Op meiner Katze wegen bösartigen Tumors am Ohr

      Op meiner Katze wegen bösartigen Tumors am Ohr

      Also vorab, ich weiß nicht so genau was ich mir erwarte, ich glaub, ich möchte mir nur einfach ein bisschen meinen Schrecken und die Ängste von der Seele schreiben und erhoffe mir wohl ein bisschen Zuspruch und beruhigende aufbauende Worte. Kurz zur Vorgeschichte

      Meine Katze ist schon 11 Jahre alt und ich habe eine sehr innige Beziehung zu ihr und sie zu mir, ich hab sie schon als sehr kleines Baby vom Bauernhof bekommen,sie war die kleinste und zarteste im Wurf und hatte ganz verklebte augen vor lauter Katzenschnupfen, da hab ich sie zu mir genommen und bin für sie wohl auch ein bisschen die Mama, ich konnte leider keine zweite Katze dazunehmen, bin aber viel zuhause, da ich nicht arbeiten kann und beschäftige mich mit ihr. Weil ich in der Stadt wohne, kann ich sie auch nicht rauslassen, aber ich hab den Balkon mit Katzennetz abgesichert, da kann sie ein bisschen raus. Sie begleitet mich schon so lange und ist einfach so ein fester Bestandteil meines Alltags, sie ist mein ein und alles. Und bisher hatte sie bis auf ein bisschen Katzenschnupfen, mit dem sie sich schon als Baby bei den andern Bauernhofkatzen angesteckt hatte, keine großen gesundheitlichen Probleme, obwohl sie immer schon recht klein und zart war und auch als erwachsene Katze geblieben ist. Der vorige Tierarzt hat sie immer eher oberflächlich durchgecheckt und ist voriges Jahr in Pension gegangen, einmal im Jahr gehe ich mit ihr zur Kontrolle und zum Impfen. Mir ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass sie sich am linken Ohr häufig kratzt, habe aber genau wie der Tierarzt lange nichts ungewöhnliches entdecken können. Vor ein paar Wochen hat sie sich die Stelle dann bl*t*g gekratzt und ich hab erst da gesehen, dass es eine kleine Wucherung am Ohr gibt, die auf der anderen Seite nicht ist.

      Gestern bin ich dann mit ihr zum Tierarzt, zu einer neuen Ärztin, und ich wollte neben der normalen Kontrolle und Impfung eben auch das Ohr untersuchen lassen, um sicher zu gehen. Die Ärztin war sehr genau und hat gleich gesagt, dass das ein bösartiger Tumor ist, den man entfernen lassen muss. Ich hab mir die Bezeichnung leider nicht gemerkt, sie meinte, normalerweise sind sie nicht besonders aggressiv, es gibt aber schon verschiedene Grade, und er ist schon bösartig, daher muss er entfernt werden. Sie sagte das so, als handle es sich nur um sowas wie eine Warze, und ich hab mir zuerst auch nicht so viel dabei gedacht, ok, ist zwar für die katze nicht angenehm, aber wenn wirs gleich mal machen, ist alles in Ordnung und nichts Schlimmeres weiter.
      Sie hat dann gleich mal Blut abgenommen, müsste man sowieso vor der OP , und die Leber und Nierenwerte sind ok, die restlichen (rote und weiße Blutkörperchen)kriegt sie am Montag sagte sie und ich hab einen OP Termin für den 3. Oktober bekommen. Wir haben lange gewartet, weil es da keine Voranmeldung gibt, und ich war froh, mein Kätzchen mit nachhause nehmen zu können, sie ist ohnehin recht schreckhaft und hat mir schon während der doch recht langen Blutabnahmeprozedur leid getan, die sie aber ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben, über sich ergehen ließ. aber sie hatte vor Angst riesige Pupillen, zitterte und das Herz klopfte ihr bis zum Hals...

      Hinterher ist dann erst der Schreck hochgekommen. bösartiger Tumor. Was heißt das jetzt genau? Was, wenn es schon Metastasen gibt, immerhin hat sie das häufige Kratzen schon voriges Jahr gezeigt, auch wenn noch nichts sichtbar war sonst. Muss ihr womöglich ein Teil des Ohres oder das ganze Ohr *mp*t**rt werden? Was bedeutet das für eine Katze? Hat sie dann noch wirklich gute Lebensqualität? Ich hab das alles nicht gefragt, ich weiß nicht, das wurde mir erst alles hinterher bewusst. und ihc mache mir einfach Sorgen. und hab Angst, was da jetzt auf sie und auch mich zukommt. und auch Schuldgefühle, hätte ich nicht hartnäckiger sein sollen, hätte man es womöglich schon früher diagnostizieren können und was, wenn ihr jetzt deshalb wirklich eine *mp*t*t**n droht? Was, wenn ich sie überhaupt vor der Zeit verliere?

      Das alles ist so langsam gestern abend über mich drübergeschwappt und ich kann erst wieder Montag bei der Ärztin anrufen und mich genauer erkundigen. Das werde ich natürlich tun. Aber trotzdem beutelt mich die Angst um sie. Sie ist mein Baby, sie vertraut mir total und ein Leben ohne sie ist schwer vorstellbar. Klar ist mir bewusst, dass sie auch sonst nicht ewig leben würde und ich musste schon mehrere geliebte Haustiere gehen lassen, eine Katze sogar sehr früh, durch einen tragischen Unfall. Der Schmerz ist trotzdem jedes Mal sehr groß, und erst langsam wird mir bewusst, was das alles noch heißen könnte.

      Und. ich will. dass sie ein möglichst schönes Leben hat, ist ohnehin eingeschränkt durch Wohnungshaltung und nur mich als Bezugsperson, und evtl die Assistenten, aber keine Artgenossen. Ich will nicht, dass sie leidet , schon gar nicht wegen mir, weil ich sie bei mir behalten will. Wie kann ich das einschätzen? Hatte jemand von euch schon mal so eine Situation? Wie seid ihr damit klargekommen? Kann ich am Montag einfach nochmal anrufen und alles fragen?

      Ich meine, es kann gut sein, dass es wirklich nicht ganz so schlimm ist, und auch das Ohr dabei fast nicht beschädigt wird, aber die Möglichkeit, dass es auch anders sein könnte, ist mir erst hinterher in den Sinn gekommen. Ich nehme schon an, dass die Ärztin mir sagen wird, wie es ihrer Ansicht nach um ihre Lebensqualität nach der OP bestellt sein wird, sie hat aber diesbezüglich gar nichts gesagt, es klang alles so harmlos, aber wie ernst es ist, wird sich wohl erst nach der OP und der Untersuchung des Gewebes zeigen. Ich bin einfach sehr verunsichert und in Sorge.

      Danke, tut schonmal gut, es mitteilen zu können und nicht ganz allein damit zu sein. Vielleicht hat ja jemand ein paar Worte für mich, bis ich Näheres bei der Ärztin erfragen kann.
      Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will."
      ..."vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist...." (Rilke)
      Die Ursache bin ich selbst! (Thomas Bernhard) :thumbsup:

      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Liebe ares,

      ich möchte den Beitrage nicht unbeantwortet lassen, allerdings habe ich überhaupt keine Erfahrung.

      Ich denke und hoffe das die Ärztin nicht so "locker" reagiert hätte, wenn es schwerwiegende folgen für deine Katze gehabt hätte, immerhin ist sie ja nicht die jüngste...

      Ich denke an dich.

      Evien
      ... Die Ironie des Lachens ist der erbitterte Kampf des Überlebens ...

      Höre die Schreie der Verzweiflung,
      Fühle die Schm*rz*n
      Denn etwas will st*rb*n
      Jede Nacht.
      .
      Hallo Ares.

      Ich denke, der passende Gedanke ist: wärst du selber krank, würdest du dann nicht kämpfen wollen? Auch wenns dich vielleicht etwas Lebensqualität kostet?

      Ich kann meine Gedanken gerade auch nur von Menschen auf Tiere übertragen. Aber für mich persönlich ist Mensch oder Tier kein wirklicher Unterschied. Meine Oma z.B. war auch schon sehr alt, als sie beschlossen hat, noch das volle Programm durchzuziehen um gegen ihren Krebs zu kämpfen. Die Chemo hat sie dann zwar vorzeitig abgebrochen, aber sie wollte nichts unversucht lassen.

      Von dem was du schreibst, würde ich sagen, deine Katze hat mit der OP sicher eine gute Chance. Sonst hätte die Tierärztin das sicher alles anders dargestellt.

      Ich wünsche euch beiden viel Kraft.

      S.
      Danke Euch für Eure Rückmeldungen. Ich hab die Ärztin leider bisher nicht noch mal persönlich sprechen können, sie hat mir nur den Blutbefund geschickt, da sind aber nur die Leber und Nierenwerte drauf, und sagt nicht viel aus. Ich hab jetzt nochmal ein kurzes Mail hingeschrieben, mit den wichtigsten Fragen, vor allem wegen nach der OP. Ich versuche jetzt einfach mal das beste anzunehmen, und hoffe, es ist damit getan, den Tumor zu entfernen. Ich glaube auch, dass die Tierärztin eine gute Prognose sieht, Immerhin hat sie sich sonst nicht verändert, sie wirkt fit, frisst gut, und hat auch nicht erkennbar abgenommen, das halte ich schon für ganz ermutigende Zeichen. Ich melde mich dann noch mal nach der OP, denn da wird dann wohl erst wirklich Klarheit herrschen.
      Danke für Eure Wünsche und Denkanstöße.
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      DER KRIEG IST VORBEI! (meine exsupervisorin)
      Ich wollte mich nochmal melden, die OP war gestern. An sich hat mich die Ärztin beruhigt, dass das ein "eher harmloser" Tumor ist und zumeist lokal begrenzt bleibt, auch wird sie längerfristig dann keine Einschränkungen in der Lebensqualität haben, also an sich alles gute Nachrichten. Sie meinte auch, dass keine spezielle Nachsorge nötig ist, sie muss nur 10-14 Tage einen Trichter tragen.
      Gestern war es schon ein Schock, als ich sie mit nachhause genommen habe. Sie war noch ganz apathisch, abgesehen von panikartigen Versuchen, den angsteinflössenden Trichter loszuwerden. Sie hat nichtmal auf mich reagiert, und vermutlich waren es auch noch Nachwirkungen der Narkose, jedenfalls hat sie auf den Boden gepinkelt und nichtmal den Versuch unternommen, sich trocken zu putzen. Ich hatte ein wenig angst, dass sie sich in ihrer wilden Panik irgendwo stößt und verletzt, während ich schlafe, es ist mir auch nicht gelungen, sie in meine Nähe zu locken , wo ich sie zumindest streicheln und beruhigen hätte können. Ich war aber dann selber so fertig, dass ich irgendwann doch eingeschlafen bin, nachdem mich ein Freund beruhigt hat, dass das bei seiner Katze auch ähnlich war und sie sich schon daran gewöhnen wird.
      Die Nacht ist vorbei, und heute ist es mir sogar gelungen , sie ein bisschen zum fressen und Trinken zu bewegen, sie trinkt sonst kaum, heute hat sie richtig Durst. Ich nehme an, dass das auch von der Narkose kommt. Ich bin ein wenig erleichtert, weil sie immerhin frisst und wieder ein bisschen mehr auf mich reagiert, sie ist zwar nach wie vor sehr irritiert von dem Trichter und erschrickt immer, wenn sie wo anstößt, ihr ist auch noch nicht ganz klar, dass sie dadurch jetzt einfach breiter ist und nicht überall durchpasst. Sie schleicht ganz nieder durch die Wohnung, als ob sie sich nicht mehr auskennen würde zuhause. Aber ein Freund meinte, das ist weil sie jetzt nicht die Schnurrhaare zum Tasten verwenden kann, deshalb kennt sie sich nicht so ganz aus, daran hatte ich gar nicht gedacht.
      Ich bleibe die nächsten Tage bei ihr und biete ihr immer mal wieder Futter und Wasser an, Streicheleinheiten , wenn sie mag. Ich hoffe, es klappt heute wieder , dass sie das Katzenklo benützt, bisher noch nicht.
      Die Nähte sind selbstauflösend, das heißt, wir müssen zumindest nicht noch einmal Fäden ziehen gehen. Die Ärztin meinte, sie ruft mich an, sobald sie das Ergebnis der eingeschickten Probe hat. Aber sie schien da recht zuversichtlich. Die nächsten tage werden sicher noch hart, aber ich hoffe, sie übersteht das ganze, ohne langfristig davon verstört zu sein, sie ist sowieso so ein schreckhaftes, sensibles Tier und ich kann so wenig tun, um es ihr leichter zu machen.
      Dass sie wieder frisst, ist aber ein gutes Zeichen. Ich hoffe, es wird von Tag zu Tag ein bisschen leichter und die 10 Tage sind bald um, und sie kann danach wieder ganz die Alte werden. Danke Euch, ich versuche stark für sie zu sein und bin einerseits froh, dass es nicht noch schlimmer ist, es tut mir aber in der Seele weh, ihr diese Tortur nicht ersparen zu können. Wenn der Befund da ist und der Trichter weg, melde ich mich nochmal.
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