seele.
      Für mich ist es eben mehr als "nur ein Rückfall" - ich lege viel Wert auf Versprechen und breche sie nur wenn es einen wirklich ernsthaften Grund gibt... ich bin mehr oder weniger nicht nur Rückfällig geworden sondern habe auch Zweifel an der Ernsthaftigkeit meiner Versprechen damit gesät, was mir auch zu schaffen macht.

      Liebe Grüße,
      Lupina
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      hej lupina,

      ich bin vermutlich ein paar jahre älter als du und vielleicht deswegen halte ich wenig davon, dinge wie versprechen so wahnsinnig aufzuladen. was ich damit meine: versprechen gibt man sich oder anderen unter bestimmten rahmenbedingungen. wenn die sich ändern, macht es manchmal keinen sinn, an dem versprechen festzuhalten.

      und es macht auch keinen sinn, sich noch mehr selbst fertig zu machen für etwas, das nun mal passiert ist, denn das kannst du jetzt eh nicht mehr rückgängig machen.

      ich finde auch, dass du nicht alles auf einmal erreichen musst. eine trennung aus einer scheinbar nicht so einfachen beziehung, ein umzug, jobsuche, gleichzeitig dir keinesfalls erlauben, "dein versprechen zu brechen", bzw. jetzt so ungnädig mit dir zu sein deswegen... ich finde das einfach alles ein bisschen viel. letztlich ist svv auch nur svv und nicht mehr. wenn der druck im moment zu hoch ist, dann liegt das auch daran, dass bei dir viel los ist und du vieles gleichzeitig bewältigen musst. wenn es dann nicht immer klappt ohne svv - naja, nicht gut, aber verzeihbar.

      an irgendeinem punkt, wenn du etwas mehr ruhe hast, würde ich mich an deiner stelle nochmal strukturiert auf die suche nach alternativen zum svv machen - über den weg einer therapie oder eines klinikaufenthalts oder anders.

      aber man kann nicht immer stabil sein. gesündere wege zu finden, mit instabilen zeiten umzugehen - danach sollte man nie aufhören zu suchen.

      liebe grüße,
      solaine
      "But isn't that life for us all? Trusting to luck?"
      "You can always try to give luck a helping hand", she said.
      //william boyd//


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